Von Anfang bis Ende – Plotten

Es gibt ja, falls man sich für den Aufbau einer Geschichte interessiert, unheimlich viele Möglichkeiten und Pläne und Werkzeuge zum Plotten. Der Plot, das ist – in Kürze und ganz sachlich – die Auflistung der Dinge, die in der Geschichte passieren. Wenn man den hat, kann man einfacher drauflos schreiben. Natürlich gibt es auch Leute, die lieber erst einmal schreiben und dann schauen, was passiert … aber ich für meinen Teil finde einen Plot unglaublich hilfreich, damit ich nicht zu sehr ins Schwafeln komme. Und das beste: Außer mir kennt den Plot niemand, ich kann ihn also jederzeit ändern, wenn mir etwas besseres einfällt!

Manche Leute orientieren sich am Drei-Akt-Modell. Andere planen ihre Geschichte in Aktionen und Reaktionen oder anhand der „Heldenreise“. Das sind alles Dinge, die es sich zu recherchieren und zu analysieren lohnt, aber ich habe für mich persönlich ein etwas anderes Plot-Verfahren:

Als erstes packe ich mir einen ordentlichen Stapel Karteikarten, einen Kugelschreiber und mehrere Buntstifte.

Dann schreibe ich in Stichworten alle Szenen auf, die ich zu dieser Geschichte unbedingt schreiben will. Manchmal ist das nur ein Satz, manchmal auch schon eine richtig ausgefeilte Szene. Jede Szene kriegt ihre eigene Karteikarte.

Anschließend markiere ich mit den Buntstiften, welche Charaktere, die für die Geschichte wichtig sind, in dieser Szene vorkommen.

Am Ende habe ich idealerweise irgendwas zwischen zwanzig und siebzig Szene-Ideen, wild durcheinander. Dieser Prozess kann sich über mehrere Tage hinziehen, schließlich muss das Chaos in meinem Kopf noch ein wenig köcheln.

Und wenn mir nichts mehr einfällt, überlege ich mir folgendes:

  1. In welcher Reihenfolge passieren diese Szenen?
  2. Was muss zwischen den einzelnen Szenen passieren, damit sich eine „runde“ Geschichte ergibt?

Aus diesen beiden Überlegungen entsteht nach einigem Hin und her ein „Legemuster“, in dem ich Sachen so lange hinzufüge, wegnehme und verschiebe, bis mir die Geschichte logisch vorkommt. Dazu gehört auch ein Überblick, ob einige Charaktere vielleicht für längere Strecken verschwinden oder gehäuft nur in einem Teil der Geschichte vorkommen. Am Ende nummeriere ich die Karten, und schon habe ich einen Plot. ^^

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2 Gedanken zu “Von Anfang bis Ende – Plotten

  1. Hallo Diandra,

    deine Vorgehensweise kommt mir sehr bekannt vor. 😀
    Nur dass ich selbst nichts mehr zu Papier bringe, sondern dann gleich in den Lappi eintippe. Dafür benutze ich dann aber einen Notizblock, für spontane Einfälle. Die hat man ja genug, diese kleinen Geistesblitze und ich habe mich schon oft genug geärgert, dass ich einen Einfall nicht aufgeschrieben habe, welcher mir dann später nicht mehr in den Sinn kam. 🙂

    Plotten macht im übrigen auch einfach Spaß. 🙂

    Liebe Grüße
    Diantha

  2. Hey Diandra,

    so ähnlich wie du mit den Karteikarten habe ich es bei einer meiner Romanideen auch schon gemacht. Das war ziemlich praktisch, weil ich so viele Szenen schon im Kopf hatte.
    Bei meinem jetzigen Projekt habe ich eher eine grobe Vorstellung, was für eine Geschichte ich erzählen will, aber noch nicht unbedingt viele einzelne Szenen, da habe ich mit einem Exposé angefangen und danach einen Szenenplan geschrieben.

    Tja, viele Wege führen zum Roman 😉 Danke für den interessanten Beitrag!
    Liebe Grüße,
    Sabi

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