Fehler und Macken

Wir alle haben sie Fehler und Macken, die einen nicht unbedingt liebenswert erscheinen lassen. Allerdings gehören sie zum Leben dazu.

Um euch nicht mit all meinen persönlichen Schwächen zu überfordern, konzentriere ich mich heut auf einige Schreibmacken, die mir an mir selbst seit Juli im Überarbeitungsmarathon aufgefallen sind.

Die größe Macke sind Wortwiederholungen.

Zum einen habe ich Lieblingswörter, die ich immer wieder verwende, obwohl es hervorragende Alternativen gibt. Zum anderen verwende ich oft ein Wort zwei- oder dreimal dicht hintereinander. Mein Gehirn glaubt wohl, wenn es einmal einen guten Ausdruck gefunden habe, solle man den nicht vorschnell wieder verwerfen. An manchen Tagen treibt mich das echt zur Verzweiflung – erst einmal müssen mir diese Wiederholungen ja überhaupt auffallen, und danach brauche ich passende Alternativen … bei denen ich dann darauf achten muss, dass die nicht irgendwo ganz in der Nähe schon im Text stehen.

Die zweite große Macke sind Bandwurmsätze.

Als Faustregel gilt, ein guter Satz dürfe nur so lang sein wie der Atem des Lesers. Zu viele Einschübe und Nebensätze dürfe er auch nicht haben. Außerdem sei die Aufmerksamkeit des Lesers begrenzt – er wolle schnell wissen, worauf ein Satz hinausläuft. Tja, das fällt mir schwer. Kurze Sätze klingen für mich oft arg abgehackt. Darum achte ich beim Überarbeiten stark auf Bandwurmsätze und hacke sie in Stücke, wo es geht. Natürlich will ich meine Leser nicht über-, aber vor allem nicht unterfordern, darum wehre ich mich entschieden gegen einen reinen Hauptsatzstil.

Und eine dritte Macke fällt mir auch spontan ein – Modalpartikel.

(Das ist teilweise gelogen – ich musste den Fachausdruck erst nachschlagen.) In meinem Fall sind das vor allem abschwächende Partikel wie „wohl“, „wahrscheinlich“ und „vielleicht“. Gelegentlich ergeben die im Text durchaus Sinn, aber oft nehmen sie dem entsprechenden Satz einfach den Wumms. Es macht schließlich einen Unterschied, ob ich schreibe: „Er war ein Verräter.“ Oder: „Er war wohl ein Verräter.“ Manchmal ist es wichtig, eine gewisse Unsicherheit auszudrücken, aber ab und zu wünsche ich mir, dass ich direkt zur stärkeren Sprachvariante greifen würde.

Zum Glück gibt es die Überarbeitungsrunden. Sobald ich weiß, zu welchen Dummheiten ich neige, passe ich in dieser Hinsicht auf wie ein Lux. Irgendwas entgeht mir natürlich trotzdem immer, aber ich werde mit jedem Mal besser.

 

Der letzte Urlaubstag

Es wird noch einmal ganz gemütlich. Die Katzen dösen auf Bett und Schreibtisch, aus der Küche duftet es nach frischen Apfelbrot, und nach dem Mittagessen widme ich mich noch ein wenig dem nächsten Manuskript. Heute morgen habe ich einige Fotos gemacht, von denen eines es hoffentlich auf das Cover von „Grimmwald“ schafft. Wenn das Wetter mitspielt, gehe ich später laufen, und heute Abend koche ich uns ein karibisches Kürbisrisotto.

Eigentlich schade, dass das nur ein Urlaubs- und kein Arbeitstag ist.

Urlaub daheim

Eigentlich hatten wir dieses Jahr einen besonderen Urlaub geplant: Ich hatte Richard überredet, mit mir nach Prag zu fahren. Gut, nicht direkt „überredet“ – wir haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ein Urlaub aussehen soll, also entscheiden wir abwechselnd, und der jeweils andere hat ein Veto-Recht, falls ihm ein Ziel gar nicht passt.

Richard hat sich in den letzten Jahren ausgesucht: Mallorca, Sizilien, Amsterdam.

Ich habe ausgesucht: Island, Berlin, Luxemburg. Und halt Prag.

Leider ist dieser Urlaub nicht zustande gekommen. Es gab einfach zu viele Dinge, die nicht gepasst haben, und am Schluss haben wir entschieden, dass wir lieber einfach zu Hause bleiben, anstatt auf den letzten Drücker noch schlecht vorbereitet zu verreisen, nur um weggefahren zu sein.

So hatte ich viel Zeit, um Feengestöber fertigzumachen.

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Außerdem haben wir natürlich nicht nur auf dem Sofa gesessen und uns leidgetan. Wir waren im Wald, haben viele schlechte Filme gesehen – wir sind beide Fans von SchleFaZ – und sind auch einmal an einen nahegelegenen Eifelsee gefahren.

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Außerdem waren wir auf Pützchens Markt.

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Das Wetter hat meistens mitgespielt. Und zu guter Letzt waren wir, wie fast jedes Jahr, einen Tag in De Efteling. Das ist ein Vergnügnungspark, gut zweihundert Kilometer von Bonn entfernt. Natürlich gibt es auch das Phantasialand direkt vor unserer Haustür, aber dort konzentriert man sich in erster Linie auf Achterbahnen … und das ist explizit nicht das, woran wir den meisten Spaß haben. De Efteling ist eher für Familien ausgelegt, sehr weitläufig, mit viel Grün und allen möglichen Sorten von Fahrgeschäften auch für „langweilige“ Leute wie uns. IMG_0443

Zum Ausruhen haben wir uns zwischendurch die „Raveleijn“-Show angeschaut – Raben, Pferde, Stunts und ein riesiger feuerspeiender Drache. Sieht ziemlich cool aus, oder?IMG_0448

Tja, heute regnet es. Morgen habe ich noch einmal frei, muss mir allerdings jede Menge Papierkram vornehmen, und dann ist es erst einmal wieder vorbei mit Urlaub bis nächstes Jahr.

Drückt mir die Daumen, dass uns Prag bis dahin nicht davonläuft!

Das Feengestöber geht los!

Feengestöber Cover Front

Kurze Zwischenmeldung – ich lebe noch, das ist eine lästige Angewohnheit geworden. Seit heute könnt ihr Feengestöber käuflich erwerben, und ich habe mir große Mühe gegeben, euch für das dramatische Ende mit einer abwechslungsreichen Geschichte zu entlohnen! Wir treffen Feen, Gestaltwandler und alte Bekannte, die ihre eigenen finsteren Pläne verfolgen. Ach ja, Aradia und Grete sind auch wieder mit von der Partie. Irgendwie sind die mir doch ans Herz gewachsen.

„Feengestöber“ ist ein merkwürdiges Buch. Eigentlich sollte die Geschichte nur den Auftakt für das Finale der Reihe bilden, maximal zwei Kapitel. Acht Jahresfeste, acht Bücher – klingt gut, oder etwa nicht? Aber dieser Auftakt, quasi ein lästiges Übel, wurde immer komplexer und umfangreicher, und als ich merkte, dass ich mindestens das halbe Buch nur auf die Einleitung verwenden würde, war die Lösung klar: Es sind eben zwei Bücher. Dank meiner Unfähigkeit, sorgfältiger zu planen, kommt ihr also in den Genuss eines zusätzlichen Buchs, und ich hoffe, ihr bleibt mir bis zum Ende treu.

Magischer Mittwoch: Anna Weydt

Da ich hoffnungslos verplant und immer auf der Suche nach neuen magischen Autorenkollegen bin, findet der „Magische Mittwoch“ im Moment leider nur unregelmäßig statt. Dafür habe ich diese Woche ein besonderes Schmankerl für euch: Mit-Norne Anna Weydt veröffentlicht nämlich in wenigen Tagen ihr Debüt, und das will ich euch unter keinen Umständen vorenthalten!

Vita

Anna Weydt, 1989 in Hamburg geboren, studierte Germanistik und lebt an der Ostsee. Sie ist gerne unterwegs und lässt die Begeisterung für das Reisen und neue Orte in ihre Texte einfließen. In ihren Geschichten sucht sie nach dem kleinen Funken, der ganze Welten aus den Angeln heben kann. Am 15. September 2018 erscheint ihr Debüt „Das steinerne Schloss“ bei HarperCollins Germany / books2read.

Website: https://www.annaweydt.de

Facebook: https://www.facebook.com/annaweydt

Twitter: https://www.twitter.com/annaweydt

Instagram: https://www.instagram.com/annaweydt

Pinterest: https://www.pinterest.com/annaweydt

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Und jetzt das Eingemachte: Das Interview!

In welcher Art kommt Magie in deinen Geschichten vor?

Das ist ganz unterschiedlich. Meistens versuche ich aber, klassische Elemente mit „Eigenkreationen“ zu verbinden.

Ist Magie in deiner Welt für alle frei zugänglich oder braucht man ein Artefakt/genetische Prädisposition/…?

Auch das kommt auf die Geschichte an. In „Das steinerne Schloss“ ist Magie nur für diejenigen zugänglich, die auch davon wissen und sie aktiv benutzen können. Die restlichen Leute leben davon unberührt. Das geht auch deshalb so gut, weil die Geschichte in einem Urban Fantasy Setting angelegt ist.

Bei welchem „magischer Einsatz“ (Wesen/Szene/Fun Fact) hattest du als Autorin den größten Spaß?

Am meisten Spaß hatte ich bisher mit meiner Greifendame, Katrei. Sie ist zwar ein recht furchteinflößendes magisches Wesen, spielt aber bisweilen auch gerne wie eine Katze.

Welches ist dein liebstes mythisches resp. magisches Wesen?

Mir gefallen magische Wesen, die ich erst noch kennenlernen muss und von denen noch kein zu festgefahrenes Bild existiert. Durch mein Studium (u.a. Ältere Deutsche Literatur) hatte ich das Glück, über viele ungewöhnliche Wesen zu lesen. Antipoden zum Beispiel finde ich total faszinierend. Das sind zwar keine magischen Wesen, sondern im Mittelalter die Menschen gewesen, die auf der anderen Seite der Erde lebten. Die Art und Weise, wie sie beschrieben werden, ist aber doch sehr fantasievoll.

Wie heißt dein liebstes „magisches“ Buch?

Der Klassiker schlechthin: Faust. Aber nur Teil eins.

Wenn du dir eine magische Fähigkeit aussuchen dürftest, welche wäre das?

Zeitreisen. Ich bin (auch) Historikerin, weshalb mich die Vergangenheit ganz besonders interessiert.

Und welchen Preis wärst du dafür zu bezahlen bereit?

So sehr, dass ich dafür auf etwas verzichten müsste, reizt mich das Zeitreisen dann doch nicht. Daher: Keinen. Sollte mir aber aus welchen Gründen auch immer eine solche Chance in den Schoß fallen, würde ich sie wohl ergreifen.

Vielen Dank!

Ich war beim Strongman Run in Köln – und ich habe überlebt!

(Dieser Post kommt für einige nicht ganz so überraschend, falls sie die Angeberei auf den anderen Kanälen – Facebook, Instagram, Twitter – schon gesehen haben. Gönnt es mir, so einen Blödsinn macht man ja nicht andauernd.)

Jedes Jahr suche ich mir mindestens eine Herausforderung aus – etwas, das ich so bislang noch nicht geschafft habe. Etwas, das mir Angst macht. Etwas Absurdes.

Für 2018 hatte ich mir vor allem zwei Ziele gesteckt:

  1. Die letzten drei Bände von „Magie hinter den sieben Bergen“ veröffentlichen.
  2. An einem Strongman-Run über zehn Kilometer teilnehmen.

Was den ersten Punkt angeht, bin ich noch dabei und halbwegs guter Dinge – am 21. September bekommt ihr hoffentlich die Möglichkeit, „Feengestöber“ zu kaufen, und danach wird es noch einmal so richtig fantastisch mit „Grimmwald“. Bis dahin muss ich natürlich noch fleißig überarbeiten.

Den zweiten Plan habe ich letztes Wochenende erfüllt. Die Tage davor war ich ein nervliches Wrack – vor der Distanz hatte ich keine Angst, aber einige der Hindernisse, die angekündigt waren, sahen ziemlich hoch aus, und ICH HABE HÖHENANGST. Einige Male war ich kurz davor, einfach abzusagen. Mich still und heimlich zu verdrücken. Oder mir spontan noch das Bein zu brechen, das wäre eine wirklich gute Ausrede gewesen. Aber ich habe mir selbst gut zugeredet, und Samstag Mittag waren wir nach einigen kleineren Planungs-Malheurs doch noch rechtzeitig am Gelände.

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Es war ziemlich voll – kein Wunder, bei etwas mehr als fünftausend Läufern und den mitgebrachten Zuschauern. Für die gab es ein Rahmenprogramm mit Musik und ausreichend Futterstände, um die Wartezeit zu überbrücken. Schließlich ist man ja schon eine Weile unterwegs auf der Strecke.

Vor dem Rennen. Ich war noch trocken, aber schon ziemlich nervös. Außerdem hatte ich bestimmt fünf Paar Kontaktlinsen verbraucht, ehe mal welche in meinen Augen bleiben wollten. Danke, aber für den Alltag bleibe ich lieber bei meiner Brille.

Und ich muss schon sagen, ich hatte die beste Supporttruppe. Die Schilder hatten unter den anderen Läufern auch jede Menge Fans.

Das waren die beiden Hindernisse, vor denen ich Muffensausen hatte. Ganz im Ernst, da war doch massig Platz zum Drumrumlaufen? Die anderen Sachen – halbhohe Hindernisse, Schwimmen, Über-Hürden-Klettern, mehr Schwimmen, Unter-Dingen-Hindurchducken, Hangläufe und dieses Strohdingens, auf dem man schweren schwingenden Säcken ausweichen musste – fand ich nicht soo wild. Anstrengend, aber machbar.

Doch ich habe es geschafft. Mit viel gutem Zureden von den anderen Läufern – die waren wirklich toll! – und meinem Support-Team, das natürlich immer dort auftauchte, wo es brenzlig wurde.

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Das ist Richards Lieblingsfoto.

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Und das ist meins, da hatte ich es nämlich überstanden.

Zu Hause habe ich dann erst einmal vierzehn Stunden geschlafen, und heute tun mir die Beine weh. Aber das war es wert!

Der unvermeidliche Jammerpost

Ab und zu muss auch mal gejammert werden.

Heute ist so ein Tag für mich.

Auf der Arbeit sind wir seit etwa einem Jahr unterbesetzt, seit eine scheidende Übersetzerin nicht ersetzt wurde. Das ist schon blöd, aber im Moment ist eine andere Kollegin krank, also sitzen wir zur anstrengendsten Zeit des Jahres zu zweit mit Arbeit für vier Leute. Ich habe ein großartiges Übersetzerinnen-Team, aber wenn die Dokumentenberge nur wachsen und wachsen, egal wie sehr man stampelt, ist das schon frustrierend. Hinzu kommt, dass einige Kollegen es persönlich nehmen, wenn sie auf ihre Übersetzungen länger als üblich warten müssen, sodass wir gegenwärtig aus verschiedenen Richtungen aktiv angefeindet werden.

(Zur Erklärung: Da Bücherschreiben alleine zwar glücklich, aber nicht satt macht, arbeite ich regulär tagsüber in einem Büro und übersetze medizinische Texte aus dem Deutschen ins Englische. Und die meisten Kollegen sind zwar toll, aber es gibt ja überall diese Person(en), die nicht zwischen der professionellen und der persönlichen Ebene unterscheiden kann (können) und deswegen konstant beleidigt ist (sind).)

Außerdem findet am Samstag der Strongmanrun in Köln statt, und die Hindernisse bereiten mir – im Gegensatz zu den zehn Kilometern, für die ich mich gemeldet habe – schon einiges an Kopfzerbrechen. Wenig hilfreich: Durch den konstanten Stress und ein wenig Ungeschicklichkeit beim Training habe ich im Moment Probleme mit dem linken Handgelenk, der Schulter und dem Knöchel. Natürlich will ich das trotzdem schaffen … oder eher gesagt: Ich will es geschafft haben. Auf die eigentliche Durchführung könnte ich tatsächlich verzichten.

Und dann gibt es noch Dutzende kleiner Baustellen. Dem Mann droht ein neues Projekt auf der Arbeit, für das er ggf. wieder reisen müsste. Seine Mutter ist im Moment besonders anhänglich – ich mag sie, aber wenn sie auf der Arbeit anruft, ist das ungünstig (siehe oben). Natürlich nehme ich mir trotzdem Zeit für sie, wann immer es geht, aber … – ihr könnt euch vorstellen, dass diese Dinge nicht nur auf meine Stimmung, sondern auch auf die Romantik schlagen. Und der Haushalt sieht aus wie nach einer Invasion wütender Eichhörnchen. Und mein Papierkram stapelt sich nach dorthinaus.

Also, generell alles gerade nicht so geil. Aber es kann ja nicht immer regnen, nicht wahr?

Venn das Vörtchen Venn nicht wär‘ …

… müsste ich euch nicht mit wirklich unterirdischen Vortspielen – verzeiht, WORTspielen quälen. Ich hoffe, die Schönheit der Natur bewegt euch, mir zu verzeihen.

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Rund um das Venn gibt es eigentlich nur schnöde Landwirtschaft.

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Mit glücklichen, schlammliebenden Kühen.

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Ich habe eine ganz absurde Vorliebe dafür, Wege zu fotografieren.

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Und kriechendes Getier. (Die Eidechse, die wir später sahen, war ganz winzig und zu schnell für mich.)

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Eigentlich ist das Venn eine Moor- und Heidelandschaft. Aber die anhaltende Trockenheit des vergangenen Sommers hat auch diese Gegend geprägt. Schön ist der Ausblick trotzdem, nur eben sehr viel staubiger als sonst.

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Echt jetzt, eigentlich sind die Wege schlammig.

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Hier wachsen in erster Linie Birken und Kiefern. Sehr harziges Holz – was sich gelegentlich als problematisch erweist. In den letzten Jahren hat es hier gleich zweimal heftig gebrannt. Glücklicherweise erholt die Natur sich hier immer wieder ganz fleißig.

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Im Vergleich zu sonst ist das nur eine traurige Pfütze. Aber jetzt stellt euch mal vor …

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… es ist Abend, der Himmel zeigt sein ganzes dramatisches Können in Rot und Lila, die ersten Sterne kommen heraus …

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… die Blumen falten sich allmählich zu Nacht ein …

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… und vorwitzige Irrlichter flitzen über das Wasser.

Eine hübsche Vorstellung, oder?

Bescheidenheit ist eine Zier …

… und ab und zu ist es tröstlich, wenn man neben den eigenen Verfehlungen und Versagensmomenten auch einmal hinter die Kulissen blicken kann, was anderen alles an kreativer oder professioneller Ablehnung widerfahren ist. Seit einiger Zeit gibt es aus genau diesem Grund bei Twitter, wo ich mich gerne herumtreibe, den Hashtag #ShareYourRejections. Und das liest sich wirklich realitäts-verankernd, wenn man mal wieder einen fetten Durchhänger hat.

Allerdings stößt mir immer wieder eine Unart auf, die auf Englisch so schön als „Humblebragging“ beschrieben wird: Leute posten etwas zu #ShareYourRejections, was sie als Versagen oder Ablehnung verkaufen, geben aber dabei gleichzeitig damit an, wie erfolgreich sie sind. „Hach, mein Blogbeitrag wurde nur von 700 Leuten kommentiert. #ShareYourRejections.“ – „Beim Wahnsinnig Wichtigen Buchpreis wurde mein Roman nur zweiter. #ShareYourRejections.“ – „Ich durfte die Rolle des Gaston auf der internationalen Tournee erst singen, nachdem der Erstbesetzung ein Amboss auf den Kopf gefallen war. #ShareYourRejections“

Zugegeben, vielleicht ist das nur in meinem Kopf. Klinge ich verbittert? Echt? Vielleicht ein bisschen. Und sicher, bei vielen Dingen ist man bestimmt enttäuscht, wenn man auf ein besseres Ergebnis gehofft hat. Aber … na ja. Vielleicht sind diese Sachen für die betroffenen Personen wirklich so tragisch, wie sie es darstellen. Egal, was man erreicht hat, es gibt immer Dinge, bei denen man sich unzulänglich fühlt. Trotzdem hinterlassen manche Beiträge für mich ein „Geschmäckle“.

Und fürs Protokoll: Mein Gedächtnis ist sehr gegenwartszentriert. Ich kann mich an keine einzige Ablehnung erinnern, die ich so wegweisend oder nennenswert fand, dass ich sie unter #ShareYourRejections teilen müsste. Meistens hatte ich in meinem Leben bis jetzt verdammtes Glück. <3

Lichterspuk bei den Grafschafter Nachrichten

GN Artikel August 2018

Lichterspuk spielt ja in dem Ort, in dem ich gelebt und Abi gemacht habe – und da gerade glücklicherweise wohl wirklich wenig los ist, haben die feinen Menschen von den Grafschafter Nachrichten aus einer enthusiastischen eMail einen Artikel für ihre Zeitung gemacht. Mein Schwager hat mir das Foto heute direkt geschickt, und ich freue mir natürlich Löcher in Körperteile. So oft schaffen meine Geschichten es schließlich nicht in die Nachrichten.

Gibt es in euren Gegenden eigentlich mythische Wesen oder traditionellen Spuk? Und wurden sie schon literarisch oder dramaturgisch verwurstet?