Wenn die Welt mal wieder Kopf steht …

… verkrieche ich mich auf dem Sofa.

Draußen herrscht Karneval.

Wie immer ist das Wetter mies. Das ist wohl so eine rheinische Tradition. Heute servieren die Wettergötter Sturm und Regen. Zwischendrin gibt es dieses grelle Beinahe-Frühlingssonnenlicht, das einem in den Augen sticht.

Zum Glück habe ich die Vorhänge zugezogen. In der Küche gibt es einen großen Schongartopf voll Chili, die Regale sind voll mehr oder (vor allem) weniger gesunder Snacks … und auf dem Herd steht ein Topf mit Ingwertee, denn ausgerechnet jetzt bin ich erkältet.

Na ja, besser so als zur Buchmesse. Zum Auskurieren blättere ich mich durch das Horrorfilmangebot. Zombies sind mir inzwischen zu langweilig, die gibt es inzwischen an jeder Ecke – und meistens ohne aufregende neue Idee. Ich mag es nicht, wenn Filme nur eine Ausrede dafür sind, ein Schlachtfest zu inszenieren … unabhängig davon, ob jetzt Menschen oder Monster geschlachtet werden. Billige Schockeffekte reizen mich auch nicht besonders. Ich will mich gruseln! Von der Geschichte mitgerissen, mit den Charakteren mitfiebernd, atemlos nach einer Lösung suchend, wo es vielleicht keine gibt.

Der Mann teilt meine Liebe für alles, was einem Angst einjagt, nur begrenzt. Meistens sind ihm die Filme und Serien zu anstrengend. Kriminal-Dokumentationen schaut er hingegen gerne mit. Es trifft sich also gut, dass er heute arbeiten muss, so habe ich Sofa und Grusel für mich alleine.

Zu meinen gruseligen Favoriten in letzter Zeit gehörten übrigens „Bird Box“ und „Our House“ – vor allem wegen der Charaktere. Wenn die stimmen, habe ich jeden Film (und auch jedes Buch) zur Hälfte gekauft. „Apostle“ war auch interessant, bis auf diese eine unnötig blutrünstige Szene. Wenn ihr ihn gesehen habt, wisst ihr vielleicht, welche ich meine.

Wie steht es bei euch mit dem Grusel-Wusel? Yay oder nay? Und wenn ihr einen Tag lang eine bestimmte Sorte Film gucken müsstet/dürftet, welche wäre das?

Die bunten Siebziger. Eine verfressene Odyssee.

Gestern nach der Arbeit ging es für Andrea und mich ins Kino. Also, erst ging es in die Fußgängerzone, um Sonne zu genießen und Cupcakes zu essen.

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Stilecht aus dem Wonnetörtchen, von Andrea liebevoll in der Hand transportiert. Hinten Straciatella, vorne Mango-Zitrone. Yum!

Danach sind wir ein wenig durch die Innenstadt geschlendert, um die Sonne zu genießen. Eigentlich wollten wir einen bestimmtne Dönerladen ausprobieren, aber nach der Cupcake-Fülle … lieber bummeln gehen. Und irgendwie sind wir dann in unserem früheren Stammlokal gelandet. Um fünf Uhr nachmittags.

Dort konnten wir uns auch nicht lange aufhalten, denn EIGENTLICH waren wir fürs Kino verabredet. Mit Filmbeginn um 18:30. Kultur für das Best-Ager-Publikum, sozusagen. Wir wollten „Der Junge muss an die frische Luft“ gucken.

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Ausgewogenes Abendessen – ein Snack in jeder Hand

Was kann ich sagen? Vorher wusste ich nichts über den Film – nur, dass Andrea ihn gucken wollte. Und Andrea wusste nichts über den Film – nur, dass sie den Hauptdarsteller so knuffig fand.

Keine von uns wurde enttäuscht. Der Film ist leicht und lustig und ernst, mit den typischen Farben, die wir Jungspunde noch von vergilbten Familienfotos erkennen, und Liedern, wie wir sie früher noch auf Schallplatte hatten. Unbedingt anschauen, wenn ihr ihn noch findet!

Irgendwie habe ich jetzt das Bedürfnis, winzige Mettigel zu machen. ^^

Kultur ist nicht nur im Joghurt nützlich

Nein, ab und zu kann man sich auch etwas Kultur für den Geist gönnen. Aus diesem Grund – und weil Andrea die Echte (im Gegensatz zu Andrea der Lüsternen) einmal mehr ihr exhibitionistisches Talent ausleben wollte – waren der Mann und ich am Freitag im Theater. Es gab Gefährliche Liebschaften … angeblich ein Klassiker, den ich nichtsdestotrotz (noch?) nicht gelesen habe. Man kann ja auch nicht alles kennen. Fotos und eine Besprechung des Stücks findet ihr im Link. Ich stimme nicht allem zu, so bin ich dem Charme des Vicomte nicht direkt erlegen, aber die Aufführung war auf jeden Fall sehenswert.

Natürlich gab es nach dem Stück noch Blumen für Andrea, alles andere wäre nicht standesgemäß gewesen. Und eigentlich sollten Ruhm und Ehre nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Später im Jahr gibt es übrigens noch ein zweites Theaterstück, dem ich passiv zuschauend beiwohne, während Andrea vorne die Rampensau gibt. Natürlich werde ich wieder berichten.

Ich mag meine künstlerisch wertvollen Freunde. ^^

Lese-Themen

Auf dieser Unterseite könnt ihr, falls es euch interessiert, nachverfolgen, was ich so lese. Und wenn ihr genau hinschaut, erkennt ihr für 2019 vielleicht eine Art Lesethema – oder eher eine Challenge. Gut, so genau muss man gar nicht hinschauen. Ich möchte, möglichst innerhalb eines Jahres, sämtliche Scheibenwelt-Romane in chronologischer Reihenfolge lesen.

Die Gründe hierfür sind ziemlich einfach.

  1. Ich finde Terry Pratchetts Beobachtungsgabe unglaublich.
  2. Ich möchte schauen, ob/wie sich sein Schreiben mit der Zeit verändert hat.

Ja, das ist so ein Autorinnen-Ding. Gerade bei anderen Schreibenden, die wir selbst verehren, lohnt es sich, einen Blick auf die Schreibentwicklung zu tun, denn nicht einmal die großen Genies sind fertig aus dem Kreativ-Ei geschlüpft, und wenn sie das von sich selbst glaubten, täten sie die Chance auf Weiterentwicklung verschenken.

Mir geht es beim Schreiben meistens so, dass ich zeitweise ganz verliebt bin in das, was ich da tue. Dann wieder halte ich alles für Mist. Gegen Ende bin ich dann von jeder Geschichte schon eher überzeugt – sonst würde ich sie euch ja nicht zeigen. Und wenn ich nach ein paar Jahren noch einmal reinschaue, fallen mir so typische Anfängerfehler auf – egal, ob es mein erstes oder siebtes Buch ist. Heißt hoffentlich, dass ich ständig dazulerne und besser werde.

(Alternativ: Dass ich die gleichen Fehler immer wieder mache, aber davon gehen wir, bitte, nicht aus.)

Wer selbst schreibt, liest sowieso ganz anders. Einige AutorInnen die ich kenne, sagen, sie läsen gar nicht mehr, denn sie hätten Angst, dass die Schreibweise anderer Leute ihren eigenen Stil verwässere. Andere sagen, das Erlernen des Schreibhandwerkes hätte ihnen das Lesen madig gemacht, weil sie nur noch als AutorInnen lesen und sich nicht mehr einfach an einer Geschichte freuen können. Für mich ist es ein Mittelding: je mehr ich schreibe, desto weniger Geduld habe ich für handwerklich schlechte oder mittelmäßige Bücher – die lege ich schnell wieder beiseite. Gut gemachte Bücher kann ich aber auch viel mehr genießen, weil ich oft nachvollziehen kann, wie bestimmte Effekte im Text erzielt worden sind.

Udn wie sieht es jetzt auf der Scheibenwelt aus? Ich bin gerade erst mit Band 4 fertig, aber ich werde euch über meine Erkenntnisse auf dem Laufenden halten, wenn sie denn (scheiben-)weltbewegend sind.

Die Stimmen in meinem Kopf!!!

Aus dem Leben einer Autorin:

Für mein aktuelles Manuskript verwende ich mehrere verschiedene Perspektiven. Zwar unterschiedlich gewichtet, aber schon merklich. Und da ich chronologisch schreibe, merke ich gerade hart, wie schwer es ist, zwischen den verschiedenen Charakteren und Erzählweisen umzuspringen.

Ihr müsst ja bedenken: Leute nehmen die Welt ganz unterschiedlich wahr, schon allein danach, ob sie groß oder klein sind, Morgenmensch oder Nachteule, auf der Flucht oder eben nicht. Jeden fallen unterschiedliche Dinge in siener Umwelt auf, und man hat unterschiedliche Informationen zu der Welt, in der man sich bewegt.

Natürlich wirkt sich das darauf aus, wie die Charaktere ihre Szenen erleben.

Und immer, wenn ich von einer Perspektive in die andere wechsle, brauche ich eeeeeeeewig – Moment, nochmal: Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee(eeeeeee…)wig, um den ersten Absatz richtig hinzubekommen. Auch wenn ich mit dem Charakter eigentlich vertraut bin. Meine Schreibmuskeln müssen sich jedesmal wieder neu aufwärmen.

Ich bin mal wirklich gespannt, ob man das im fertigen Manuskript dann auch bemerkt. Kommt wohl darauf an, wie gut ich diesen Charakterspagat hinbekomme. Drückt mir die Daumen, dass sich da im Gehirn nichts ausrenkt!

Einmal mit Profis, bitte!

Einige Sätze, wie man sie im oder rund ums Büro hören könnte:

„Das ist keine Frau! Das sind drei gestapelte Hühner mit gemachten Titten!“

„Süße … ich würde dich in der Tiefgarage in die fiese Pfütze schubsen, aber ansonsten bin ich Profi.“

„Deinen Stil beschreibt man am besten mit dem Satz: ‚Jetzt ist es auch egal.'“

„Der Betrieb auf dem Flughafen Köln-Bonn wurde wegen der Schneemassen teilweise eingestellt.“ – „Hoffentlich passiert das nicht, wenn ich im Juni nach Manchester will.“

„Deswegen können wir keine Kinder kriegen – wir wissen gar nicht, wie man sie serviert.“

(Ich liebe meine Kolleginnen.)

Ankündigung: Lesung im Wonnetörtchen!

Nicht ich, sondern Eleonore Laubenstein, eine Freundin aus dem Nornennetz liest am Donnerstag, 07.02.2019, ab 19:00 im Wonnetörtchen in Bonn aus ihrer „Enzyklopädie der Wächter„. Kommt zahlreich, es lohnt sich!20190102_170442_0011

Autorinnenbiographie: Die gebürtig aus Münster stammende Eleonore Laubenstein wollte eigentlich niemals Autorin werden. Bis zum Abitur konzentrierte sie sich lieber aufs Zeichnen und ihre Leidenschaft für Sprachen und entwickelte mit 15 ihre erste eigene Kunstsprache. Während ihres Linguistikstudiums an der Universität Leipzig begann sie sich erstmalig für das Plotten von Geschichten zu interessieren und veröffentliche 2017 schließlich den ersten Teil ihrer Fantasytrilogie „Die Enzyklopädie der Wächter“ im Selfpublishing, dessen zweiter Band im Januar 2019 erschienen ist. Neben Studium und Schreiben gibt sie Autorentipps zum Worldbuilding und Conlanging auf ihrem eigenen Blog und rief 2018 die „Buchstudent Awards“ ins Leben.

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Die sabbernde Gretel

Vor einer ganzen Weile schon hatte der Chaospony Verlag (kennt ihr, da wohnen Andrea und Bob) ein Crowdfunding gestartet. Das Ziel: Einen ordentlichen 3D-Drucker besorgen, um damit die bei Viellesern beliebten Goodies zum Buch drucken zu können.

Diese Notwendigkeit war natürlich die Schuld von Andrea der Echten. Die hatte sich nämlich eiskalt geweigert, eine angemessene Auflage kleiner Bobs in Handarbeit herzustellen.

Ja, das ist alles Handarbeit. Nicht meine.

Also hatte Sandra die Idee, einen 3D-Drucker zu organisieren und winzige Bobs zu drucken. Und da die Biester teuer sind – Crowdfunding.

Natürlich habe ich mich auch beteiligt. Und heute kam völlig überraschend Post.

Offenbar existiert dieser 3D-Drucker schon, und er hat auch schon einen Namen. Oder vielmehr: SIE hat einen Namen. Die sabbernde Gretel. Ich nehme an, das ist Zwischenfällen beim Druck geschuldet. ^^

Auf jeden Fall lassen die gedruckten Bobs (Böbber?) noch auf sich warten, aber zur Entschädigung gab es heute ein kleines Überraschungs-Trostpaket. Enthalten war ein Gruß von Gretel in Person, eine Anleitung für eine selbstgebastelte Tentakelkrone, ein paar süße Trostpflaster und Goodies zu einigen der anderen Chaospony-Bücher.

Und jede Menge Glitzer.

Wirklich.

Ich habe Glitzer an Stellen, an denen kein Glitzer sein sollte.

Außerdem gab es Tee. Wenn man den trinkt, glitzert man wahrscheinlich auch von innen.

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Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, noch einmal eine Lanze für Kleinverlage zu brechen – gut, ihr werdet nicht reich. Das Werbebudget ist vielleicht begrenzt. Und bei einem Eine-Frau-Unternehmen wie dem Chaospony Verlag kann sich auch einmal was verschieben, wenn das Schicksal in Gestalt zürnender Elektroinstallationen dazwischenfunkt. Aber viele Kleinverlage machen den Mangel an Größe mit einem Übermaß an Einsatz und Kreativität wieder wett, und der Kontakt ist eigentlich immer persönlich und herzlich.

Ich bin auch nach mehr als einem Jahr immer noch froh, dass Andrea und Bob so ein tolles Zuhause gefunden haben, und freue mich auf viele weitere Bücher aus dem Chaospony Verlag.

 

Autoren sind auch nur Menschen

Verdrehte Menschen mit einem merkwürdigen Sinn für Humor, aber nichtsdestotrotz Menschen.

Dazu gehört unausweichlich, dass Autoren Meinungen haben. Zu Politik. Zu Ethik. Zu Rosenkohl.

Und nur weil man einen Autor gerne liest, bedeutet das nicht, dass man mit seinen Meinungen konform gehen muss.

Ab einem gewissen Punkt möchte ich persönlich allerdings (und das ist meine Meinung als Autorin) manche Autoren nicht mehr unterstützen. Akif Pirinçci gehört dazu. Tolle Katzenkrimis, krudes Weltbild. Werde ich zukünftig nicht mehr lesen. Ist für ihn wahrscheinlich kein Verlust, aber meinem Gewissen geht es damit besser. Marion Zimmer Bradley war lange eine meiner Lieblingsautorinnen – nach der Autobiographie ihrer Tochter mag ich ihre Bücher nicht mehr anfassen. (Eine detaillierte Besprechung auf Englisch findet ihr hier.)

Was bedeutet das für Autoren? Sollen wir ein schönes medientaugliches Profil präsentieren und nur mehrheitstaugliche Allgemeinplätze vertreten? Bitte nicht! Abgesehen davon, dass das zu sehr langweiligen Büchern (und Autoren) führen würde, ist es doch schön, in einer Welt zu leben, in der verschiedene Ansichten und Lebensstile nebeneinander existieren können, solange niemand durch sie zu Schaden kommt.

Und wie ist es, wenn man erst auf das Profil einer Autorin aufmerksam wird, ehe man ihre Bücher liest? Manchmal kriegt man dadurch eine zusätzliche Interpretationshilfe – aber im Ernst, meistens kann man zwischen Autor und Buch schon deutlich trennen. Ich schwöre, keine Aliens in meinem Keller. Wenigstens nicht, als ich das letzte Mal geguckt habe. Wobei ich auch schon sagen muss: Wenn jemand in der ÖFfentlichkeit durch Standpunkte auffällt, die ich so gar nicht teile, und derjenige diese nicht halbwegs sachlich verteidigt, verliere ich schnell die Lust, dessen Bücher zu lesen.

Vielleicht sollten Autoren mit WahnWarnhinweisen kommen, zum Beispiel: Enthält Feminismus, Katzenhaare, den unbedingten Glauben an die Menschenrechte. Pro-LGBT, pro-choice, schrecklicher Humor. Koffeingehalt 97 %.

 

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Beweisbild: Menschliche Autorin, ca. 2018. ^^