Warum sind traumatisierte Figuren nie so richtig traumatisiert?

N

brown and white bear plush toy

Photo by Pixabay on Pexels.com

Neulich hatten wir es ja schon über Klischees. Jetzt gucken wir uns mal eines davon etwas näher an: Den Kommissar mit dem Trauma. Im schlimmsten Fall hat er zur Kompensation Macken und Marotten entwickelt, wie Monk. Und genau bei dem hat mich gestört, dass, je länger die Serie lief, diese Kompensationsmechanismen immer mehr zur Lachnummer verkamen.

Viele Autor*innen vergessen die Traumata, die sie ihren Charakteren anhängen, um ihnen Tiefe zu geben oder auch im Verlauf der Geschichte, immer mal wieder. Oder sie unterschätzen, wie sehr sich so ein Trauma auf jemanden auswirkt. Der oder die wird dann im Verlauf der Geschichte – zum Beispiel durch „Liebe“ (Würggeräusch) – „geheilt“ oder „überwindet“ sein Trauma.

Ja Mensch, wenn das doch so einfach ist??? Muss man nur mehr drüber reden, dann können sich unzählige Leute den Weg zum Therapeuten sparen. Einfach mal ein wenig traumatindern oder sich etwas mehr anstrengen. So schwer kann das ja alles nicht sein.

Es gibt auch Bücher, in denen das besser gelöst ist. Die „Hunger Games“-Reihe hat beispielsweise ihre Fehler, aber ich mag, dass die Figuren im Verlauf mit den Folgen des Erlebten umgehen müssen – und dafür nicht immer die besten Entscheidungen treffen. Aber das Leben geht weiter.

Wenn wir als Autor*innen hingehen und unsere Figuren quälen, sollten wir uns also schon ein wenig Gedanken über das Wie und Warum und die Konsequenzen machen. Schließlich hoffen wir, dass unsere Geschichten die Leser nachhaltig verändern. Wie sollen wir das schaffen, wenn nicht einmal unsere Charaktere Narben zurückbehalten?

Neustart – können sich Figuren komplett neu erfinden und wenn ja, warum tragen Komissare dann immer alles Leid mit sich herum?

Ehe ich eine Geschichte anfange, plotte ich immer mehr oder weniger ausgiebig. Das hilft mir, den Überblick zu behalten und tolle Ideen für die Geschichte nicht zu vergessen. Beispielsweise hatte ich in meiner aktuellen Plot-Excel-Tabelle erst ein eigenes Sammelbecken für tolle Szenen, die ich irgendwie unterbringen möchte, die dann in den Plot sortiert wurden.

Außerdem kann ich mir Notizen an Szenen machen. In einer Szene wird etwas über die Gesellschaft der entsprechenden Welt erklärt, und daneben im Notizfeld steht: BITTE KEINE KLISCHEES!!!

Denn wir wissen ja alle, wie solche pseudospätmittelalterlichen, diffuse mediterranen Gesellschaften funktionieren. Oder? Könnte ja sein, dass aufgrund der historischen Entwicklung vor Ort ein Tabu besteht, Fisch zu essen. Oder dass Häuser alle blau gestrichen werden. Oder … (es ist vor dem ersten Kaffee, verzeiht mir den Mangel an Einfallsreichtum).

Auf jeden Fall muss ich mir diese Gesellschaft noch angucken, aber ich weiß wenigstens, was ich vermeiden will, und dank dieser Notiz werde ich mich bezeiten hoffentlich daran erinnern.

Andere beliebte Klischees in Büchern:

DER KOMMISSAR: Er ist geschieden, Alkoholiker und/oder Raucher, hat ein (fast) erwachsenes Kind und/oder eine Ex-Frau, mit denen er sich nicht gut versteht. Außerdem gibt es eine unschöne Erinnerung, weswegen er den Fall, um den es geht, nicht übernehmen will – zu persönlich. Natürlich ist er so genial, dass er von den Oberen quasi gezwungen wird.

DAS HÄSSLICHE ENTLEIN: Hat nie im Leben eine einzige „make-over“-Sendung gesehen oder ein Girlie-Magazin in Händen gehalten und weiß deswegen nicht, welchen Effekt eine komplizierte Frisur und sieben Lagen Make-Up auf den eigenen Wert auf der Konventionellen Attraktivitäts-Skala haben. Pluspunkte, wenn sie sich bisher noch keine Körperteile rasiert hat. Da ihr Charakter völlig egal ist, verlieben sich alle in sie, sobald sie ein Sommerkleid trägt.

DIE TRAUMATISIERTE: Außen tough, innen sensibel und verstört. Muss meistens gerettet werden, das geht am besten durch die Genitalien eines gutaussehenden Mannes, den sie erst nicht leiden kann.

DER MILLIARDÄR: Früher war er nur Millionär, aber das ist aus der Mode geraten. Von allen missverstanden, hält sich vielleicht sogar selbst für einen schlechten Menschen. Auch zutiefst sensibel, wird von den Genitalien einer Frau gerettet, die er eigentlich nur wie ein Objekt behandeln wollte. Tja, einmal nicht aufgepasst, schwupps verliebt. (Die Rettende ist oft eine Mischung aus Ente und Traumatisierter.)

DER*DIE REBELL*IN: Jung. Gegen alles. Total unverstanden. Hält „Fight Club“ für ernstzunehmende Kunst. Alle Erwachsenen sind gegen einen. Stimmungsschwünge. Je älter der*die Lesende wird, desto stärker wird das Bedürfnis, ihn*sie zu würgen.

Zugegeben, wenn man die alle in einen Film oder ein Buch stecken würde, könnte das lustig werden. Vielleicht mache ich das irgendwann.

 

Und am Ende waren sie mal wieder alle tot

Oder wenigstens fühlt es sich so an. Ich habe getan, was ich alleine tun kann, die Geschichte ist erzählt und poliert, das Manuskript fertig und auf dem Weg in die große weite Welt. Die letzten zwei Tage habe ich, ungesundes Zeug in mich hineinstopfend, in Gammelklamotten am Rechner gelebt, um noch einmal alles durchzugehen. Jetzt erfülle ich das Klischee der verwirrten, ungekämmten Autorin. Welches Jahr haben wir? Wo bin ich? Was ist das für ein helles Licht da draußen?

Leider dauert es noch eine Weile, bis ihr selbst nachlesen könnt, ob sie tatsächlich alle tot sind. Bis dahin werde ich euch mit anderen Dingen ablenken. Zum Beispiel habe ich jetzt ein paar Wochen Urlaub und schon lange nicht mehr meine Soundbox aufgebaut. Ich könnte euch eine Geschichte vorlesen, wie wäre das? Ist ja schon seit langem versprochen.

Aber nicht heute. Heute lege ich mich auf eine Lieferdienstpizza, breche einen von den guten Beerenweinen an und bin für einen Abend ein nutzloses Mitglied der Gesellschaft. Und morgen mache ich mit dem nächsten Manuskript weiter. Was soll ich sagen? Es wird zauberhaft!

Live und in Farbe!

pexels-photo-3661650

Photo by Divyesh Maheshwari on Pexels.com

Tja, dieses Jahr wird es wohl nichts mit dem Konzertsommer. Drei der Veranstaltungen, für die wir Karten haben, wurden bereits verschoben. Nachvollziehbar und vernünftig, aber so richtig Spaß macht das nicht. Egal, üben wir uns eben in verlängerter Vorfreude.

Geht ihr gerne auf Konzerte? Bei mir ist das ein wenig gemischt. Oft ist es mir zu laut, und große Menschenmengen finde ich schwierig – aber für eine gute Show nehme ich das gerne in Kauf. Ich habe im Lauf der Jahre fast alles gesehen: Von der Straßenperformance zum ausverkauften Stadion und vom Clubkonzert bis zum mehrtägigen Festival. Dabei waren die großen Konzerte nicht immer die besten. Und bei einigen Musiker*innen, muss ich sagen, gibt es ein definitives Gefälle zwischen Studio- und Livemusik. Das kann in beide Richtungen gehen.

In den letzten Jahren war mein Highlight die Gruppe „Kissin‘ Dynamite“, der man die schwäbische Herkunft definitiv nicht anhört. Falls ihr Heavy Metal mögt und euch von Schülerband-Image nicht abschrecken lasst, sind die definitiv einen Ausflug wert.

Natürlich erst, wenn wir diese lästige Covid-Sache hinter uns haben. Passt auf euch auf!

Servicemeldung: Nachhaltigkeit

Ja, ich weiß, das ist so ein Modewort. Aber lasst mich ausschreiben.

IMG_4910

Das hier ist nicht das älteste Handtuch, das wir haben. Es ist … eben rechnen … fast alt genug für den Führerschein (im August ist es soweit, sollen wir eine Party schmeißen?) und war ein Dankeschön von der Wäscherei, in der ich zwischen Schule und Studium gejobbt habe. Eigentlich war ich zwar fürs Geld da, aber so ein Handtuch ist auch ganz praktisch – vor allem, wenn man gerade seinen Studentenhaushalt vorbereitet.

Keine Sorge, ich habe es zwischendrin gewaschen.

Natürlich sieht es ein wenig ranzig aus. Es ist nicht mehr komplett symmetrisch, und irgendwann ist jemand (hust!) auf die Idee gekommen, schnell ein wenig schwarze Schuhcreme wegzuwischen, das kann man bestimmt auswaschen … na ja, das Handtuch trocknet trotzdem. Wir bieten es eben nicht mehr Gästen an.

Die ältesten Handtücher, die wir haben, habe ich übrigens von meinem Vater geerbt, als ich ausgezogen bin. Die haben mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel (aber noch keine dreiundzwanzig, so genau kann ich es eingrenzen). Und es gibt ein paar Waschlappen und kleine Handtücher, die meinem Großvater gehört haben. In unserem Küchentuchregal sieht es ähnlich aus. Da ist wenig Hübsches, aber solange es tut, was es soll, gibt es wenig Grund, etwas zu ersetzen.*

Aber ich bin ja sowieso verrückt, ich wasche auch Küchenschwämme so lange, bis sie fast zerfallen, und verwende sie eben für Terrarium, Bad, … weiter. (Zum Spülen verwende ich Spüllumpen, wie es sich gehört.) Außerdem in meinem Besitz: Wiederverwendbare Abschminkpads und Baumwolltaschentücher.

Und was mache ich mit den Reichtümern, die ich dadurch spare? Natürlich in Bücher investieren. Die machen auch nachhaltig glücklich.

 

*Mit einer Ausnahme: Vor Jaaahren hatte ich Bettwäsche bestellt, und ein Paar Sets war in nicht ganz passenden Farben geliefert worden. Das eine war mehr so grün, das andere eher gelblich. Nachdem ich mich zehn Jahre jedesmal beim Bettenbeziehen darüber geärgert habe, habe ich die beiden Sets vor einem Monat endgültig in die Altkleidersammlung gegeben. Sonst wäre ich noch völlig verrückt geworden, sagt mein Einhorn.

Kleider machen Leute, oder: Seid froh, dass ich angezogen bin

Die Tage spielte der Mann eines dieser typischen Jump/Run/Fight-Spiele auf der Konsole, und wie so oft saß ich daneben und wusste alles besser.

Es ging unter anderem darum, mit Hilfe von Robotern gegen andere Roboter zu kämpfen. Und die helfenden Roboter hatten als weiblich zu lesende Körper – inklusive hoher Absätze.

Wenn ich mir überlege, wie groß im Moment noch die Schwierigkeiten sind, auch nur vierbeinige Roboter im Gelände nicht umkippen zu lassen, halte ich das ja schon für etwas weit hergeholt.

Und überhaupt, welchen Sinn hat es, Kampfrobotern sexy Körper und Absätze zu geben? Wenn ich als Roboter ein Mitspracherecht hätte, dann hätte ich stattdessen doch lieber drei zusätzliche Maschinengewehre.

Wahrscheinlich wollten die Designer nur ein wenig spielen und die verschiedenen Roboter leichter voneinander unterscheidbar machen. Aber einen Augenblick mitdenken hätte nicht geschadet. Wer baut Roboter so, dass sie extra unsicher stehen? (Ja, ich halte mich an den Absätzen stärker auf als an der schmalen Taille und den Robobrüsten – in denen sind vielleicht Geschosse versteckt.)

Solche unlogischen Entscheidungen begegnen einem oft in Filmen und Büchern. Da tragen Amazonen keinerlei Rüstung, Waldläuferinnen lange Kleider (mit denen man sich garantiert nicht im Gebüsch verfängt – für euch getestet [/sarkasmus]) und Piraten unter der sengenden Sonne gehen gerne ohne Hemd. Ich verstehe durchaus den optischen Appeal solcher Entscheidung, aber als Erschaffer solcher Welten sollte man immer im Hinterkopf behalten – eure Figuren leben in diesen Welten! Die haben es unbequem, wenn ihr Mist baut. Oder schlimmer noch, sie fallen über ihre Absätze, bleiben mit dem Ballkleidsaum hängen und erwürgen sich, wenn sie von der Klippe fallen!

Vor kurzem haben wir mit einigen Autorinnen überlegt, dass wir mal ein eigenes Shooting für Coverfotos machen müssten, denn – genau solche dusseligen Klamottenentscheidungen findet man auch oft auf Stock Photos, wie viele Leute sie eben für ihre Cover verwenden (ist eine Preis- und Aufwandsfrage). Man findet eben keine vollständig und praktisch bekleidete Kriegerin mit Schwert. Stattdessen laufen zierliche Damen im Abendkleid, die noch nie eine einzige Schwiele an ihren weißen Fingern hatten, barfuß um Mitternacht ins Unterholz. Geiler Plan.

In Serien sehe ich das auch oft – vor allem Polizistinnen in US-Serien, die auf Absätzen Verdächtige verfolgen. (Ja, die Sache mit den Absätzen stört mich echt. Die sind unbequem. Und schlecht für die Füße. Ist mir völlig egal, wie hübsch die sind.) Wenn du weißt, dass du den ganzen Tag zu Fuß unterwegs bist, ziehst du DIE Schuhe an? Natürlich, die passen schließlich zum Spitzentop, unter dem man wirklich keinen sinnstiftenden BH anziehen kann.

Gut, mir ist ja meistens schon das Basis-Make-Up für einen gewöhnlichen Arbeitstag zuviel. Die Kolleg*innen können wirklich mehr als glücklich sein, dass ich angezogen komme. Und zur nächsten Feier, bei der auf der Einladung „festliche Abendgarderobe“ steht, ziehe ich mir einen Pyjama an und wälze mich in Glitzer. Aber sogar die Freundinnen, die viel auf ihr Aussehen geben, gehen nicht in hohen Schuhen spazieren oder radfahren. Die sind nämlich alle schlau.

(Bei Männern gibt es bestimmt ähnliche Mode-Dummheiten, die ich nur nicht kenne, weil ich so selten Männerkram trage. Helft mir aus!)

Was ist das Schlimmste, das passieren könnte?

IMG_4944

Zum Glück habe ich liebe nähende Bekannte.

Ich weiß, ich weiß, das Thema nervt. Und es geht jetzt schon eine ganze Weile so. Und man hört immer so viele widersprüchliche Dinge.

Helfen Masken?

Helfen sie nicht?

Schaden sie vielleicht sogar?

Ich bin da genau wie ihr – so richtig wissen tu ich es nicht. Natürlich habe ich diverse Artikel und Kommentare aus unterschiedlichen Quellen gelesen und mir meine Gedanken gemacht.

Dann habe ich angefangen, unseren Maskenvorrat zu erweitern. Inzwischen liegt etwa ein Dutzend griffbereit in der Schublade hinter der Wohnungstür, und wenn ich morgens aus dem Haus gehe, stecke ich eine frische ein. Außerdem haben wir eine Notfallmaske im Handschuhfach, falls ich das Einstecken mal vergesse oder so.

Und wozu die Mühe?

Ich habe mir zwei verschiedene „Worst case“-Szenarien angeschaut:

  1. Die Masken sind überflüssig, Covid-19 ist gar nicht so schlimm und/oder wir verschwenden alle nur Zeit und Geld, weil wir Masken tragen.
  2. Niemand trägt Masken, obwohl die eigentlich Leben retten könnten.

Was ist das schlimmste, das im ersten Fall passieren könnte? Genau, wir sehen alle ein paar Monate lang lächerlich aus, wenn wir in den Supermarkt gehen.

Im zweiten Fall sterben Leute. Vielleicht nicht du oder ich, wir sind relativ gesund (obwohl meine Schilddrüsenfehlfunktion mich auch schon zur Risikopatientin macht, die beeinträchtigt das Immunsystem). Aber ältere Leute, kranke Leute, Kinder mit Vorerkrankungen – und überhaupt: Vorerkrankungen. Dazu gehören so lustige Dinge wie Bluthochdruck und Diabetes, die lästigen Volkskrankheiten, unter denen ein Drittel (Bluthochdruck) beziehungsweise ein Zehntel (Diabetes) leiden. Vielleicht auch Verwandte oder die netten Nachbarn. Zu guter Letzt gibt es dann die Fälle, die schlimm verlaufen, ohne dass man eine Erklärung dafür findet.

Ich finde es nicht schlimm, lächerlich auszusehen. An manchen Tagen gelingt mir das sogar ohne Maske. Aber ich fände es schlimm, wenn massenweise Leute an einer gegenwärtig noch beherrschbaren Infektion sterben, weil die Mehrheit sich nicht zurücknehmen will.

(Disclaimer: Der Mann ist fast ausschließlich zuhause und arbeitet vom Sofa aus, während ich ins Büro und in den Supermarkt gehe. Ich habe unser Auto in die Werkstatt gebracht. Ab und zu bestellen wir Essen und holen es ab oder lassen liefern. Gelegentlich treffe ich Freundinnen für Spaziergänge. Und ja, ich gehe fast täglich in den Wald. Soweit ich das verstehe, gibt es keinen Grund, sich in der eigenen Wohnung zu verschanzen, solange man die Hygieneregeln einhält.)

Also reißen wir uns doch alle einfach noch eine Weile zusammen. Covid-19 ist nicht für immer. 2020 ist ein blödes Jahr, aber es hat auch nur 366 Tage. Vielleicht wird 2021 noch viel blöder, aber das wissen wir jetzt noch nicht. Aber egal, was noch kommt, wir kriegen das gebacken.

„Wie isst man einen Elefanten? – Einen Bissen nach dem anderen.“ (Quelle unbekannt)

 

Wenn der Lockdown erst vorbei ist … oder: Man wird ja wohl noch träumen dürfen!

Und da träumen wir doch mal richtig. Welche fünf Traumziele würde ich gerne mal besuchen?

  1. Japan – für eine Japanischstudentin ist es fast schon peinlich, nicht dort gewesen zu sein. Aber das meiste habe ich inzwischen eh wieder vergessen, also ist das okay. Trotzdem möchte ich unbedingt einmal hin.
  2. Mexiko – nicht nur für den Tequila, auch für die Landschaft und die Kultur. Und für den Tequila.
  3. Die Ostsee – ein kleineres Ziel … und eines, das ich auch eher verwirklichen kann. Lacht ruhig, aber ich war noch nie so richtig da, außer in dem einen oder anderen Frachtfährhafen.
  4. Hawaii – nicht für mich, sondern für den Mann, das ist sein ultimatives Traumziel. Gut, so ganz selbstlos bin ich nicht, die Vulkane und die Strände würde ich schon gerne mit eigenen Augen sehen. Und vor allem eben mit dem Mann.
  5. Australien – der Kontinent, auf dem alle Lebewesen einen umbringen wollen. Klingt verlockend, oder?

Natürlich ist die Liste damit noch lange nicht erschöpft, aber ich wollte euch nicht mit einer Aufzählung aller Gegenden der Welt langweilen. Was sind eure Top-Reiseziele?

Wie ein Gruß aus einer anderen Zeit

pexels-photo-1816229

Photo by Zachary DeBottis on Pexels.com

Briefe – wer kennt sie noch? Nicht diese furchteinflößende Dinger, die man vom Finanzamt kriegt, sondern schöne, persönliche, handgeschriebene Briefe. Vielleicht sogar auf hübschem Papier und in bunten Umschlägen?

Ich gestehe – ich bin ein Fan. Und ein paar Brieffreundschaften habe ich über die Jahre sogar ins Erwachsenenleben gerettet. Auf der anderen Seite der Feder sitzen sehr geduldige Leute, denen es nur wenig ausmacht, wenn ich mal wieder zwei Monate nicht zum Schreiben komme, weil das Leben so hektisch ist.

Und da wären wir auch schon beim größten gleichzeitig Vor- UND Nachteil von Briefen: Sie brauchen Zeit.

Es ist ein Luxus, sich eine Stunde hinzusetzen und in aller Ruhe, möglichst noch von Hand (nächstes Geständnis: Manchmal tippe ich meine Briefe, damit wenigstens mal wieder ein Lebenszeichen auf Reisen geht), einen persönlichen Monolog für eine konkrete andere Person zu formulieren.

Außerdem ist ein Brief immer eine Momentaufnahme. Bis er beim Empfänger angekommen ist, ist der Inhalt vielleicht schon gar nicht mehr wahr! Auch das macht ihren Reiz aus.

Nun zu euch: Hattet oder habt ihr Brieffreunde? Wie sind eure Erfahrungen mit persönlichen Briefen? Und ganz wichtig: Was sind eure Quellen für hübsches Briefpapier? Ich bin immer auf der Suche. ^^

Handschriften und andere Rätsel

Bei uns auf der Arbeit wird viel gelästert. Vor allem über die Handschrift von Ärzten. Nicht einmal andere Ärzte können die Handschrift von Ärzten entziffern. Ein Kollege der medizinischen Geschmacksrichtung erklärte das mal so:

In einer Medizinvorlesung wird so schnell so viel Wichtiges gesagt, das man alles mitschreiben muss, dass man sich das Schönschreiben wegen all der wichtigen Dinge einfach abgewöhnt.

So etwas erlebt man in anderen, nicht-medizinischen Vorlesungen ja nicht.[/sarkasmus]

Meine Theorie ist ja eher, dass Ärzte davon ausgehen, dass sie sowieso kein Normalsterblicher versteht, dann ist das mit der Handschrift auch nicht so schlimm. ^^

Übrigens muss ich ganz leise lästern, wenn wir von Handschriften reden. Meine ist zwar einigermaßen leserlich – dank unermüdlicher Übungen und der Tatsache, dass in meinem Studium einfach nicht soviel Wichtiges erzählt wurde – aber dafür ändert sie sich im Verlauf einer Seite durchaus mehrmals. Briefe von mir sehen also immer ein wenig aus, als seien sie von mehreren miteinander um den Stift kämpfenden Geisteskranken verfasst worden (und der Inhalt vermittelt wahrscheinlich ein ähnliches Bild).

In Sprachen mit anderen Schriftsystemen sieht das übrigens ganz ähnlich aus. Ich hatte nie diese niedliche Mädchenschrift. Sogar auf Arabisch wirken meine Buchstaben, als seien sie von einem genervten Fünftklässler unter Androhung körperlicher Züchtigung dahingeschmiert. Aber man kann sie wenigstens lesen.

Ob ich mich vielleicht irgendwann doch mal an Kalligraphie versuchen sollte?

letter-handwriting-family-letters-written-51159

Photo by Pixabay on Pexels.com