Nervenpflege

Der Begriff „Selfcare“ ist so überstrapaziert, der verursacht mir kalten Bröckchenhusten. ABER. Das ist kein Grund, sich nicht um sich selbst zu kümmern. Und gerade im Moment ist die Nervenpflege besonders wichtig. Wir hatten Feiertage, wir hatten Treffen und Nicht-Treffen, auf die wir gut hätten verzichten können, und diese lästige Pandemie ist überraschenderweise am ersten Januar nicht in lila Rauch aufgegangen. Na ja, kommt, wir hängen da noch einen Moment lang gemeinsam drin. Und damit uns die Zeit nicht lang wird, habe ich einige Nervenpflege-Tipps gesammelt:

  1. Niemand hat ein Recht auf deine Aufmerksamkeit. Schwurbelnde Verwandte oder schimpfende Kolleg*innen – du darfst dich jederzeit aus dem Gespräch verabschieden. Probier mal, mit dem Ausruf: „Da ist ein Kätzchen auf einem Pterodactylus!“ das Thema zu wechseln. (Im schlimmsten Fall halten sie dann dich verrückt und meiden deine Gesellschaft.) Oder mach dir einen Spaß daraus, ihre Verschwörungstheorien noch zu toppen. „Ich glaube ja nicht, dass die Erde eine Kugel ist.“ – „Ich glaube nicht einmal, dass die Erde existiert!“
  2. Verzichte auf die Nachrichten, wenn sie dir nicht guttun. Ja, klar, es ist wichtig, auf dem Laufenden zu sein, allerdings passieren die ganzen schrecklichen Dinge auch, wenn du nicht hinguckst.
  3. Sagt dir der Begriff „Comfort Food“ etwas? Das sind all die Dinge, die du auch essen würdest, wenn du Liebeskummer hast. Also Schokolade und Eiscreme, aber auch Kartoffelpüree, Nudeln mit Tomatensauce und Würstchen oder Risotto. Im Moment ist der Alltag für viele Leute Stress, und wenn wir dann angeblich „ungesundes Essen“ wollen, ist das tatsächlich „Nervennahrung“, denn unser Gehirn verbraucht nun einmal am liebsten Kohlenhydrate.
  4. Und damit zum Kummer über Corona nicht noch der Kummer über die Kurven kommt, raus mit euch! An die frische Luft! Natürlich nicht unter Leute, sondern in die Felder oder den Wald, so ihr die denn in der Nähe habt. Passt bitte auf, dass ihr nicht stolpert und euch was brecht, denn wir brauchen die Krankenhausbetten gerade für andere Dinge, aber Bewegung und frische Luft sind gut gegen Stress und machen auch glücklich.
  5. Kramt eure alten Schätze raus! Lieblingsbücher, -filme und -serien, halbvergessene Brettspiele, die Fotoalben aus eurer Kindheit, falls ihr so etwas habt. Angesichts so vieler neuer anstrengender Dinge ist es zwischendurch ganz gut, sich mit etwas abzulenken, das man bereits kennt und von dem man weiß, dass es einem gefällt.
  6. Lernt etwas Neues, wenn es euch ablenkt – fühlt euch jedoch bitte nicht verpflichtet, die Lockdownzeit „sinnvoll“ zu nutzen, indem ihr die Lösung für den Welthunger sucht oder so. Manche Leute werden von neuen Dingen nur zusätzlich gestresst. Falls ihr dazu gehört, ist „existieren und niemanden umbringen“ ein gutes Tagesziel und das Sofa euer bester Freund. Lasst euch nichts anderes einreden.
  7. Seid nicht so streng mit euch. Niemand wird alle Regeln andauernd einhalten. Und auch mehr „freie“ Zeit bedeutet nicht, dass ihr auf einmal die Wohnung, den Haushalt und/oder euer Leben im Griff haben müsst.
  8. Klingt lächerlich, aber befreit: Sucht jeden Tag irgendetwas in eurer Wohnung, das ihr wegwerft, verschenkt oder spendet. Ich weiß, das klingt wie ein Reiche-Leute-Tipp, aber aus irgendeinem merkwürdigen Grund wirkt dieser Vorgang auf mich extrem beruhigend. Jeden Tag verschwindet ein altes Feuerzeug, ein ungeliebtes Buch oder auch eine eingestaubte Deko aus meinem Leben. Merkwürdig, dass ich trotzdem noch soviel Kram habe. Aber versucht das einmal, vielleicht ist das auch etwas für euch.

Was sind eure Tipps gegen den aktuellen emotionalen Stress?

Los, gebt es mir!

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