Lieblingstraditionen

Adventskrank aus Tannengrün in einem Metallkranz mit vier weißen Kerzen. In der Mitte sitzt ein Drache aus Ton.
So festlich geht es hier zuweilen zu.

Ihr wisst ja, ich bin ein Weihnachtsmuffel. Oder andersrum: Ich mag die Dinge, die zu Weihnachten gehören: Kerzen, Glühwein, Geschenke, Kekse, … – aber ich mag diesen Stress nicht, mit dem am Ende des Jahres plötzlich alles zum generellen Überfluss auch noch perfekt sein muss. Nichtsdestotrotz habe ich einige Lieblingstraditionen:

  • Weihnachtskarten – ich verschicke sie gerne und reichlich. Auch wenn ich dieses Jahr noch nicht dazu gekommen bin, welche zu bestellen. Aber vielleicht gibt es noch genug aus den letzten Jahren, muss gleich mal buddeln gehen.
  • Keksbäckerei – rein theoretisch kann man ja das ganze Jahr über Kekse backen, nur nehme ich mir irgendwie nie die Zeit dazu. In der Adventszeit suche ich aber immer einige Rezepte heraus, die ich ausprobieren möchte, und teile das Ergebnis mit Freund*innen und Kolleg*innen.
  • Wintergeschichten – es gibt winterliche Geschichten, die ich um diese Jahreszeit immer wieder gerne lese, beispielsweise „Wintersmith“ und „Hogfather“ von Terry Pratchett oder „Winterrose“ von Patricia A. McKillip
  • Winterfilme – da sind der Mann und ich unterschiedlicher Meinung. Während für ihn „Stirb langsam“ ein Muss ist, bin ich eher ein Fan von „Das letzte Einhorn“ oder der Muppets Weihnachtsgeschichte. Aber es ibt ja viele dunkle Abende, wir werden uns bestimmt einig.
  • Abendliche Spaziergänge – einige Nachbarn sind sehr ehrgeizige Dekorateure, und das weiß ich durchaus zu würdigen. Deswegen gehe ich gern im Dunkeln durch die Siedlung spazieren und bewundere die Lichtshow, ehe es zu Kakao und Keksen nach Hause geht.

Geschenk-Alternativen

Mehrere in naturbraunes Packpapier verpackte Päckchen auf Holzbrettern, dekoriert mit rotweißer Schnur, roten Baumkugeln und Tannenzweigen.
Foto von Mel Poole, gefunden auf Unsplash

Wird es dieses Jahr noch ein wenig enger im Portemonnaie als sonst? Und dann ist auch noch Weihnachten? Kenn ich. Deswegen habe ich in meiner Erinnerungskiste gekramt, was wir mit der Familie an Beschenkvariationen durchprobiert haben. Vielleicht ist die eine oder andere auch was für euch und erspart euch ein wenig Hektik und Heulen/Zähneklappern.

  • Preislimits für Geschenke: Es wird festgelegt, wieviel jeder max. pro Person und Geschenk ausgeben darf (z.B. 10,-/15,-/20,-). Wenn jemand unbedingt etwas verschenken möchte, das mehr kostet, kann/muss er sich mit anderen Beschenkenden zusammentun.
  • Wichteln: Anstatt dass jede jedem was schenkt, werden – ihr kennt es – die zu Beschenkenden ausgelost. Zusätzlich kann man noch ein finanzielles Limit vorgeben, damit niemand das Gefühl hat, er müsse sich jetzt aber besondere Mühe geben, um drei Geschenke zu ersetzen.
  • Man verschenkt nur Selbstgemachtes: Das ist die Stelle, an der ich immer ein wenig das Nachsehen habe, denn fast alles, was ich mache, hat mit Wörtern zu tun und verschenkt sich schlecht. Aber ich kann Kekse, Rezeptsammlungen, Gewürzmischungen, Häkelzeug, Liköre, … (Eine Variante, die ich so noch nicht probiert habe: Man verschenkt gemeinsame Erlebnisse: Gemeinsam Kochen oder gemeinsam einen Film schauen oder eine Geschichte vorlesen oder … – ihr versteht.)
  • Anstatt Staubfänger zu verschenken, geht man gemeinsam essen oder macht einen Ausflug (natürlich im nächsten Sommer oder wann immer es umweltbedingt sicher ist).
  • Man lässt den Geschenkekram ganz sein und trifft sich stattdessen (coronakonform!) zum gemeinsamen Essen, jeder bringt etwas mit. Hierbei ist es praktisch, sich ein wenig abzustimmen, sonst hat man später nur Suppe und sieben Flaschen Wein. Das ist natürlich am besten geeignet, wenn alle Beteiligten Erwachsene sind. Aber Kinder sind ja generell leichter zu beschenken und freuen sich da auch noch mehr drauf.

Wir hatten mit jeder Variante schöne Feiertage. Wichtig ist vor allem vorab gute Kommunikation und dass sich dann auch wirklich alle an die Absprachen halten. Letztendlich geht es ja nicht darum, wie groß der Papierberg ist, sondern um die schönen gemeinsamen Erinnerungen.

Und natürlich noch ein letzter Hinweis: Falls ihr doch etwas „Handfestes“ verschenken wollt, schaut euch im Freundeskreis. Vielleicht gibt es da Leute, die schöne Seifen machen oder bunte Masken nähen oder selbst Schmuck herstellen – oder auch jemanden, der phantastische Bücher geschrieben hat, die man passend signieren lassen könnte. *räusper*

Gedanken eines Katers …

… der im Verlauf des Tages die ganze Wohnng vollgekotzt hat.

„Mir ist schlecht.“

„Ist das eklig! Mach das weg!“

„Hey, was willst du mit der Kiste? Neien, ich will da nicht rein!“

„Wo fahren wir hin? Lieber mal heulen und maunzen, als ginge es mir ans Leben.“

„Der Tierarzt ist ein böser Mensch. Ich habe Hunger.“

„ICH HABE HUNGER, HAB ICH GESAGT.“

„Hallo? Futter?“

„OH TOLL EIN NAPF WARTE WAS IST DAS??? Hühnerbrühe??? Den Scheiß kannste selbst fressen!“ (Kippt Napf um.)

(Einwurf anderer Kater: „Geil, Hühnerbrühe!“ (Springt fast in den Topf.))

„ICH HABE DIE GANZE NACHT GEHUNGERT!!!“

„YAY FUTTER!!!“

„Was, nur so wenig? Willst du mich verarschen?“

„Ohoh, schon wieder die Kiste. Wenn ich mich gaaaaanz steif mache – verflixt.“

„HEY LEUTE ICH SINGE UNSER LIED, IHR KENNT ES VON DER AUTOFAHRT GESTERN ABEND!“

„Warum werde ich schon wieder gepiekst???“

„Hurra, mehr Futter! Ihr seid die Besten!“

„Ey, Frau, echt jetzt, die Portion ist mal winzig!“

„Ihr werdet alle sterben.“

Frontansicht auf weißblaue Katzentransportbox. Im Inneren sitzt ein fast komplett weißer Kater auf einer bunten Decke, dem Betrachter den Rücken zugewandt.
Greebo schmollt. Man sieht nur seinen Flauschepo.

Disclaimer: Er hatte nur einen schweren Fall von „Das hättest du nicht annagen sollen“ und es geht ihm wieder gut. Falls ich mich nicht mehr melde, hat er mich im Schlaf erstickt.

Stille Nacht

Winterliches Dorf bei Nacht: Links einige mehrstöckige Gebäude mit Beleuchting, rechts ein bunt blikender Tannenbaum. Der Boden ist schneebedeckt, neuer Schnee fällt von oben, der Himmel ist nachtblau.
Foto von Roberto Nickson, gefunden auf Unsplash

Wahrscheinlich habt ihr euch schon damit auseinandergesetzt – die Chancen, dass wir ein ganz normales stressiges Weihnachtsfest mit allen Verwandten und Freunden feiern, bei dem alle zuviel essen und danach stöhnend auf dem Sofa liegen, sind dieses Jahr eher gering.

Einige Leute sind darüber bestimmt zu Tode betrübt, für andere ist das eine Erleichterung. Familie ist nichts für Feiglinge, da sind wir uns bestimmt einig.

Aber was machen diejenigen, die schon wissen, dass sie ihre Familie vermissen werden? Oder dass die Kinder untröstlich sind, wenn der Besuch bei den Großeltern o.ä. ausfallen muss?

Glücklicherweise gibt es einige moderne Lösungen – Videotelefonie, Gruppenchats, lustige Memes und Videos, die man teilen kann. Für andere Dinge – Weihnachtsmarktbesuche, Knobelmärkte, Lichterfeste – gibt es keinen guten Ersatz. Deswegen, so scheint es mir wenigstens, haben auch die muffeligsten Weihnachtsmuffel dieses Jahr ein erhöhtes Bedürfnis nach Deko, Filmen und Musik passend zur Jahreszeit.

Zum Glück gibt es einige Dinge, die man trotzdem tun kann, um den anderen Leuten nahe zu sein. Man kann Karten schicken oder Kekspäckchen, per Post wichteln oder sich coronakonform zu winterlichen Spaziergängen treffen, um die Beleuchtung der Nachbarschaft zu bewundern.

Was gibt es noch für Möglichkeiten, dieses Jahr die Weihnachtszeit bestmöglich zu gestalten?

Erkältungszeit – ganz schlecht für Hörbücher

Schwarzweißer Kater sitzt inmitten grauer Decken und guckt aufmerksam, links steht ein zugeklapptes Notebook.
Kurt inspiziert die Soundbox.

Ihr wisst ja wahrscheinlich schon, im Moment nehme ich jede Woche ein neues Kapitel für das „Allerseelenkinder“-Hörbuch auf. Dafür sind die Sonntage reserviert. Als ich gestern morgen allerdings aufstand, klang ich wie eine Nebelkrähe nach der ersten Gesangsstunde. Blöd, dachte ich mir, dafür bin ich jetzt extra früh aufgestanden. Also fix Katzen füttern und wieder ab ins Bett.

Als ich zwei Stunden später wieder aufstand, war meine Stimme schon wesentlich besser. Nicht komplett gut, wie ich beim Aufnehmen merkte, aber gut genug.

Die neuen Kapitel gibt es übrigens immer Sonntags auf Patreon – und ja, ich will da Geld für haben. Also, idealerweise. Falls ihr mögt. Patreon, falls ihr das nicht kennt, ist eine Seite, auf der man für bestimmte Künstler regelmäßige Zahlungen in gestaffelter Höhe einrichten kann, und im Gegenzug hat man Zugriff auf verschiedene Extras. In meinem Fall Informationen zur Hörbuchaufnahme und wöchentlich neue Kapitel. Außerdem sammle ich Outtakes (Fehler) und plane, demnächst ein paar Schimpfwörter aufzunehmen. Sowas kann man immer brauchen. Und falls ihr jetzt neugierig geworden seid, könnt ihr ja hier mal schauen. Ich glaube, eine oder zwei Sound-Dateien sind sogar frei zugänglich. Damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst.

Kater auf Band gibt es übrigens noch nicht.

Viel-Lesen: Dicke Wälzer oder lieber Reihen?

Was ist euch lieber? Ein richtig, richtig, bandscheibenzerschmetternd dickes Buch – oder lieber eine lange Reihe an aufeinander aufbauenden Geschichten?

Ehrlich gesagt, kann ich keinem von beiden unvoreingenommen etwas abgewinnen. Natürlich lese ich gute dicke Bücher und gute lange Reihen, aber ich finde, die Nachteile überwiegen (wenigstens bei Papierbächern): Ein dickes Buch passt nicht in die Handtasche und kann nur schwer unterwegs gelesen werden. Und bei einer Reihe muss man mitunter lange warten, bis der nächste Band auftaucht.

Dafür haben Reihen den Vorteil, dass man beliebig oft an verschiedenen Stellen abbiegen und neue Nebenäste erkunden kann, wie in den „Scheibenwelt“-Romanen von Tery Pratchett natürlich. Und so ein richtig schönes, umfangreich gestaltetes, episch langes und schweres Werk, dass man nur am Tisch lesen kann, weil es einem sonst die Knie zerquetscht, an einem ruhigen Wochenende – das kann auch etwas Zauberhaftes haben. Meine Kopie von „Der Graf von Monte Christo“ ist ein Exemplar, ich habe es seit der Grundschule (meine Eltern waren verzweifelt und wollten ein Buch kaufen, dass mir die ganzen Sommerferien reicht). Die Seiten sind aus ganz dünnem Papier, winzig bedruckt, und trotzdem könnte man mit dem Exemplar einen Einbrecher niederschlagen. Deswegen hat man ja Bücher neben dem Bett – reiner Selbstschutz.

Wie steht ihr zu epischen Werken und Reihen?

Von Büchern und Filmen

Kennt ihr gelungene Buchverfilmungen?

Ich muss sagen … eher nicht.

Also, nicht dass alle Buchverfilmungen schlecht wären. Manche geben ordentliche Filme ab. Sogar gute, ab und zu. Aber in den meisten Fällen ist das Buch dem Film letztendlich doch überlegen. Weil man keine zeitliche Beschränkung hat – Papier ist geduldig – und weil man die Perspektive besser steuern kann, wenn man mag, weil das Innenleben der Figur deutlicher wird, wenn man will, weil man nicht auf das Budget für Special Effects achten muss …

Neulich las ich in einem Ratgeber, dass es ja viel einfacher sei, einen Roman zu schreiben, weil man mit hübschen Wörtern alles zukleistern könne, was nicht funktioniert, während bei einem Film das Publikum unmittelbar sehen könne, ob der Film gut ist oder nicht.

Dem kann ich natürlich nicht zustimmen. Oft ruht sich eine mittelmäßige oder sogar schlechte Story auf berühmten Schauspielern und teuren Special Effects aus. Oder die Schnitte sind so schnell hintereinander, dass man gar nicht mehr mitkriegt, was alles nicht funktionieren kann.

Und Bücher haben einen großen, fast schon gigantischen Vorteil: Keine Remakes. Natürlich werden Bücher von anderen Büchern (mehr oder weniger offen) inspiriert. Die Menge an Geschichten, die man erzählen kann, ist letztendlich begrenzt. Aber dieser Trend jeden halbwegs erfolgreichen Film alle fünf bis dreizehn Jahre mit einem Remake zu versehen, ist uns bei Romanen bislang größtenteils entgangen – zum Glück!

Ein Tag in Bereitschaft

Diesen Monat wurden unsere Büro-Abteilungen aufgeteilt, und jeweils die Hälfte bleibt für zwei Wochen „in Bereitschaft“ zuhause. Ich dachte mir, ich nehme eich mal durch so einen Tag mit.

Frühstück.
Dazu ein wenig Lektüre.
Danach wird bis Mittag an meinem Manuskript gearbeitet und geschrieben. Im Moment ohne Rechner, aus Gründen. Aber Papier macht auch Spaß.
Mittagessen – Reste von gestern. (In einem Wrap.)
Für mich ist kein Nickerchen drin, das habe ich an Kurt outgesourct.
Backvorbereitungen, damit ich nicht nur am Schreibtisch sitze.
Danach widme ich mich anderen Dingen, die lange liegengeblieben sind – wie diesem Zeichenkurs. Ich bin nicht besonders gut, aber es macht Spaß.
Noch eine kreative Herausforderung: Sprechtraining. Ich bin ja überzeugt, dass man fast alles aus Büchern lernen kann.
Bevor es dunkel wird, gehe ich noch eine Runde spazieren.
Kurz vor dem Feierabend gehen die Backvorbereitungen in die nächste Runde. Auch da gilt: Ich übe noch.

Sieht eigentlich gemütlich aus, oder? Manchmal häkle ich, anstatt zu zeichnen, oder nehme mir ein wenig Lesezeit oder erledige dringenden Papierkram. Den Haushalt mache ich nebenher – Bereitschaft ist kein Grund, jetzt zur „Miss Stepford 2020“ zu mutieren. ^^

Sind Serien(killer) immer besser?

Thriller und Krimis sind Geschmackssache. Und sie entwickeln sich auch im Verlauf der Zeit. Krimis aus den Vierzigern behandeln ganz andere Themen und Muster als moderne Krimis – weil die Situation und die Gesellschaft sich verändern, aber auch, weil wir andere Lesegewohnheiten entwickeln.

Eine relativ neue Entwicklung sind Buchserien und -reihen. Eine Serie behandelt in diesem Fall eine Geschichte, die über mehrere Bände erzählt wird, während eine Reihe aus in sich abgeschlossenen Geschichten mit dem gleichen Personal oder im gleichen Universum besteht. (Andere Leute verwenden andere Definitionen, aber für den Moment reicht das.)

Eine andere Entwicklung ist der Hang zu Serienkillern. „Das Schweigen der Lämmer“ und „Cupido“ sind inzwischen fast schon Klassiker, und die Serienkillergeschichtenlandschaft ist recht dicht besiedelt.

Im Rahmen von „True Crime“-Stories und Dokumentationen finde ich Serienkiller sehr spannend. Ich bin eingefleischter Fan von „Medical Detectives“ und „Stern Crime“-Leserin der ersten Stunde, da kommt man automatisch mit Serienkillern in Kontakt.

ABER.

Die Menge an immer gleichen getriebenen, verrückten, möglichst perversen Serienkillern mit überdurchschnittlichem IQ und tragischer Familiengeschichte ist inzwischen ein wenig langweilig. Und das liegt nicht einmal an den Serienkillern – in der Realität gibt es eine große Vielfalt an verschiedenen Motiven und Vorgehensweisen – sondern (jetzt kommt das böse Wort) am Markt.

Wenigstens ist das meine Theorie.

Und der Markt erklärt auch, warum es immer mehr Serien und Reihen zu Serienkillern gibt. Die Theorie ist nämlich, dass, wenn Leuten etwas gefallen hat, sie möglichst das gleiche direkt nochmal wollen. Also noch einen Vampirroman. Noch eine Romanze zwischen einem Zuckerbäcker und der Anführerin einer Social Justice Motorradgang. Noch einen genialen Serienkiller. Noch ein Ermittlerpärchen, bei dem es zwischen Leichen und Fingerabdrücken knistert.

Wenn ich von mir selbst ausgehe – ich will gar nicht immer das Gleiche. Ich will Bücher, die wieder das Gleiche in mir auslösen. Geschichten, die einander ähneln, langweilen mich hingegen.

Und deswegen lese ich im Moment auch kaum noch Thriller und Krimis. Meinetwegen könnten sie den Serienkillertrend ruhig sterben lassen.

Crowdfarming – Vitamine für eine bessere Welt

Seit ungefähr einem Jahr probiere ich CrowdFarming als Konsumentin aus. Was ist Crowdfarming? Nun, im Wesentlichen ist es eine Plattform, auf der Bauern aus unterschiedlichen (aktuell) europäischen Gegenden ihre Produkte direkt für den Endkunden anbieten. Diese werden dann mit der Post direkt nach Hause geschickt. Geht ruhig eben gucken, ich warte hier solange.

Was wir bis jetzt ausprobiert haben? Oh, so einiges: Mandeln, Clementinen, Mangos aus Portugal, Granatäpfel, Ziegenkäse und – die Lieferung erwarten wir für Dezember – Pistazien. Die angebotenen Produkte sind, soweit ich das weiß, alle in Bioqualität und erfüllen teilweise auch striktere Standards.

Die Qualität war jedesmal herausragend, die Lieferung gut nachzuvollziehen und alles sehr transparent. Außerdem kriegt man neben den Köstlichkeiten auch das gute Gewissen nach Hause geliefert, denn die Produzenten bekommen bessere Preise als auf dem Großmarkt, haben Abnehmersicherheit , weniger Lebensmittel werden verschwendet und auch die Zwischenlagerung entfällt, wenn das Produkt vom Bauern direkt an den Kunden geschickt wird. Bei den Mangos (und meine Güte, waren das grandiose Mangos!) kommt noch hinzu, dass sie eben nicht aus Pakistan oder Indien oder … um die Welt gekarrt werden, sondern eben aus Portugal. Das reduziert ihren ökologischen Fußabdruck erheblich. Natürlich kommen sie trotzdem nicht mit dem Fahrrad nach Deutschland, aber es ist eine Verbesserung.

Der einzige Nachteil beim Crowdfarming ist die Größe der Gebinde, die man kauft. Dann hat man eben fünf Kilo Granatäpfel oder drei Kilo Ziegenkäse zuhause. Für einen Zweipersonenhaushalt ist das vielleicht ein wenig viel. Ich habe das so gelöst, dass ich teile. Entweder wir bestellen mit mehreren Leuten eine Kiste und teilen, oder ich verwende das Obst als Mitbringsel (und mache dabei direkt Werbung für Crowdfarming, denn die Idee ist wirklich toll).

Wenn also jetzt zum Beispiel Clementinensaison kommt, schaut doch mal, ob ihr nicht eine Kiste brauchen könnt, und probiert es einfach aus!