Die gute deutsche Arbeitsmoral

Gestern erzählte meine Vorgesetzte, man könne in den „Groß“-Raumbüros (haha, wir sitzen zu viert auf zwölf Quadratmetern) immer direkt erkennen, ob da Deutsche arbeiten oder nicht. Deutsche seien nämlich immer still und konzentriert bei der Arbeit, während die arabischen Mitarbeiter (ihre Worte, nicht meine!) die ganze Zeit quatschen würden.

Ich kann jetzt nicht bestätigen, dass wir den ganzen Tag mit grimmigem Gesichtsausdruck auf der Arbeit schaffen, aber das ist schon eine gute Ausrede Erklärung dafür, warum es hier wieder so still war – ich habe mich unter Projekten begraben. Wollt ihr mal wissen, was gerade in meinem Kopf vorgeht? Okay, das kann ich keinem zumuten, aber meine Projekte vorstellen will ich natürlich trotzdem:

  1. Ich habe mit „Waldgeflüster“ angefangen, dem vierten Band der „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe. Der Plot ist, bis auf wenige Ecken, ausgearbeitet, die Vorbereitungen für das Cover-Foto sind schon in vollem Gange (das habe ich „outgesourced“) und die ersten tausend Wörter sind auch schon geschrieben.
  2. Vorher korrigiere ich noch schnell die englische Fassung von „Spiegelsee“ (mit dem umwerfend originellen Titel „Mirror Lake“), nachdem ich eine Muttersprachlerin habe drüberschauen lassen. Alle Fehler, die in dem fertigen Produkt sind, sind natürlich meine.
  3. Außerdem sichte ich gerade meine gesammelten Kurzgeschichten und versuche zu entscheiden, ob da genügend gutes Material für eine Kurzgeschichtensammlung bei ist. Also, wenn man das alles mal gründlich poliert und so.
  4. Seit unserem Amsterdam-Besuch letzten Mai trage ich eine Horror-Geschichte mit mir herum, die ebenfalls durchaus ein ganzes Buch füllen könnte. Wenn ich sie denn mal schriebe. Zur Recherche muss ich allerdings nochmal nach Amsterdam, vor allem ins Reichsmuseum.
  5. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Notizbuch mit dem Anfang eines Erwachsenen-Märchens, das ich unglaublich gerne beenden möchte.
  6. Meine Vorsätze für dieses Jahr beinhalten, jeden Monat mindestens eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung oder einen Wettbewerb einzureichen. Für Februar hab ich da übrigens noch nichts…
  7. Und zu guter Letzt hatte ich eine hervorragende Idee für ein Theaterstück über fanatische Clowns. Ist nur blöd, dass ich noch nie ein Theaterstück geschrieben habe.
  8. Ihr dachtet, „zu guter Letzt“ kennzeichnet das Ende einer Liste? Dann habt ihr euch noch nicht vor Augen geführt, dass ein Indie-Autor (von „independent“) sich ja auch noch mit dem ganzen organisatorischen Quatsch und Werbung herumschlagen muss. Also habe ich letztes Wochenende beispielsweise Flyer erstellt, die hoffentlich heute oder morgen geliefert werden und dann mit Freunden auf die Reise zu verschiedenen Buchmessen gehen. Als nächstes möchte ich Werbematerialien wie Kühlschrankmagnete, Lesezeichen und eventuell bedruckte Tassen oder ähnliches machen. Oder falsche Visitenkarten für Helena, um sie in die Bücher zu legen, die ich selbst von zuhause verschicke. Und alle, die jetzt lachen, wissen genau, wie hoffnungslos ich mit Design-Aufgaben bin. Aber nicht nur die Leber wächst mit ihren Aufgaben, zum Glück!

Bei Zeiten werde ich natürlich auch Fotos und Erfahrungsberichte teilen, aber im Moment wäre das alles etwas langweilig, um darüber zu bloggen. „Habe ein Kapitel korrigiert.“ – „Habe noch ein Kapitel korrigiert. Was habe ich mir nur dabei gedacht?“ – „Wenn man vor dem ersten Kaffee schreibt, hat man nix, was man sich über die Tastatur kippen kann.“ Ich dachte, das erspar ich euch mal.

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