Rezension: Sternenrot – Im Sommer (Annie Kay)

„… »Die Sterne leuchten hier noch heller als zuhause«, hörte ich eine vertraute Stimme hinter mir und mein Herz begann augenblicklich so laut zu schlagen, dass ich Angst hatte, er könnte es hören.
»Ich sehe aber keine«, erwiderte ich mit einer Spur Enttäuschung. Das Knirschen der Steine verriet mir, dass sich Nicolas langsam näherte, aber ich hielt meinen Blick stur in den Himmel gerichtet. Wie hätte ich auch dem seinen nur begegnen sollen?
»Entspann dich ein bisschen und denk an etwas, das dir jetzt richtig gut gefallen würde. Dann kommen die Sterne ganz von alleine.« Nicolas` Stimme war nur mehr ein raues Flüstern an meinem Ohr und seine Worte gaben mir das Selbstbewusstsein, einen halben Schritt nach hinten zu gehen und mich an ihn zu lehnen.

Evalina ist 84, als sie stirbt und von ihrem Vorfahren Adamos abgeholt wird. Als er ihr erklärt, dass sie noch einmal die Schule besuchen muss, um in der Ewigkeit bestehen zu können, wählt sie wie ihre Schulkameraden wieder das Aussehen einer 20-jährigen. Evalinas Zeit an der Über-Lebens-Schule erfordert jedoch all ihre Lebenserfahrung: Sie muss das Geheimnis des Lebens bewahren und dabei ihre wiedererwachten Hormone genau so in den Griff bekommen, wie den Liebeskummer ihrer Zimmernachbarin und die einzelnen Unterrichtsfächer. Während Evalina versucht, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden, entwickelt sich aber ihre größte Herausforderung: Sowohl Adamos, als auch der mysteriöse Nicolas brauchen Evalina dringend, um an der Schule bleiben und sie abschließen zu können. Doch wem von beiden kann Evalina vertrauen und wessen Gefühle für sie sind am Ende echt?“

Dass der Tod nicht das Ende ist, haben wir natürlich alle schon geahnt, aber in „Sternenrot“ nimmt Annie Kay den Leser mit in die Über-Lebens-Schule, die alle frisch dahingeschiedenen auf die Ewigkeit vorbereitet. Natürlich ist es nicht einfach, auf einmal wieder jung und agil zu sein und mit dem Gedanken konfrontiert zu werden, das sei jetzt so für immer. Und dann sind da natürlich noch einige Leute, die mit der Bevormundung an der Über-Lebens-Schule nicht einverstanden sind.

In einem schlichten Schreibstil ohne große blümerante Ausschweifungen mäandert die Geschichte von Jugendroman über Mystery zu Liebesgeschichte, ohne sich dabei letztendlich auf ein Genre festzulegen. Auf jeden Fall ein kurzweiliges Lesevergnügen.

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