Vom Buch zum*r Autor*in

Schaust du ab und zu auf meine Leseliste? Zugegeben, so richtig aufregend ist die nicht. Nur eine Sammlung der Bücher, die ich ausgelesen habe. Immer mal wieder findet man da aber lustige Häufungen – meist mehrere Bücher von der gleichen schreibenden Person, dicht hintereinander gelesen. Das passiert immer dann, wenn ich eine neue schreibende Person für mich entdecke. Ich lese ein Buch, das mir gefällt. Dann schaue ich, ob es vielversprechende weitere Geschichten gibt, die mir gefallen könnten.

Manchmal merke ich, dass ich nur die eine Geschichte mochte, wegen der Geschichte.

Manchmal sind die Geschichten, die die Person schreibt, einander zu ähnlich, dann ist nach der zweiten üblicherweise Schluss.

Und manchmal bin ich „angefixt“. Wie aktuell bei T. Kingfisher – „A wizard’s guide to defensive baking“ hatte ich letztes Jahr schon gelesen und fand es gut, aber nicht überragend. Dann haben diverse Freundinnen mich unauffällig dazu gedrängt, „Nettle and bone“ zu lesen, und was kann ich sagen? Ich bin verliebt. Also wühle ich mich jetzt vorsichtig durch die weiteren Bücher. Und auch wenn nach meinem Geschmack keines der bis jetzt von mir probierten Bücher an „Nettle and bone“ heranreicht, sind sie alle gut geschrieben und abwechslungsreich. Ich glaube nicht, dass es deutsche Übersetzungen gibt, aber wenn du die Möglichkeit hast, schau dich da doch um.

So komme ich mit der Zeit zu den Autor*innen, bei denen ich definitiv ALLES lese, was rauskommt. So lange, bis sich mein Geschmack oder ihr Schreibverhalten ändert. Sowas kann passieren, ist keine Schande. Bis dahin habe ich lauter Bücher, bei denen ich recht sicher sein kann, dass ich sie lieben werde

Bist du schon einmal Hals über Kopf in die Bücher einer dir bis dahin unbekannten schreibenden Person gefallen? Und wo findest du deine Lieblings-Autor*innen?

Was ich immer schon einmal lesen wollte (sollte?)…

Bestimmt hast du auch mal eine dieser Listen gesehen: 100 oder so Bücher, die man gelesen haben sollte. Und dann stehen da ein paar Klassiker drauf, ein paar modernere Bestseller und irgendwas, worüber jeder, der sich für eine*n Intellektuelle*n hält, gelegentlich redet – meist in einem sehr verdrehten Kontext (schielt auf „Schöne neue Welt“ und „1984“). Die Auswahl wirkt zufällig, stark beschränkt auf die westliche Welt (Ausnahmen: Isabel Allende und Gabriel Garcia Marquez) und irgendwie freudlos.

Vor unscharfem Hintergrund sieht man einen Stapel verschieden großer Hardcover, von denen nur das untere Ende zu sehen ist.
Foto von Claudia Wolff, gefunden auf Unsplash.

Wenn du eine Leseratte bist, gehst du diese Listen doch immer wieder durch und guckst, was du von den Sachen schon gelesen hast. Bist du ambitioniert, nimmst du dir außerdem vor, deinen „Punktestand“ zu erhöhen und dir das eine oder andere Buch von der Liste doch noch zu Gemüte zu führen – kann nicht sein, dass nur ich das mache.

Und wenn du diesen Kreislauf einige Male durchlaufen hast, fragst du dich irgendwann: WARUM sollte ich all diese Bücher gelesen haben?

Gut, bei einigen ist es klar – sie gehören sozusagen zum Allgemeinwissen und werden so oft referenziert, dass die Lektüre sich lohnt, allein schon, um eine Blamage zu vermeiden („Animal Farm“!).

Andere sind nicht grundlos Klassiker, sie bringen sprachliche und/oder gesellschaftliche und/oder historische Feinheiten mit, die man auch heute noch durchaus genießen kann.

Darüber hinaus fällt mir aber gerade, außer dem Angeber-Kommentar in den sozialen Medien („Hab ich natürlich alle gelesen, wer denn nicht? Alles Banausen hier!“), tatsächlich kein einziger guter Grund ein.

Beispiel: Diese Woche habe ich „What moves the Dead“ von T. Kingfisher gelesen (sehr empfehlenswert, steht wahrscheinlich auf keiner dieser Listen). Im Nachwort erwähnt die Autorin, dass – was gebildeteren Leuten eventuell direkt klar geworden wäre – sie sich auf eine Geschichte von Edgar Allen Poe bezieht, die „jeder“, der eine englische Schule besucht hat, bestimmt gelesen habe. Ich war auf keiner englischen Schule und habe die Geschichte nicht gelesen. Dachte kurz, das könne ich aber doch nachholen. Dann erinnerte ich mich daran, wie sehr der aus heutiger Sicht schwurbelige Stil von Poe mich in der Vergangenheit genervt hat, und habe es bleiben lassen. Möglicherweise entgehen mir dadurch Feinheiten in „What moves the Dead“, aber ich werde damit leben können.

Lesen sollte einem immer etwas geben. Idealerweise macht es Spaß, man lernt etwas dazu, erlebt neue Abenteuer, nimmt andere Perspektiven ein, erfährt etwas über sich selbst und/oder die Welt. Etwas zu lesen, nur damit man es gelesen hat, erscheint mir wenig vernünftig. Schließlich hat niemand von uns einen Zeitscheißer zuhause!

(Ja, ich habe auch schon überlegt, welche Bücher ich auf meine „Diese hundert Bücher solltest du gelesen haben!“-Liste packen würde. Konnte mich bis jetzt zügeln. Falls du Empfehlungen brauchst, kannst du in meine Liste gelesener Bücher schauen – wenn ich ein Buch auslese, ist es meistens schon nicht ganz furchtbar.) Und da stehen auch garantiert mehr als hundert Bücher drauf.

Aber zurück zum Thema: Welches Buch würdest du empfehlen, das ich unbedingt lesen sollte?

Immer nur Pizza lesen?

Bestimmt hast du auch einen Lesegeschmack – eine bestimmte Sorte Bücher, die du einfach am liebsten liest. Normalerweise sortiert man da nach Genre: Thriller, Krimi, Horror, Liebesgeschichte, … ? Und dann kommen vielleicht noch bestimmte Zutaten hinzu, wie der Schauplatz (Skandinavien-Krimi) oder die Art handelnder Person (starke Frauen im historischen Setting).

Hat sich dein Lesegeschmack im Lauf der Jahre geändert?

In den vergangenen Tagen bin ich auf der Suche nach neuem Lesestoff meine Regale durchgegangen und habe festgestellt, dass eine ganze Reihe Bücher, die ich irgendwann mal unbedingt lesen wollte, mich kaltlässt. So bin ich ins Grübeln gekommen: Was lese ich im Moment denn gerne?

Ganz früher waren es historische Romane, davon konnte ich nicht genug kriegen.

Dann kamen die Thriller, ruhig möglichst düster.

Zwischendurch habe ich gerne lustige Dinge gelesen.

Bei Fantasy bin ich immer schon wählerisch gewesen. High Fantasy reizt mich in den seltensten Fällen, es darf nicht zu romantisch sein und Geschichten über Auserwählte langweilen mich. Glücklicherweise gibt es abseits von diesen Pfaden noch eine Menge spannender Geschichten, mit denen man sich aufhalten kann.

Ab und zu lese ich auch ein „richtiges“ Buch. Du weißt schon – so eins, das man guten Gewissens auf dem Kaffeetisch liegen lassen kann, wenn Besuch kommt. Möglicherweise mit „Spiegel Bestseller“-Aufkleber oder so.

Im Moment bin ich mir nicht ganz sicher, was ich als nächstes lesen will. Mehrere Krimis, die ich in die Hand genommen habe, habe ich nach wenigen Seiten wieder weggelegt. Das Buch über die Langstreckenwanderfrau war spannend, aber bestimmt nicht die Einstiegsdroge für (Auto-)Biographien oder so. Und weil die Welt gerade eh schon düster genug ist, würde ich eher etwas Buntes, Fröhliches lesen. Ach, da findet sich in meinem Regal bestimmt auch etwas. Was Bücher angeht, bin ich wie so ein überzuckertes Eichhörnchen ohne Sinn und Verstand.

Aber was liest du im Moment? Empfehlungen? „Abratungen“? Was war dein Lese-Highlight der letzten drei Monate?

Lesefortschritte

Seit Anfang 2017 führe ich Liste über die Bücher, die ich gelesen habe – ohne Bewertung, nur Enddatum, Titel, Autor*in.

Diese Liste hat eigentlich keinen tieferen Sinn. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr draufgucken und versuchen, herauszufinden, was für einen Buchgeschmack ich habe. Allerdings sagt die Liste nichts darüber aus, ob ich die Bücher mochte oder nicht – nur, dass ich sie beendet habe. Abgebrochene Bücher stehen zum Beispiel nicht darauf.

Allerdings habe ich aus dieser Liste gelernt, dass ich im Jahr etwa 40 Bücher lese. Für letztes Jahr stehen weniger drauf, allerdings hat da die Umstellung des WordPress-Editors einige Titel gefressen. Wir kommen also wieder ungefähr beim gleichen Wert an.

Warum ist das spannend?

Ich lese nicht besonders schnell, da sind wir uns einig.

In meinem produktivsten Jahr (2018) habe ich drei Romane geschrieben, überarbeitet und veröffentlicht.

Jemand, der ungefähr so schnell liest wie ich, hätte also noch Platz auf seiner Leseliste für ungefähr 37 weitere Bücher.

Viele Autor*innen schreiben weniger als drei Bücher im Jahr. Wir haben andere Dinge zu tun (Büro, Haushalt, Bingewatching), wir überarbeiten, wir schreiben Kurzgeschichten, wir werfen auch mal Zeug weg oder drücken uns vor dem Überarbeiten.

Daraus folgt – und ich glaube, ich habe das schon öfter gesagt – dass andere Autor*innen nicht wirklich Konkurrenz für uns sind. Außer bei Preisverleihungen, und die sind eher selten. Jemand, der nur meine Bücher läse, hätte seit 2018 nichts Neues zu tun bekommen. Das wäre sehr schade. deswegen hoffe ich hart, dass Leute, die meine Bücher lesen, auch die Bücher vieler anderer toller Autor*innen finden und lesen (und mich darüber nicht vergessen, aber das ist wohl Glückssache).

Von Büchern, die wir schon immer lesen wollten/sollten und irgendwie doch noch nicht gelesen haben

Jeder kennt sie. Bücher, die man „gelesen haben muss“. Die zum Bildungskanon gehören. Bücher, bei denen es eine Art Auszeichnung ist, wenn man sie gelesen hat.

Das sind die Bücher, bei denen einige sich darüber profilieren, wie toll und grandios sie diese Bücher doch fanden, während andere sich darüber profilieren, dass diese Bücher doch total überbewertet seien.

Und ich höre mal auf, von „diesen Büchern“ zu reden.

Denn ich habe mit „diesen Büchern“ ein Problem.

Natürlich gibt es Bücher, die so unglaublich sind, dass sie ihren Platz auf dem zeitlosen Altar literarischer Anbetung verdient haben. Meiner Meinung nach stehen viele Bücher aber nur dort, weil eine lange Tradition von Elitemitgliedern einander – und uns – immer wieder versichert, wie bedeutend „diese Bücher“ (sie hat es schon wieder gesagt!) doch seien. Uns wird also eine Vorauswahl serviert, auf die wir herzlich wenig Einfluss haben.

Eigentlich sind „diese Bücher“ der kleinste gemeinsame Nenner der sogenannten „Bildungselite“ … und mal im Ernst, was die so denken, ist nicht unbedingt repräsentativ.

Inzwischen verbringe ich sehr viel Zeit damit, die Bücher zu lesen, die mir von Leuten empfohlen werden, deren Geschmack ich vertraue. Und ob das dann „Klassiker“ sind oder aktuelle Bestseller oder kleine, auf Eichenblättern handgedruckte Mikroliteratur (und jetzt möchte ich so etwas unbedingt einmal basteln, die Götter mögen mir beistehen!), ist nebensächlich. Wenn eine*r meiner Buchspezialist*innen sagt: „Hier, dieses Buch ist toll, weil …“, schaue ich mir das Buch an. Und wenn es dann nicht ganz furchtbar aussieht, lese ich es auch. Oder versuche es wenigstens.

Das bedeutet natürlich, dass ich auf den ganzen elitären Cocktailparties der gehobenen Klasse nie meine pointierte Meinung über „Krieg und Frieden“ kundtun kann.

Aber ich habe viel mehr Spaß beim Lesen. Und darauf kommt es letztendlich an, nicht wahr?

Fast hätt‘ ich’s getan …

Ein dicht gepacktes Bücherregal mit vielen verschiedenen ordentlich aufgestellten englischsprachigen Titeln, überwiegend Taschenbücher.
Foto von Ugur Akdemir, gefunden auf Unsplash

Sicher kennt ihr eines meiner liebsten Mantras: „Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher.“ Und mit „schlecht“ meine ich nicht objektiv schlechte Bücher, sondern die Bücher, die nicht zu mir als Leserin passen. Wenn das Lesen keinen Spaß macht und ich auch keine neuen Einblicke gewinne, ist es nicht das richtige Buch für mich. Und angesichts der Mengen an Büchern, die es bereits gibt, und all der neuen Bücher, die jedes Jahr veröffentlicht werden, wird es noch wichtiger, eine Auswahl zu treffen.

Trotzdem habe ich mich drei Wochen durch ein Buch gequält, auf das ich mich nicht gefreut habe. Erkennt man leicht daran, dass ich erst zu gut der Hälfte durch war, als ich es heute morgen endlich von meinem Kindle gelöscht habe. Das Buch war nicht schlecht geschrieben und handelte auch von genau den Dingen, die im Klappentext erwähnt waren, aber der Funke sprang einfach nicht über.

Wenn ich jetzt daran denke, was ich in der Zeit alles Hübsches hätte lesen können … ich glaube, ich muss wieder rücksichtsloser vorgehen, was die Buch-Auswahl angeht.

Wie ist es bei euch – lest ihr alles aus, was ihr einmal angefangen habt? Wie viele Chancen gebt ihr einem neuen Buch? Und was macht ihr mit Büchern, die euch nicht gefallen, wenn ihr sie erst einmal zuhause habt?

Es hätt‘ so schön sein können! „Tödlicher Kohldampf“ – ein Gejammere

Manchmal wildere ich in fremden Genres. Wenn mich der Titel reizt oder der Klappentext, wenn ich eine Idee für witzig oder spannend halte, wenn die Gelegenheit günstig ist.

So eine Gelegenheit war – dachte ich wenigstens – als ich vor einigen Wochen „Tödlicher Kohldampf“ von Helga Bürster günstig bekommen konnte. Ein norddeutscher Krimi um Grünkohl, mit aktuellen politischen Themen und angeblich auch noch sehr witzig. Bitte her damit!

Und ich schwör, die Idee hätte grandios werden können. Leider bleiben viele Charaktere (vor allem, aber nicht nur der dichtende Polizist) durch die Bank hinter ihrem Potenzial zurück – mit anderen Worten: Sie verhalten sich dumm. Da werden Beweismittel weggeworfen, beschlagnahmte Geräte offen rumliegen gelassen, der Polizist kriegt wegen jeder weiblichen Person, mit der er redet, Hitze im Kragen, … – und keine einzige der weiblichen Figuren ist sympathisch. Bei einigen ist das offensichtlich gewollt, aber auch die „Heldin“ Moni wirkt mit ihren Stimmungsschwankungen und ihrer Eifersucht, sobald jemand ihren Mann auch nur anguckt (wenn er mit Handtuch um die Hüften durch die Gaststätte spaziert *augenrollgeräusch*), machen sie zu einer unangenehmen Person, mit der ich nicht Tee trinken wollen würde.

Hinzu kommt offensichtliches Unwissen der Autorin in Bezug auf einige Dinge, die man heutzutage eigentlich entweder weiß oder leicht rausbekommen sollte. Beispielsweise dass Smartphones üblicherweise mit einem Code o.ä. geschützt sind, wie man die Adresse eines eBay-Verkäufers herausbekommt, Dinge wie Fernzugriff und Cloudsicherung – hach, es ist rundum ärgerlich.

Eines muss man dem Buch allerdings zugute halten: Sprachlich ist es sehr schön. Allein wegen des Wortes „breegenklöterich“ (tüdelig) hat sich die Lektüre schon gelohnt. Damit schrammt es knapp, aber wirklich sehr, sehr knapp daran vorbei, reine Zeitverschwendung gewesen zu sein.

Viel-Lesen: Dicke Wälzer oder lieber Reihen?

Was ist euch lieber? Ein richtig, richtig, bandscheibenzerschmetternd dickes Buch – oder lieber eine lange Reihe an aufeinander aufbauenden Geschichten?

Ehrlich gesagt, kann ich keinem von beiden unvoreingenommen etwas abgewinnen. Natürlich lese ich gute dicke Bücher und gute lange Reihen, aber ich finde, die Nachteile überwiegen (wenigstens bei Papierbächern): Ein dickes Buch passt nicht in die Handtasche und kann nur schwer unterwegs gelesen werden. Und bei einer Reihe muss man mitunter lange warten, bis der nächste Band auftaucht.

Dafür haben Reihen den Vorteil, dass man beliebig oft an verschiedenen Stellen abbiegen und neue Nebenäste erkunden kann, wie in den „Scheibenwelt“-Romanen von Tery Pratchett natürlich. Und so ein richtig schönes, umfangreich gestaltetes, episch langes und schweres Werk, dass man nur am Tisch lesen kann, weil es einem sonst die Knie zerquetscht, an einem ruhigen Wochenende – das kann auch etwas Zauberhaftes haben. Meine Kopie von „Der Graf von Monte Christo“ ist ein Exemplar, ich habe es seit der Grundschule (meine Eltern waren verzweifelt und wollten ein Buch kaufen, dass mir die ganzen Sommerferien reicht). Die Seiten sind aus ganz dünnem Papier, winzig bedruckt, und trotzdem könnte man mit dem Exemplar einen Einbrecher niederschlagen. Deswegen hat man ja Bücher neben dem Bett – reiner Selbstschutz.

Wie steht ihr zu epischen Werken und Reihen?

Von Büchern und Filmen

Kennt ihr gelungene Buchverfilmungen?

Ich muss sagen … eher nicht.

Also, nicht dass alle Buchverfilmungen schlecht wären. Manche geben ordentliche Filme ab. Sogar gute, ab und zu. Aber in den meisten Fällen ist das Buch dem Film letztendlich doch überlegen. Weil man keine zeitliche Beschränkung hat – Papier ist geduldig – und weil man die Perspektive besser steuern kann, wenn man mag, weil das Innenleben der Figur deutlicher wird, wenn man will, weil man nicht auf das Budget für Special Effects achten muss …

Neulich las ich in einem Ratgeber, dass es ja viel einfacher sei, einen Roman zu schreiben, weil man mit hübschen Wörtern alles zukleistern könne, was nicht funktioniert, während bei einem Film das Publikum unmittelbar sehen könne, ob der Film gut ist oder nicht.

Dem kann ich natürlich nicht zustimmen. Oft ruht sich eine mittelmäßige oder sogar schlechte Story auf berühmten Schauspielern und teuren Special Effects aus. Oder die Schnitte sind so schnell hintereinander, dass man gar nicht mehr mitkriegt, was alles nicht funktionieren kann.

Und Bücher haben einen großen, fast schon gigantischen Vorteil: Keine Remakes. Natürlich werden Bücher von anderen Büchern (mehr oder weniger offen) inspiriert. Die Menge an Geschichten, die man erzählen kann, ist letztendlich begrenzt. Aber dieser Trend jeden halbwegs erfolgreichen Film alle fünf bis dreizehn Jahre mit einem Remake zu versehen, ist uns bei Romanen bislang größtenteils entgangen – zum Glück!

Gruselt es euch schon?

Falls nicht, habe ich zwei kleine Überraschungen für euch.

Zum einen gibt es „Allerseelenkinder“ als eBook für Kindle von heute an für ein paar Tage gratis. Das ist quasi umsonst. Nutzt die Gelegenheit!

Und zum anderen habe ich eine kleine, märchenhaft-magische Kurzgeschichte für euch. Dazu sei gesagt, dass ich oft und regemäßig über Märchenadaptationen schimpfe. Aber meine Muse lässt sich davon nicht stören. Die hört sowieso nicht auf mich. Ebenfalls als eBook für Kindle gibt es also ab sofort Hexerella, oder Der Gläserne Besen. Auf fröhliches Gruseln!