Sind Serien(killer) immer besser?

Thriller und Krimis sind Geschmackssache. Und sie entwickeln sich auch im Verlauf der Zeit. Krimis aus den Vierzigern behandeln ganz andere Themen und Muster als moderne Krimis – weil die Situation und die Gesellschaft sich verändern, aber auch, weil wir andere Lesegewohnheiten entwickeln.

Eine relativ neue Entwicklung sind Buchserien und -reihen. Eine Serie behandelt in diesem Fall eine Geschichte, die über mehrere Bände erzählt wird, während eine Reihe aus in sich abgeschlossenen Geschichten mit dem gleichen Personal oder im gleichen Universum besteht. (Andere Leute verwenden andere Definitionen, aber für den Moment reicht das.)

Eine andere Entwicklung ist der Hang zu Serienkillern. „Das Schweigen der Lämmer“ und „Cupido“ sind inzwischen fast schon Klassiker, und die Serienkillergeschichtenlandschaft ist recht dicht besiedelt.

Im Rahmen von „True Crime“-Stories und Dokumentationen finde ich Serienkiller sehr spannend. Ich bin eingefleischter Fan von „Medical Detectives“ und „Stern Crime“-Leserin der ersten Stunde, da kommt man automatisch mit Serienkillern in Kontakt.

ABER.

Die Menge an immer gleichen getriebenen, verrückten, möglichst perversen Serienkillern mit überdurchschnittlichem IQ und tragischer Familiengeschichte ist inzwischen ein wenig langweilig. Und das liegt nicht einmal an den Serienkillern – in der Realität gibt es eine große Vielfalt an verschiedenen Motiven und Vorgehensweisen – sondern (jetzt kommt das böse Wort) am Markt.

Wenigstens ist das meine Theorie.

Und der Markt erklärt auch, warum es immer mehr Serien und Reihen zu Serienkillern gibt. Die Theorie ist nämlich, dass, wenn Leuten etwas gefallen hat, sie möglichst das gleiche direkt nochmal wollen. Also noch einen Vampirroman. Noch eine Romanze zwischen einem Zuckerbäcker und der Anführerin einer Social Justice Motorradgang. Noch einen genialen Serienkiller. Noch ein Ermittlerpärchen, bei dem es zwischen Leichen und Fingerabdrücken knistert.

Wenn ich von mir selbst ausgehe – ich will gar nicht immer das Gleiche. Ich will Bücher, die wieder das Gleiche in mir auslösen. Geschichten, die einander ähneln, langweilen mich hingegen.

Und deswegen lese ich im Moment auch kaum noch Thriller und Krimis. Meinetwegen könnten sie den Serienkillertrend ruhig sterben lassen.

Los, gebt es mir!

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