Ein Hoch auf den Welttag des Buches!!!

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Bücher von fünf Autorinnen, die mich nachhaltig beeinflusst haben. Umrahmt von Oktopussen.

Das Nornennetz hat dazu aufgerufen, am heutigen Welttag des Buches bis zu fünf Autorinnen zu nennen, die uns nachhaltig beeinflusst haben. Meine Favoriten könnt ihr in dem Bild da oben sehen – aber keine Sorge, ich zähle sie im Folgenden auch auf.

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„The Time Traveler’s Wife“, Audrey Niffenegger

Mehrmals habe ich begeistert versichert: Ich lese keine Schnulzen. Warum dann also diese? Einfach – das Buch wurde mir geschenkt. Zuerst auf Deutsch, von einer langjährigen Freundin mit üblicherweise exzellentem Buchgeschmack. Also habe ich reingeschaut … und war direkt in die Geschichte und die Charaktere verliebt. Es hilft, dass man als Leserin direkt ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache hat. Auf den letzten Seiten heule ich jedesmal wie ein Schlosshund. Und dass diese umwerfende Geschichte nicht nur eine Eintagsfliege ist, hat Audrey Niffenegger mit „Die Zwillinge von Highgate“ bewiesen.

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„The Laughing Corpse“, Laurell K. Hamilton

Zugegeben, irgendwann habe ich diese Reihe abgebrochen – die Bücher wurden immer dicker, die Mysteries aber nicht komplexer. Stattdessen gab es zunehmend verwirrende Vampir- und Werwolfpolitik und eine endlose Reihe an Sexszenen. Das muss nichts Schlechtes sein, aber mich reizt es beim Lesen einfach eher selten. Trotzdem ist Laurell K. Hamilton eine beeindruckende Autorin, und sie war meine erste bewusste Begegnung mit dem Genre/Setting Urban Fantasy. Wohin das geführt hat, habt ihr in „Magie hinter den sieben Bergen“ vielleicht selbst gelesen. The Laughing Corpse vereint als Band 2 der Anita-Blake-Reihe meiner Meinung nach das Beste aus dieser Reihe in sich: Magie, Zombies, gefährliche Bösewichte und Humor mit Biss – nur ohne das ganze lästige Ausziehen.

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„Deeplight“, Frances Hardinge

Frau Hardinge fühlt sich eventuell schon ein wenig von mir gestalkt, weil ich sie sehr fangirle. Obwohl sie mehrfach als Autorin ausgezeichnet ist – und das völlig zu Recht! – bin ich nur zufällig auf sie gestoßen, als wir in Dublin am Flughafen Aufenthalt hatten und es diese großartige „Kauf zwei Bücher!“-Rabattaktion gab. Ich habe dann im Flugzeug auf dem Heimweg angefangen, „The Lie Tree“ zu lesen … und mir zuhause direkt alle anderen Bücher gekauft, die es von der Autorin gibt. So gut ist sie. Ich empfehle sie auch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit und klinge inzwischen möglicherweise wie eine Werbeschallplatte mit Sprung. Young-Adult-Bücher mit außergewöhnlichen fantastischen Settings ohne mysteriöse Fremde, die im Verlauf der Geschichte mindestens einmal geküsst werden müssen? Ich bin dabei! Deeplight hatte ich lange im Voraus als Taschenbuch  vorbestellt, damit es zu den anderen Büchern im Regal passt. Allerdings konnte ich nicht so lange warten und habe mir zusätzlich direkt am Erstveröffentlichungstag das eBook gekauft. Ja, so gut ist Frances Hardinge. Geht schon, überzeugt euch selbst!

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„Haifischfrauen“, Kiana Davenport

Nein, leider geht es in Haifischfrauen nicht um mysteriöse Halb-Hai-Halb-Frau-Wesen, die böse Menschen ihrer gerechten Strafe zuführen. Um genau zu sein, ist es überhaupt kein Fantasybuch. Stattdessen erzählt Kiana Davenport, die selbst aus Hawaii stammt, die Geschichte einer verzweigten hawaiianischen Ureinwohnerfamilie – genauer gesagt, ihrer Frauen, die es in alle Winde verstreut hat, und die aus wichtigen Gründen zu ihrer Mutter auf die Insel zurückkehren. Die Autorin erzählt mit hart antrainierter Leichtigkeit von verschiedenen Jahrhunderten und verschiedenen Kulturen und schafft es, dass man unter den Protagonistinnen keine Favoritin wählen mag (wenigstens ging es mir beim Lesen so). Hoffentlich schaffe ich es irgendwann, genau so treffsicher und liebevoll zu erzählen. Und ja, ab und zu greife ich gerne zu Büchern, die ungewöhnliche Frauenschicksale erzählen, ob biographisch oder fiktional. Dieser Roman ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, und ich freue mich schon auf weitere Bücher von Frau Davenport. (Vielleicht schreibe ich dennoch irgendwann über Hai-Meerjungfrauen. Von der Realität habe ich halt keine Ahnung.)

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„Das Geisterhaus“, Isabel Allende

Wenn ich ehrlich bin, ist Das Geisterhaus nicht das beeindruckendste Werk im magischen Realismus, das ich je gelesen habe. Aber heute geht es uns im Nornennetz um Autorinnen, und Isabel Allendes Geschichten gehören meiner Meinung nach definitiv zu den Büchern, die man gelesen haben sollte. Leider halten viele Leute sie für eine Art südamerikanischer Rosamunde Pilcher – nichts gegen diese Autorin, aber der Vergleich hinkt um Längen. Schon allein wegen der traurigen Tatsache, dass Isabel Allende oft herablassend als „Autorin von Frauenliteratur“ bezeichnet wird, bringt ihr einen Platz auf meiner Liste von Autorinnen ein, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Frau Allende schafft es außerdem in ihren Geschichten großartig, nicht nur Realität und Fantasie, sondern auch Politisches und Privates so miteinander zu verschmelzen, dass man das eine nicht ohne das andere haben kann. Sie zeigt deutlich, dass man auch mit phantastischen Geschichten eine relevante Aussage treffen kann. Das hier ist also nicht nur eine Erwähnung aus Mitleid. Und wenn ihr mir nicht glaubt, bleibt euch nichts anderes übrig, als ihre Bücher selbst zu lesen.

Los, gebt es mir!

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