Umzüge, oder: Ein rollender Stein setzt kein Moos an

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Wenn ich Leuten erzähle, wie oft ich in meinem Leben schon umgezogen bin, sind sie meistens überrascht (eben nachrechnen … siebzehn Mal, so ungefähr). Wenn ich dann erzähle, dass viele dieser Umzüge innerhalb der gleichen Stadt stattfanden (sechsmal in einer Stadt, fünfmal in einer anderen), sind sie wieder ernüchtert. Das klingt jetzt nicht so aufregend, oder? Und auch sonst haben viele Umzüge innerhalb weniger Kilometer stattgefunden. Ich glaube, der Umzug ins Studentenwohnheim nach Bonn war mit fast exakt 200 Kilometern von unserer Haustür zur Wohnheimstür schon der geographisch größte.

Wie kommt so etwas zustande? Nun … Leute mit eher begrenzten finanziellen Mitteln können sich das vielleicht vorstellen: Man zieht dahin, wo es Arbeit gibt – und wo man sich die Miete leisten kann. Also ist meine Familie viele Jahre lang, grob gesagt, zwischen der niederländischen Grenze und Osnabrück herumgezogen.

Für uns Kinder bedeutete das: Viele Schulwechsel, wenige lang bestehende Freundschaften. Auch meine Eltern haben nur wenige Freundschaften, die Ortswechsel überlebt haben. Das hat Vor- und Nachteile gleichermaßen, schließlich bleibt so immer eine gewisse Distanz bestehen. Dank Internet ist das heute alles etwas einfacher, und ich habe tatsächlich einige wenige Brieffreundinnen, die mir seit langen Jahren erhalten geblieben sind.

Hier in Bonn bin ich während des Studium einige Male budgetgerecht umgezogen, dann mit dem Mann zusammen und zuletzt in eine andere Wohnung, als das Haus, in dem unsere erste gemeinsame Wohnung war, „modernisiert“ wurde (Styropor an die Außenwände kleben und die Miete um fast 50 % erhöhen … joah, kann man machen).

Der Mann ist gebürtiger Rheinländer, den kriegt man in diesem Leben hier wahrscheinlich auch nicht mehr weg. Sogar ein Stellenangebot auf einer exotischen Insel zu wirklich guten Konditionen hat er mal ausgeschlagen. Ja, ich wäre völlig selbstlos mitgegangen, ich gute Frau. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, wie das ist, wenn man sein ganzes Leben in einer Region zubringt – dort auf Schulfreunde trifft, die inzwischen in der Stadtverwaltung arbeiten, im Beruf frühere Erzieher trifft oder die Kinder von Freunden bei Handballspielen unterstützt, weil man früher im gleichen Verein gespielt hat.

Und noch etwas fehlt mir ein wenig: Das Wissen um Schleichwege und Tratsch. Das muss man sich als Zugezogene immer hart verdienen. Aber in solchen Sachen habe ich ja Übung. ^^

Ein Gedanke zu “Umzüge, oder: Ein rollender Stein setzt kein Moos an

  1. Ist bei mir ähnlich, auch wenn ich erst dank Studium weiter weggezogen bin und dann von A nach B zog. Klatsch und Tratsch fehlt mir nicht, ich kann dieses Dorfleben nicht leiden, in dem alle übereinander meinen alles zu wissen… Nee nee… Mein Onkel wohnt sein ganzes Leben auf ein und dem selben Grundstück, erst im Haus seiner Eltern, dann hat er selbst dort gebaut. Er wird dort alt werden – das kann ich mir auch so gar nicht vorstellen, da es noch dazu in einem wirklich kleinen Ort ist… aber jedem das seine :=

Los, gebt es mir!

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