Rück-/Zwischenblick: Gruftgeflüster

228.322 Wörter in einem Jahr. Geschrieben und veröffentlicht.

Stell dir die einmal gestapelt vor!

Hätten die Geschichten mit mehr Zeit besser sein können? Möglicherweise. Sogar wahrscheinlich. Andererseits hatte ich einen Plan, und ein Ziel, und bis jetzt habe ich beides eingehalten.

„In den eisigen Klauen der Frostdämonen“ ist beinahe fertig (und viel lustiger, als es gruselig ist, dafür entschuldige ich mich!). Danach schauen wir uns noch die Killerclowns vom Karneval an, und dann ist es vollbracht. Keine Ahnung, was ich dann weiter mache. Eigentlich macht mir „Gruftgeflüster“ zu viel Spaß, um es komplett aufzugeben. Andererseits habe ich so viele andere Projekte, an denen ich arbeiten möchte, und nicht genügend Zeit. Und der Veröffentlichungsrhythmus ist natürlich Wahnsinn.

Als nächstes möchte ich wieder mehr Zeit, um richtig in Geschichten und Welten einzutauchen, Charaktere eine Weile zu beobachten, ehe ich sie in Abenteuer und Katastrophen stürze. Das Kinderbuch ist in meinem Kopf immer noch lebendig, auch wenn es sich hartnäckig wehrt, sich in etwas Lesbares verwandeln zu lassen. Die ersten Testlese-Rückmeldungen damals waren sehr positiv, das gibt mir natürlich Hoffnung. Und da ist noch das Mutanten-Familiendrama, und das Dämonen-Scheidungsdrama – sagt mal, menschelt es hier zufällig? Wie peinlich! ^^

Aber eins weiß ich nach dieser Tour de Force ganz sicher: Ich werde nie wieder eine Ausrede für Schreibblockaden haben. Nachdem ich das hier geschafft habe, kann mich nichts mehr aufhalten. (Wahnsinniges Gelächter.)

Sonst ist dieses Jahr nicht viel passiert, betrachtet das hier also als liebevolle Zusammenfassung. Ich gehe jetzt mein Brot aus der Form stürzen und schreibe dann noch ein wenig weiter. Da warten noch einige dramatische Wendungen auf mich – und hoffentlich wird es jetzt endlich mal unheimlich!

Halloween Throwback – Charybdis, zum Lesen und zum Hören

Ich habe nicht vor, heute meinen Pyjama auszuziehen, und gruseliger wird es dieses Jahr nicht. Zur Entschädigung habe ich hier aus dem Jahr 2017 eine kleine Gruselgeschichte für euch: Charybdis – einmal zum Lesen und einmal zum Hören (puh, die müsste ich dringend noch einmal aufnehmen, das war schon ein Anfängerstück … aber gut, auch so kann man sich gruseln).

Die letzten paar Tage bin ich mit ein paar Jugendlichen – wenigstens in der Fantasie – in einer speziellen Bahn durch Bonn gereist. Ein paar kleine Endfehler müssen noch ausgemerzt werden, dann könnt ihr in wenigen Tagen auch schon Gruftgeflüster 9: Höllenritt auf Linie 666 lesen.

Von Vorbildern und eigenen Ansprüchen

Foto eines Kindle-E-Readers. Anzeige: Cover von "We hav always lived in the Castle" von Shirley Jackson.
Ein wunderbares Vorbild

Ich sitze mit dem Oktoberbuch und freue mich, dass ich Urlaub zum Schreiben habe. Dann prokrastiniere ich hart. Denn ich habe eine Idee. Aber ich weiß nicht, ob ich die Fähigkeiten habe, diese Idee umzusetzen. Und das macht mir Angst. Also manipuliere ich meinen eigenen Schreibfortschritt, damit ich später sagen kann: „Tja, unter diesen Umständen ging das eben nicht besser.“ Eigentlich stelle ich mir selbst ein Bein, oder zwei.

Macht ihr das auch manchmal? Und findet ihr nicht auch, schon während ihr genau das tut, diese Strategie absolut lächerlich?

Ich meine, ich könnte mir ja auch richtig fest Mühe geben und mein Bestes tun. Ganz vorsichtig darauf achten, welche Stilmittel verwendet werden, um welchen Eindruck zu erwecken. Meine Figuren sehr sorgfältig aufstellen, damit sie im entsprechenden Moment die Lesenden überraschen (oder erschrecken) können. Alle sprachlichen Elemente mit Blick auf ihren Grusel-Gehalt wählen.

Ooooder ich sitze hier und grabe mir selbst eine Grube, in der ich mir dann ein Bein stelle.

Manchmal ist es schwierig, sich selbst gerecht zu werden. Vor allem, wenn man ahnt, dass man gerade etwas Unkluges tut. Oder wenn man befürchtet, dass man (noch) nicht so gut ist, wie man gerne wäre. Leider gibt es keinen Weg außenrum – da muss man durch.

Also mache ich mir jetzt noch fix einen Ingwertee, und dann werfe ich mich wieder auf das Manuskript. Nächsten Monat könnt ihr mir dann sagen, ob das so geklappt hat, wie ich hoffe.

Von Spukhäusern und merkwürdigen Begebenheiten

Wart ihr mal in einem echten Spukhaus?

Ich schon.

Um genau zu sein, habe ich schon in einigen gelebt.

Geister zu sehen (oder zu hören) hat bei uns Familientradition. Möglicherweise haben wir alle einen Sprung in der Schüssel. Eine Tante hat ihren Lebensunterhalt sogar als Medium verdient.

Heute wollte ich euch von dem letzten Spukhaus erzählen, in dem ich bis jetzt gewohnt habe. Eigentlich war es gar nicht so unheimlich – ein Backsteinhaus, nach dem zweiten Weltkrieg gebaut, mit Obstgarten, kleiner Scheune und einem Garten, in dem wir Hühner gehalten und einen Teich angelegt haben. Wir hatten das Haus von dem Mann gemietet, der es von seinem Vater geerbt hatte. Und der hatte dieses Haus nicht nur mit seiner Frau zusammen selbst gebaut, sondern war auch in diesem Haus gestorben. Wenigstens wirkte es auf mich so. Wir hatten eigentlich nur das Erdgeschoss gemietet, denn im ersten Stock standen noch all seine Möbel. Und manchmal konnte man den alten Mann am oberen Ende der Treppe spüren. Er war nicht unfreundlich oder unheimlich – eher verwirrt, was diese komischen Leute in seinem Haus wollten.

Schwarzer Hintergrund, davor eine gesichtslose Gestalt unter einem Falten werfenden hellgrauen Tuch.
Foto von Syarafina Yusof, gefunden auf Unsplash

Ich habe mich immer bemüht, freundlich zu ihm zu sein, habe ihn gegrüßt, wenn ich etwas gemerkt habe, und ihn auch zu unserem Weihnachtsfest im Erdgeschoss eingeladen. Das ist meiner Meinung nach das Mindeste, was man für so einen Geist tun kann.

Als ich einmal mit meiner Schwester und meiner Mutter über den Geist sprach, waren wir uns alle drei einig, wie er aussieht. Also entweder ein Fall von Gruppenhysterie, oder vielleicht ist an der Sache ja was dran?

So richtig gespukt hat der alte Mann übrigens nie. Ganz anders als die Stimmen, die man in einem der anderen Häuser, in denen wir gewohnt haben, singen hören konnte. Und ehe ihr fragt – direkte Nachbarn hatten wir damals nicht.

Wie steht es mit euch? Habt ihr schon einmal einen Geist gesehen? Oder glaubt ihr, das ist alles nur ein Bär, den ich euch aufbinden will?

Gespräche unter Freundinnen

„Geister, Zombies und Vampire sind doch alle irgendwie das gleiche.“
„Nein, Geister vermehren sich nicht. Vampire und Zombies hingegen schon.“
„Wir vermehren uns auch nicht. Heißt das, wir sind Geister?“

Ich würde zu gerne behaupten, bei uns gehe es geistreicher (sorry!) zu, aber wir wollen ja ehrlich bleiben.

Es ist toll, was ich bis jetzt alles in „Gruftgeflüster“ ausprobieren durfte: Dämonen, Krabbeltiere, Flüche, okkulte Praktiken, Monster … jeden Monat kann ich mich an etwas Neuem ausprobieren. Und inzwischen steht auch das nächste Abenteuer auf der Matte: Eine Geistergeschichte. Vielleicht auch eine Familientragödie. Ich sitze noch auf dem Plot und kenne nur ein paar Eckpunkte, aber ich bin gespannt, wie ich das umsetzen kann – und ob es euch genau so viel Spaß macht wie mir!

Habt ihr Lieblingsgespenster? Oder kennt ihr echte Geistergeschichten?

Alles beknackt, alles wie immer

Lustig, wie diese Frau immer mal wieder für Wochen in irgendwelchen Luftlöchern verschwindet … hier ist einerseits nichts los, was sich zu bloggen lohnt, andererseits bin ich zu beschäftigt für ordentliche Einträge. Und dann sind da die Katastrophen. Beispielsweise ist es zu warm. Und es gewittert gar eindrucksvoll. Und entweder die böse Technik oder meine eigene Unfähigkeit haben sämtliche Fotos, die ich vor 2021 aufgenommen habe, gelöscht. Wir sind noch dabei zu gucken, was man mit technischen Mitteln wiederkriegen kann, danach muss ich mich ggf. in den SoMe und hier auf dem Blog ans Sammeln machen. Es ist ein Elend, ihr könnt euch das vielleicht gar nicht vorstellen. Zum Glück habe ich einen technisch versierten Partner.

Aber es gibt auch schöne Dinge. Ich war zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder im Theater – eine Freiluftaufführung mit begrenztem Publikum, nachverfolgbaren Gästen und Maskenpflicht, sobald man mal nicht sitzt, aber es war wieder Theater! Und wir haben einen Ausflug ins Museum geplant, für Ende August! (Wie schwierig kann es sein, einen Termin für vier Erwachsene mit nur wenig familiären Verpflichtungen zu finden? ^^ ) Und ich habe ein schönes Kompliment für den „Bösterhasen“ gekriegt: Eine Freundin meinte, sie hat jetzt wieder Angst im Dunkeln. Hoffentlich legt sich das bis nächstes Jahr Ostern!

In den kommenden Tagen gibt es schon Band Fünf vom „Gruftgeflüster“. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht …

Sommer in Bonn

Auf einem verwitterten Holztisch steht ein weißes Sieb, leicht abgenutzt, mit in Sternform angeordneten Löchern. Es ist voll mit frischen Erdbeeren. Im Hintergrund verschwommenes Grün.
Foto von Lucinda Hershberger, gefunden auf Unsplash.

Sommer in Bonn sind vor allem eins – schwül. Das ergibt sich irgendwie, wenn man zwischen Bergen eingemummelt an einem großen Fluss liegt (sowohl für Individuen als auch für Städte). Hinzu kommen regelmäßige Gewitter, die der Luftfeuchtigkeit nicht unbedingt gut tun.

Ich liebe Gewitter.

Und anschließend ist alles immer so frisch und grün.

Wenn es gerade nicht gewittert, bin ich im Moment gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Auch an freien Tagen drehe ich gelegentlich eine Runde durch den Wald und an den Feldern entlang. Aufgrund der gebirgigen Disposition und des speziellen Wetters gibt es hier unglaublich viele Obstfelder – die mitunter titelgebenden Erdbeeren, Stachelbeeren, Unmengen an Äpfeln und Kirschen. Und glaubt mir, wenn die ersten regionalen Erdbeeren am Straßenstand erhältlich sind, ist das immer ein richtiges Fest, denn: Unser lokaler Obstbauer hat die Besten Erdbeeren der Welt(TM). Die Frau des Hauses wollte mir nicht verraten, wie sie die so lecker hinkriegen: „Wenn ich Ihnen das sagen würde, müsste ich Sie leider umbringen.“

Ich bin sicher, da geht alles mit rechten Dingen zu.

Auf jeden Fall sammle ich im Moment, mit dem Fahrrad unterwegs, auch viel Inspiration. Was blüht wann? Wie riecht es an einem sonnigen Samstag Nachmittag am Waldrand? Viel von diesen Dingen endet später in meinen Geschichten, andere Dinge behalte ich für mich, für schwere Zeiten. Oft entdecke ich auf meinen Touren etwas Neues – versteckte Seen, stillgelegte Steinbrüche, unheimlich verwachsene Bäume an mysteriösen Wegkreuzungen.

Da muss man doch ins Träumen kommen …

Vom Erdboden verschluckt?

Huch, auf einmal ward es hier so still! Keine Bange, der Erdboden hat mich nicht verschluckt – oder falls doch, hat er mich direkt wieder ausgespien, wie es sich gehört.

Rhein in Flammen ist tatsächlich erschienen, nur einen Tag hinter dem idealen Zeitplan. Ich bin sehr zufrieden mit mir. Natürlich ist mir direkt anschließend noch ein Buchsatz-Fehler eingefallen, den ich hätte ausmerzen wollen, aber … Kleinigkeiten.

Gerade rennt mein Hirn im Kreis und schreit wegen all der angeblich ultradringenden Kleinigkeiten, die ich erledigen „muss“. Da hilft nur, Listen anzulegen und eins nach dem anderen abzuarbeiten. Außerdem bin ich schon mitten in der Planung von „Erdbeerblut“ und hoffe, dass ich diese Woche auch die ersten Kapitel fertig kriege. Die Geschichte wird soooo schön! Und sooo tragisch! Und hoffentlich auch ein wenig gruselig!

Na ja, erst einmal … ans Werk!

Blick über die Schulter, Tag 28 – ES IST VOLLBRACHT!!!

Über einer glatten, spiegelnden Wasserfläche bei Nacht explodiert Feuerwerk. Einige Boote liegen im Wasser. Der Himmel ist klar.
Foto von Ray Hennessy, gefunden auf Unsplash

Das Foto ist mehr als passend. Zwei Tage später, als ich gehofft hatte, ist „Rhein in Flammen“ fertig, und es zählt in genau diesem Moment 20.613 Wörter – eins schöner als das andere. ^^ Ich habe noch einige Details eingefügt, die die Geschichte hoffentlich lebendiger wirken lassen, ein paar Tippfehler ausgemerzt und hoffentlich meine Ahnen nicht mit dem Buchsatz beleidigt. Hach, man kann halt nicht alles können.

Den Erfolg werde ich heute Abend mit Eis und einem Bier feiern. Dann gibt es einen halben Tag Pause, und dann mache ich mit der nächsten Geschichte weiter. Sie trägt den Titel „Erdbeerblut“.

Bin ich mit der Geschichte zufrieden? Sicher. Hätte ich mit etwas Zeit und Unterstützung mehr rausholen können? Definitiv. Aber ich bin der Meinung, „ziemlich genial und abgeschlossen“ ist besser als „Meisterwerk, das aufgrund winzigster Restfehler nie veröffentlicht wird“. Oder, wie Neil Gaiman irgendwann mal sagte: „You will learn more from a glorious failure than you ever will from something that you never finished.“ (Deutsch: „Von einem grandiosen Misserfolg lernst du mehr als von etwas, das du nie beendest.„)

In dem Sinne lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und wünsche euch ein abenteuerliches Lesevergnügen mit Niklas und Jenna bei „Rhein in Flammen“. Es kann sich nur noch um Tage handeln, bis das Buch im Handel erscheint. Bis zum nächsten Buch! ^^

Blick über die Schulter, Tag 26

(Wollt ihr wissen, woran ich arbeite? Zwölf Kurzromane in zwölf Monaten, und im dritten Monat lasse ich euch über die Schulter gucken. Die Details findet ihr hier. Und wenn ihr den Anfang der Beitragsreihe verpasst habt, geht einfach hierhin und klickt euch dann durch.)

Es gibt nicht viel zu berichten, ich komme voran. Manchmal sehe ich meine eigenen Notizen auf dem Manuskript und denke mir: „Sehr hilfreich, Vergangenheits-Diandra, warum hast du nicht gleich Hieroglyphen benutzt?“ Aber mit ein wenig Denkschmalz kann ich dann doch nachvollziehen, was ich ursprünglich mal gedacht haben muss. Meistens. Und falls nicht – niemand wird es je erfahren!

Ich überlege, ob ich der Schaustellertochter Jenna das Flatterhafte lasse, das sie an den Tag legt. Es ist ein wenig lästig, aber es macht sie auch sehr, sehr liebenswert. Ein wenig wie in Kirschwasser getränktes Quecksilber. Wankelmütige Teenager eben. Ach, doch, das bleibt. Glaube ich. Vielleicht mache ich sie minimal ausgeglichener.

Die Hälfte der Kapitel ist überarbeitet. Zwischenstand: 17551 Wörter.

Parallel sammle ich übrigens schon Ideen und Details für Band 4, schließlich hört die Arbeit hier im Haus nie auf. ^^