Endlich Herbst!

Nachtszene dicht über Bodenlevel fotografiert. In der Ferne sieht man verschwimmen rote, blaue und weiße Lichter vor schwarzem Himmel. Im Vordergrund liegt eine gekonnt geschnitzte Kürbsifratze, aus deren vielzahnigem Maul es hervorleuchtet.
Foto von Intricate Explorer, gefunden auf Unsplash

Der Mannn ist unglücklich. Die Wärme ist weg, die Sonne blendet nur noch, ohne zu verwöhnen, und alles stirbt.

Ich könnte glücklicher nicht sein!

Endlich Herbst!

Das Sommerende ist keine gute Zeit für mich, alles ist anstrengend und ich habe nicht so recht Schwung. Wenn dann der Nebel kommt und die Blätter bunt werden und die Luft morgens auf den Lippen knistert, lebe ich wieder auf.

Kein Wunder, dass ich Halloween so mag, oder? Gut, hinzu kommt noch der Spuk und die Geschichten und das Gruseln und die Kürbisse, aus denen man nicht nur tolle Suppe machen kann.

Wusstest du, dass Kürbislaternen eine Neuschöpfung sind? Also, „neu“. Ursprünglich machte man in Europa Laternen aus Rüben. Einige Beispiele kann man hier sehen. Als dann Leute in die USA auswanderten, nahmen sie Kürbisse, denn die gab es dort reichlich. Wer auf dem Land aufgewachsen ist, kennt Rübenlaternen vielleicht auch zu St. Martin. Rüben sind schwierig zu schnitzen und sehen irgendwie immer viel garstiger aus als die fröhlichen Jack’o’Lanterns. Findest du nicht?

Aber ich lasse mich schon wieder ablenken. Herbst. Nebel, Geister, Spukgeschichten, Punsch im Isolierbecher, wenn man in der Dämmerung durch den Wald geht und versucht, sich vom Knacken und Rascheln im Unterholz nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Laub und Kastanien und Pilze, die irgendwie weder Tier noch Pflanze sind und viel mehr über uns wissen, als gut für sie ist. Deftige Eintöpfe und Apfelkuchen und lange Einkoch-Sessions, damit man im Winter einen Gruß aus dem eigenen Garten hat. Rauhreif auf den Blättern und Scheiben, pinkleuchtende Wolken und kahle Zweige wie knorrige Finger, die nach dem Himmel greifen. Krähen und ziehende Gänseschwärme und hektische Eichhörnchen.

Hatte ich schon erwähnt, wie sehr ich den Herbst liebe?

Warum macht sie das eigentlich – und warum erzählt sie mir davon?

Völlig überraschend hat mich nach dem Hindernislauf im Regen der traditionelle Rotz ereilt. Keine Sorge, diese Autorin ist stabil gebaut. Aber da ich nichts Aufregendes vom Schreiben oder aus meinem Leben erzählen kann, habe ich stattdessen überlegt: Warum mache ich das alles überhaupt? Und was kannst du daraus lernen?

In einem kargen Flur aus Beton liegen mehrere große, unregelmäßig geformte Objekte, teilweise ausgehöhlt. Die Objekte erinnern entfernt an Wirbelkörper.
Foto von Andrea De Santis, gefunden auf Unsplash.

Wenn du dir überlegen solltest, an einem Hindernislauf teilzunehmen, was würdest du als erstes tun? (Außer dir deinen Kopf untersuchen lassen, denn vernünftige Menschen kommen gar nicht erst auf solche Ideen!) Genau, du überlegst dir einen Plan. Sammelst Informationen darüber, was dich wohl erwartet. Überlegst, was du dafür alles können musst. Und das trainierst du dann.

Diese Vorgehensweise empfiehlt sich für viele Herausforderungen im Leben – auch fürs Schreiben. Aber oft sehe ich, dass Leute erwarten: „Hey, ich habe eine tolle Geschichte im Kopf. Die wird ganz bestimmt ein Bestseller, ich muss sie nur fix aufschreiben. Und schreiben kann ich seit der ersten Klasse, wie schwer kann das schon sein?“

Zuerst einmal: Eventuell hat es seit deiner Schulzeit möglicherweise eine Rechtschreibreform gegeben. Und wie fit bist du mit Satzzeichen? Genau, da fängt es schon an. Und dann gibt es natürlich einige Tricks, um aus einem Text einen guten Text zu machen. Keine Sorge, die zähle ich jetzt nicht erschöpfend auf – das Internet ist voll mit guten und schlechten Tipps, und die, die zu dir passen, musst du schon selbst raussuchen. Aber es gehört eben ÜBUNG dazu, einen guten Text zu schreiben … einen, der im Ohr bleibt, den Leute gerne lesen, bei dem sie innehalten und denken: „Wow, könnte ich das doch nur auch!“

Klar hätte Tolkien schreiben können: „Ein paar Typen mit haarigen Füßen gingen zum Schicksalsberg. Sie gingen sehr lange. Am Ende warfen sie den Ring ins Feuer.“ (Sorry, Spoiler!) Inhaltlich völlig korrekt, aber minimal weniger spannend als die Originalversion von „Herr der Ringe“, wie wir sie kennen. Und das nicht nur, weil ich ein oder zwei Details ausgelassen habe.

Gute Texte sind eine Frage des Timings, der Stilmittel, der Wortwahl. Der Erzählstruktur und des richtigen Tempos. Der Vergleiche und der Überraschung. Unter anderem. Und ich schwöre: Egal, wie gut eine schreibende Person ist, es gibt immer noch etwas, was sie dazulernen kann. Auch ich. Sogar ich! Und diese Zeit muss man sich als schreibende Person auch immer mal wieder nehmen. Übungstexte schreiben, die nur dazu da sind, dass man an ihnen wächst – ohne dass sie parallel schnell Preise gewinnen oder in den Roman wandern. Wörter nachschlagen, Synonyme und Antonyme lesen, Zeichensetzung üben. Ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber ein, Buch in dem – Zeichen willkürlich! gesetzt sind, lege ich schneller, wieder weg als du gucken kannst …

Und wenn man das alles regelmäßig übt und immer weiter macht und nie aufgibt, kommt man beim Schreiben des ultimativen Bestseller-Romans auch (fast) ohne Schwierigkeiten über die Hindernisse, die einem unterwegs begegnen.

Soviel zu meinen philosophischen Erkenntnissen für heute. Womit könnte man das Schreiben denn noch alles vergleichen?

Strongmanrun Impressionen

Dramatischer Himmel, eine große natürliche Wasserfläche, im Vordergrund eine mit einem Metallgeländer eingezäunte Betonfläche zwischen Brombeerranken. Auf der anderen Seite des Sees düstere Bäume.
Die Stimmung.

Diesmal gibt es nur wenige Bilder – auf jeden Fall im Moment. Zum einen hat es eimerchenweise geregnet, und zum anderen hat der Mann an den Hindernissen eher Videos gemacht, aus denen er mir noch schöne Bilder generieren will. Auf jeden Fall könnt ihr sehen: Dramatischer Himmel, nasse Läufer. Zum Glück hatte ich das „If you can read this text, the wearer is still human“-Shirt von „Zombies, Run!“ an, sonst hätte man mich wahrscheinlich versehentlich eliminiert. ^^

Rückansicht der Autorin daselbst. Sie trägt schwarze Lauftights und ein T-Shirt mit der Rückenaufschrift: "By the order of the UK Emergency Government, you are commanded to provide the wearer with all necessary military supplies. IF YOU CAN READ THIS TEXT, THE WEARER IS STILL HUMAN."
Im Hintergrund viele Läufer im Startbereich, allgemeine Aufregung, alles ist schon ziemlich nass.
Das T-Shirt.

Zehn Kilometer um den Fühlinger See in Köln ist schon unter guten Bedingungen eine Herausforderung. Immerhin sind es zehn Kilometer. Wenn dann noch Regen hinzukommt – hatte ich erwähnt, dass ich eigentlich eine Schönwetterläuferin bin? Aber da fragt ja niemand nach. Und wenn dann auch noch Hindernisse dazukommen … über Holzhürden klettern, unter künstlichen Baumstämmen hindurchtauchen, über Netze von einem Container zum nächsten balancieren … wird es schwierig. Aber direkt nach dem Zieleinlauf habe ich schon überlegt, das nächste Ticket zu kaufen. Was lernen wir daraus? Genau, ich lerne nichts mehr. Zur Sicherheit habe ich mir erst einmal drei Wochen Sperre verordnet, ehe ich über die nächste Teilnahme auch nur nachdenken darf.

Porträt vor dem Lauf. Ich sehe zerknittert aus, etwas nervös und ein wenig vorfreudig - oder wenigstens rede ich mir das ein. Unscharf im Hintergrund erkennt man Läufer in Kostümierung mit roten Tüllröcken. Das Wetter ist immer noch nicht besser.
Die Vorfreude.

Auf jeden Fall habe ich mir den Knöchel angeschlagen, der ist jetzt dick. Am vorletzten Hindernis waren meine Arme taub, mein Rücken tut auf eine neue Art weh und irgendwann habe ich das Bein nicht mehr hoch genug gekriegt, um ohne Hilfe aus dem Wasserbecken zu klettern. Zum Glück sind die anderen Läufer extrem hilfsbereit – ich musste also nicht auf einem der Container campieren, bis die Abbau-Crew kommt. Jetzt weiß ich, in welchen Bereichen ich mehr trainieren muss.

Klatschnasse Läuferin in neongrüner (neongelber? Darüber streiten wir zuhause) Regenjacke jubelt auf den Parkplatz. Alles ist nass. Wirklich alles.
Das Nachspiel.

Okay, und wer kommt nächstes Jahr mit auf die Strecke?

Das Altenheim „Zum Grumpeligen Kater“

Ein weißer Kater mit roten Zeichnungen an Kopf und Schwanz, ziemlich zerzaust und hager, liegt in einer improvisierten Höhle aus verschiedenen Stoffen und Decken, die in einem Metallregal eingerichtet ist. Er wirkt mittelmäßig zufrieden. Hinten rechts in der Ecke ist eine Lücke in der Höhle, durch die man grüne Landschaft sieht.
„Und wo bleibt mein zweites Frühstück???“

So ist das also mit einem Kater, der seinen Lebensabend genießt. Draußen wird es kälter und endlich wieder nass. Am liebsten hätte ich ihn jetzt in der Wohnung, wo es wenigstens windstill und doch schon ein wenig wärmer als auf dem Balkon ist. Aber davon will Greebo nichts wissen. Er hat seit dem Frühjahr auf dem Balkon gewohnt, und das ändert er auf den letzten Metern auch nicht mehr.

Sein Lieblingsplatz ist das Regal, das hinter der Balkonbrüstung unter dem Kasten mit den Tomaten steht. Natürlich regnet es da drauf. Das ist mein persönliches Versagen, wenn ich seinen Blick in den vergangenen Tagen richtig interpretiert habe. Flauschedecke nass, Kater nass – Himmeldonnerwetter, dann leg dich doch einfach auf die andere Decke auf dem gepolsterten Stuhl?

Nein, das geht natürlich nicht.

Also haben wir improvisiert.

Die wasserdichte Laufjacke verwende ich doch sowieso nicht, ich bin Schönwetterläuferin. Die hängt an der Rückseite über das Regal und hält Wind und Regen ab. Oben drauf ein paar stabile Stücke Karton, um die Jacke zu beschweren und noch mehr Regen abzuhalten. Ein Sichtfenster in den Gemeinschaftsgarten darf natürlich nicht fehlen. Eine trockene Katzendecke, dazu ein ultrawarmer Schal zum Einkuscheln und ein Deckchen aus hundert Prozent Wolle, dass ich sowieso nur für ihn gehäkelt hatte. Greebo liebt den Geruch von Wolle, musst du wissen. Auf der linken Seite hält ein Handtuch mehr Wind und Regen ab.

Joah, so lässt es sich leben. Wenn nur die Snacklieferanten nicht so verdammt unzuverlässig wären!!!

Müde, aber glücklich

Manchmal muss man sich entscheiden: Erhole ich mich? Oder mache ich etwas, das garantiert glücklich macht, und bin danach so vital wie der platte Igel an der Endhaltestelle?

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Für so eine alte Frau wie mich war es ein lebhaftes Wochenende, und was jetzt von mir übrig ist, sabbert leise weinend (leise, haha!) auf die Tastatur. Zuwenig geschlafen. Zuviel bewegt. Gut gebechert. Lange Autofahrten.

Ein Teil von mir denkt: Puh, tu dir sowas doch nicht mehr an!

Ein anderer Teil denkt: Du musst sowas öfter machen, du bist gar nicht mehr im Training.

Und wir wissen ja alle, wer von beiden Recht hat.

Und damit es hier auch mal wieder ums Schreiben geht: Während eines Ausflugs hatte ich die phänomenale Erkenntnis, dass in meiner aktuellen Geschichte etwas Entscheidendes fehlt. Aber das kann ich leicht nachbasteln, wird anschließend gar nicht mehr auffallen.

Und jetzt entschuldige mich bitte, ich muss mich hart erholen, damit ich am Samstag tatsächlich durch den Schlamm kriechen kann.

Ach, die schreibt auch?

Ja, aber davon hört man im Moment nicht soviel.

Auf grauem Teppich liegt eine Person im schwarzen T-Shirt, die Arme in einer frustrierten Geste nach oben geworfen. Auf dem Gesicht liegt ein Ringbuch, auf dessen Cover ein großes Fragezeichen zu sehen ist, in der linken Hand hält die Person etwas, was ein Stift sein könnte.
Foto von Ryan Snaadt, gefunden auf Unsplash

Nach dem ganzen Chaos war es so schwierig, wieder in eine Schreibroutine reinzukommen und alles aufzuholen, was so aufgelaufen war, und ich bin noch ein wenig matschig von den letzten Monaten und meine ganzen Pläne sind natürlich im Eimer.

Ob ich das Hörbuch zu „Allerseelenkinder“ dieses Jahr im Oktober herausbringe? Wer weiß?

Wird „Willkommen in Schattenfall“, mein Cozy Fantasy-Roman, rechtzeitig vor Halloween fertig? Keine Ahnung!

Aber ich pflüge vorwärts. In winzigen Schritten. Mit dem Optimismus all jener, die keinen richtigen Plan und nur viel Begeisterung für ihre Projekte haben.

Der Sammelband für „Gruftgeflüster“ müsste mal zu Ende gehübscht werden. Eine meiner stärksten Schwächen.

Und da ist noch eine Handreichung für Autor*innen, die ich dieses Jahr herausbringen möchte – ironischerweise darüber, wie man unter widrigen Umständen und immer weiter schreibt, auch wenn die Deadline noch so aberwitzig aussieht. Mal schauen, ob ich da als gutes Beispiel vorangehen kann.

Auf jeden Fall – es geht vorwärts. Im September könnte ich meinen Newsletter mal wieder beleben, ich schulde der Welt ein paar Geschichten. ^^

Geschenke planen im Budget – It’s the final HOLIDAY countdown!

Dädädääädä! Dädädädädää!

Sorry, geht schon wieder. (Steckt Ukulele weg.)

In einem grünen Kaffeebecher stehen zwei kleine Dickblattpflanzen (ein Crassula-Geldbaum und eine ... äh, Dingens). Davor liegen zwei kleine Schieferplättchen mit silberner Aufschrift. Auf einer steht HAPPY, auf der anderen BIRTHDAY! - die zweite ist mit einer kleinen silbernen Blume verziert.
Sieht fast gar nicht selbstgemacht aus, oder? ^^

Das da oben schenke ich (u.a.) meiner besten Freundin zum Geburtstag. Ist niedlich, oder? Und jetzt zum Grund dieses Posts: Es war gar nicht teuer.

Dieses Jahr wird das Geschenkbudget für viele Leute eher schmal ausfallen, das ist uns, denke ich, allen klar. Deswegen möchte ich jetzt vorab schon ein paar Tipps zum Upcycling und „Sieht nicht gebastelt aus!“-Basteln geben.

Heutiges Thema: Tassen. Kriegt man sehr günstig, wahlweise neu oder auf Flohmärkten. Die da oben war Teil eines Sets, das ich für zwei Euro gekauft habe. Was kann man mit Tassen alles machen, so geschenkweise?

  • Leckeren Tee dazutun
  • Heiße Schokolade am Stiel basteln und in der Tasse verschenken
  • Blümchen reinpflanzen (s.o. – denkt dran, ein paar Kieselchen o.ä. als Drainage unten reinzulegen und Pflanzen mit ähnlichen Bedürfnissen zusammenzupflanzen).
  • Kerzen in der Tasse basteln – wahlweise mit oder ohne Duft (Achtung: Wenn ihr Dekokram reintut, passt auf, dass der nicht brennbar ist!)
  • Tasse mit handgemachtem Tassen-Cozy aufwerten – und wenn man sich richtig im Flow fühlt, macht man noch passende Untersetzer oder Topflappen dazu.
  • Backmischung für Tassenkuchen aus der Mikrowelle zusammenmischen und im Tütchen mit der Tasse verschenken, Rezept hübsch ausdrucken/aufschreiben und zusammengerollt an den Henkel binden (darauf achten, dass die Tasse mikrowellengeeignet ist!).

Und falls dir so eine ranzige alte Tasse vom Flohmarkt zu schlicht ist, kannst du sie mit Porzellanmalstiften oder entsprechender Sprühfarbe leicht aufpeppen. Sobald ich dazu gekommen bin, zeig ich dir auch da ein paar Ideen. Und das Schöne ist, dass man viele dieser Dinge leicht in größeren Mengen machen kann. Also ja, es gibt am Anfang Anschaffungskosten für Zubehör wie Farbe oder Garn, aber das reicht dann auch für eeeewig. Mit der Sukkulenten-Erde und den Schieferstückchen, die ich für die Pflanztasse gekauft habe (insgesamt zehn Euro) kann ich noch mindestens zehn Tassen befüllen, wenn ich will. I. e. am Ende kommt so eine Pflanztasse mit Begrünung für weniger als vier Euro daher, und das geht noch günstiger, wenn man seinen Kies nicht kaufen muss oder die Erde in größeren Mengen nimmt – aber wo soll ich auf dem Balkon bitte mit einem Fass Blumenerde hin? ^^

Für Leute, die auf nutzlosen Dekokram zum Staubfangen stehen, gibt es übrigens auch unendlich viele Bastelideen, was man alles aus Tassen etc. machen könne, beispielsweise hier. Meine älteste Schwester hat man mit Fimo eine richtige Landschaft in eine gesprungene Teekanne modelliert, ich war sehr beeindruckt. Sowas kann ich definitiv nicht, aber vielleicht bist du fimovirtuos begabt?

In den kommenden Wochen gibt es hier noch ein paar weitere Tipps und Tricks für Geschenke im Budget. Hast du noch Ideen, was man alles mit Tassen machen könnte, wenn man zum Beispiel zufällig (RÄUSPER) drei Dutzend weißer Tassen zuhause stehen hat, weil man sich nicht bremsen konnte?

PS: Für viele dieser Ideen braucht man nicht unbedingt eine Tasse, eine Müslischale tut es oft zur Not auch. Wir sind ja flexibel.

Vorwärts!

Manchmal habe ich superdurchdachte und verplante Tage, mit festen Schreibzeiten und Tageszielen, die alle erreicht werden, und diesem Gefühl von „Accomplishment“, wenn ich Abends ins Bett gehe.

Aktuell sieht es meist eher so aus, dass ich wie wild mit allen acht Armen rudere, um von allem, was getan werden muss, wenigstens ein bisschen zu schaffen. Und dann sitze ich nach Mitternacht auf dem Sofa und tippe einen Blogbeitrag, der eigentlich total organisiert und wohldurchdacht und natürlich wunderschön ausformuliert sein sollte, damit niemand denkt, ich sei tot. Das Manuskript hat Verlustängste, weil es konstant vernachlässigt wird, die Kater haben den großen Aufstand gestartet und der Mann versucht sich zu erinnern, ob er nicht irgendwann mal mit einer Frau zusammengezogen ist, die regelmäßig gesunde Mahlzeiten kocht.

Das Leben ist halt nicht immer so, wie wir uns das denken.

Ist auch gar nicht so schlimm.

Hauptsache, wir machen weiter.

Über die Alternative denken wir am besten gar nicht nach.

Vorwärts!

Mondfeste? Windfeste? Taubenfest? Hauptsache feiern!

Heute geht es mal wieder um ein Schreibthema: Worldbuilding. Und da es gerade allenthalben ja etwas drisch ist, reden wir über etwas, was die meisten Leute mögen: Feste.

Große Feste, kleine Feste.

Was wird in deiner Welt gefeiert? Geburtstage? Religiöse Feste? Naturereignisse? Was ist in der Gesellschaft, in der deine Geschichte spielt, wichtig? Und warum? Wie äußert sich das? Und vor allem – was sind die Unterschiede?

Bestimmt gibt es bei dir in der Gegend (jetzt in der Realität, nicht in den Geschichten) Schützenfeste. Dann weißt du, wovon ich rede. Fünfzehn Kilometer entfernt wird das Schützenfest schon ganz anders gefeiert als bei dir im Ort. (Mit anderen Worten: Die amüsieren sich ganz falsch!)

Oder wenn du mal in einer anderen Gegend auf einer Hochzeit eingeladen warst – gab es Bräuche oder Spiele, die dich überrascht haben?

Häufig findet man in Fantasy-Geschichten nämlich in erster Linie sehr homogene Gesellschaften. Der ganze Kontinent ist ein Königreich, in dem alles überall immer gleich ist und jeder das Gleiche über Geschichte und Politik wissen.

Hast du mal miterlebt, wie die Kölner und Düsseldorfer sich über Karneval zerfleischen? Oder wie die Bonner und die Beueler traditionell streiten? Es gibt keinen Grund, warum das nicht in deiner fantastischen Welt genau so sein sollte. Das macht den Hintergrund lebendig und reich und kann zu lustigen zusätzlichen Verwicklungen und Missverständnissen führen.

Wichtig ist vor allem, dass die Feste und Gebräuche in deiner fantastischen Welt sinnvoll aufeinander aufgebaut sind. In manchen Konstellationen ergibt es mehr Sinn, den Beginn der Regenzeit zu feiern als den ersten Frühlingstag. Einige Völker werden das erste geschlüpfte Küken feiern, andere huldigen dem größten Weinstock. Nomadenstämme haben andere Prioritäten als Bauern, in den Bergen feiert man anders als am Meer – und wenn die halbjährlichen Überschwemmungen für die Bevölkerung überlebenswichtig sind, werden auch die gefeiert. Gibt es deutlich unterscheidbare Jahreszeiten?

Das wichtigste ist, überhaupt Gelegenheiten zum Feiern zu finden.

Von Flöhen und Märkten

Magst du Flohmärkte auch so sehr wie ich? Es ist einfach immer wieder spannend. Nicht so sehr, welche Schätze man findet, sondern vor allem, wovon Leute sich trennen. Das bedeutet nämlich auch, dass sie die Dinge, die sie jetzt so dringend loswerden wollen, irgendwann mal unbedingt haben mussten (oder geschenkt bekommen haben). Deswegen mag ich auch die echten Gebrauchtmärkte lieber als die semiprofessionellen Märkte, auf denen man vor allem günstiges Stückgut in neu bekommt. Was kann ich sagen? Als Autorin bin ich nun einmal besonders neugierig, und nirgends sonst kriegt man soviel Einblick in fremde Haushalte wie auf dem Flohmarkt.

Deswegen war ich am Samstag auch unterwegs. Es gibt in Bonn nämlich achtmal im Jahr, und zwar von Frühjahr bis Herbst jeweils am dritten Samstag im Monat, den Rheinauenflohmarkt. Der gehört angeblich sowohl zu den schönsten als auch zu den größten Flohmärkten Deutschlands, und er ist für mich sogar mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Ich glaube, ich habe es noch nie geschafft, wirklich den ganzen Markt abzulaufen. Irgendwann ist immer die Energie auf und der Fuß lahm, dann brauche ich dringend einen Kaffee und eine Portion Backfisch.

Meist kehre ich ohne besondere Ausbeute vom Flohmarkt nach Hause zurück. Wir haben eh schon genug Kram herumstehen. Aber Büchern kann ich (natürlich) nur schwer widerstehen, und manchmal findet man etwas, von dem man bis zu dem Augenblick gar nicht wusste, dass man es brauchen könne – einen hübschen Wenderock aus Indien oder die perfekte Holzente. Oft halte ich Ausschau nach Dingen, die ich für Bastelprojekte brauchen könnte. Aber ja, ein Buch ist eigentlich immer drin.

Als Kind habe ich das eine oder andere Mal auch auf Flohmärkten verkauft, aber das wurde mir immer schnell langweilig.

Wie stehst du zu Flohmärkten? Yay oder nay? Stöberst du gern oder ist das alles nur gigantische Zeitverschwendung? Gehörst du vielleicht sogar zu den verkaufenden Personen?