Das Schwiegersohnlächeln

Vor einigen Tagen bog ich vorschriftsmäßig mit Blinken im Schrittempo an der dafür vorgesehenen Stelle auf den Parkplatz unseres lokalen Supermarktes ein.

Ein junger Mann, die Nase fest am Smartphone-Bildschirm, lief mir einfach in die Spur, ohne zu gucken.

Er bemerkte mein (bremsendes) Auto, sah auf und knipste ein 300-Watt-Schwiegersohn-Lächeln an.

In dem Moment erkannte ich den jungen Mann.

Er ist der Spitzenkandidat einer konservativen Partei für die anstehende Landtagswahl. Dieses Lächeln sieht man hier aktuell auf gigantischen Plakatwänden.

Und um ehrlich zu sein: Leute, die auf Kommando so lächeln können, sind mir ein wenig unheimlich. Echtes Lächeln ist immer ein wenig „goofy“, mit Falten und Zähnen und einem etwas dusseligen Gesichtsausdruck. Das Schwiegersohnlächeln muss man üben. Wahrscheinlich kann man Personal-Schwiegersohnlächeln-Trainer bestellen. Wer so lächelt, verfolgt einen Zweck und will bitte unbedingt sympathisch rüberkommen.

Wie so ein Staubsaugerverkäufer.

Wie dem auch sei, er ging beiseite, ich habe ihn nicht überfahren und ihn später im Vorbeigehen am Wahlwerbestand seiner Partei vor dem Supermarkt gesehen. Da war das Smartphone natürlich verschwunden, das Lächeln festgetackert und mindestens drei ältere Damen sehr eingenommen von der ehrlichen, warmherzigen Art des jungen Mannes, der doch bestimmt auch sehr kompetent sei.

Möglicherweise ist er das sogar.

Möglicherweise hat er diesen Eindruck aber auch nur trainiert, wie das Schwiegersohnlächeln.

Urlaub – vom Winde verweht

Bei dem Wetter ist nicht viel mit Rausgehen, hm? Entweder es weht oder es regnet, und oft beides gleichzeitig. Das Wetter ist ziemlich fleißig im Moment.

Immerhin langweile ich mich in meinem Urlaub nicht. Auch wenn ich nicht so oft wandern gehe, wie ich gedacht hatte, eine kurze Runde im Wald ist zwischen Sturmböen immer drin. Außerdem lese und schreibe ich natürlich, zeichne und häkle mir einen gigantischen Schal.

Auf hellem Grund eine durchsichtige Kunststoffschablone mit einem Autorinnenlogo: Ein D und ein L, ineinander verschlungen, und die Silhouette eines Drachen. Die Schablone ist mit roter Farbe beschmiert.
Wenn man mit Farbe klecksen kann, bin ich dabei!

Eigentlich mache ich also nichts anderes als sonst, wenn ich tagsüber im Büro bin … nur dass ich mehr Zeit dafür habe und mich zwischendurch für ein Nickerchen hinhauen kann. Gut, dass ich nur zwei Wochen Urlaub habe, denn daran könnte ich mich gewöhnen!

Kuschelige Erkenntnis

Entgegen dem, was der Titel verkündet, geht es NICHT um Katzen.

Hast du dich auch manchmal gefragt, warum Bücher und Fernsehserien aus manchen Jahrzehnten so seicht und fröhlich wirken? So … langweilig? Ich meine, komm schon: Alle sind happy, alle sind glücklich, alle sind froh, und überall Liebe und Friede und – du verstehst mich. Wer sollte so etwas gucken wollen?

Gaaaaaaaanz allmählich schwant es mir: Leute, die einen fiesen Alltag haben. Die Unterhaltung der Nachkriegszeit? Seicht. Ablenkung zu Zeiten von Wirtschaftskriegen und globalen Katastrophen? Fröhlich. Mit einer Einschränkung: Es muss eine für das Publikum spürbare Krise sein.

Wie ich drauf gekommen bin? Seit einigen Wochen habe ich keine Lust auf Horrorfilme oder düstere Action. Sonst konnte ich Samstags kaum erwarten, dass der Mann aus dem Haus war, um mich mit Monstern, Serienkillern und unheimlichen Phänomenen zu umgeben. Jetzt schaue ich lieber Disneyfilme (oder vergleichbar bunte, vorhersehbare Dinge). Der Alltag schlaucht, da möchte ich mich lieber ablenken statt aufregen.

Geht dir das auch so?

Auf jeden Fall schlägt sich das auch allmählich auf mein Schreibbedürfnis nieder. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die ersten tot sind. Oder bleibt es diesmal am Ende doch kuschelig? ^^

Renovieren – das Abenteuer des kleinen Menschen

Schon seit längerem trage ich mich mit dem Gedanken, mein Büro zuhause zu renovieren. Einen Plan habe ich auch schon. Und weil ich noch Vorjahresurlaub aufbrauchen muss, den ich in die zweite Februarhälfte gelegt habe, dachte ich mir: Das passt doch gut zusammen.

Zimmer ausgemessen. Überlegt, was alles weg muss (eigentlich alles bis auf den Schreibtisch und die Schnecken). Ein wenig geplant. Möbel angeschaut. Optionen als zu teuer verworfen. Bei einem obskuren schwedischen Möbelhaus einen Einkaufswagen vollgeklickt. Beim Preis zweimal geschluckt, dann Bestellvorgang gestartet.

Hurra, alles kann geliefert werden. Aber sie bieten keine Liefertermine für den Februar – wenn ich das Zeug haben will, und definitiv vor meinem Urlaub haben will, kommt es am Samstag.

Diesem Samstag. Dem kommenden. Jetzt gleich. Sozusagen übermorgen.

Und natürlich sieht mein Büro aus wie ein Schlachtfeld. Schließlich arbeite ich da, ich räume da nicht auf.

Also zwei Nachmittage … und einen Vormittag, wie ich die Speditionen kenne …, um Sachen in Kisten zu packen und die ersten für den Sperrmüll bestimmten Dinge in den Keller zu schaffen. Schließlich brauche ich Platz für eine gefühlte halbe Million Pakete. Das beißt sich gar nicht mit dem Plan, das letzte „Gruftgeflüster“ fertigzumachen, keinesfalls! (Lacht irre.)

Und wie ich mich kenne: Wenn das Zeug erst da ist, werde ich es nicht, wie es eine vernünftige Autorin tun würde, bis zum Urlaub liegen lassen. Geduld ist nicht meine Stärke, genau so wenig wie Vernunft.

Es bleibt also spannend. Freu dich auf Vorher-Nachher-Bilder, Schimpftiraden und hoffentlich spätestens Ende Februar auf ein neu eingerichtetes Büro, in dem ich mich vor der Kreativität verstecken kann.

Und jetzt du: Renovieren – yay oder nay?

Die Macht der Fantasie (hoffentlich)

Ein Vorteil von viel Fantasie ist, dass man damit Bücher schreiben kann.

Ein Nachteil ist, dass man mitunter zu abwegigen Gedankenexperimenten neigt. Ein Beispiel: Heute morgen wachte ich auf und hatte so einen juckenden Kladatsch am rechten Augenlid. Nicht besonders schön, aber auch nicht aufregend. Etwas rot, etwas geschwollen, juckt ein wenig. Höchstwahrscheinlich hatte ich einen Krümel in einer Falte kleben und deswegen ist alles gereizt. Rede ich mir wenigstens ein. Meine Fantasie andererseits, hilfreiche kleine Fee, die sie ist, hüpft panisch brüllend in meinem Kopf rum: Fleischfressende Staphylokokken! Fleischfressende Staphylokokken!

Ja, das ist eher unwahrscheinlich. Weiß ich selbst. Aber meiner Fantasie ist da ganz allein in meinem Kopf offenbar langweilig, also denkt sie sich Horrorszenarien aus. Irgendwer muss den Job schließlich machen.

Und falls du mich demnächst mit Augenklappe siehst, hatte meine Fantasie offenbar ausnahmsweise einmal recht. ^^

Außergewöhnliche Abenteuer

Wenn ich schon nicht in Urlaub fahren konnte im Urlaub, habe ich mir wenigstens außergewöhnliche Abenteuer gegönnt. So richtig wilde Dinge, die man unter normalen Umständen nie tun würde.

Ich war in einem Schwimmbad, in dem ich vorher noch nie war.

Allein.

o.o

Wenn ihr euch jetzt denkt: „Wovon redet diese verrückte alte Frau?“, dann seid ihr mit eurem Gehirn hoffentlich besser befreundet als ich mit meinem. Denn mein Gehirn stellt mir, wenn ich allein in eine unerwartete Situation komme, gerne Fallen – ähm, ich meine, es hat Herausforderungen für mich parat.

„Du wirst total merkwürdig rüberkommen, und das als erwachsene Frau!“

„Alle werden dich seltsam finden!“

„Bestimmt machst du alles falsch!“

Deswegen recherchiere ich neue Dinge im Vorfeld eigentlich immer gerne – inklusive Fluchtwegen und Insider-Tipps. Aber ein Schild hatte mir verraten, dass es in der Nähe des Ladens, in dem ich zur Pediküre gehe (ab einem gewissen Alter ist Hufpflege ganz nett), ein Freibad gibt, in dem ich vorher noch nie gewesen war. Und der Wetterbericht hatte mir verraten, dass es kurzfristig noch einmal einigermaßen warm werden würde.

Natürlich habe ich vorher recherchiert.

Und mir mehrmals überlegt, ob ich nicht lieber an den Badesee fahren will, den ich noch vom letzten Jahr kenne. Oder in eines der drei Freibäder in der Stadt, in denen ich schon einmal war.

Aber ich war mutig und habe mich selbst überredet, einmal etwas komplett Abgefahrenes zu tun.

Und was ist passiert?

Stellt euch vor: Da konnte man schwimmen. In Wasser und so. Ganz gewöhnlich. Es gab Spinde und Umkleidekabinen, und einen potenziell merkwürdigen Moment, als eine Dame mir die Bahnenverkehrsordnung erklärt hat, die in diesem Bad gilt. Ich habe mich bedankt und bin weitergeschwommen, wie so eine funktionierende Erwachsene. Und niemand hat mit dem Finger auf mich gezeigt und gelacht – obwohl ich meinen fantastischen Krümelmonster-Badeanzug anhatte.

Joah, das war also mein fantastisches Urlaubs-Abenteuer.

Staubfreie Ablenkung

Schon seit einer Weile wussten wir, dass der Altkater im Urlaub zum Tierarzt geht. Der Knubbel, den er seit Frühling rechts am Hals hatte, wurde einfach nicht kleiner, und dann sollte man auf so etwas draufgucken. Eine erste Biopsie vor ein paar Monaten war nicht eindeutig gewesen, seitdem hatte er entzündungshemmende Behandlung und ein Mittel gegen Arthrose bekommen. Die Arthrose ist besser, aber der Knubbel war immer noch da.

Als ich dann gestern morgen zum Tierarzt kam, maß der ein wenig, guckte ein wenig mehr und räusperte sich. Der Knubbel sei so groß, dass er über kurz oder lang sowieso Probleme machen werde – unabhängig von Biopsie-Ergebnissen. Ob wir den Knubbel nicht direkt entfernen lassen wollten? Dann könne man auch eine umfassendere Histologie-Aufarbeitung machen.

Vor dem ersten Kaffee bin ich jetzt nicht so wirklich entscheidungsfreudig, aber das klang sinnvoll, und da der Mann noch zuhause friedlich schlief, musste ich auch mit niemandem Rücksprache halten. Also ließ ich einen sichtlich verstimmten Kater, der eh schon seit mehr als zwölf Stunden nichts gefressen hatte, in der Obhut des Tierarztes und begann, mich ein wenig abzulenken.

Da waren doch noch vier Dinge auf der Einkaufsliste. Wenn ich also schon in der Stadt war … und das Auto könnte dringend mal wieder gewaschen werden. Als es dann gewaschen und trocken wieder zuhause auf dem Parkplatz stand, konnte ich es endlich so verschandeln, wie ich es seit Wochen geplant hatte. Dann wurden einige Pflanzen umgepflanzt, denen es in der Zwischenzeit ein wenig eng um die Taille geworden war. Als Konsequenz hieraus musste natürlich der Balkon gefegt werden, denn irgendwer hatte mit Blumenerde gesaut. Danach wusch ich die Küchenfronten ab, erledigte den üblichen Spül und eine Lade Wäsche, fegte (der Mann schlief schließlich immer noch) und hatte mich gerade beinahe davon überzeugt, das Sofa tiefen-einzuschäumen, als der erlösende Anruf kam.

Fünfzehn Minuten später und ziemlich genau drei Stunden, nachdem ich den armen alten Kater abgegeben hatte, konnte ich ihn wieder mit nach Hause nehmen. Die Operation war gut verlaufen, er sabberte noch und war ziemlich unsicher auf den Pfoten. Schmerzmittel, Halskrause für den Notfall, Instruktionen zu Futter und Wasser.

Zuhause war der Kater ein wenig desorientiert. Das könnte daran gelegen haben, dass er noch betäubt war und ich die Zugänge zu seinen staubigen, vollgehaarten Lieblings-Liegeplätzen sorgfältig verstopft hatte. Oder daran, dass diese Wohnung seit Monaten nicht so ordentlich war. Im Ernst, ich hätt mich auch fast nicht zurechtgefunden.

Weißer Kater mit wenig Rot im Fell sitzt auf einem Lager aus Decken und Handtüchern. Rechts am Hals, unter dem Kiefergelenk, hat er eine größere rasierte Fläche, auf der man Desinfektionsmittel und Wundsekret sieht. Er guckt nicht erfreut.
Einige Stunden nach der Narkose. Der Blick sagt es schon: „Ihr werdet alle sterben!“

Erinnert er euch nicht auch an etwas, das man in „Friedhof der Kuscheltiere“ hätte sehen können? Aber ich schwör, er ist ganz lieb. Heute hatte er schon seine Dosis Schmerzmittel, die auch abschwellend wirken, und morgen geht es zur Wundkontrolle. Er hat sich sogar einen Tunnel unter das Gästebett gegraben, also lasse ich ihn da und hoffe, dass er sich nicht völlig einsaut. Das ist einer der wenigen Orte, die meiner Ablenkungs-Putzwut gestern nicht zum Opfer gefallen sind.

Zwischen dieser Aktion, einer noch laufenden Wurzelbehandlung bei mir und einer anstehenden Wurzelbehandlung beim Mann ist das nicht unbedingt der Traumurlaub. Aber ich nehme, was ich kriegen kann. Und das Wichtigste ist doch, dass es dem kleinen Flauschepo bald wieder besser geht.

Urlaub, Tag 2

Am liebsten wäre ich heute den ganzen Tag als Decken-Wrap auf dem Sofa geblieben. Es ist der zweite Tag meines Urlaubs, und ich fühle mich unglaublich müde. Möglicherweise liegt das daran, dass ich eine merkwürdige allergische Reaktion auf irgendwas hatte – möglicherweise den Muschelextrakt, den ich für meine morschen Knie nehmen sollte – oder ich brauche den Urlaub mal wirklich. Allerdings wird man, Gerüchten zufolge, durch pures Rumliegen nicht glücklicher, also hangele ich mich ganz entspannt an meinen To-Do-Listen entlang Richtung Abendessen. Für heute stehen noch Laufen und Schneckeneier-Suchen auf dem Plan, danach kann ich mit mir ganz zufrieden sein.

Ja, auch im Urlaub habe ich Listen. Vor allem im Urlaub. Sonst liege ich die ganze Zeit nur in der Ecke und bin anschließend unzufrieden, was ich alles nicht geschafft habe. Aber keine Bange, da stehen auch lustige Dinge drauf. Sowas wie „Blog aktualisieren“, „Hörbuch aufnehmen“ oder „Lesewrap häkeln“. Ich merk mir doch sonst nichts!

In den kommenden Tagen erzähle ich euch dann vielleicht auch mal zwischendurch, wie das so läuft.

Pausenlos durch die Nacht

… oder wenigstens fühlt es sich so an.

Lilienschwester ist in Auftrag gegeben und sollte in wenigen Tagen erhältlich sein.

Ich nehme fleißig weiter Sprecherstunden und hoffe, das „Allerseelen“-Hörbuch rechtzeitig zu Halloween in hübsch (oder wenigstens akzeptabel) eingelesen zu haben.

Die nächsten „Gruftgeflüster“-Geschichten sind in Planung. Zwölf kriegt ihr auf jeden Fall, danach setze ich die Reihe vielleicht sporadisch vor, immer wenn ich eine gute Idee habe. Muss mal schauen. Am ehesten scheitert es an der Zeit, aber vielleicht habe ich ja einen Geistesblitz, wie ich meine Tage optimieren kann.

Im Hintergrund gibt es immer noch zwei fertige Manuskripte, die „nur“ professionell überarbeitet und veröffentlicht werden müssen, und ein halbfertiges Kinderbuch, das sich immer noch sträubt.

Außerdem habe ich zwei Projekte in Planung, bei denen andere Schreibende involviert sind, und über die ich euch erst mehr erzählen werde, wenn es auch mehr Details auszubreiten gibt.

Schlaf wird überbewertet.

Allerdings – sobald ich mir mal einen Tag freinehme, so wie gestern, als „Lilienschwester“ endlich aus meinen Fingern war und die Aufnahmen für meinen Patreon-Kanal im Kasten waren, falle ich buchstäblich um. Dann will ich nur schlafen und essen und eventuell noch mit halbgeschlossenen Augen aus dem Fenster starren. Der vernünftige Teil von mir ahnt, dass ich mal Pause machen sollte. Der kreative Teil sieht den Urlaub, der in greifbare Nähe rückt, und packt neue Pläne aus. Vielleicht sollte ich dem kreativen Teil mal hart auf den Schädel schlagen, damit er temporär Ruhe gibt. ^^

Das Selfcare-Dilemma

Foto von Roberto Nickson, gefunden auf Unsplash

Selfcare ist wichtig, das wissen wir inzwischen alle. Man braucht regelmäßig Zeit, um seine Batterien aufzuladen, und Energie, um die aufladerelevanten Dinge zu tun. Aber wie soll das, bitteschön, funktionieren?

Mit den Jahren bin ich ganz gut darin geworden, zu sehen, was mir gut tut. Das sind nicht immer Dinge, die auch Spaß machen (aufräumen!; Gemüse essen!!; früh schlafen gehen!!!) – aber wenn ich diese Dinge tue, fühle ich mich besser und habe auch mehr Energie für die Dinge, die ich wirklich tun will.

Es ist also gar keine Option, Selfcare auszulassen. Aber wie, fragt ihr euch vielleicht, findet man zwischen Bürojob, Schreibzeit, Haushalt und dem bisschen Sozialleben, das die Gegenwart zulässt, auch noch Zeit für Selfcare?

Puh, ich weiß es nicht.

Wie ich es mache?

Ich mogle.

Weil ich nämlich genau weiß, was ich für meine Batterien benötige, weiß ich auch, wieviel ich jeden Tag resp. jede Woche mindestens in diesem Bereich machen muss, damit ich mich gut fühle und nicht alle erwürge, nur weil ich es kann. (Glaubt mir, manchmal ist das eine verlockende Option!) Auf meiner List stehen unter anderem:

  • Kunst und Musik
  • Yoga
  • Spaziergänge
  • Meditation
  • Krafttraining
  • Laufen

Und aus diesen (und einigen anderen) Dingen suche ich mir jeden Tag mindestens zwei Dinge aus, die stattfinden MÜSSEN. Nicht unbedingt gut, nicht unbedingt lang, aber die ziehe ich durch. Und wenn mal Zeit ist oder ich finde, da sollte mehr gehen, dann auch drei oder fünf von diesen Punkten.

Andere Dinge sind nicht verhandelbar und werden nur im Notfall ausgesetzt: Mindestens sieben Stunden Schlaf beispielsweise, mit weniger geh ich zwar, aber ich gehe kaputt. Oder tägliche Rationen an Obst und Gemüse (siehe oben), damit mein Körper seine Leistungsfähigkeit behält. Der ist schließlich nicht aus Feenstaub gemacht.

Mir geht es also gar nicht darum, möglichst perfekte Selfcare hinzulegen, sondern möglichst realistische. Ich habe nunmal keine Zeit, jeden Tag zwei Stunden Sport zu treiben, mir neue Fähigkeiten anzueignen UND für Weltfrieden zu sorgen. Und manchmal ist es auch wichtiger, das Bad mal wieder zu putzen, anstatt Erleuchtung zu jagen. Für die meisten Dinge gibt es eine ideale Lösung – und eine, die für dich selbst im Alltag funktioniert. Und das ist auf jeden Fall die zweitbeste und sollte auf jeden Fall umgesetzt werden.

Oder, wie ich irgendwann mal las (grob paraphrasiert): „Alles, was wert ist, getan zu werden, ist auch wert, nur halbherzig getan zu werden.“

Falls ihr euch also jemals fragt: Wie macht diese verrückte Frau das alles? Die Antwort lautet: Halbherzig und nach Liste. ^^