Renovieren – das Abenteuer des kleinen Menschen

Schon seit längerem trage ich mich mit dem Gedanken, mein Büro zuhause zu renovieren. Einen Plan habe ich auch schon. Und weil ich noch Vorjahresurlaub aufbrauchen muss, den ich in die zweite Februarhälfte gelegt habe, dachte ich mir: Das passt doch gut zusammen.

Zimmer ausgemessen. Überlegt, was alles weg muss (eigentlich alles bis auf den Schreibtisch und die Schnecken). Ein wenig geplant. Möbel angeschaut. Optionen als zu teuer verworfen. Bei einem obskuren schwedischen Möbelhaus einen Einkaufswagen vollgeklickt. Beim Preis zweimal geschluckt, dann Bestellvorgang gestartet.

Hurra, alles kann geliefert werden. Aber sie bieten keine Liefertermine für den Februar – wenn ich das Zeug haben will, und definitiv vor meinem Urlaub haben will, kommt es am Samstag.

Diesem Samstag. Dem kommenden. Jetzt gleich. Sozusagen übermorgen.

Und natürlich sieht mein Büro aus wie ein Schlachtfeld. Schließlich arbeite ich da, ich räume da nicht auf.

Also zwei Nachmittage … und einen Vormittag, wie ich die Speditionen kenne …, um Sachen in Kisten zu packen und die ersten für den Sperrmüll bestimmten Dinge in den Keller zu schaffen. Schließlich brauche ich Platz für eine gefühlte halbe Million Pakete. Das beißt sich gar nicht mit dem Plan, das letzte „Gruftgeflüster“ fertigzumachen, keinesfalls! (Lacht irre.)

Und wie ich mich kenne: Wenn das Zeug erst da ist, werde ich es nicht, wie es eine vernünftige Autorin tun würde, bis zum Urlaub liegen lassen. Geduld ist nicht meine Stärke, genau so wenig wie Vernunft.

Es bleibt also spannend. Freu dich auf Vorher-Nachher-Bilder, Schimpftiraden und hoffentlich spätestens Ende Februar auf ein neu eingerichtetes Büro, in dem ich mich vor der Kreativität verstecken kann.

Und jetzt du: Renovieren – yay oder nay?

Mein diabolischer Plan 2022

Gruftgeflüster ist beinahe komplett – du erinnerst dich, 12 Kurzromane in 12 Monaten. Nur noch die Killerclowns, dann habe ich es geschafft. Also wird es allmählich Zeit, einen Ausblick auf das kommende Schreibjahr zu wagen.

Große Projekte

  • Das Kinderbuch. Ich habe es nicht vergessen, ich gebe nicht auf und ich weiß eine Menge aufregender neuer Dinge über die Welt und die Charaktere. Ob das hilft? Wer weiß?
  • Geschichten aus Schattenfall – ich möchte mit verschiedenen Autor*innen zusammen Geschichten schreiben, die in der mysteriösen/unheimlichen/magischen Stadt Schattenfall spielen. Dort sammeln sich Menschen mit seltenen Talenten und weniger menschliche Kreaturen und erleben so Dinge. Für den Einstieg werde ich Thomas aus Hexenhaut dorthin schicken, wenigstens für eine Weile. Falls du dich also gefragt hast, wie es ihm seit dem tragischen Zerbrechen der Ehe seiner Eltern ergangen ist und was der Junge so treibt, musst du dich nur noch ein bisschen gedulden.
  • Außerdem gibt es zwei quasi-fertige Manuskripte, die ein Zuhause suchen. Was genau ich mit denen mache, muss ich noch schauen, es gibt ja heutzutage einige Möglichkeiten.

Kleine und fortlaufende Projekte

  • Ich möchte wieder mehr Kurzgeschichten schreiben – zum einen für Ausschreibungen, aber auch für meinen Newsletter, damit sich das Klicken wenigstens lohnt. Das ist natürlich ein wenig davon abhängig, wie sich meine freie Zeit entwickelt.
  • Die Hörbuch-Sache habe ich auch noch nicht aufgegeben – dieses Jahr will ich wenigstens eines davon veröffentlichungsreif machen, und dann sehen wir weiter. Wenn du vorab spinxen, deinen Senf dazu abgeben und im Rahmen meiner ewigen Dankbarkeit für die Nachwelt erhalten bleiben willst, kannst du mich auf Patreon unterstützen. Und natürlich musst du nicht die Katze im Sack kaufen – einige Kapitel sind für alle frei hörbar. Außerdem gibt es dort gelegentlich Extras zum Download, wenn du das möchtest, den Vorab-Blick auf Cover etc. … und wenn ich mal so richtig Zeit habe, schicke ich den Patreons schöne Dinge zum Anfassen.

Irgendwie klingt das alles nach gar nicht soviel, oder? Aber ich bin sicher, da kommt noch etwas.

Was dem einen sein Bullet Journal, ist der anderen … der Kalender?

Dunkler Hintergrund, darauf ein Kalender mit geometrischem Muster in Kupfer- und Erdtönen mit blauen Akzenten. Am Rand klemmt in einer Stoffschlaufe ein pinkfarbener Kugelschreiber.
In einem Anflug von Optimismus habe ich für dieses Jahr die nächstgrößere Größe bestellt.

Viele meiner Freund*innen schwärmen (nicht erst seit gestern) von ihren Bullet Journals. Und ich konnte das irgendwie nie ganz nachvollziehen. Wie sollte etwas, das von den Leuten, die ich kannte, mit soooviel Liebe und Aufwand verziert wurde, einem helfen, Zeit zu sparen? Für mich klang das immer eher nach einem Hobby.

So richtig organisiert bin ich auch nicht – ich vergesse leicht Dinge, bin oft ein wenig verzettelt und brauche Erinnerungen für ALLES. Die piepsende Dinger im Telefon mag ich nicht. Wenn ich die wegdrücke, tauchen die nie wieder auf, das ist noch schlimmer als Haftnotizen. Haftnotizen findet man wenigstens ab und zu unter dem eigenen Schuh wieder, wo sie auch nicht hingehören.

Wie schaffe ich es also, eine funktionierende Erwachsene vorzutäuschen?

Mit einem Kalender. Dieses System hat sich seit meiner Schulzeit bewährt.

Am liebsten sind mir Kalender, in denen jede Woche etwas zusätzliche Zeit für Notizen gelassen wird. So sieht beispielsweise eine Seite aus meinem aktuellen Kalender (aus dem Korsch Verlag – die benutze ich seit einigen Jahren, sie sind übersichtlich, stabil und in vielen Größen und hübschen Designs erhältlich):

Bild um 90° gedreht: Eine noch unbeschriftete Doppelseite des Kalenders (25.01. - 31.01.). Links eine breite Zeile je Tag, rechts eine linierte Seite für Notizen.
Keine Ahnung, warum das hochkant angezeigt wird. Orr.

Früher hatte ich Kalender mit mehr Platz je Tag, als ich noch Hausaufgaben, Stundenpläne etc. eingetragen habe. Inzwischen sind meine Tage recht gleichförmig, also reicht mir das vollkommen aus. Und ich habe auch ein Notizsystem, das ich euch im Folgenden exemplarisch darstellen möchte:

Die gleiche Doppelseite, jetzt beschriftet und bekritzelt: ein bis zwei Einträge je Tag, entweder durchgestrichen oder durchgekrakelt; auf der Notizseite 16 größtenteils durchgestrichene Einträge.
Ja, das ist eine normale Corona-Woche.

Alles, was glatt durchgestrichen ist, habe ich erledigt.

Alles, was mit Zickzacklinien durchgekrakelt ist, ist ausgefallen.

Das, was nicht weggestrichen ist, wird in die nächste Woche übertragen.

Wenn ihr euch mit Bullet Journals auskennt, kennt ihr dieses System vielleicht. Man könnte sagen, ich hatte schon ein minimalistisches Bullet Journal, ehe es cool wurde. Nur für den Kram mit Verhübschen und so habe ich leider keine Zeit. Aber um den Überblick zu behalten, ist das hier mal so richtig grandios.

(Noch ein sehr aktueller Pluspunkt: Sollten der Mann oder ich uns mit dem garstigen Virus anstecken, kann ich anhand meines Kalenders detailliert nachvollziehen, wann und wo wir in den Tagen vor dem Testergebnis waren, denn seine Termine notiere ich mir natürlich auch.)

(Der Mann führt einen digitalen Kalender, das wär nichts für mich. Ich mag das Gefühl des Durchstreichens, da kommt ein Anklicken einfach nicht mit.)

(Und ehe jemand sich sorgt: Wenn ihr das lesen könnt, was ich aufgeschrieben habe – das meiste sind entweder Zwangstermine (einkaufen) oder digitale Veranstaltungen. Auch da will man natürlich nicht zu spät kommen. ^^)

Das Gesicht hinter den Büchern

Wie ihr wisst, sind Autor_innen meistens eher schüchtern. Wir wollen, dass ihr unsere Geschichten lest, uns mit Lob und Schokolade überhäuft, uns vielleicht mal einen Kaffee schickt und uns sonst nie direkt ansprecht. Das Risiko, wenn man sich einer Autorin überraschend nähert, besteht durchaus, dass sie einfach in Schockstarre fällt und den restlichen Tag nur noch Unsinn von sich gibt.

Da kann man nicht viel gegen tun. Aber ab und zu muss man doch hinaus. Für Lesungen, für Buchmessen – also, irgendwann, offensichtlich nicht dieses Jahr – und die Entgegennahme diverser Preise. Und weil ich finde, dass das durchaus mehr geübt werden dürfte, überlege ich gerade, mich gelegentlich experimentell vor die Kamera zu setzen und für euch zu lesen. Das Ganze muss dann noch verhübscht und semiprofessionalisiert werden, und vielleicht macht mir das so wenig Spaß, dass ich das alles in einem halben Jahr wieder einstampfe, aber haltet mal die Augen offen … vielleicht gibt es demnächst videolastige Neuigkeiten. Als sei wenigstens diese Autorin im zwanzigsten Jahrhundert angekommen. ^^

Wenn ich einmal alt wär …

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Je länger die aktuelle Situation anhält, und je absurder die Lagen werden, desto lieber möchte ich meine Alterspläne jetzt schon umsetzen. Zu blöd, dass das im Moment alles so nicht geht. Aber ich kann ja träumen.

Wovon ich träume?

Eine Hütte im Wald. Sie muss nicht groß sein, oder luxuriös. Hauptsache, ich habe fließendes Wasser, Internet und Strom (für Notebook und Kaffeemaschine) und zwei Betten – eines für mich, eines für ausgewählte Gäste.

Zu dieser Hütte sollte ein kleiner Garten gehören. Ich mag Gärten, auch wenn ich nie genug Zeit für viel Gartenarbeit hätte. Deswegen nur ein kleiner Garten. Vielleicht große genug für Hühner und ein paar Kräuter. Ein Apfelbaum wäre auch nett, und vielleicht ein Holunder. Ein großer Hund, der mir Gesellschaft leistet.

Wenn es in der Nähe einen Bach gibt, wäre mein Glück perfekt.

An so einem Ort möchte ich im Wesentlichen ruhige Tage verbringen. In die Natur hinausgehen, mich um Garten und Hütte kümmern, Brot backen, Bücher schreiben. Viel lesen. Ab und zu nette Leute treffen. Wahrscheinlich kleine Kinder erschrecken, die sich im Rahmen von Mutproben an mein Häuschen heranschleichen. Wenn es sich ergibt, würde ich die Umgebung unheimlich dekorieren – ich wäre ja nur alt, nicht langweilig.

Gut, wahrscheinlich wäre ich unglaublich langweilig. Ich würde Tage und Wochen damit verbringen, mit niemandem zu sprechen und mir immer fantastischere Geschichten auszudenken. Wenn ich in den nächsten Ort ginge, um Lebensmittel nachzukaufen oder etwas auf die Post zu bringen, wäre ich die seltsame Alte, die niemandem etwas tut.

Am liebsten würde ich morgen direkt umziehen.

Kaffeeklatsch bei Autor*innen

Im Moment ist ja viel Zeit für Tagträumereien. Heute ganz groß im Geschäft: Welche Autor*innen würde ich gerne zum Kaffee einladen? (Alternativ auf einen richtig verwahrlosten Tequila-Cocktail, ihr kennt das. Frühstück geht auf mich.)

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Ich habe das große Glück, viele tolle Autor*innen schon persönlich getroffen zu haben – wenigstens konnte ich mich auf Messen an ihnen reiben, das ist doch auch mal was wert. Deswegen muss ich mal fix überlegen, was ich mir noch Lustiges vorstellen könnte …

  1. Neil Gaiman treffen und stotternd befangirlen. Mit quietschroten Wangen, ihr werdet mich von Weitem sehen.
  2. Frances Hardinge beim Recherchieren für ihre Geschichten stalken. Da sind immer so viele tolle Details drin, ich stelle mir das sehr aufregend vor.
  3. Anja Bagus habe ich schon getroffen, aber mit der muss ich irgendwann in Ruhe mal ein Stück Mandarinenkäsesahnetorte essen. (Richtiger Kuchen?)
  4. Nnedi Okorafor würde ich gerne im Detail über nigerianischen Aberglauben ausquetschen. Unter anderem.
  5. Gilt es als leichtfertig, wenn ich gerne mit Stephen King wandern gehen wollte?

Ihr seht, ich habe noch Pläne. Welche Autor*innen würdet ihr gerne treffen?

Schon wieder nur 24 Stunden???

Das könnte mein konstantes Mantra sein. Denn ich habe Pläne. Und Ideen. Und Ziele. Und Verpflichtungen. Und außerdem – ich prangere das an! – muss ich ja auch noch Geld verdienen. (Lieber Arbeitgeber, falls du das liest: Ich arbeite sehr gerne bei dir und mag das Gehalt. Bitte feuere mich nicht!)

In der verganenen Woche war ich zweimal zum Fitnessstudio verabredet. Das ist wichtig für meinen Rücken, denn der ist ein wenig schreibtischlädiert – gut, auch durch meine miserable Körperhaltung, ich geb’s zu.

Außerdem hatte ich vier Termine fürs Nornennetz, das ich sehr mag und die ich auch gerne wahrgenommen habe. So etwas gehört dazu, wenn man etwas erreichen will.

Und wir hatten einen Pärchenausflug geplant (nach Köln, die Fahrtdetails kennt ihr ja bereits).

Addiert dazu einen regulären Job, einen Haushalt und meine Vorliebe fürs Joggen, dann könnt ihr euch vorstellen, wie es hier zugeht. Der Haushalt ist nämlich das erste, was unter chronischem Zeitmissmanagement leidet. Erst danach wird das Schreiben kompromittiert.

Die Kompromittierung fällt mir übrigens im Moment leichter, weil es um die Überarbeitungsphase geht. Aber ich schlage mich tapfer, und bei näherer Betrachtung finde ich mein aktuelles Manuskript gar nicht mal ganz schrecklich. Da kann man was draus machen – wenn man sich die Zeit nimmt.

Hat einer von euch zufällig eine Zeitmaschine übrig? ^^

Bucket List? Wer hat Zeit für eine Bucket List?

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Symbolbild, Fotograf: Joel Muniz, gefunden bei Unsplash

Die Bucket List geistert ja seit ein paar Jahren durch die sozialen Medien: Dinge, die man in seinem Leben unbedingt noch getan haben will. Ferne Länder bereisen, ein Wandgemälde fertigstellen, Blut aus dem Schädel seines Erzfeindes trinken. Was einen eben glücklich macht.

Ihr könnt euch schon denken: So etwas besitze ich nicht.

Ich besitze auch keine „Fuck it!“-List, obwohl dieses Konzept mir allein vom Namen her näher steht. (Ehe ihr jetzt kichert: Das ist KEINE Liste von Leuten, mit denen man fünf erotische Minuten verbringen möchte.) Bei der „Fuck it!“-Liste geht es um Dinge, die einem das restliche Leben über gestohlen bleiben können: Der Zwang, für die Schwiegermutter das eigene Haus auf Hochglanz zu bringen; internalisiertes Bodyshaming; gehässiger Tratsch.

Aber so ein paar langfristige Pläne habe ich schon. Weniger eine Bucket List, mehr eine Art Lebensentwurf-Zielscheibe. Was darauf zu sehen ist?

Ein Motorrad.

Eine Hütte im Grünen, mit eigenen Hühnern und Gemüse-/Kräutergarten.

Regale voll mit selbstgeschriebenen Büchern.

Das sind mehr so Langzeit-Projekte als Dinge, die man abhaken könnte. Und wenn ich auf dem Weg dorthin noch einige Abenteuer erleben kann – so mit Wandern und Zelten und Nassgeregnet-Werden – wäre das auch nicht schlecht. Irgendwann verziehe ich mich dann als verdrehte, glückliche Alte in den Wald und erschrecke spielende Kinder.

Und jetzt zu euch: Team „Bucket“ oder Team „Fuck it“? Oder kleine listenfreie Rebellen?

Kleine und große Träume

Als ich klein war – also so richtig klein – hatte ich ultralangweilige Zukunftsträume. Ich wollte drei Kinder, einen großen Garten und einen Hund. Dass man für Kinder einen Mann braucht und ein Garten Arbeit macht, war mir irgendwie nicht bewusst. Wahrscheinlich habe ich nicht groß drüber nachgedacht, was das wirklich bedeutet, sondern einfach nur ein Stereotypen-Puzzle zum Thema „Erwachsen sein“ gebastelt.

Später wurde es dann etwas konkreter. Ich wollte zu verschiedenen Zeiten LKW-Fahrerin, Tierärztin, natürlich auch mal Rockstar sein (dabei bin ich unglaublich schüchtern!). Bibliothekarin hätte ich cool gefunden. Autorin tauchte immer mal wieder auf und ging eigentlich nie so wirklich weg. Psychologin hätte ich mir spannend vorgestellt, Köchin, Piratin oder auch Übersetzerin.

Das mit den LKW ist in erster Linie daran gescheitert, dass mein Vater mir mit Enterbung gedroht hat für den Fall, dass ich den LKW-Führerschein mache. Da er selbst LKW-Fahrer war, bis er in Rente ging, gibt es bei uns nicht viel zu erben, aber die Drohung hat mich vom Ernst der Lage überzeugt.

Die Tierärztin habe ich mir wegen der ganzen Tierbesitzer aus dem Kopf geschlagen, zu denen man nett sein muss, weil sie einen bezahlen – egal, wie dumm sie sich anstellen und wie schlecht es ihren Tieren dadurch geht.

Piratin war irgendwie aus der Mode, als ich in die Oberstufe kam, außerdem werde ich gelegentlich seekrank. Und wisst ihr, wie schrecklich die Arbeitszeiten für Köche sind? Dann lieber doch nicht.

Dann wird sie eben Rockstar – ähm, eher nicht. Ziemlich schüchtern. Kann nicht tanzen. Singt passabel, hat aber sonst keine Ahnung von Musik. Der Drang ins Rampenlicht ist weniger ausgeprägt. Keine Ahnung, warum ich mal meinte, das sei ein toller Job.

Das Psychologiestudium halte ich immer noch in der Hinterhand. Nach dem Abi war ich überzeugt, die ganzen Disziplinen wie Statistik etc. nicht zu wuppen. Inzwischen denke ich mir: Ach was, ich bin doch schlau! Vielleicht mache ich das später mal aus Spaß.

Und zur Bibliothekarin hat es mich nicht getrieben, weil es da schon vor zwanzig Jahren hieß, die Berufsaussichten seien eher schlecht, und auf X stellen kämen XX Bewerber. Heute denke ich mir natürlich, ich hätte es trotzdem probieren können.

Wenigstens Übersetzerin bin ich geworden. Auch da – Unkenrufe seit Jahren. Computerübersetzungen würden den Markt aufräumen. Habt ihr mal Google Translate o.ä. benutzt? Ganz im Ernst … noch ist mein Job sicher.

Und Autorin bin ich ja irgendwie auch. Mal im Ernst: Ich kann nicht meckern.

Endspurt 2018!

Draußen nieselt es, drinnen düdelt die Musik im Hintergrund, Kaffee und Tee stehen links von mir. Offiziell hat das Büro heute geschlossen, aber für Notfälle und nervige Klienten gibt es eine Notbesetzung. Das bin heute ich. Gestern Abend haben wir noch auf den Geburtstag einer Freundin angestoßen, so richtig wach bin ich also nicht, doch das gilt für die anderen Abteilungen ganz ähnlich. Keine Ahnung, was die gestern alle getrieben haben. Mir kann’s recht sein, so kann ich in Ruhe arbeiten.

2018 war, wenn man alles betrachtet, gar kein schlechtes Jahr. Ich habe eine Menge Dinge geschafft, von denen ich vorher nicht wusste, ob sie möglich sind – beispielsweise habe ich drei Bücher veröffentlicht und den kleinen Strongman-Run überstanden. Außerdem war ich auf der LBM und in Dublin. Die Sammelbände (Winter, Sommer, Anderswelt) waren ein ungeplantes Extra, genau wie die Lesung auf dem BuCon.

Was ich für 2019 geplant habe? Oh, da sind einige Ideen. Ich möchte mehr Müll vermeiden, Torten backen und dekorieren, viel laufen, viel schreiben und mir das eine oder andere Naturwunder hier in der Nähe anschauen. Außerdem hoffe ich, ein wenig mehr in der Welt herumzukommen und vielleicht dem einen oder der anderen von euch zu begegnen, beispielsweise auf der LBM 2019.