Einmal mit Profis, bitte!

Einige Sätze, wie man sie im oder rund ums Büro hören könnte:

„Das ist keine Frau! Das sind drei gestapelte Hühner mit gemachten Titten!“

„Süße … ich würde dich in der Tiefgarage in die fiese Pfütze schubsen, aber ansonsten bin ich Profi.“

„Deinen Stil beschreibt man am besten mit dem Satz: ‚Jetzt ist es auch egal.'“

„Der Betrieb auf dem Flughafen Köln-Bonn wurde wegen der Schneemassen teilweise eingestellt.“ – „Hoffentlich passiert das nicht, wenn ich im Juni nach Manchester will.“

„Deswegen können wir keine Kinder kriegen – wir wissen gar nicht, wie man sie serviert.“

(Ich liebe meine Kolleginnen.)

Es schweigt

– und das ist wunderschön!

Worum es geht?

Ganz einfach – mein Telefon auf der Arbeit. Seit Mittwoch Nachmittag gibt es keinen Pieps mehr von sich.

Ihr wisst vielleicht, ich bin Übersetzerin. Explizit ein Job mit wenig Publikumsverkehr, und besser ist das bei mir. Leider haben die Kollegen das nicht mitbekommen, und eigentlich rufen sie konstant bei mir an, um nach Übersetzungen zu fragen (die wir ihnen in der Hälfte der Fälle bereits in die Ablage gelegt haben). Das nervt und hält mich von der eigentlichen Arbeit, dem Übersetzen ab. Alle paar Sätze muss ich meinen Text beiseitelegen, aus verschiedenen Akten oder Tabellen die erbetene Information heraussuchen, eventuell eine verlorene Übersetzung noch einmal ausdrucken, Notizen für anstehende Texte machen, Informationen an die anderen Kolleginnen im Team weitergeben, … – wie meine eigene Sekretärin, nur nicht so gut gelaunt.

Tja, und jetzt herrscht Schweigen.

Artig, wie ich nunmal bin (lacht da jemand?), habe ich natürlich eine E-Mail an das Chefsekretariat geschrieben, dass ich momentan nicht telefonisch erreichbar bin – nein, ich werde den Teufel tun, meine Handynummer an die Kollegen rauszugeben, dann haben die als nächstes die Klienten, und dann bleibt mir nur noch das Zeugenschutzprogramm. Und die Kollegen haben offenbar keine Zeit, per E-Mail nachzufragen oder eben zu uns über den Flur zu laufen, wenn sie etwas wissen wollen, denn heute den ganzen Tag konnte ich in himmlischer Ruhe einfach übersetzen. Es ist nicht geprahlt, wenn ich sage, dass ich mein Tagespensum locker verdoppelt habe.

Aber wie ist das für die anderen? Sitzen sie voller Sorge an ihren Schreibtischen und sehnen sich nach übersetzten Texten?  Laufen sie hektisch im Kreis oder versuchen, meine Stimme zu imitieren, um einander im Notfall beruhigen zu können? Vielleicht gehe ich morgen in der Mittagspause mal bei ihnen vorbei und schaue nach. Das Tagespensum dürfte ich da ja schon erledigt haben.

Drückt mir die Daumen, dass die Technikabteilung noch ein paar Tage braucht, ehe sie den Fehler finden!

Dieser humorige Beitrag wurde inspiriert von einem Artikel aus Meikes bunter Welt. Geht mal vorbei und sagt hallo!

Die große Sommerflaute – ist zu kurz!

Endlich gibt es ein paar schöne Tage. Und so viel, was man machen könnte. Da ist der Rheinauenflohmarkt, die Bierbörse, diverse Stadtfeste – überhaupt, man könnte einfach draußen liegen und den Sommer genießen. Im Freibad. Auf dem Balkon. Im Park.

Bei uns passiert davon im Moment leider nicht viel. Und Schuld ist des Mannes Job. Als Consultant steht er natürlich permanent unter Stress, aber seine gegenwärtigen Arbeitszeiten sind schon nicht mehr lebensfeindlich, sondern lächerlich. Immer unter dem Deckmantel, er sei ja selbst für seine Arbeitszeiten verantwortlich.

Auf meinem Bürojob haben sie das auch mal probiert. „Wenn ihr nicht in der offiziellen Arbeitszeit fertig werdet, müsst ihr eben länger bleiben. Natürlich unbezahlt.“ Zum Glück haben wir uns als Abteilung so lange konsequent geweigert, bis wenigstens der letzte Punkt geändert wurde. Und wir machen die Überstunden auch nur, wenn gerade nichts Wichtigeres (Museumsbesuch, Freibad, Kino, Zahnarzt) ansteht. Aber ich weiß, dass wir wenigstens in diesem Fall wirklich Glück haben.

Was will ich eigentlich damit sagen?

DAS LEBEN IST KURZ.

DER SOMMER GEHT VORBEI.

WEIGERT EUCH.

Die Konsequenzen sind weniger schlimm, als ihr denkt. Eure Vorgesetzten sind auch nur Menschen – die meisten wenigstens. Und auch, wenn man sich seine Stelle oft nicht aussuchen kann: Wollt ihr wirklich in einer Position bleiben, in der euer Wohlergehen mit Füßen getreten wird? Überstunden sind nämlich nicht nur schlecht für die Eisverkäufer, bei denen ihr dann nicht sitzt, sondern auch für eure Gesundheit. Und euer Sozialleben. Und überhaupt.

In diesem Sinne – ich habe heute keine Zeit für Überstunden, denn heute Abend habe ich ein Date mit meinen Laufschuhen und den Mücken im Wald. ^^

Es fing so harmlos an…

Meistens tippe ich an meinem Schreibtisch ja. Aber manchmal habe ich auch echtes Papier, mit dem ich arbeite. Und da stellte ich neulich wieder fest, dass der Klemmspot, der schräg links hinter mir an der Fensterbank klemmt, seiner eigentlichen Aufgabe – mir ein Licht aufgehen zu lassen – nicht unbegrenzt nachkommt. Ich gebe meiner Schulter die Schuld.

Auf jeden Fall dachte ich mir zuerst: Suchst du dir halt eine Schreibtischlampe. Kann so schwer nicht sein, die meisten Leute mögen Tische und Licht, und schreiben kann eigentlich jeder. Aber Pusteblume! Jede Lampe, die nicht direkt aussieht, als sei sie dem ÜBerraschungsei entnommen, kostet beinahe soviel wie ein Kleinwagen (ohne TÜV).

Außerdem: Ich mag meinen Klemmspot. Den hat meine jüngere Schwester nämlich für mich bemalt, als ich damals von zuhause auszog, um studieren zu gehen. Das ist schon sehr, sehr lange her.

An den Tisch kann ich den Klemmspot leider auch nicht klemmen, denn mein Schreibtisch ist eigentlich ein Massiv-Eiche-Esstisch, der so stabil ist, dass man auf ihm Tango tanzen könnte. Sogar Leute wie ich. Nach hochwissenschaftlichen Messungen ist die Platte mindestens drei Frauenfinger breit. Zuviel für einen herkömmlichen Klemmspot.

Und da ging es los. „Hmm, eigentlich brauchst du doch nur etwas, wo du den festklemmen kannst…“ Sprachs und machte sich auf ins Internet, um Ideen zu sammeln. Und das ist dabei rausgekommen:

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Für einen Preis, der so absurd niedrig ist, dass man annehmen muss, es sei von sibirischen Biberkindern bei Minusgraden von Hand zurechtgenagt, fand ich dieses formschöne Regal. Es ist nicht besonders tief, das wurde von anderen Käufern als Minuspunkt bemängelt, und soll eigentlich an die Wand geschraubt werden. Aber es steht, wie ihr sehen könnt, ganz hervorragend. Jetzt beherbergt es nicht nur den berühmten Klemmspot, sondern auch die von mir geschriebenen Bücher, meine Fachbücher zum Thema „Schreiben“ und was man sonst noch so braucht. Also Nippes, Kleinkram, Taschentücher, Gummibärchen und Motivation. Und auch noch das hier:

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Der ist aber nur für besondere Gelegenheiten. ^^

So ein Tag ist das also

Es gibt ja so Tage. Kennt ihr auch, nicht wahr? So einer isset.

Richard hat heute frei. Ich schleiche also morgens im Halbdunkel in den Schrank und greife mir meine Sachen für’s Büro. Alles natürlich professionell und konservativ, schließlich sind wir wichtig. Schnell angezogen, die Katzen versorgt und gefrühstückt, dann aus dem Haus und noch schnell ein paar der besten Erdbeeren aus ganz Bonn holen. Die Andrea will nämlich backen und hat mich versklavt.

Im Büro, nach dem Kaffee, in Denkerpose aus dem Porzellanthron sitzend, schaue ich dann so nach unten – verflixt, habe ich etwa meine violett karierte Unterwäsche auf links angezogen? Meh. Kann ja mal passieren. So etwas stört allerdings mein zwanghaftes Hirn, also schnell Hose aus, alles in die richtigen Bahnen gelenkt und zurück in die Hose schlüpfen.

Aber was ist das?

Ist das etwa… ?

Och nööö.

Die rückseitige Naht meiner guten (weil einzigen) Bürohose ist offenbar dem Weltwunder „Diandras Hintern“ nicht gewachsen und hat den Rückzug angetreten.

Tja, jetzt bin ich der Gnade der Kolleginnen ausgeliefert, damit ich nicht persönlich Arbeit beim Chef abholen muss. Noch ist zwar nichts zu sehen (von meiner Unterwäsche – Arbeit haben wir genug), aber ich kann einfach nicht riskieren, dass der Chef dieses Wunders ansichtig wird und sich sofort unsterblich verliebt. Dieser Hintern war schließlich teuer und ist nur mit den besten Dingen gefüllt.

Außerdem – warum ausgerechnet am Violette-Unterwäsche-Tag? Hätt ich nicht heute morgen wenigstens zu schwarz greifen können? Echt ey, da helfen weder Kaffee noch Erdbeeren. Immerhin trage ich so zur Erheiterung der übersetzenden Kolleginnen bei, die haben das bitter nötig.

Bin ja gespannt, was als nächstes kommt…

Stille Wasser

Montag habe ich etwas getan, was man so von mir eigentlich nicht erwartet – ich habe einen Kollegen aus dem Büro geworfen.

Eigentlich bin ich ein stiller, friedlicher Mensch.Im Zweifelsfall gehe ich meistens davon aus, dass mein Gegenüber die Dinge weniger unfreundlich meint, als er sie sagt. Ich finde es nicht schlimm, den ersten Schritt zu machen, und nachtragend bin ich auch nicht. Das Leben ist zu kurz, um sich über Kleinigkeiten in die Haare zu geraten.

Allerdings gibt es bei uns im Büro nicht nur unglaublich viel zu tun, so dass wir nicht einmal mit den notwendigsten Übersetzungen hinterher kommen, sondern auch eine feste Rangordnung. Im Wesentlichen gibt es hier im Haus genau zwei Leute, von denen ich Anordnungen entgegennehme – meine Vorgesetzte und den Chef.

Gestern morgen tauchte auf jeden Fall ein Kollege aus einer anderen Abteilung mit einem Bericht auf, den er schnell übersetzt haben wollte. Die Klienten würden am Nachmittag abreisen, und er habe ihnen versprochen, dass die Übersetzung rechtzeitig fertig würde.

Eigentlich habe ich nichts dagegen, Kleinigkeiten zwischendurch schnell zu erledigen. Jedoch gibt es bei uns neben der offiziellen Hackordnung auch nur eine begrenzte Zahl von Leuten, von denen ich Aufträge entgegennehmen darf. Und dieser Kollege gehört eben nicht dazu. Das sagte ich ihm und gab ihm auch einen Ratschlag, wie er dafür sorgen könne, dass wir das trotzdem schnell übersetzen dürfen.  Er knirschte mit den Zähnen und verschwand.

Fünf Minuten später stand sein Vorgesetzter bei uns in der Tür – ein junger Mann, dem ich die Problematik bereits mehrmals erklärt habe, und auch, dass ich schon ordentlich zusammengefaltet worden bin, wenn ich „ihm zuliebe“ etwas außer der Reihe übersetzt habe. (Was ist er auch so dumm, mit der frischen Übersetzung in der Hand zu unserer Vorgesetzten zu laufen, um es von allen Faxgeräten im Haus ausgerechnet in ihrer Abteilung faxen zu lassen??)

(Ja, wir benutzen noch Faxe. Angeblich hat unser IT-Fachmann hier auch W-LAN-Kabel verlegt. Fragt nicht.)

Ich erkläre ihm also noch einmal, dass wir das nicht nehmen dürfen, und erinnere ihn an den Ärger, den ich seinetwegen beim letzten Mal hatte.

„Wenn du das nicht übersetzt, beschwere ich mich beim Chef über dich.“

Ob er sich das gut überlegt hat? Die Kolleginnen gucken aufmerksam, mit der imaginären Tüte Popcorn in der Hand. Sie ahnen, was jetzt kommt.

Die kleine, blasse, rothaarige Deutsche – das bin ich – wird laut. „Tu das, und jetzt RAUS!“

Gut möglich, dass ich ihm auch noch meinen Lieblingsfinger gezeigt habe. Was glaubt der eigentlich, wer er ist?

Neue Schuhe, neues Glück!

Zugegeben, ich gehe nicht gerne in Schuhläden. Aber als neulich dicht hintereinander alle drei Paar Stiefel in meinem Besitz ihren Geist aufgaben – das sieben Jahre alte Paar, bei dem ich bereits einmal die Sohlen ersetzt hatte, geht generell aus der Form, an den braunen ist der Reißverschluss gerissen und bei den schwarzen vom letzten Jahr ist das Metallstück aus der Sohle gebrochen – auf jeden Fall, da war mir klar: Du brauchst neue Stiefel. Solche, die ultrabequem sind. Und damenhaft. Und die du ohne Probleme ins Büro tragen kannst.

Wollt ihr sehen, was dabei herumgekommen ist?

 

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Tadaa!!!

Ignoriert am besten den schmutzigen Fußboden. Oder den Karton im Hintergrund. Oder die Tatsache, dass ich wirklich mal wieder meine Beine rasieren sollte. ^^ SCHAUT EUCH DIESE STIEFEL AN!!! Niemals im Leben werde ich meine Blasen mit soviel Stolz erwerben.

Viola

Seit letzter Woche nehme ich einmal wöchentlich an einem „Vocal Basics“-Kurs in der Bonner Brotfabrik teil. Der findet jeden Dienstag abend statt. Ich hetze also direkt nach der Arbeit auf die andere Rheinseite und komme erst nach Hause, wenn die Katzen schon mit ängstlich-vorwurfsvollem Gesichtsausdruck hinter der Tür lauern.

Wir sind ein bunter Haufen von etwa einem halben Dutzend Frauen unterschiedlichen Alters, die gemeinsam auf Socken in einem kleinen Studio seltsame Geräusche machen und lernen, unsere „alberne Stimme“ zu nutzen – zum Beispiel, indem wir „Viola“ jodeln. Dazu gehören außerdem die richtige Körperhaltung (so entspannt, dass man davon Muskelkater bekommt) und auch die richtige Atemtechnik. Zweck ist es, sowohl Sprech- als auch Singstimme zu entwickeln und zu trainieren.

Die meisten anderen Teilnehmer singen im Chor (oder tragen sich mit dem Gedanken an ebendies). Mein Hintergedanke bei der ganzen Geschichte ist ein anderer, aber der wird hier noch nicht verraten.

Auf jeden Fall erheitere ich die Kolleginnen sehr, wenn ich mich mit der „albernen Stimme“ am Telefon melde. Aber man braucht sowieso die entsprechende Geisteshaltung, um hier zu arbeiten.

Interspirituelle Toleranz

In meinem Büro herrscht derzeit Ramadan. Das ist einerseits ganz praktisch, weil sich dadurch unsere Arbeitszeit verkürzt. Andererseits sind all meine muslimischen Kollegen tagsüber veritable Zombies. Gegessen und getrunken werden darf während Ramadan nämlich nur zwischen Sonnenunter- und -aufgang, und das ist gegenwärtig etwa zwischen 22:00h und 3:00h.

Wir Nicht-Muslime fasten natürlich nicht. Aber wir versuchen, unsere Kollegen so wenig Versuchungen und „Folter“ wie möglich auszusetzen. Alle treffen sich zur Mittags- oder gelegentlichen Teepause bei uns unten im Übersetzer-Zimmer, wo wir alle Vorräte gebunkert haben. Und die Tür bleibt zu, damit man nicht riecht, ob wir Kaffee kochen.

Ich bin ein großer Fan interspiritueller Toleranz. Natürlich in erster Linie aus Eigennutz – als Hexe gehöre ich sozusagen einer Minderheit an. Oder würde es, wenn wir uns jemals zu einer Minderheit organisieren könnten. (Die perfekte Mitgliederzahl eines Hexenzirkels ist Eins.) Für mich gilt: Jeder soll den Weg gehen, der für ihn am besten passt, solange er allen anderen das gleiche Recht zugesteht und niemand verletzt wird. Missionierung halte ich allerdings für extrem unhöflich, weil es in meinen Augen impliziert, dass der Missionierende seine Religion für grundsätzlich besser hält als die der anderen. (Was bei den großen monotheistischen Religionen ja irgendwie impliziert ist.)

Leider ist es während Ramadan so, dass auch die sonst mehr geerdeten Kollegen, wenn wir Pech haben, uns auf einmal händeringend davon vorschwärmen, wie toll doch Ramadan ist und dass wir das auch mal versuchen sollten, es sei eine großartige spirituelle Erfahrung, und überhaupt der Koran…

Neulich habe ich einer sehr netten Kollegin gegenüber freundlich abgelehnt mit Verweis darauf, dass ich es als heuchlerisch empfände, der Praxis einer anderen Religion zu folgen. Als sie dann jedoch nicht locker ließ, wurde es mir zu bunt. „Möchtest du nicht beim nächsten Vollmond nackt mit uns im Wald tanzen?“

Diesen Blick hättet ihr sehen sollen…

(Sie hat dann abgelehnt und ist gegangen.)

Mein geheimes Büro-Spiel

Tagsüber arbeite ich in einem eher konservativen Umfeld – nämlich in einer Golfstaaten-Botschaft. Mit ausschließlich muslimischen Klienten und etwa 85% muslimischen Kollegen. Das bedeutet natürlich, dass eine gewisse Kleiderordnung vorherrscht. Als ich eingestellt wurde, hieß das: Nicht schulterfrei, kein zu tiefer Ausschnitt, die Röcke nicht zu kurz und die Hosenbeine nicht zu schmal. Eigentlich wie in einer Bank. Kann ich mit leben. In Wahrheit steht mir dieser Stil sogar ziemlich gut.

Als vor zweieinhalb Jahren der Attaché wechselte, wurde diese Kleiderordnung auf einmal strikter. Es gab keine offizielle Anordnung, aber manchmal wurde man von der Chefsekretärin beiseite genommen, die dann in ganz verschämtem Ton so Dinge sagte wie: „Du, dem Chef gefällt dein Rock heute aber nicht. Der ist ein winziges bisschen zu kurz.“ Oder: „Kannst du morgen vielleicht etwas anziehen, was etwas längere Ärmel hat?“

Seitdem diese Unsitte sich eingebürgert hat, spiele ich heimlich ein Spiel: „Ärger den Chef, ohne die Kleiderordnung zu missachten.“ Die Rocklänge stimmt, aber der Stoff ist in einem wilden Blütenmuster gehalten. Das Kleid reicht bis zum Knöchel und ist nicht figurbetont, passt auch hervorragend zum Blazer, dafür erinnert es eher an Hippies als ans Büro. Oder das T-Shirt ist zwar hochgeschlossen, aber auf den Schulterblättern sind Katzenaugen.

Vielleicht ist das etwas kindisch, zugegeben. Aber mir persönlich macht das großen Spaß. Und solange er keine explizite Kleiderordnung vorlegt, breche ich ja auch keine Regeln. ^^