Lilienschwester

LILIENSCHWESTER Cover Front

Eine magische Reise …

Lilja ist siebzehn Jahre alt und ziemlich hart im Nehmen. Das muss sie auch, als Halbwaise mit einem Alkoholiker als Vater. Als allerdings ein geheimnisvoller Fremder auftaucht, ihr Leben rettet und sie in eine andere Welt entführt, gerät sie in ungeahnte Schwierigkeiten.
Vor allem, als sie ihrer Zwillingsschwester begegnet, von der sie bislang gar nichts wusste …

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Lilienschwester gibt es ab sofort

… als Taschenbuch

… und als eBook für Kindle!

*** LESERMEINUNGEN ***

„Lilienschwester“ ist nur 144 Seiten lang, hinterlässt bei mir aber viele intensive Eindrücke und Bilder. Eine fesselnde, stimmungsvolle und abwechslungsreiche Lektüre, die mich auch überraschen konnte. Wunderbar magisch, aber auf eine andere Weise als „Magie hinter den sieben Bergen“.

(Quelle: Fantastische Bücherwelt)

*** LESEPROBE ***

„Lilja“, die Rektorin verzog das Gesicht zu einer offenbar mitfühlend gemeinten Grimasse, „Ihr Onkel hat mich informiert, dass Ihr Großvater verstorben ist. Sie sind für heute vom Unterricht freigestellt. Ich werde Ihre Lehrer informieren.“

Liljas Blick glitt zwischen der Rektorin und Robin hin und her. Was wurde hier gespielt? Die Eltern ihrer Eltern waren zwar tot, das stimmte, aber das auch schon seit Jahren. Sie machte den Mund auf, um zu protestieren, fing einen warnenden Blick von Robin auf und presste nur ein zittriges „Danke“ heraus. Das ungute Gefühl in ihrer Magengrube wuchs.

„Wir sollten unverzüglich losfahren, damit wir rechtzeitig zur Trauerfeier ankommen“, sagte Robin und erhob sich. Er schenkte der Rektorin ein warmes Lächeln und trat an Lilja heran. Einen Arm legte er wie tröstend um ihre Schulter. Lilja nahm einen merkwürdigen Geruch war, nach Holzfeuer und Wildnis. Sie war wie betäubt.

Die Rektorin interpretierte das offenbar als Trauer, denn sie kam um ihren Schreibtisch herum und legte Lilja die Hand auf den Arm, um ihr Mitgefühl auszudrücken. „Ich kann Sie bis Mittwoch freistellen. Sicher wird einer Ihrer Mitschüler Ihnen die Mitschriften aus dem Unterricht zur Verfügung stellen.“

„Vielen Dank“, murmelte Lilja. Sie spürte einen sanften Druck im Rücken, als Robin sie aus dem Büro dirigierte, vorbei an der missbilligend guckenden Sekretärin.

„Was soll das?“, zischte Lilja ihren Begleiter an, als sie den Flur entlang gingen.

„Schaut aus dem Fenster“, flüsterte Robin und verlangsamte seine Schritte ein wenig, damit sie seiner Aufforderung folgen konnte.

Ein großer, hässlicher schwarzer Hund mit rotglühenden Augen saß vor der Schule auf dem Gehweg. Es schien Lilja, als starre er direkt in ihre Richtung. Er fletschte die Zähne, und sogar durch die Scheibe meinte sie, ihn knurren zu hören. Ein zweiter erschien und kauerte sich neben ihn, dann ein dritter. Von ihrem Besitzer war keine Spur zu sehen.

„Am besten nehmen wir den anderen Ausgang.“ Robin klang nervös.

Lilja machte sich mit einem Ruck frei. „Glaubst du wirklich, ich komme einfach mit dir mit?“

„Ihr habt keine andere Wahl, wenn Ihr Euch nicht mit denen da draußen anlegen wollt.“

Gutes Argument. Lilja umklammerte den Schulterriemen ihres Rucksacks fester und beeilte sich, mit Robin Schritt zu halten. Er sah sich nicht nach ihr um.

Mit raschen Schritten verließen sie die Schule durch einen der Notausgänge. Flure und Schulhof waren wie leergefegt. Robin sah sich aufmerksam um, ehe er Lilja in eine Ecke dirigierte. „Hier, nehmt das.“ Er drückte ihr eine silberne Kette in die Hand.

Lilja sah auf ihre Finger hinunter. Eine filigrane Schneeflocke funkelte zwischen ihren Fingern, mit winzigen Kristallen an jeder einzelnen Spitze. „Was ist das?“

„Es wird Euch schützen.“ Er nahm ihr die Kette aus der Hand und befestigte sie um ihren Hals. „Und jetzt schließt die Augen.“

„Du musst mich für selten blöd halten.“ Ihre anfängliche Überraschung machte Verärgerung darüber Platz, dass dieser Mensch einfach nicht aufhörte, ihr Leben durcheinander zu bringen. „Wenn du denkst, ich gehe einfach so mit dir mit, hast du dich -“

Robin legte ihr eine Hand über die Augen. „Haltet einfach den Mund und bleibt still stehen.“ Seine Finger waren kalt.

Rauschende Stille überflutete Liljas Sinne, und für einen Moment verlor sie die Orientierung. Ihr Gleichgewichtssinn versagte. Sie spürte, wie ihr Magen sich hob, dann sprudelten lauwarmer Tee und halbverdauter Toast über ihre Lippen. Ihr wurde erst kalt, dann heiß, und dann kehrte die Realität mit einem PLOP zurück.

Robin fluchte leise und nahm die Hand von ihren Augen. „Musste das sein?“ Dann schien er sich zu besinnen und sank vor ihr auf die Knie. „Euer Hoheit.“

Lilja stand vor Staunen der Mund offen. Wo waren sie gelandet?