Kann denn Buchsucht Sünde sein?

Endlich kann ich beweisen: Meine Liebe zu Büchern muss genetisch sein. Mein Vater lebt seit einigen Jahren in Ostdeutschland und war dieses Jahr zum zweiten Mal bei uns zu Besuch, um ein wenig Zeit mit uns zu verbringen und sich die Gegend anzuschauen. Er ist ein rüstiger älterer Herr und reist mit leichtem Gepäck.

Oder wenigstens kommt er mit leichtem Gepäck an. Dieses Jahr hat er nämlich innerhalb einer Woche fünf Bücher ergattert, die er unbedingt mitnehmen musste. Sein Koffer wurde immer schwerer. Und er hat sich noch eins von uns geliehen, das wir uns im August dann bei ihm abholen werden, wenn mein Neffe eingeschult wird.

An seinem vorletzten Tag hier kamen wir an einem öffentlichen Bücherschrank vorbei, und mein Vater hat dem Lockruf der Bücher heldenhaft widerstanden. Wir wollten nämlich noch auf die Godesburg hinauf, und so ein Bergspaziergang mit der Tasche voller Bücher war ihm dann doch zu anstrengend. Auf dem Rückweg war der Bücherschrank dann schon geschlossen.Schon auf dem Weg zum Zug hat er allerdings dann extra einen Umweg gemacht, weil dieses Buch („Typisch Scheel“ von Hermann Otto Bolesch) ihm einfach keine Ruhe gelassen hat. Da hatte er eben nicht mehr nur einen schweren Koffer, sondern auch schweres Handgepäck. Aber was will man machen? Die Liebe zu Büchern lässt sich nur schwer zähmen.

Und jetzt mal ganz im Ernst: Bei so einer genetischen Vorbelastung blieb mir doch eigentlich keine andere Wahl, als Autorin zu werden. ^^

Los, gebt es mir!

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