Malerfürsten

„Eigentlich waren das doch die Kardashians des neunzehnten Jahrhunderts.“ Ein gehässiger Kommentar meinerseits während einer Kuratorinnenführung zur Malerfürsten-Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle, die noch bis zum 27. Januar zu sehen ist. Die Freundin, die mit mir vor Ort war, verzog das Gesicht, und lauschte lieber wieder qualifizierteren Ausführungen.

So ganz zutreffend ist das wahrscheinlich nicht – die Malerfürsten, um die es ging, waren handwerklich nämlich alle überaus talentiert. Trotzdem fiel mir bei der Ausstellung der absolute Wille zu Reichtum und Ruhm auf, der sich durch die Biographien der dargestellten Personen zog.

Die Malerfürsten waren keine Künstler, die im stillen Kämmerlein mit sich und den Musen rangen. Oder falls doch, so behielten sie das schön für sich. Stattdessen inszenierten sie sich, ihre Familien und ihre Kunst als Teile der Öffentlichkeit, setzten sich selbst und einander gegenseitig mit Ausstellungen, Festen und Skandalen in Szene und legten es geradezu darauf an, bekannt und sozusagen durch ihre Kunst geadelt zu werden.

Heute würde man solche Personen wahrscheinlich halb-liebevoll als „Rampensau“ bezeichnen und hätte, wenn man sich als Künstler höherer Sphären darstellen will, in erster Linie leise Verachtung für solche Strategien übrig. Die Kunst hat zuerst zu kommen und nur der Kunst zu dienen. Man hat nicht den Geschmack der Masse zu bedienen, welche ja sowieso zu „tumb“ ist, die zarte Künstlerseele zu verstehen.

Letztendlich, unterstelle ich mal, rechtfertigen manche Künstler so ihren eigenen Mangel an Ruhm und Reichtum vor sich selbst – sie sind „zu künstlerisch“ für diese Welt, „zu zartfühlig“.

Und ich? Ich bin zu schüchtern für sowas. Ich mag große Menschenmengen meistens nicht und bin eine gigantische Niete – sozusagen der Hauptgewinn unter den Nieten – wenn es um Smalltalk geht. Auch meine Schlagfertigkeit ist live eher enttäuschend, wenn ich meine Gesprächspartner nicht gut kenne. Auch wenn mir manchmal der eine oder andere böse Witz entfleucht. Trotzdem hätte ich gegen ein wenig Ruhm nichts einzuwenden. Oder warum nicht stattdessen Rum? Los, schickt mir Rum. Damit kann man tolle Sachen machen, und wenn ich mich dann öffentlich zum Löffel mache, habe ich wenigstens eine gute Ausrede.

IMG_1423

Von der Ausstellung habe ich keine Bilder, aber so ein Katzenfoto geht immer, oder?

Pink Floyd – Their mortal remains

Ich muss etwas gestehen – vor dieser Ausstellung wusste ich fast nichts über Pink Floyd. Der Mann hingegen ist ein großer Fan, war auch auf einem Live-Konzert der Band und war ganz aus dem Häuschen, als er hörte, dass es in Dortmund noch bis zum 10. Februar eine große Ausstellung zur Band gibt. Und wie ihr den Bildern entnehmen könnt, sind wir natürlich hin.

Man hätte in der Ausstellung gut und gerne mehr als die zwei Stunden verbringen können, die wir vor Schließung des Museums hatten, aber ich bin jetzt auf jeden Fall voller Eindrücke und Gedanken und weiß die Musik, wenn ich sie mir zu Gemüte führe, ganz anders zu schätzen.

Nebensächlich: Wir waren natürlich nicht nur für die Kunst in Dortmund, sondern wir mussten dort auch essen – und stolperten fast schon aus Versehen ins OLAFS, wo es gute Burger und gute Fritten mit einer göttlichen Knoblauchmayonnaise gibt. Die Karte ist übersichtlich, lässt allerdings keine Wünsche offen. Und ich habe sehr bedauert, dass ich Fahrerin war und deswegen nicht das Labieratorium probieren konnte.

China Lights Festival

Gestern Abend waren der Mann und ich zur Abwechslung mal wieder aus. Das wollen wir dieses Jahr öfter machen. Trotz Wind und Wetter (und vor allem Regen – im Ernst, hätten wir keine datumsgebundenen Tickets gehabt, wären wir schön kuschelig daheimgeblieben) haben wir uns das China Lights Festival im Kölner Zoo angeschaut, das noch bis zum 20.01.2019 sehr, sehr sehenswert ist.

Chinesische Künstler haben entlang des Rundwegs durch den Zoo sehr stimmungsvolle und passende Lichtskulpturen aufgestellt. Außerdem konnte man Artisten beim Sich-Verbiegen zuschauen (mein Rücken hat an der Stelle auch einen Knick, aber aus anderen Gründen!) und in den Zoorestaurants asiatische Snacks probieren (habe ich gehört, aber nicht getestet).

Natürlich ging meine Fantasie direkt mit mir durch und hat einige sehr beunruhigende Szenarios mit Geister-Armeen und in den Stoff gebannten Drachen entworfen, aber insgesamt war es ein sehr friedlicher Abend.

Aufgrund des Wetters haben wir leider nicht ganz alles gesehen, weil wir irgendwann einfach klatschnass und durchgefroren waren. Wir hoffen, dass das Festival nächstes Jahr wiederholt wird. Falls ihr nächste Woche in Köln seid, solltet ihr euch das auf jeden Fall noch fix gönnen!

Raus in die Natur

Eigentlich geht nichts über einen Spaziergang an der frischen Luft, umgeben von Schönheit und Natur. Allerdings finden einige Leute die Waldwege bei uns auf dem Berg zu schlammig. Zu wenig Kies. Nicht ausreichend befestigt. Ganz schlimm, sozusagen.

Ich habe das mal für euch getestet. Mitten im Januar, sozusagen unter erschwerten Bedingungen. Und das Ergebnis:

IMG_1322

Schlammspritzer auf der Hose.

DRAMA!

Was kommt als nächstes? Vögel, die in den Ruhezeiten singen? Unsachgemäß angelegte Mausbauten ohne Statikprüfung? Und hat sich schon jemand erkundigt, ob die Greifvögel sich auch an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten? Bestimmt essen die viel zu viel Fleisch – was das mit deren CO2-Klauenabdruck macht!

Natur ist ja schön und gut, aber es muss schon alles seine Ordnung haben!

 

Vorsätze und so

IMG_1307

Ich habe mir ein paar Tage Zeit gelassen, um über meine Vorsätze und Pläne für das kommende Jahr nachzudenken. 2018 hatte ich Projekte: Die Bücher, den Strongman-Run. Habe ich auch alles geschafft, und ich war wahnsinnig stolz auf mich. (Bin ich immer noch.) Allerdings war es ein unglaublich dämliches Arbeitspensum, und als endlich alles geschafft war, habe ich die letzten zwei Monate des Jahres ziemlich unproduktiv herumgelegen.

Ich hatte mich offensichtlich übernommen.

Für dieses Jahr habe ich also durchaus einige Ziele – ich möchte das „Mantikor“-Manuskript (das in seiner finalen Fassung möglicherweise nicht einmal mehr Mantikore enthält) fertigstellen und vielleicht noch am Dämonenprojekt arbeiten; ich möchte wieder mehr Kurzgeschichten schreiben und für Wettbewerbe einreichen – aber vor allem habe ich diesmal Vorsätze.

Nämlich: Ich möchte darauf achten, regelmäßig mehr Dinge zu tun, die mir gut tun und/oder die mir Spaß machen. Am Ende von 2018 waren nämlich sämtliche meiner Batterien ausgelaugt. Das Tempo kann ich unmöglich für längere Zeit beibehalten. Also gilt für 2019 die Devise: Weniger ärgern, weniger hetzen, mehr spielen.

Mal schauen, wie lange ich das aushalte. ^^

Fremde Fenster

Wenn es zeitlich passt, gehe ich gerne zu Fuß. Nicht nur im Wald, sondern auch in der Stadt, so von Termin zu Termin. Und glücklicherweise gehört Bonn zu den Städten, in denen Gardinen eher verpönt sind. Vielleicht ist das auch so ein „Intellektuelle Jugend“-Ding, auf jeden Fall – blanke Fenster, wohin man sieht.

Jetzt bin ich ja ziemlich neugierig. Das ist eine Berufskrankheit für Autoren. Also schaue ich im Vorbeigehen gnadenlos, was man durch die Fenster sehen kann. Natürlich starre ich nicht, aber ich schaue schon hin. Was für Kunst hängt an den Wänden? Wie groß ist der Fernseher? Und vor allem: Habt ihr Bücher???

Manche Wohnungen sind in dieser Hinsicht ziemlich enttäuschend. Hübsch dekoriert, vielleicht noch voller Pflanzen – das entschädigt ein bisschen – aber kein einziges Schmökerwerk in Sicht. Gut, vielleicht stehen sie einfach auf der anderen Seite der Wohnung. Vielleicht haben die Bewohner einen Karton voller prall gefüllter eReader unter der Fensterbank stehen. Wer weiß? Und ich kann ja schlecht klingeln und nachfragen.

Andere Wohnungen lassen mein Herz höher schlagen: Buch neben Buch über Buch, ganze Wände voll. Mir ist völlig wurscht, was die Leute lesen, solange sie lesen. Liebesromane? Prima! Sachbücher? Hochinteressant! Thriller über Psychopathen, die ihren Opfern die Gedärme durch die Nase ziehen? Hauptsache, ihr habt Spaß beim Lesen!

In unserer Wohnung, falls denn jemand in den vierten Stock blicken könnte, findet man übrigens in beinahe jedem Zimmer mindestens ein Bücherregal – nur nicht im Bad. Dafür in Küche und Flur. Allerdings hapert es ein wenig mit der Sortierung. Und ich habe Bücherstapel neben dem Schreibtisch, vor dem Bett und unterm Gästebett. Aber das ist normal, oder?

 

Endspurt 2018!

Draußen nieselt es, drinnen düdelt die Musik im Hintergrund, Kaffee und Tee stehen links von mir. Offiziell hat das Büro heute geschlossen, aber für Notfälle und nervige Klienten gibt es eine Notbesetzung. Das bin heute ich. Gestern Abend haben wir noch auf den Geburtstag einer Freundin angestoßen, so richtig wach bin ich also nicht, doch das gilt für die anderen Abteilungen ganz ähnlich. Keine Ahnung, was die gestern alle getrieben haben. Mir kann’s recht sein, so kann ich in Ruhe arbeiten.

2018 war, wenn man alles betrachtet, gar kein schlechtes Jahr. Ich habe eine Menge Dinge geschafft, von denen ich vorher nicht wusste, ob sie möglich sind – beispielsweise habe ich drei Bücher veröffentlicht und den kleinen Strongman-Run überstanden. Außerdem war ich auf der LBM und in Dublin. Die Sammelbände (Winter, Sommer, Anderswelt) waren ein ungeplantes Extra, genau wie die Lesung auf dem BuCon.

Was ich für 2019 geplant habe? Oh, da sind einige Ideen. Ich möchte mehr Müll vermeiden, Torten backen und dekorieren, viel laufen, viel schreiben und mir das eine oder andere Naturwunder hier in der Nähe anschauen. Außerdem hoffe ich, ein wenig mehr in der Welt herumzukommen und vielleicht dem einen oder der anderen von euch zu begegnen, beispielsweise auf der LBM 2019.

Märchenhafte Feiertage

Im Nornennetz steht der Dezember im Zeichen der Märchen, und ich habe mir direkt einen interessanten Link für euch gekrallt: Der deutsche Germanist und Erzählforscher Heinz Rölleke erzählt im Cicero, wie es angeblich mit den Märchen zugegangen ist. Wer von euch „Grimmwald“ gelesen hat, kennt natürlich die Wahrheit über den Ursprung der Grimm’schen Märchen. Aber das müssen wir ja nicht allen unter die Nase binden, nicht wahr?

Lesestopper

Oder vielleicht eher Lesestolpersteine? Egal, auf jeden Fall habe ich in den letzten Tagen eine ganze Reihe Bücher angefangen und wieder abgebrochen, und ich wollte einmal ein paar Gründe teilen, aus denen ich ein Buch abbreche. Als meistens missmutig motzende Muhme bin ich nicht besonders geduldig – ein Buch hat also nicht viel Zeit, mich zu überzeugen. Andererseits probiere ich (nicht nur beim Essen) eigentlich wirklich jeden Sch*** – also auch jedes Genre. Wiederholt. Ich lerne einfach nicht dazu.

Aber zurück zum Thema. Was hat mich dazu gebracht, Bücher ungelesen von meinem Kindle zu löschen?

  • Ein unsympathischer Charakter. Stört mich nicht, wenn Leute schlechtgelaunt sind, „böse“ Dinge tun oder sich ungebührlich verhalten – aber wenn der innere Monolog von Missgunst, Überheblichkeit und Gehässigkeiten geprägt ist, verliere ich schnell die Lust, eine Person auf ihrem Abenteuer zu begleiten.
  • Die große Liebe auf Seite drei. Üblicherweise ist es ein gutaussehender, mysteriöser Fremder, dem die Protagonistin mehr oder weniger zufällig begegnet und dem sie sofort verfällt, ohne zu wissen, ob er nicht vielleicht heimlich in der Nase bohrt oder immer Löcher in den Socken hat. Ich kann nicht einmal nachvollziehen, warum viele Leute sich so etwas wünschen oder so etwas für angemessene Unterhaltung halten. (Da schlägt das Griesgrämige in mir durch.)
  • Die berüchtigte Spiegelszene direkt am Anfang des Buches – die Protagonistin (wieder typischerweise eine Frau, auch wenn ich in letzter Zeit einen männlichen Charakter ebenfalls im Spiegel ertragen musste) steht vor dem Spiegel, beschreibt detailliert ihr Aussehen, das natürlich überirdisch schön ist, und krittelt parallel an sich herum. Jeder soll direkt wissen, dass sie sich für hässlich hält, während uns unter die Nase gerieben wird, dass sie nach normalen Massstäben ja wenigstens eine elf auf der GNTM-Jury-Richterskala ist. Wollt ihr wissen, was ich morgens vor dem Spiegel denke? Bittesehr:  Dieser Pickel wird auch immer größer. Ich muss gleich daran denken, den Katzen neues Wasser hinzustellen. Verflixt, ich bin spät dran. Wo sind meine Socken? Ob Richard schon wach ist? Und wo habe ich eigentlich gestern diesen Antrag hingelegt? Kein Wort über meine hinreißenden Sommersprossen , meine alabasterbleiche Haut oder die Tatsache, dass meine grünen Augen ja funkeln wie ein Maimorgen. Mache ich das falsch?
  • Rechtschreib- oder Grammatikfehler im Rudel. Tut mir leid, das reißt mich einfach raus. Zum einen erwarte ich von Autoren, dass sie ihr Handwerkszeug einigermaßen beherrschen, und zum anderen – wenn ihr das nicht könnt, müsst ihr das irgendwie kompensieren. Eure Geschichte kann die Geilste auf der Welt sein, ich werde das nie erfahren, wenn eure Fehler mir auf der ersten Seite bereits körperliche Schmerzen bereiten. (Allen karmischen Gesetzen zufolge müsste es in diesem Absatz mindestens einen Fehler geben. Das ist mir klar.)
  • Ewig lange Expositionen und Hintergrundinformationen. Die zehntausendjährige Geschichte des kasimuffischen Reiches kann ich später im Buch noch nachlesen, aber wenn ich sie kennen muss, um den Anfang der Geschichte zu verstehen, läuft etwas schief.

Vielleicht bin ich zu streng. Aber es gibt so viel mehr Bücher, als ich jemals werde lesen können, und ich möchte meine Zeit nicht mit Geschichten verschwenden, über die ich mich nur ärgern werde. Und jetzt mal im Ernst – es ist doch nicht so schwer, die gröbsten Schnitzer zu vermeiden. (Versuche ich demnächst auch.)

Habt ihr Dinge, die euch vor einem Buch oder Film die Flucht ergreifen lassen?

Experimente und Ärger

Wie ihr vielleicht gemerkt habt – ehrlich, mir wäre das als Leser gar nicht aufgefallen, aber ihr seid möglicherweise aufmerksamer als ich – bin ich mit den Sammelbänden von „Magie hinter den sieben Bergen“ statt zu CreateSpace zu BoD gegangen (kurz für „Books on Demand“, ein Anbieter, mit dem Selfpublisher ihre Bücher als eBook und Print für eine geringe Gebühr auf verschiedenen Plattformen anbieten können).

Einige befreundete Autorinnen hatten mir von BoD vorab erzählt, die meisten schienen zufrieden. Ab und zu gibt es immer Schwierigkeiten, von den wenigen negativen Anekdoten ließ ich mich also nicht abhalten. Man muss alles mal ausprobieren.

Das erste, was mich überraschte, waren die langen Wartezeiten. Auf das erste Exemplar von „Winter“ wartete ich mehrere Wochen, und auch bei den Folgebänden war das nicht viel besser. Das Einstellen des eBooks auf den entsprechenden Plattformen dauerte noch länger (obwohl das eigentlich leichter gehen sollte, da ist schließlich kein Druckvorgang involviert), und in deren hauseigenem Buchshop konnte ich mich selbst über die Suchfunktion auch mehrere Tage, nachdem ich (deren eMail zufolge) online sein sollte, nicht finden.

Gut, dachte ich mir, das liegt vielleicht an der Vorweihnachtszeit. Viele Autoren wollen ihr Projekt noch rechtzeitig für den Geschenkestrumpf fertigkriegen, vielleicht staut sich da einfach gegenwärtig alles.

Etwas später bemerkte ich einen Fehler in einer meiner Vorlagen. Komplett mein Fehler, die Seitenzahlen sind in Teilen der Datei falsch eingesetzt. Falls ihr „Anderswelt“ gekauft und euch gewundert habt: Ja, ich bin offiziell zu schlampig für einen ordentlichen Buchsatz. Es tut mir leid. Ich arbeite dran. Um dran zu arbeiten, musste ich den Support kontaktieren – kann ich eine geänderte Datei hochladen oder muss ich eine Neuauflage mit zusätzlichen Kosten starten? Die Kosten würde ich in Kauf nehmen, ist ja eigene Dummheit, aber vor allem – auf die Antwort auf meine Frage warte ich seit mehr als einer Woche. So stelle ich mir „Support“ bei einer vergleichsweise einfachen Frage nicht vor.

Könnte jedoch immer noch an der Vorweihnachtszeit liegen. Supportmitarbeiter sind auch nur Menschen mit zwei Armen und einem (hoffentlich) Achtstundentag. Da bleibt manches eben länger liegen.

Und dann bestellte meine unglaublich talentierte, liebe Autorinnenkollegin Brida Anderson ein signiertes Exemplar bei mir. Liefere ich natürlich gerne. Zwei Tage später bekomme ich dann eine eMail mit diesen Fotos von ihr:

IMG-7753

(C) Brida Anderson

IMG-7754

(C) Brida Anderson

Sie hatte parallel Exemplare über einen anderen Anbieter bezogen, um sie zu verschenken – und die haben ein anderes Cover! Zum einen sind die Farben leicht anders, und zum anderen sind die anderen Cover nicht „strukturgeprägt“ (diese lustigen Linien auf dem rechten Exemplar), sondern glänzend. Für das Leseerlebnis ist das eigentlich nebensächlich, aber: Ich habe ausdrücklich die strukturgeprägte Ausstattung bestellt, weil mir die besser gefällt. Das ist die einzige Variante, die BoD drucken sollte. Und sie ist auch noch teurer als die beiden anderen Varianten „matt“ und „glänzend“.

IMG-7752

(C) Brida Anderson

Hier kann man das noch einmal deutlicher sehen. Ich kann jetzt also nicht garantieren, dass Leserinnen, die sich alle drei Bände bestellen, auch eine einheitliche Ausstattung erhalten. Das sieht im Regal blöd aus. Und natürlich fühlen die sich dann auch zu Recht veräppelt – hat die Autorin sich etwa so wenig Mühe gegeben? Für wen hält die sich? (Ja, das mit den Seitenzahlen geht auf meine Kappe. Sobald ich das repariert habe, finden wir eine Lösung für alle, die das stört.) Hier allerdings habe ich explizit drauf geachtet, dass alle Umschläge die gleiche Ausstattung erhalten, damit das eben nicht passiert.

Selbstverständlich habe ich sofort BoD angeschrieben und gefragt, wie das passieren kann.

Auf die Antwort warte ich seit Anfang der Woche.

Wenn ich das mit meinen bisherigen Erfahrungen bei CreateSpace (Ableger von Amazon, zieht gerade zu KDP um) vergleiche – da hatte ich üblicherweise gleichbleibende Qualität und schnelleren Support ohne zusätzliche Kosten. So richtig empfehlen kann ich BoD im Moment nicht. Wenn ich das nächste Mal auf eigene Faust veröffentliche, probiere ich vielleicht noch andere Anbieter. Versuch macht „kluch“.

Und vor allem: Wenn ihr jetzt unterschiedliche Einbände oder ein Buch mit verkrüppelten Seiten zu Hause habt, tut es mir Leid! Vielleicht werden die irgendwann als seltene Fehldrucke wertvoll, mehr Trost habe ich im Moment leider nicht.