Die besten Pläne

Dienstag war wieder so ein Tag.

Ich hatte ungefähr drölfzig Dinge vor, die alle ganz dringend stattfinden mussten, und ich wusste auch direkt die Reihenfolge, in der alles passieren musste, damit ich garantiert siegreich aus der Schlacht gegen Zeit und Arbeit hervorgehe: Büro, Lauftraining, Abendessen kochen (und essen!), zwei Kapitel überarbeiten, Bett. Vor allem das Laufen war wichtig, denn die langen Läufe lässt mein innerer Schweinehund gerne mal ausfallen. Zehn Kilometer sollten es werden.

Dann kam alles ganz anders.

Zuerst erhielt ich, noch im Büro, eine Nachricht des Mannes: Er war unterwegs zum Friseur, hatte aber seinen Schlüssel zu Hause vergessen. Kurze Rücksprache – zu dem Zeitpunkt, an dem ich mit seiner Rückkehr rechnete, wäre ich eigentlich noch schwitzend irgendwo im Wald.

Kein Problem. Dann eben erst Kapitel überarbeiten, bis er nach Hause kommt, laufen, Abendessen. Ich kam nach Hause, und weil es so schön friedlich war, machte ich erst einmal ein kleines Nickerchen mit den Katzen.

Als ich etwas später am Schreibtisch saß, der nächste Anruf: Der Mann hatte nach dem Friseur noch eingekauft – vor allem Eis, was bei diesem Wetter ja sozusagen überlebenswichtig ist. Leider hatte er vor dem Einkauf auch ein Päckchen bei der Post abgeholt, dieses dann aber leider in der Bankfilliale vergessen. In der Zwischenzeit hatte ich schon das Abendessen vorbereitet, das man quasi nur noch den Herd einschalten und ein paar Dinge rühren musste, und das erwies sich langfristig als Glücksfall.

Damit das Eis nicht schmilzt – hey, wir haben unsere Prioritäten eindeutig im Griff! – kam er also schnell nach Hause. Ich saß in Sportsachen am Rechner. Weil es in der Nähe der Bank aber keine Parkplätze gibt und er auch einen dichten Terminplan für den Abend hatte, habe ich ihn noch einmal schnell in die Stadt gefahren und in Banknähe ausgesetzt. Dann einmal um den Block kurven, während er zur Bank hetzt.

Das Päckchen war noch da, welch Glück!

Fünfzehn Minuten später waren wir wieder an der Wohnung. Jetzt war es aber höchste Zeit, wenn ich noch laufen wollte! Das Schreibtischpensum hatte ich mehr als erledigt. Nur noch schnell die Schlammschuhe anziehen, „Zombies, run!“ auf die Ohren – und los.

Zum Glück ist es im Moment Abends noch lange hell, so kam ich in den Genuss eines halbwegs kühlen Waldlaufs. Außerdem konnte ich eine neue Strecke probieren, bei der sich gleich mehrere Steigungen auf meine Geschwindigkeit auswirken. Hangläufe sind ja gut für die Ausdauer und so. Letztendlich war ich um 21:00 h wieder zu Hause und bekam auch gleich eine SMS, dass der Mann ebenfalls wieder auf dem Heimweg sei. Schnell Herd anstellen, unter die Dusche – und dann gerade irgendwie noch rechtzeitig mit Bier und Futter auf das Sofa fallen, ehe der Tag komplett rum war.

Zum Glück bin ich nicht nur sehr verplant, sondern auch sehr spontan. Aber ich schwöre, wenn der ganze Terminstress um ist, mache ich mal zwei Wochen nichts. Das dürfte, wenn ich richtig geplant habe, irgendwann im November sein. ^^

Los, gebt es mir!

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