Der Duft des Frühlings

Der Gartenfrühling hat begonnen.

Der Gartenfrühling ist eine besonderes Variante des regulären Frühlings.

Und woran erkennt man, dass der Gartenfrühling begonnen hat?

Nun, wenigstens in einer guten deutschen Siedlung am Benzinduft, der an einem Samstag Vormittag in der Luft liegt, begleitet vom lieblichen Gesang der Laubbläser.

Denn ihr müsst wissen, Dinge wie Besen oder Laubrechen sind Instrumente des Teufels, mit denen er den braven deutschen Gärtner im zwanzigsten Jahrhundert festhalten will, als man noch nicht fossile Brennstoffe verschwendet hat, um die Natur im heimischen Garten sauber und ordentlich aufzuhäufen.

Ich sitze also bei offener Balkontür auf dem Sofa und lese mein Magazin. Einige Etagen unter mir tobt sich der Laubbläser so richtig aus.

Gute deutsche Gartenordnung!

Auf unserem Balkon stehen die leeren Pflanzkästen und -kübel vom letzten Jahr. Der Apfelbaum treibt bereits Blüten. Die leeren Bierkästen könnte ich mal entsorgen. Unter dem Balkondach sammeln sich Spinnweben. Auf dem größten Pflanzkasten steht eine Schale mit Murmeln und Zuckerwasser für die Bienen. Der Kater thront auf der Rückenlehne des Balkonstuhls, den ich natürlich nicht im Herbst in den Keller getragen habe. Er sonnt sich.

Nach einer halben Stunde verstummt der Laubbläser, pünktlich zur Mittagszeit.

Eine milde Brise lässt den Wohnzimmervorhang wallen. Stille breitet sich aus Es riecht wieder nach Frühling.

Ist das Leben nicht schön?

Los, gebt es mir!

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