Ein ganz normaler Tag

5:55 – Wecker klingelt. Bon Jovi säuseln mich wach. Drei „Aufwachseiten“ von Hand schreiben. Mit dem Kugelschreiber nach dem Kater werfen, der randaliert am Fenster. Von innen natürlich, ich bin ja kein Unmensch. Trotz Wurfattacke.

07:30 – Frühstück und Bürofutter sind gepackt, jetzt kann geschrieben werden. Mindestens fünfhundert Wörter bitte, wir haben Pläne. (Am Ende sind es 783, nicht übel.)

08:15 – etwas früher aus dem Haus als sonst, der Papiermüll braucht ein neues Zuhause. Im Container vor dem Kindergarten.

09:00 – Arbeitsantritt im Büro. Die nächsten sieben Stunden sind angefüllt mit Übersetzen, Wahnsinn und Kaffee. Alles ganz normal.

16:00 – ultrapünktlicher Heimweg. Wenn alles genau so klappt, wie es soll, kann ich laufen gehen, duschen UND noch pünktlich Andrea treffen, wir haben einen Gutschein für den Mongolengrill in der Innenstadt.

16:32 – Haustür auf, Klamotten vom Leib gerissen, Laufzeug übergeworfen. Katzen beruhigt, die soviel Bewegungsdrang von mir nicht gewohnt sind. „Zombies, run!“ starten und – genau, loslaufen (16:42).

17:17 – Dehnen, Duschen, losDüsen. Die berüchtigten drei D.

17:35 – auf dem Weg in die Stadt fällt mir ein, dass die B9 natürlich dicht ist wegen akuter Baustelleritis. Dann nehmen wir das andere Parkhaus. Das am Bahnhof, mit nur fünf Minuten Fußweg zum Mongolengrill. Dann bin ich noch fast pünktlich.

17:53 – Stau vor dem Bahnhof. Nix geht mehr. 

18:00 – das Radio klärt mich auf: Es gab eine Bombendrohung am Bahnhof. Ausgerechnet heute. Wenigstens bin ich mit dem Auto, denn Bahnen etc. tun gar nix. Immerhin rollt es wieder, die Sperrung wurde aufgehoben. Schnell ins Parkhaus.

18:13 – zum Glück ist Andrea gewohnt, dass ich spät dran bin.

18:20 – Auftakt zur heißen Schlacht am kalten Buffet. Ich probiere Känguru, bin aber nicht beeindruckt. Schmeckt nett, ist aber ziemlich zäh. Später sagt Richard dazu: „Vielleicht hattest du ein Stück Beutel erwischt.“ – ehrlich, was soll ich mit diesem Mann nur machen? (Füttern und liebhaben.)

19:38 – nach drei Portionen Buffet war gerade noch Platz für Nachtisch. Ich will als gebackene Banane wiedergeboren werden. Vielleicht demnächst mit Erdnussbutter? Rückweg zum Auto.

20:29 – warum ist Tanken eigentlich so teuer? Unser Auto ist gerade offenbar im Wachstum, so wie das schluckt.

20:33 – mich überkommt die Sehnsucht nach neuen Abenteuern. Der Tank ist voll, ich könnte jetzt einfach losfahren und gucken, was passiert. Nach einem kurzen Kampf mit mir selbst fahre ich lieber nach Hause, denn die Katzen warten und ich muss morgen wieder um neun im Büro sein.

20:36 – auch die Sehnsucht nach einem Becher Ben&Jerry’s „Peanut Butter Cup“ wird unterdrückt. Leises Seufzen. Ab nach Hause.

20:59 – die Katzen tun, als hätten sie seit Monaten gehungert. Als das Futter vor ihnen steht, frisst Ronja genau drei Bröckchen, ehe sie vergisst, dass sie hungrig ist, und hinter einer Staubfluse herjagt. Ich räume kurz das nötigste auf.

21:20 – eine Folge „Dr. House (Staffel 6) und das Manuskript einer Freundin zum Überarbeiten.

22:17 – Zähne putzen, probehalber lächeln, mit dem Mann telefonieren. Er erzählt von dem Telefonanbieter in Mädchenfarben. Daraus könnte man gut einen satirischen Roman machen, hätten wir wenigstens nicht umsonst gelitten.

23:08 – schnell einschlafen, ehe die Katzen wieder randalieren. Bin ich erst einmal weg vom Fenster, könnten die mit einer Blaskapelle hier durchmarschieren.

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