Fassungs-los

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Es gibt da diesen humorvollen und nur minimal sexistischen Spruch: „Frauen sind wie Diamanten – man muss sie mit Fassung tragen.“ Und wie bei Diamanten fangen auch bei Frauen die Probleme angeblich an, wenn sie fassungs-los werden. Ob das so ist, weil sie dann schwieriger festzuhalten sind?

Nun, unabhängig der Juwelenvergleiche gibt es natürlich auch bei mir Ansatzpunkte, wenn man mich denn gerne aus der Fassung bringen will. Und obwohl ich so eine zynische, garstige, abgebrühte Person bin, ist blanke Gemeinheit wohl der einfachste Hebel. Funktioniert umso besser, wenn sie von jemandem kommt, den ich mag und/oder dem ich vertraue. Stolz zur Schau gestellte Ignoranz kann mich auch fassungslos machen, wenigstens für den Moment. Mein Hirn braucht dann erst einen Moment, um abzugleichen, was die betreffende Person weiß und wie die Welt tatsächlich ist. Verschwörungstheorien sind für so etwas unglaublich gut geeignet (und zugegeben, ich konsumiere sie für den Unterhaltungswert unglaublich gerne). Und eine dritte Methode, mich aus der Fassung zu bringen, ist den Leuten vorbehalten, die ich mag: Die müssen dafür nur etwas Dummes machen, womit sie sich potenziell in Gefahr bringen.

Natürlich muss man dazu sagen, dass meine Fassung weniger ein eleganter Goldring ist und mehr so eine Art Schiffstau mit viel Spielraum. Was man da eigentlich drunter versteht – immer die passende Miene und die richtigen Gesten für die jeweilige Situation – liegt mir nicht. Ich habe keine Kontrolle über meinen Gesichtsausdruck und kann mich auch nur selten davon abhalten, etwas Unangemessenes zu sagen, wenn es mir eine Pointe bringt. Man kriegt eben die frische Landluft nicht aus dem Landei. (Was mich jetzt mehr oder weniger zu einem Windei macht, aber damit kann ich gut leben.)

Fassen wir also zusammen: Ein Diamant bin ich definitiv nicht. Vielleicht ein Kiesel, oder eine Kartoffel. Da passen Erbsen und Spiegelei auch viel besser zu als eine Goldfassung. Und findet ihr nicht, dass die Farben mir viel besser stehen? ^^

Die Lage ist ERNST!

Von diversen Seiten kam deswegen die Aufforderung, dieses Jahr keine Aprilscherze zu machen.

Echt jetzt? Wenn wir nicht einmal mehr lachen dürfen, können wir doch gleich draußen die Laternenpfähle ablecken gehen.

Und während ich den Wunsch nach ein wenig Vernunft bei der Possenreißerei verstehe, möchte ich euch doch nicht die schönsten Aprilscherze, die ich heute gefunden habe, vorenthalten. Wird eventuell ergänzt.

Achtung, einige der folgenden Links führen auf SoMe-Seiten, und auch sonst weiß das Internet alles über euch. Klickt bitte mit Verstand. (Oder mit der Maus.)

Der Zauberfeder-Verlag kündigt auf Facebook ein ganz spezielles Kochbuchan.

Dr. Oetker kommt mit dieser Pizza– wenigstens auf Twitter – diversen Kundenanfragen nach.

George Takei kündigt u.a. auf Facebook an, er sei zum Fackelträger für die Olympischen Spiele in Tokio 2021 gekürt worden.

Auch der Ritterladen hat die Gunst der Stunde erkannt und bietet auf der eigenen Homepage das, was man zum Leben braucht.

Der Postillon hingegen, einigen bestimmt bekannt, hat auf der Homepage eine Meldung in eigener Sache.

Und zu guter Letzt erzählt das Natural History Museum auf Twitter von einer ganz speziellen Vogelspezies.

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Beobachtungen am Bildschirm

Oder eigentlich eher Beobachtungen auf der Leinwand, denn wir haben zuhause ein fast schon luxuriöses Entertainment-Center mit gigantischem Bild. Auf jeden Fall nutze ich das ganze Samstags, wie vielleicht schon bekannt, regelmäßig dazu, auf dem Sofa zu hängen und mir absurde, abstruse und sonstwie abwegige Filme anzuschauen. Dabei darf es gerne gruselig oder blutrünstig zugehen, das ist jedoch kein Muss.

Neulich also schaute ich aus einer Laune heraus In the shadow of the moon. Ein Polizist ruiniert sich sein Leben damit, nach einer mysteriösen Serienkillerin zu suchen, die mal stirbt und dann wieder da ist. Eigentlich ein interessanter Film, ich habe mich größtenteils gut unterhalten gefühlt – auch wenn man deutlich dazu sagen muss, dass die Drehbuchschreiber offenbar genau sieben Sekunden auf die wissenschaftliche Recherche verwendet haben, das schmälert den Filmspaß ein wenig. Doch dafür sind wir ja nicht hier.

Ärgerlicher fand ich in der Tat, dass sich im kompletten Film keine zwei Frauen miteinander unterhalten. Auch nicht im Hintergrund. Miteinander redende Frauen scheint es einfach nicht zu geben.

Ja, aber (ich höre es kommen) der Film wird ja aus der Perspektive eines Mannes erzählt, darum kommen Frauen nicht zentral drin vor.

Ergibt das Sinn?

Also, ich sag mal … ich lebe mein Leben sozusagen aus meiner eigenen Perspektive, quasi als Frau. Und ich sehe andauernd Männer miteinander reden. Daran kann es also nicht liegen.

Eine mindestens genau so gute Theorie wäre, dass sämtliche Statistenszenen zufällig an genau dem Tag gedreht wurden, an dem Winterschlussverkauf war. Wir Frauen müssen ja Prioritäten setzen, nicht wahr? o.o

Das Rennschneckenphänomen

Ihr wisst ja, ich laufe. Also, für Sport. So richtig. Gut, eigentlich nicht richtig, aber schon regelmäßig, und auch seit mehreren Jahren.

Trotzdem lässt die Performance optisch wohl noch immer zu wünschen übrig. Elegant wie eine Gazelle? Eher nicht. Flink wie ein Reh? Würde ich nicht sagen.

Fakt ist allerdings, dass die regelmäßige Übung sich bemerkbar macht. Und besonders bemerkbar ist sie, wenn ich im Wald einen anderen Läufer überhole. Jetzt ist das vielleicht ein subjektiver Eindruck, aber dieses spezielle Problem habe ich in erster Linie mit Läufern, noch nie mit Läuferinnen. Ist vielleicht eine Testosteronfrage, oder …

Wovon ich rede?

Vom Läuferehrgeiz. Ich stelle mir das so vor: Der Mann federt durch den Wald, sportlich, kraftvoll, überschäumend vor Energie. Dann kommt von hinten so eine kleine, rundliche Frau mit zuppeliger Frisur und ausgelatschten Schuhen angescrollt. Und was macht die? Überholt den Mann einfach so! Sie atmet hörbar, Schweiß läuft ihr über das Gesicht und eigentlich sehen ihre Beine auch gar nicht aus, als würde sie gerade einen Hochleistungslauf hinlegen. Trotzdem ist sie, während der Mann das alles überlegt, schon einige Meter vorausgehüppelt.

Der Mann legt einen Zahn zu. Er hat sich heute Abend ein wenig gehen lassen. Liegt wahrscheinlich weit hinter seiner üblichen Geschwindigkeit. Er nähert sich dem Laufopfer, während ihm ein merkwürdiger Druck in den Kopf steigt.

Die kleine Frau hüppelt weiter. Obwohl sie sich garantiert anstrengen muss, um soviel schneller als normal zu laufen, wird sie weder lauter noch roter. Ihre Schuhe sehen ziemlich schlimm aus – voller Schlamm, mit rissigen Nähten und abgeknickter Ferse. Mehr kann der Mann nicht mehr erkennen, denn die Luft geht ihm aus, und er fällt zurück. Als er die Kontrolle über seinen Atem lockert, hört er ein Altmännerkeuchen. Irgendwas stimmt da doch nicht. Morgen geht er sicherheitshalber mal zum Arzt, sich gründlich durchchecken lassen.

Todsichere Strategie

Wenn man berühmt werden will, muss man ins Gerede kommen. Am besten, habe ich inzwischen beobachtet, geht das mit Hilfe einer aufsehenerregenden, kontroversen Äußerung. Eine völlig abwegige These, die im Kleingedruckten versteckt, dass das natürlich alles überspitzt und eigentlich nur mit Einschränkungen, aber trotzdem.

Versteht ihr?

Tja, jetzt bräuchte ich nur eine aufsehenerregende These, über die man publikumswirksam herfallen könnte. Wie wäre es damit?

Pupse riechen eigentlich gut!

Tentakel sind das neue Pink!

Die meisten Leute sind nur zu dumm für Magie!

Natürlich dürft ihr mich jederzeit zitieren. Und denkt immer dran, eigentlich ist das alles ganz anders, nämlich definitiv nicht so, wie ich es gesagt habe.

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Immer diese Ausländer!

Im brandenburgischen Dorf Glambeck herrscht der Ausnahmezustand. Und alles wegen eines einzelnen jungen männlichen Afrikaners, der sich offenbar nicht beherrschen kann. Er attackiert Anwohner, beschädigt Autos und Fensterscheiben, hat schon mindestens eine Beziehung zerstört, indem er seinen Rivalen aus dem Dorf vertrieben hat, und benimmt sich auch sonst wie der letzte Honk. Die Bevölkerung resigniert.

Und was machen die Behörden? Man müsse sich arrangieren. Abwarten. Sich entsprechend anpassen. Verständnis aufbringen für den Fremden, das gehöre einfach zu seiner Lebensweise. Außerdem bleibe er ja nicht für immer, sondern habe fest geplant, in seine Heimat zurückzukehren.

Außerdem stehe er unter Naturschutz.

Bei dem jungen Afrikaner handelt es sich nämlich um den Weißstorch Ronny.

Und ich freue mich, dass trotz all der schrecklichen Ereignisse in letzter Zeit das Sommerloch Einzug gehalten hat, wenn ein einzelnes Federvieh in der Provinz für soviel Medienrummel sorgen kann. ^^