Es nagt der Zahn der Zeit

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Habt ihr auch manchmal so Monate? Oder gar Jahre? Im Moment scheint bei uns alles zu zerfallen. Gut, ich bin sowieso nicht mehr frisch – mein Rücken! – aber nachdem wir schon unser Sofa erneuern mussten, weil die Federn nach mehr als zehn Jahren dem stürmischen Sitzsprung eines gewissen Mitbewohners nicht mehr gewachsen waren, ging es weiter.

Mein Leben im Vintage-Wunderland:

Der Geschirrspüler war ja schon länger defekt und Opfer eines Beziehungsdisputs: Zum wiederholten Mal reparieren oder endlich ersetzen? Ich nutzte die Gunst der Minute, als der Mann durch den Abschied vom alten Sofa geschwächt war, organisierte die Abholung und bestellte in der Folge ein neues Gerät. Ich finde, zwei Jahre von Hand spülen ist genug – vor allem wenn ICH diejenige bin, die spült.

Dann fing der Kühlschrank an, Wasser zu spucken. Vielleicht auch der Gefrierschrank. Beide stehen nebeneinander, sind vergleichbar alt (wir haben sie gebraucht übernommen, und das nicht gestern) und wollten uns partout nicht sagen, wer der Schuldige war. Auf jeden Fall hatten wir eine Wasserpfütze mitten in der Küche. Da sie sich nicht wiederholte und die Geräte fleißig weiterkühlen, halten wir für den Moment die Luft an und hoffen das Beste.

Im Projektor, den wir statt eines Fernsehers verwenden, ist ein Kugellager gebrochen. Noch tut er, aber wohl nicht mehr lange. Wenn er bis zum Herbst durchhält, will ich ihn durch einen schnöden Fernseher ersetzen, weil der wahrscheinlich länger hält. Wir können dann immer noch einen Projektor für Filmabende nachkaufen, aber die aktuelle Lösung ist alles andere als nachhaltig. Ein Hoch auf die Dekadenz!

Die Waschmaschine macht komische Geräusche, und das im verflixten siebten Jahr. Die davor, vom gleichen Anbieter, hat zwölf Jahre gehalten. Vielleicht berappelt sie sich also noch einmal und hört mit dem Rappeln wieder auf.

Zu guter Letzt tropft aus dem Abfluss unter dem Waschbecken im Bad das Wasser. Ich tippe auf eine poröse Dichtung, habe allerdings so wenig Ahnung von derartigen Dingen, dass ich mich vertrauensvoll an den Klempner der Wahl unserer Vermieterin wenden werde.

Ich finde, es reicht allmählich mit den Verschönerungsangeboten, die die Wohnung uns macht.

2 Gedanken zu “Es nagt der Zahn der Zeit

    • Hab überlegt, alles niederzubrennen und woanders neu anzufangen, aber das ist ja auch mit Arbeit verbunden. ^^

Los, gebt es mir!

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