Mein Buchproblem

Etliche aufgeschlagene Taschenbücher auf einem wilden Haufen.
Foto von Gülfer ERGİN, gefunden auf Unsplash

Ich habe ein Buchproblem. Gut, gaaaaaaanz langsam wird es besser. Aber nach wie vor fällt es mir schwer, mich von Büchern zu trennen. Auch solchen, bei denen ich weiß, dass ich sie nicht (noch einmal) lesen will.

Du musst wissen, ich war schon immer eine Leseratte. Als ich vielleicht zehn war, kaufte meine Mutter mir irgendwann verzweifelt eine dicke Ausgabe von „Der Graf von Monte Christo“ – in der Hoffnung, dass ich damit einen Sommer lang beschäftigt sei. Ich liebe das Buch bis heute, besitze diese Ausgabe immer noch … und natürlich hat sie nicht für den ganzen Sommer gereicht. Ich war eines dieser Kinder, die tausend Seiten an einem Sommertag im Garten lesen können, anstatt mit anderen Kindern ins Freibad zu fahren.

Leider gab es kein ausreichendes Budget, um mit dieser Lesewut mitzuhalten. Und auch die kleine Stadtbibliothek, in die wir jeden Sonntag einfallen durften, war ihr nicht gewachsen. Anstatt nach Büchern zu suchen, die ich lesen wollte, suchte ich nach Büchern, die ich noch nicht gelesen hatte – oder alternativ nach solchen, die ich gemocht hatte und auch noch einmal lesen wollte. Die Mitarbeiterinnen (alles Damen aus der Gemeinde, die aushelfen wollten) hörten schnell auf, mich aus dem Erwachsenenbereich zu scheuchen, denn ich las die Bücher schneller, als sie sie anschaffen konnten.

Es war ein Festtag, wenn ich Geld übrig hatte, um in den Buchladen einzufallen. Und bei begrenztem Budget konnte ich stundenlang nach der besten Ausbeute fürs kleine Geld graben.

Inzwischen ist mein Buch-Budget nicht mehr so begrenzt. Ich bin nicht unendlich reich, aber ich kann mir rein theoretisch die meisten Bücher, die ich haben möchte, in dem Moment kaufen, in dem ich sie haben möchte. Nur hat mein Unterbewusstsein noch nicht so ganz mitbekommen, dass das inzwischen viel mehr Bücher sind, als ich Zeit zum Lesen habe. Und auch, dass es so viele Bücher auf der Welt gibt, wenn das Budget stimmt, dass ich sie niemals alle in einem Leben lesen kann.

Rein theoretisch könnte ich mir also leisten, wählerischer zu werden. Da ich das aber noch nicht so wirklich verinnerlicht habe, sind Buchhandlungen mein Endgegner. Ich kann innerhalb weniger Minuten gigantische Stapel für mich lesenswerter Bücher zusammentragen, ohne mich zu entscheiden, und kaufe Bücher, wie andere Leute Shots trinken (im Rausch und mit bösen Konsequenzen).

Die müssen natürlich dann auch nach Hause getragen werden. Und gelesen. Und in Bücherregale einsortiert. Und der Platz in Regalen ist begrenzt.

Also miste ich gaaaaaanz langsam meine Bücherregale aus. Wenn ich ein Buch anlese und es mir nicht gefällt, kommt es auf den Stapel. Ein Buch, das ich einmal gelesen habe und nicht wiederlesen werde, kommt auf den Stapel. Bücher, die ich in einem schwachen Moment irgendwoher mitgebracht habe, ohne sie wirklich je lesen zu wollen, kommen auf den Stapel.

Und gelegentlich trage ich diesen Stapel zum nächsten öffentlichen Bücherschrank – in der Hoffnung, dass sie dort in die Hände anderer Leseratten fallen, deren begrenztes Budget ihnen nicht erlaubt, unbegrenzt neue Bücher nach Hause zu tragen.

Rein theoretisch habe ich mir selbst schon vor einiger Zeit eine Buchkaufverbot auferlegt. Natürlich mit Ausnahmen: Wenn ein neues Buch von einem*r meiner Lieblingsautoren*innen rauskommt. Wenn ein Titel total spannend klingt. Wenn ich eine Aufmunterung brauche. Wenn ich die Chance habe, ein spannend klingendes Buch mit Autogramm zu bekommen. Oder auch einfach mal nur so.

Wie managst du deine Bücherflut?

Los, gebt es mir!

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