Grillenzirpen

Auf verwittertem Holz, ziemlich hell, sitzt ein brauner Grashüpfer - oder nennt man die Biester anders? Eine Grille? Was weiß ich. So ein Hopsertier halt.
Foto von Heiko Haller, gefunden auf Unsplash

Jaaaa, hier war wieder mal so richtig hart nichts los. Sorry dafür. Aber wie so oft, wenn das der Fall ist, sind im Hintergrund einige Dinge passiert.

Zum einen habe ich am Wochenende den zweiten Band von „Gruftgeflüster“ fertiggemacht und hochgeladen. Jetzt muss gewartet werden, und da bin ich doch so schlecht drin! Die Tage zeige ich euch das Cover, versprochen.

Außerdem ist der arme Altkater immer noch krank. Zwischen stündlichen winzigen Fütterungen mit Spezialkost und dem Aufwischen von Kotzepfützen zuzüglich der Sorge um den Flauschepo hatte ich den Kopf nicht so richtig frei. Könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Immerhin ist er schon fast dreizehn Jahre alt, und mit dem Knubbel am Hals und den andauernden Magenbeschwerden befürchten wir natürlich das Schlimmste. Gerade jetzt im Moment ist er beim Tierarzt für eine Reihe von Tests, und ich kaue hier am Schreibtisch auf meinen Nägeln rum und versuche, gelassen und erwachsen zu wirken.

Und ich habe Tomaten gepflanzt. Unser Balkon ist ja recht klein und recht voll, aber zwei Balkonkästen sind freigeworden, und ich habe eine kleinbleibende, kastengeeignete Sorte gefunden, an der ich mich probieren will. Ich mag Tomaten direkt vom Strauch, und der Geruch der Pflanzen hält angeblich Mücken und Co fern.

Was gab’s noch? Ach ja, großes Regalerücken. Wir haben Möbel für vier verschiedene Zimmer bestellt und alle nacheinander aufgebaut. Was halt so eine Tetris-Situation ist, wenn man die Zimmer auch gleichzeitig bewohnt und vollmüllt. Am Samstag habe ich die letzten beiden Regale zusammengedengelt, und jetzt sieht es wieder einigermaßen schick aus. Bis auf mein Büro natürlich, mit dem vollgekotzten Teppich und all dem alten Kram, der auf den Sperrmüll wartet (unser Keller ist voll mit Weihnachtssachen). Übrigens weiß ich jetzt schon, dass wir in zwei Monaten den nächsten Schwung Regale bestellen werden – dann ist mein Büro nämlich mit Verschönerung dran. Das Gästebett muss halt noch warten, auch wenn der Metallrahmen an einer Schweißnaht schon gebrochen ist. So viele Gäste haben wir im Moment sowieso nicht, gell?

Tja, die große Aufregung in Coronazeiten. Mal schauen, ob wir es uns wenigstens über die Feiertage langweilig machen können. Ich habe da ja so meine Zweifel … ^^

Termine und so

Diese Woche ist knusprig termingefüllt, das kann ich euch mal sagen. Post-Wegbring-Termine, Einkauf-Termine, Großes-Paket-Kommt-Termine … so ein richtiges Luxusleben.

Außerdem habe ich am Donnerstag meinen ersten Friseurtermin seit … na ja, ihr wisst ja. Das ist der eine Nachteil von so einem Kurzhaarschnitt – der BLEIBT nicht kurz.

Zugegeben, meine Friseurin hat wirklich toll geschnitten. Ich bin der bestaussehnde Wischmop von allen.

Aber nachdem ich neulich nachts plötzlich senkrecht im Bett saß, weil ich eine Haarsträhne am Ohr fühlte und mein Gehirn so dachte: OMG, SPINNE!!!, und danach NIE NIE NIE WIEDER geschlafen habe, halte ich diesen Friseurtermin für durchaus notwendig und gerechtfertigt.

Außerdem geht es einmal zum Tierarzt, denn der Altkater (liebevoll „Flauschepo“ genannt) hat einen merkwürdigen Knubbel am Kiefer, und da soll doch bitte eine Fachperson draufgucken. Drückt die Daumen, dass es nichts Schlimmes ist!

Tagesrituale

Berggipfel bis zum Horizont, Sonnenaufgang, im Vordergrund steht eine Person mit dem Rücken zum Fotograf in der Yoga-Pose "Baum" auf einem Gipel.
Bild von Eneko Uruñuela, gefunden auf Unsplash

Zu einem guten Leben gehört ein guter Alltag mit guten Gewohnheiten – sozusagen Ritualen. Und da ich mich bemühe, gut zu leben, neige ich dazu, mich mit alle den Dingen zu stressen, die man eigentlich für ein gutes Leben tun sollte: Genug schlafen, Wasser trinken, Sport treiben, entspannen, Selbstgekochtes essen, sich kreativ betätigen, … – und weil ich zur Übertreibung neige, arten diese Dinge immer wieder in Stress aus. Dabei ist es eigentlich ganz leicht: Ein gutes Leben ist es, wenn man einen weg findet, so zu leben, dass man sich körperlich und geistig gut fühlt.

Für mich gehört dazu, ausreichend zu schlafen. Meine Zu-Bett-geh-Zeit verteidige ich wie ein mittelfauler Löwe. Und es wirkt – wenn ich sie während der Woche einhalte, muss ich am Wochenende nicht „nachschlafen“ und habe mehr Zeit, die Dinge zu tun, die ich tun möchte. Für mich sind sieben bis acht Stunden ideal. Das heißt natürlich, dass ich an Wochentagen wenig außer der Reihe mache. Schließlich wollen Büro, Haushalt, Schreiben und eben Schlaf miteinander koordiniert werden. Da ist nicht viel Zeit für andere Hobbies, und wenn doch …

… kommen wir direkt zum nächsten Punkt: Sport. Fürs Laufen ist es momentan draußen meistens zu „bäh!“, und jetzt im Ernst: In der Siedlung macht es auch wirklich nur halb soviel Spaß. Trotzdem bemühe ich mich, jeden Tag ein wenig was für meinen Körper zu tun. Beispielsweise (ihr dürft lachen) probiere ich im Moment Yoga aus. Pilates war ja schon nicht mein Ding, und das hier ist fast das gleiche, nur mit Atmen. Aber es gibt Apps. Wenigstens muss ich also mit niemandem reden. Ansonsten gehe ich spazieren oder – jetzt, wo es wieder heller wird – auch laufen.

Und wenn das nicht hilft, meine Laune auszugleichen, bleibt immer noch Meditation. Die Zeit nehme ich mir seltener, als ich sollte, aber ich weiß: Wenn ich in Zeiten meditiere, in denen ich es nicht brauche, fällt es mir in Zeiten, in denen ich es brauche, leichter.

Weiter reicht mein persönlicher Ehrgeiz im Moment nicht. Wenn der Frühling kommt und wir mehr Sonnenlicht haben, lege ich mir vielleicht noch das eine oder andere wertvolle Hobby zu, aber für den Moment wird das reichen. Soll ja auch alles nicht in Stress ausarten, das wäre kein gutes Leben.

Ein Tag in Bereitschaft

Diesen Monat wurden unsere Büro-Abteilungen aufgeteilt, und jeweils die Hälfte bleibt für zwei Wochen „in Bereitschaft“ zuhause. Ich dachte mir, ich nehme eich mal durch so einen Tag mit.

Frühstück.
Dazu ein wenig Lektüre.
Danach wird bis Mittag an meinem Manuskript gearbeitet und geschrieben. Im Moment ohne Rechner, aus Gründen. Aber Papier macht auch Spaß.
Mittagessen – Reste von gestern. (In einem Wrap.)
Für mich ist kein Nickerchen drin, das habe ich an Kurt outgesourct.
Backvorbereitungen, damit ich nicht nur am Schreibtisch sitze.
Danach widme ich mich anderen Dingen, die lange liegengeblieben sind – wie diesem Zeichenkurs. Ich bin nicht besonders gut, aber es macht Spaß.
Noch eine kreative Herausforderung: Sprechtraining. Ich bin ja überzeugt, dass man fast alles aus Büchern lernen kann.
Bevor es dunkel wird, gehe ich noch eine Runde spazieren.
Kurz vor dem Feierabend gehen die Backvorbereitungen in die nächste Runde. Auch da gilt: Ich übe noch.

Sieht eigentlich gemütlich aus, oder? Manchmal häkle ich, anstatt zu zeichnen, oder nehme mir ein wenig Lesezeit oder erledige dringenden Papierkram. Den Haushalt mache ich nebenher – Bereitschaft ist kein Grund, jetzt zur „Miss Stepford 2020“ zu mutieren. ^^

Über Montage und das harte Leben von Büchern

Ansicht der geschlossenen Seiten eines Buchs mit bräunlichen und orangefarbenen Flecken. Im Hintergrund unscharf gepunktete Beine und eine Tastatur.
Fachbuch mit einer leichten Linsenssuppennote.

Ich würde zu gern behaupten, dass das das erste meiner Bücher ist, das so aussieht. Es war in meiner Bürotasche, ich fuhr ein wenig schwungvoll um eine Kurve, die Tasche fiel, die Suppe suppte, und das ist das traurige Ergebnis.

Leider passiert mir das öfter. Nicht notwendigerweise mit Linsensuppe – ich bin frei in der Wahl meiner Mittel – aber die meisten Bücher, die ich regelmäßig mit mir schleppe, sehen schon entsprechend mitgenommen aus. Kaffeeflecken, Rillen im Rücken, umgeknickte Ecken, sogar … GASP … Eselsohren.

Natürlich nur meine eigenen Bücher. Bei geliehenen bin ich vorsichtiger.

Trotzdem ist das ein umstrittenes Thema, ich weiß. Aber für mich sind an Büchern nicht die Papierseiten oder der Umschlag das Wichtige, sondern die Geschichten.

(Nach der Apokalypse, wenn man Bücher nicht mehr so einfach bekommt, werde ich meine Ansicht natürlich sofort ändern und die Unversehrtheit jedes einzelnen Buches mit meinem Leben verteidigen.)

Jetzt also: Buch mit Linsensuppe.

Wer bin ich – und warum so früh?

Ich beneide Leute, die immer genau wissen, wer sie sind.

Gut, das klingt jetzt, als sei ich unglaublich mysteriös. Dem ist nicht so.

Und ich bin mir meistens auch ziemlich sicher, wer ich bin, so im Groben. Aber wie sich das heute oder morgen oder generell nächste Woche äußert, das weiß der Himmel.

Deswegen kann ich mir zum Beispiel nicht Abends schon Klamotten rauslegen. Ich muss morgens wach werden, in mich gehen und schauen, wer ich heute bin, denn das wirkt sich natürlich auf meinen Aufzug aus. Bin ich grummelig oder niedlich? Habe ich Lust, mich zu unterhalten? Hose oder Rock? Schick oder bequem? Kann ich vielleicht heute alles haben?

Das klingt vielleicht ermüdend, ist es aber gar nicht. Wenn ich die Zeit habe, mir morgens einen Moment zu nehmen, um die Eckpunkte herauszufinden, habe ich direkt Strategien für den Tag. Welche Handaxt nehme ich mit? Gönne ich mir den Luxus, im Auto zur Arbeit zu fahren, und singe auf dem Weg laut mit? Sollte ich vielleicht die Kolleginnen vorwarnen, dass ich heute mies gelaunt bin?

Dementsprechend sieht übrigens auch mein Kleiderschrank aus. Von der abgeranzten Cordhose bis hin zum lieblichen Kleidchen ist alles da und auch fast immer einsatzbereit. Nur hohe Absätze mache ich nicht, die Diandra-Version dafür muss wohl noch erfunden werden. Vielleicht gibt es irgendwann ein Update?

Abenteuer Eifel – Abenteuer Auto

Wir waren also vor kurzem in der Eifel. Für einen Tag. Mit dem Auto. Sonst kommt man da ja gar nicht hin, und weg erst recht nicht.

Und jetzt werde ich euch erklären: Ja, ich habe auf dem Land den Führerschein gemacht. Allerdings auf dem PLATTEN Land.

Abblätterndes "Tempo 30" Schild, auf die Fahrbahn gemalt.
Photo by Markus Spiske on Pexels.com

Die ganzen Berge und Kurven und vor allem die Kurven am Berg sind für mich schon schwierig. Und wie alle vernünftigen Leute passe ich meine Geschwindigkeit meiner Erfahrung und meinen Fähigkeiten an. Hat ja niemand was davon, wenn ich rasant brettere, wo es niemand sieht, und dann demonstrativ im Graben auf den Abschleppdienst warte.

Nun gibt es aber auch in der Eifel Regeln. Die drücken sich in Form der üblichen Straßenschilder aus. Zum Beispiel wird vor größeren Kreuzungen oder komplexen Kurven mit diesen runden Dingern darauf hingewiesen, dass man hier doch bitte maximal 70 zu fahren habe.

Meine Freundin und ich sind uns bis heute nicht sicher: Sind das jetzt wirklich Geschwindigkeitsbeschränkungen – oder doch eher Herausforderungen?

(Falls ihr also neulich in der Eifel hinter einem weißen Auto mit gefühlter Bobbycar-Höchstgeschwindigkeit stecktet … das war ich. Sorry.)

Es nagt der Zahn der Zeit

Photo by v2osk on Unsplash

Habt ihr auch manchmal so Monate? Oder gar Jahre? Im Moment scheint bei uns alles zu zerfallen. Gut, ich bin sowieso nicht mehr frisch – mein Rücken! – aber nachdem wir schon unser Sofa erneuern mussten, weil die Federn nach mehr als zehn Jahren dem stürmischen Sitzsprung eines gewissen Mitbewohners nicht mehr gewachsen waren, ging es weiter.

Mein Leben im Vintage-Wunderland:

Der Geschirrspüler war ja schon länger defekt und Opfer eines Beziehungsdisputs: Zum wiederholten Mal reparieren oder endlich ersetzen? Ich nutzte die Gunst der Minute, als der Mann durch den Abschied vom alten Sofa geschwächt war, organisierte die Abholung und bestellte in der Folge ein neues Gerät. Ich finde, zwei Jahre von Hand spülen ist genug – vor allem wenn ICH diejenige bin, die spült.

Dann fing der Kühlschrank an, Wasser zu spucken. Vielleicht auch der Gefrierschrank. Beide stehen nebeneinander, sind vergleichbar alt (wir haben sie gebraucht übernommen, und das nicht gestern) und wollten uns partout nicht sagen, wer der Schuldige war. Auf jeden Fall hatten wir eine Wasserpfütze mitten in der Küche. Da sie sich nicht wiederholte und die Geräte fleißig weiterkühlen, halten wir für den Moment die Luft an und hoffen das Beste.

Im Projektor, den wir statt eines Fernsehers verwenden, ist ein Kugellager gebrochen. Noch tut er, aber wohl nicht mehr lange. Wenn er bis zum Herbst durchhält, will ich ihn durch einen schnöden Fernseher ersetzen, weil der wahrscheinlich länger hält. Wir können dann immer noch einen Projektor für Filmabende nachkaufen, aber die aktuelle Lösung ist alles andere als nachhaltig. Ein Hoch auf die Dekadenz!

Die Waschmaschine macht komische Geräusche, und das im verflixten siebten Jahr. Die davor, vom gleichen Anbieter, hat zwölf Jahre gehalten. Vielleicht berappelt sie sich also noch einmal und hört mit dem Rappeln wieder auf.

Zu guter Letzt tropft aus dem Abfluss unter dem Waschbecken im Bad das Wasser. Ich tippe auf eine poröse Dichtung, habe allerdings so wenig Ahnung von derartigen Dingen, dass ich mich vertrauensvoll an den Klempner der Wahl unserer Vermieterin wenden werde.

Ich finde, es reicht allmählich mit den Verschönerungsangeboten, die die Wohnung uns macht.

Bio oder Nicht-Bio, das ist hier die Frage

Lasst uns ein Spiel spielen. Es heißt: „Welches dieser beiden aufgeschlagenen Eier ist wohl das Bio-Ei?“

Weiße Schüssel mit zwei aufgeschlagenen Eiern: Der linke Dotter ist gelb, der rechte orange.
Ei, ei, ei, was haben wir da?

Natürlich spielen wir nicht nur zum Vergnügen. (Auflösung: Das Bio-Ei ist LINKS.) Denn ich erinnere mich, dass vor einigen Jahren in etlichen Bio-Essen-Ratgebern ein Hinweis stand: Wenn man schnell erkennen wolle, ob das Ei auf dem belegten Brötchen oder am Buffet auch wirklich bio sei, müsse man auf die Farbe achten. Bio-Eier seien kräftiger gefärbt als herkömmliche Eier.

Damals mag das gestimmt haben, allerdings lesen auch Eier-Bauern solche Ratgeber. Inzwischen wird konventionellem Hühnerfutter offenbar einfach in großen Mengen Carotin zugesetzt, damit die Eier „gesund“ und „bio“ aussehen. Was, wie ich extra für euch getestet habe, auch zu schön orangefarbener Sauce Hollandaise führt. Tatsächliche Bio-Eier hingegen sind gelb, wie es sich gehört. Sagt ja schon der Name, es heißt ja nicht „Ei-Orange“ – gell?

Diese beiden Eier kamen heute morgen jedenfalls in eine leckere Frittata mit Kichererbsen, Knoblauch und Rosmarin, als Verpflegung fürs Büro.

Alles hat ein Ende

Zwei Paar Füße am sandigen Rheinufer im Wasser
Urlaubsfeeling

Das war ein kurzer Kurzurlaub. Nach einem Abstecher in die Cocktailbar gestern Abend gab es heute noch zwei Pflichtveranstaltungen: Den Haribo-Werkverkauf und das Rheinufer. Wie immer haben wir beim Abschied mehr Pläne, als wir beim Wiedersehen hatten. Keine Zeit für Langeweile.

Glücklicherweise leben wir in einem vielfältigen Land mit tollen Urlaubszielen, sogar vor der eigenen Haustür, und mit spannenden Details, die man entdecken kann – sogar ohne Reiseführer. (Ja, das Internet macht alles leichter.)

Ein wenig kreativ ausgetobt haben wir uns auch noch. Jetzt liege ich in erster Linie in der Ecke und erhole mich von soviel Sonne, Spaß und Bewegung. Ich muss mich wirklich mehr um meine Fitness kümmern, sonst werde ich irgendwann zu alt für diesen Schabernack. ^^

PS: Natürlich wird das eine oder andere in meinen Geschichten auftauchen. Für Autor*innen ist alles Recherche.