Und sie lebten glücklich, bis er morgens ihre Haare aus dem Abfluss fischen musste und sie über seine Schuhe stolperte – Beziehungen in Geschichten

„Happily ever after“? Das nimmt uns doch heute keiner mehr ab.

Und okay, glückliche, harmonische Beziehungen in Geschichten wären schon ziemlich langweilig. „Der Liebesroman, in dem nichts passiert“ ist einfach kein Bestseller. (Glaube ich. Machen wir die Probe aufs Exempel?) Geschichten leben von Drama, Hindernissen, Konflikten, Katastrophen. Doch was ist mit Büchern, in denen Romantik nur eine Nebenrolle spielt? Auch da scheint es, meiner begrenzten Leseerfahrung zufolge, durchaus üblich, das Beziehungen konfliktbeladen oder rundheraus unglücklich sind. Und das entspricht, wenn wir ehrlich sind, doch überwiegend unserer Lebenserfahrung. Sogar die glücklichsten Beziehungen, die wir in unserem Familien- und Freundeskreis kennen, haben diese Momente, in denen der eine die andere erwürgen will (oder umgekehrt), weil mal wieder das schmutzige Geschirr auf statt im Geschirrspüler steht, irgendwas irgendwohin geräumt wurde oder man sich nicht darüber einigen kann, wessen Familie man jetzt zu Weihnachten besuchen muss.

Allerdings fällt mir schon auf, wie oft Beziehungen in Geschichten unglücklich sind, weil die Charaktere nicht miteinander kommunizieren. Vielleicht ist das so ein persönlicher „Aha!“-Effekt, aber für beinahe genau so wahrscheinlich halte ich es, dass wir als Schreibende da gelegentlich einem beliebten Klischee aufsitzen. Und das auch noch völlig überflüssig.

Denn ich kann aus eigener Erfahrung beisteuern: Man kann konstant miteinander kommunizieren und trotzdem gelegentlich Knaatsch haben. Also, habe ich gehört. Bei uns zuhause ist das natürlich alles konstantes langweiliges blassrosa Glück. (Räusper.)

Los, gebt es mir!

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