Mantra des Tages: Ich darf die Kundenhotline nicht anbrüllen. Ich darf…

… die Kundenhotline nicht anbrüllen.

Auch wenn ich gerne würde.

Das sind schließlich diejenigen, die am wenigsten dafür können.

Falls ihr euch wundert, dass man im Moment noch weniger von mir hört: Es begann mit unserem Umzug. Unser damaliger Telefon- und Internet-Anbieter ist nur in wenigen ausgewählten Gebieten/Häusern zu haben. Auf Anfrage konnte er sich über Monate hinweg nicht entscheiden, ob wir ihn an der neuen Adresse würden nutzen können. Ja – nein – vielleicht doch – wenn man das Kabel am Haus hoch legt – doch nicht – oder wohl?

Schließlich hatten wir die Nase voll, haben mit Verweis auf den Umzug das Sonderkündigungsrecht genutzt und Anfang Dezember (als wir bereits in der neuen Wohnung saßen) einen anderen Anbieter beauftragt. Der bestätigte den Auftrag und vergab einen Termin, an dem der Techniker kommen sollte.

Wer nicht kam, war der Techniker. Also Anruf bei der Kundenhotline. Jaaaa, da gebe es Probleme bei der Nummernvergabe. Man werde sich melden, sobald es genaueres gebe.

Nach zwei weiteren Wochen ohne irgendwelche Informationen haben wir dann auch den Auftrag storniert. Schriftlich, per Fax und Post. Das war Anfang Januar.

Inzwischen hat Richard, der das Internet und das Telefon wirklich sehr vermisst, bei einem dritten Anbieter einen Anschluss beauftragt. Da hieß es erst enthusiastisch, die könnten das vor Ende Januar anschließen.

Ende Januar ist inzwischen vorbei, und jetzt ratet mal, was nicht passiert ist. Genau. Die Welt ist nicht untergegangen, und einen Telefonanschluss haben wir immer noch nicht. Heute also erst einmal bei unserem neuen Wunschanbieter nachgefragt, was da denn los sei. Einiges Hin und Her, dann: Jaaa, da habe wohl irgendwer anders unsere Leitung in Nutzung. Vielleicht der Vormieter. Oder die NSA. Oder der Hund der Putzfrau aus dem Gebäude am anderen Ende der Straße. Falls wir das in den nächsten fünf Tagen klären könnten, könnten wir bis Ende Februar (also drei Monate nach dem Umzug) einen Anschluss kriegen. Vielleicht.

Ich rufe also heute ganz enthusiastisch auf Verdacht bei unserem ehemaligen Wunschanbieter an und frage, wie das denn sei mit der Stornierung.

Jaaaa, die sei in Bearbeitung.

Seit Anfang Januar, oder wie? Wann wir denn mit einer Antwort rechnen könnten.

Vielleicht, aber nur vielleicht, und da könne er sich nicht festlegen, in einer oder zwei Wochen.

Ob sie denn die Leitung reserviert hätten?

Ja, den Unterlagen zufolge hätten sie das.

Ob das daran liegen könne, dass unser neuer Wunschanbieter die nicht nutzen könne?

Vielleicht, das könne er so genau nicht sagen. Aber wenn wir die Stornierungsbestätigung bekommen, sei die Leitung garantiert von ihrer Seite aus wieder frei.

Ob sie Probleme bei der Beantragung der Leitung gehabt hätten, konnte der mir nicht sagen. Und er war wirklich nett und bemüht und ertrug meinen Sarkasmus mit unglaublicher Geduld.

In seinem Büro hat Richard inzwischen wahrscheinlich mit dem Kopf eine tiefe Delle in die Tischplatte geschlagen. Ich bin dreimal in den zweiten Stock und zurück gerannt, um mich abzureagieren, und lehne heute jeden Kontakt zu unseren Klienten ab. Mein Geduldfässchen ist nämlich leer.

Betet mit mir: „Danke, dass Du mir diese Prüfung auferlegst.“

Weiß jemand, ob es einen zuverlässigen Lieferanten für Brieftauben gibt?

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