Die Schrift macht die Musik

Gräuliche Backsteinwand mit unzähligen unleserlichen Graffiti-Tags und einer Ananas.
Foto von Pineapple Supply Co., gefunden auf Unsplash

Als ich noch zur Schule ging, bekam ich oft Schelte wegen meiner Handschrift.

Überrascht?

Also, ich nicht. Meine Handschrift war nie wie die vieler Mädchen, die wunderschöne geschwungene Bögen und kleine Herzchen oder Smilies auf ihren Buchstaben hatten. Ein wenig krakelig, ein wenig schief, und ich habe bis heute ein überraschendes Arsenal von Buchstabenvarianten. Außerdem fällt es mir schwer, ohne Hilfsmittel gerade Zeilen zu schreiben.

Schön war (und ist) das wirklich nicht.

Aber um eine Sache habe ich mich immer bemüht: Leserlich zu schreiben. Auch wenn es viel Text ist oder ich unter Zeitdruck stehe. Denn ich finde es unglaublich unhöflich, unleserlich zu schreiben. Schließlich ist Schrift ein Kommunikationssystem. Wir wollen, dass das, was geschrieben wird, beim Empfänger ankommt.

Bei manchen Kolleg*innen gleicht die Handschrift eher der Beilage eines Rätselspiels. Dann muss man entweder minutenlang rätseln – und unabhängig davon, dass ich Rätselspiele mag, hat niemand da auf der Arbeit Zeit für. Also muss ich dann hinübergehen und den*die Kolleg*in fragen, WAS ZUM HENKER DA WOHL STEHT. (Ja, in diesem Ton.) Neulich habe ich einen besonders schludrigen Schuldigen gefragt, ob er sich zufällig an der Hand verletzt hätte.*

Manchen Leuten fällt es schwer, sauber oder „schön“ zu schreiben. Das ist gar nicht wild. Aber wer unleserlich schreibt, obwohl er*sie es besser könnte, sagt damit doch letztendlich: „Ist mir doch egal, ob du das lesen kannst, ich bin zu wichtig, um mit dir ordentlich zu kommunizieren – meine Zeit ist kostbarer als deine.“ Und deswegen finde ich, dass unleserliche Schrift unhöflich ist.

Wie seht ihr das – bin ich zu streng?

*Hatte er übrigens nicht.

2 Gedanken zu “Die Schrift macht die Musik

  1. Seh ich ganz genau so. Meine Handschrift sieht sicher ungefähr aus wie deine, aber wenn es jemand außer mir lesen können soll, geb ich mir selbstverständlich Mühe – und schreib einfach Druckbuchstaben. Zum Glück kommt das aber heutzutage eh kaum noch vor, weil gerade in meinem Beruf, aber auch im Alltag das allermeiste digital+online stattfindet.

  2. Ich unterscheide auch zwischen meinen eigenen Notizen und solchen Dingen, die andere Leute vielleicht irgendwann einmal lesen können sollen. Aber ich schreibe auch noch regelmäßig (viel zu selten!) Briefe von Hand, das hilft natürlich als Übung. ^^

Los, gebt es mir!

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