Die ersten warmen Tage im Sommer, und was ist?

Natürlich, ich bin erkältet. Das scheint sich allmählich zu einer Tradition zu entwickeln. Während Richard also die Woche arbeitend in Frankfurt verbringt, schnäuze ich mich durchs Büro oder vegetiere auf dem Sofa vor mich hin. Dabei könnte das Leben so schön sein, mit verkürzten Arbeitszeiten während Ramadan und einem hübsch begrünten Balkon! Immerhin habe ich die Miezis bei mir. So werde ich beispielsweise begrüßt, wenn ich nachmittags nach Hause komme:

IMG_3634

Der Kater hingegen döst auf dem Gästebett und guckt höchstens verknittert, ob nicht vielleicht doch schon Futterzeit ist … ? Ich sag’s euch, ein Katzenleben müsste man haben!

 

Wenn man sich an den Kopf fasst, dann doch bitte an den eigenen!

Immer mal wieder verfolge ich mit großem Erstaunen, wie ein Plagiatsfall nach dem anderen die Bücherwelt erreicht. Da werden Mangas abgeschrieben, Szenen aus fremden Büchern als „Platzhalter“ verwendet und alte Manuskripte veröffentlicht, von denen man nicht sicher weiß, ob man die selbst verfasst oder vielleicht doch vor dreißig Jahren einfach nur zu Übungszwecken abgetippt hat. Oder man gibt ein Manuskript, das eine Freundin geschrieben hat, einfach als eigenes aus.

Vieles davon findet in der Self-Publisher-Welt statt. Und natürlich – wenn man nur auf „Hochladen“ klicken muss, ohne dass irgendwer jemals kontrolliert, ob man bei „Hiermit versichere ich …“ gelogen hat, ist die Hemmschwelle vielleicht besonders niedrig.

Trotzdem frage ich mich: Warum tut jemand so etwas? Zugegeben, sobald man ein wenig abstrahiert, gibt es auf der Welt nur ungefähr genau vier Geschichten. Alles, was geschrieben wird, ist zwangsläufig eine Variation einer dieser Geschichten. Aber zwischen „eine Grundidee einer Geschichte neu wiedergeben“ und „eine komplette Szene/Geschichte abschreiben“ besteht doch ein minimaler Unterschied – was man spätestens daran erkennt, dass einem bei den eigenen Geschichten irgendwann vor lauter Ideenjagen wohl mal der Kopf wehtut.

Also, warum tut man das? Für mich ist es überhaupt nicht attraktiv, mich mit fremden Federn zu schmücken. Sicher, auch ich hole mir Inspiration, und bestimmt ist noch in keinem meiner Bücher das Rad neu erfunden worden. Jedoch schreibe ich ja gerade die Geschichten, die ich selbst lesen möchte, aber nirgends finden konnte.

Überraschenderweise regen sich die meisten Leute über diese Plagiatsfälle sehr viel weniger auf als über die in jüngster Zeit ausufernde Diskussion darüber, ob es ein bezahltes Lektorat(1) braucht, um ein gutes Buch abzuliefern. Die plagiierenden Autoren werden entgegen der Beweislage in Schutz genommen, die Vorwürfe verharmlost oder man stellt die Behauptung auf, es sei doch „niemand zu Schaden gekommen“. So ganz nachvollziehen kann ich das nicht – geklaut bleibt geklaut. Und wer abtippen möchte, soll doch bitte einfach als Sekretärin arbeiten gehen.

Und um euch für diese unerfreuliche Geschichte zu entschädigen, hier ein Katzenbild. Gestern Abend konnte ich nämlich nicht ins Bett gehen – ich hatte einen Kater!

IMG_2648[1]

 

(1) Ich gehe hart davon aus, dass jedes Manuskript von einem guten Lektorat noch profitiert. Dass man die Qualität eines Lektorats davon abhängig macht, ob dafür Geld geflossen ist, erscheint mir merkwürdig.

Urin und Fäkalien gehen ja immer

Hier ist sie also, die versprochene Kater-Geschichte.

Donnerstag beim Tierarzt bekam der Kater zwei Spritzen und ich einen Beutel mit einem weißen Plastik-Granulat. „Der sieht schon wieder ganz fit aus, aber um auf Nummer sicher zu gehen, hätte ich gerne am Montag eine Urinprobe.“ Jetzt sind Katzen ja wenig kooperativ, und in den Becher pinkeln sie erst recht nicht auf Kommando. Darum war der Plan: Katzenklo komplett säubern, ein wenig von dem Granulat rein, Kater dazu, abwarten. Das Granulat dient dazu, Katzenstreu nachzuahmen, denn die meisten Katzen sind Gewohnheitstiere und ein wenig eigen mit ihren Toilettengewohnheiten.

Sonntag Abend: Das eine Katzenklo schrubben, heiß ausspülen, zum Trocknen beiseite stellen. Die Katzen mit dem anderen Klo ins Wohnzimmer verfrachten, um Unfälle zu verhindern. Die sind das gewohnt, dass die Wohnzimmertür nachts zu ist. Kein Problem.

Montag Morgen: Das leere, saubere Klo an den üblichen Platz stellen, Granulat rein, den Kater aus dem Wohnzimmer lassen. Greebo ist das einfachste Haustier der Welt: Zunächst schläft er auf seinem Lieblingskarton in meinem Büro, dann frisst er, dann benutzt er ohne zu zögern das Granulat auf die vorgesehene Weise. Da das Zeug nicht absorbiert, kann ich danach das nasse Gold mit Hilfe einer Pipette aufnehmen und ordnungsgemäß verstöpseln für den Tierarzt.

Ihr erinnert euch, wir haben zwei Katzen. Und während Greebo ein Ausbund an „I AM THE CAT!“-Entspanntheit an den Tag legt, obwohl sich diverse Sachen geändert haben, dreht Ronja im Wohnzimmer (ihrer natürlichen Umgebung mit dem normalen Klo und den üblichen Futter- und Wassernäpfen) total auf. Zwei Stunden fast ununterbrochene Hektik. „Warum ist hier eine Tür? Wo bin ich? Wer bin ich? Was mache ich hier? Ach ja, das ist das Wohnzimmer. (Kurze Pause.) WARUM IST HIER EINE TÜR???“ Ich sag’s euch, die Miezi ist, wenn man sie von ihrem Bruder trennt, sogar zu dumm zum Fressen. Fast schon niedlich.

Jetzt warte ich nur noch auf die Laborergebnisse vom Tierarzt und die Rechnung. Die Katzen haben unterdessen ihren üblichen Tagesablauf wieder aufgenommen: Schlafen, Fressen, Nerven. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Alles auf Anfang

Meine beiden bisherigen Leser mögen entschuldigen, aber ich habe hier mal gründlich aufgeräumt. Hoffentlich ist jetzt alles ein wenig übersichtlicher. In den kommenden Tagen wird sich hier bestimmt noch einiges tun, ich hoffe auf eure Geduld!

Zur Entschädigung an dieser Stelle schnell ein süßes Katzenbild…