Kleine Abenteuer für zwischendurch

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Das war letztes Wochenende unsere Aussicht vom Hotelbalkon. Eine langjährige Freundin des Mannes hat nämlich geheiratet, und er war in seiner Eigenschaft als leidenschaftlicher Fotograf natürlich ein gerngesehener Gast. Ihr wisst ja, mit Kuchen kann man mich immer locken. Also fuhren wir am Freitag nach der Arbeit und sobald alles gepackt war gut vierhundert Kilometer südwärts – in den Schwarzwald.

Es ist ja immer ein wenig blöd, wenn man als „plus eins“ bei einer Feier sitzt, auf der man so gut wie niemanden kennt. Wie soll man sich die Zeit vertreiben? Was sind angemessene Smalltalk-Themen? Ich bin auf Nummer sicher gegangen und habe mich als Motivsucherin und Objektivhalterin unentbehrlich gemacht. Das kann ich. Außerdem wurde es so nicht langweilig.

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Am Sonntag, nachdem gepackt und ausgescheckt und der Datenträger mit gut tausend(!!!) Fotos überreicht und alles im Auto verstaut war, haben wir es uns dann noch ein wenig gemütlich gemacht, indem wir eine Runde über den See gefahren sind. Und dann ging es auch schon wieder heimwärts.

Viel aufregender wird es diesen Urlaub für uns aber auch nicht – hier muss viel geräumt werden, ich will mit dem Schreiben weiterkommen und habe noch ein paar Seitenprojekte, und dann ist da noch ein zweiter Kurztrip für Familienkram … muss dringend gucken, wie ich da noch den einen oder anderen Abenteuerbericht draus mache.

PS: Weil ihr euch das sicher fragt … Unterstützung von drei Freundinnen hat mir zu diesem halbwegs akzeptablem Outfit verholfen. „Feierliche Abendgarderobe“ – passt, oder?

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BLOG PROMPTS: „Die Hochzeitskatastrophe“

Wenn mir mal wieder selbst nichts einfällt – was einer Autorin ja nie passiert – suche ich mir gelegentlich Blog Prompts. Heute also das. DIE HOCHZEITSKATASTROPHE.

Was soll ich da erzählen?

Vielleicht das: Ich bin 36 und immer noch nicht verheiratet. Für einige Leute ist das ja schon eine Katastrophe.

Oder das: Ich habe gar nicht vor, zu heiraten. Können sich diese berüchtigten „einige Leute“ gar nicht vorstellen.

Stattdessen erzähle ich euch heute eine Anekdote von der Hochzeit meiner jüngeren Schwester. Und es ist eigentlich auch keine Katastrophe – wenigstens nicht in unserer Familie, da haben eh alle einen Schaden. ^^

Aaalso. Vor gut zwölf Jahren haben meine jüngere Schwester und ihr Mann geheiratet. Die beiden sind etwas unkonventionell. Der Bräutigam kam ganz in Schwarz, die Braut in einem selbstgenähten meergrünen (meerblauen?) langen Kleid. Stilechte Fahrt zum Standesamt in einem schicken Oldtimer.

Gefeiert wurde danach nicht im großen Rahmen, sondern mit ein wenig Familie und Freunden. Und da viele von diesen Leuten von weiter weg anreisten, hatte meine Schwester ein kleines Café/Restaurant in einem Naturschutzgebiet als Schauplatz auserkoren, komplett mit Ferienhäuschen dichtbei, wo die müden Gäste ihre Häupter betten können.

Natürlich hatten sie die Location auch ein paar Wochen vorher persönlich angeguckt und das Menü besprochen. Was man halt so macht. (Habe ich mir sagen lassen – wie gesagt, in dieser Hinsicht bin ich unbeleckt. ^^ ) Alles sehr schlicht und geschmackvoll dekoriert, in hellen Farben mit einem maritimen Thema.

Als wir nach der Trauung allerdings ankamen, sah das etwas anders aus.

Das Café hatte umdekoriert.

Das neue Thema war PIRATEN: Schädel, Netze und Säbel, soweit das Auge reicht.

Kommentar meiner Schwester dazu: „Hätten die uns das nicht wenigstens vorher sagen können? Dann hätten wir eine Kostümhochzeit geplant!“

Nach der Geschichte ist vor der Geschichte!

Auf anderen Plattformen habt ihr es vielleicht schon mitbekommen – pünktlich am 30.06.2019, wie geplant, habe ich den ersten Entwurf meines SciFi-Manuskripts beendet.IMG_2615

Es ist noch kein schönes Manuskript, das ist mir klar.

Es ist auch noch nicht besonders scifi-esk.

Und die Charaktere tun noch nicht so richtig, was sie sollen – oder sie tun es aus den falschen Gründen.

Baustellen über Baustellen. Aber wisst ihr was? Ein schlechtes Manuskript kann man überarbeiten – wenn man es erst einmal geschrieben hat.

Auf jeden Fall war feiern angesagt. Da bin ich ganz wild.

Zuerst einmal habe ich das Notebook zugeklappt.

Dann habe ich den restlichen Tag auf dem Sofa gelegen.

Also, nicht nur. Zwischendrin brauchte mein Finanzamt ein paar weitere Unterlagen von mir, das habe ich schnell fertiggemacht. Buchhaltung gehört ja zu meinen großen Lebens-Albträumen.

Aber gefeiert habe ich, so richtig. Und mich belohnt. Mit neuer Buchhaltungssoftware.

(Ihr merkt schon, ihr habt es hier mit einer richtigen Dekadenzmaus zu tun!)

Zugegeben, ein kleines Andenken habe ich mir auch gegönnt – einen Anhänger aus Büffelknochen. Ich mag Schmuck aus nachwachsenden Materialien: Knochen, Holz, Leder, Federn, Garn, Papier.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, die wilde Feier.

Um ehrlich zu sein, ich war zu müde. Also Sofa, ein wenig Sonne, mehr Sofa.

Und am 01.07. ging es mit dem nächsten Manuskript weiter. Aber da bin ich abends unfreiwillig eskaliert, ich musste nämlich bei einer Freundin einen neuen Gin-Cocktail ausprobieren.

„Aber nur einen!“

Allerdings waren wir mit dem Mischverhältnis nicht ganz so zufrieden, und dann … Sagen wir so, ich habe Richard dann später gebeten, mich abzuholen. Nachdem ich dem Freund dieser Freundin im Detail meine feministischen Ideen und die Grundidee für das feministische Theaterstück, das besagte Freundin und ich auf die Bühne bringen wollen, erklärt habe.

Tja, das war so alles nicht geplant. ^^

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Kurz vor dem sicheren Hafen der Ehe

… nein, nicht ich. Wo denkt ihr hin? Eine gute Freundin hat sich nach ausgiebiger Prüfung entschlossen, dass es jetzt auch nicht mehr drauf ankommt, und heiratet demnächst. Und was kommt davor?

Der Junggesellinnenabschied.

So richtig wild soll es nicht werden, das steht schonmal fest. Wir sind schließlich alle nicht mehr die Jüngsten. Ein bisschen Wellness wäre schön. Oh, und es muss bald stattfinden, denn ihre Hochzeit ist Anfang Mai.

Warum müssen manche Leute immer so furchtbar spontan sein?

Und wisst ihr, wer gar nicht spontan ist?

MENSCHEN ÜBER DREISSIG.

Ich also, herzensgute Person, versuche vergeblich, mehr als zwei Personen mit eigenem Leben und vollem Terminkalender an einem Samstag im April zu versammeln, damit wir es uns mit der Braut noch einmal gemütlich machen können.

Im Moment sieht es aus, als seien wir zu viert (inklusive Braut). Eine weitere gemeinsame Freundin feuert uns aus der Ferne an, die ist selbst schwanger und fühlt sich soviel Aufregung nicht gewachsen.

Als nächstes: Der Zeitplan. Wir können nicht zu früh anfangen, sollten aber auch nicht zu spät aufhören. Nach einigem Schieben sieht es so aus, als könne alle Bespaßung zwischen 15:30 und 21:00 h stattfinden. Mein einziger Trost: Richtig teuer wird es in der kurzen Zeit wahrscheinlich auch nicht.

Eine fünfte Person meldet sich spontan. Das geht nicht mit rechten Dingen zu.

Einige Tage später hasst uns der Wellness-Anbieter nach mehreren spontanen Umentscheidungen wahrscheinlich, und ich fürchte, dass wir einen „Spezialaufguss“ mit Biberurin oder so bekommen. Ich versuche, diverse Sonderwünsche und Planänderungen mit extraviel Lob in den E-Mails zu polstern. Die arme Dame, die das alles organisieren muss, tut mir leid – auch wenn sie inzwischen rote Farbe für die Schrift ihrer E-Mails nutzt und nur noch fett gedruckt kommuniziert.

Nachdem wir der Braut glaubhaft versichert haben, sie müsse eine Rheumadecke kaufen und/oder werde mit Schnee abgerieben und/oder auf der Beueler Seite im Rheinufer vergraben, wird es doch noch ganz gemütlich. Zwischen Wellness und Restaurant finden wir sogar noch Zeit für Cocktails. Und obwohl es an diesem Tag DREIMAL auf mich draufschneit (im April, wohlgemerkt), finde ich es gar nicht so furchtbar. Kein Wunder, ist ja auch hervorragend organisiert. Und wenn man davon absieht, dass wir wahrscheinlich das komplette libanesische Restaurant mit unserem „Penis Talk“ unterhalten haben, waren wir auch wirklich zivilisiert. (Psst, die Braut hat eine rohe Paprikaschote mitgehen lassen!)

Auf jeden Fall ein weiteres gutes Argument dafür, einfach durchzubrennen und niemandem von der Hochzeit zu erzählen, bis das Erstgeborene Abi macht.

 

Jetzt könnt ihr euch auf etwas gefasst machen!

Aufgepasst! Ich begebe mich nämlich zusammen mit dem Chaospony-Verlag auf ein großartiges neues Abenteuer. Gemeinsam werden wir, so alles läuft wie erhofft, im Herbst „Andrea, die Lüsterne, und die lustigen Tentakel des Todes“ (Arbeitstitel) unter die Leute bringen – ich bin ja so aufgeregt! Natürlich erwarte ich, dass alles ganz anders (und viel professioneller!) als beim Self-Publishing, und ich verspreche euch, dass ich so viel wie möglich für die Zukunft lernen werde, damit ihr noch lange das unzweifelhaft zweifelhafte Vergnügen meiner konfusen kleinen Kapriolen teilen könnt.

Sekt ist schon kaltgestellt.

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Das war also 2013…

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 angefertigt.

Hier ist ein Auszug:

Eine Cable Car in San Francisco fasst 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 3.100 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 52 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

 

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Und ich mache mich jetzt mal auf den Weg in die Küche, um das Futter für heute abend vorzubereiten. Morgen geht es dann mit Elan ins neue Jahr…

Euch alles Liebe und Gute und viel Schokolade!

Interreligiöse Familientreffen

Heute wurde eine unserer zahlreichen Nichten getauft. Katholisch.

Wahrscheinlich wisst ihr schon, dass ich selber mit der Kirche nicht besonders viel am Hut habe und bereits vor Jahren ausgetreten bin. Ich hege keinerlei persönlichen Groll, es ist nur nicht der richtige Verein für mich. Also habe ich mich heute der Familie angeschlossen und lang genug zusammenzureißen, um niemandem peinlich zu sein*. Richard hingegen hat mit dem Pentagram, das er in seiner Freizeit eigentlich immer trägt, schon den einen oder anderen schrägen Blick geerntet. Da stehen wir natürlich drüber – solange das Weihwasser nicht Blasen wirft, wenn wir dran vorbeigehen, ist alles in Ordnung. ^^

Eine der Familien, in denen heute in dieser Gemeinde getauft wurde, stammt übrigens aus dem Irak. Deswegen wurde auch ein Teil des Gottesdienstes auf Arabisch und Aramäisch gehalten. Es hat mir sehr gefallen, dass der Priester dies möglich gemacht hat, denn ich denke, dass es dieser Familie schon wichtig war. Außerdem klingt Arabisch, ordentlich vorgelesen, unheimlich schön.

Und jetzt frage ich mich mal wieder, wie es wohl wird, wenn wir für unsere Kinder dereinst eine Segnung durchführen. Was dann die anderen sich wohl denken? ^^

 

 

* Als die Rede war von den Sünden der Kinder, für die Jesus gestorben sei, musste ich mir auf die Zunge beißen, um nicht zu fragen: „Und was sollen das bitte für Sünden sein? Goteslästerliche Windelbeschmutzung?“

Fröhliche Feiertage

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Wir feiern zuhause nicht Ostern im traditionellen Sinn, sondern den Beginn des Frühlings. Dieser findet zwar um den 21. März statt, aber der Einfachheit halber legen wir das Jubilieren mit der restlichen Familie dann auf die offiziellen Feiertage. Und wie ließe es sich besser feiern als mit einer selbstgemachten Zitronen-Biskuit-Zitronen-Buttercreme-Torte mit selbstgemachtem Lemon Curd und zweifarbigen Baisers?

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Hier seht ihr ein paar Details. Natürlich hätte ich mir mit dem Glätten der Buttercreme mehr Mühe geben können und der Gelb-Ton der Creme ist etwas heller, als ich geplant hatte – aber erstens habe ich einen ganz fürchterlichen Muskelkater und sitze, soviel es geht, und die gelbe Lebensmittelfarbe ist mir zweitens leider beim Backen ausgegangen. Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Falls ich irgendwann die Nase voll habe vom Schreiben und Übersetzen, kann ich vielleicht immer noch auf Konditorin umsteigen. Was meint ihr?

(Das komplette Rezept findet ihr übrigens hier.)

Da waren wir also federleicht…

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So sah das Ende eines tollen Abends aus. Der Dienstag Nachmittag verging mit Warten und Proben, dann gab es einen Sektempfang, und dann konnten etwa zweihundert Zuschauer sehen und hören, was professionelle Künstler aus den Gewinnertexten gemacht hatten. Vorgelesen wurden – bis auf in den kürzesten Kategorien, SMS und Brief – Auszüge aus den Texten, die musikalisch kommentiert wurden.

Die spannendste Frage für mich war natürlich den ganzen Abend über, wer in die Grube auf der Bühne fallen würde. Glücklicherweise war das nur der Akkordeonspieler während der Proben, und noch besser – ihm ist nichts passiert. Ich fand es auch toll zu hören, wie jemand anders meinen Text liest, denn in meinem Kopf macht das natürlich alles Sinn. Im Nachhinein würde ich natürlich noch das eine oder andere verbessern, aber ich denke, insgesamt kann ich zufrieden sein.

Von der After-Show-Party entfernten wir uns dann allerdings recht schnell, denn wir waren doch ziemlich müde. Außerdem hatten wri ein großartiges Hostel in Friedrichshain, in das zurückzukehren es sich mehr als lohnte. (^v^)

(Ein weiterer Tag wurde mit Entspannen und Touristenaktivitäten gefüllt, aber das erspare ich euch mal. Ihr könnt euch Berlin im Januar bestimmt vorstellen: Brandenburger Tor, Fernsehturm, Regen, Nebel.)

Hier könnt ihr übrigens noch den Fernsehbericht des RBB im Archiv sehen. Ich weiß allerdings natürlich nicht, wie lange der Link funktioniert…