Radio! Ein Erfahrungsbericht

Wäre hier fast untergegangen zwischen all den wilden, aufregenden Dingen, die ich so treibe … letzte Woche hat mich die liebe Sybille B. Lindt für Radio Köln porträtiert. Die Ausstrahlung war gestern Abend, und ich muss sagen – ich wusste gar nicht, dass ich so viel atme! Aber zum Anfang.

Nach diversen kurzfristigen Termindingsies ergab es sich, dass ich erst meinen Vater für eine Woche zu Besuch hatte, dann war ich beim Rieseneichhörnchen und direkt am nächsten Tag stand der Aufnahmetermin an. Ich hatte eine Adresse in Köln und die Gewissheit, dass Reisen mit dem Nahverkehr immer eine aufregende Sache sind. Also: Entsprechend Pufferzeit einplanen. Glücklicherweise hatte ich gerade neue Lektüre, in die ich so verliebt war, dass ich zweimal um ein Haar meine Haltestelle verpasst hätte. Auch für solche Dinge plane ich immer Puffer ein. Glücklicherweise hat mein Plan dann auch funktioniert, und ich war sogar etwas zu früh beim Freien Lokalrundfunk Köln, wo ich sehr freundlich empfangen und angemessen beruhigt und alle meine Fragen beantwortet wurden. Trotz einiger Schwierigkeiten mit der von mir mitgebrachten Musik ging die Aufnahme selbst dann auch schnell und ohne größere Holperer vonstatten, und jetzt bin ich eine Erfahrung reicher.

Auf dem Rückweg durfte ich im Zug dann noch diese bezaubernde Unterhaltung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter belauschen:

Kind: „Mama, machst du noch einen Reim mit mir?“

Mutter: „Wir haben doch schon so viel gereimt! Ich bin ein bisschen müde.“

Kind: „Nur noch einen einzigen Reim, bitte! Einen einzigen!“

Mutter: „Und dann bist du ruhig, bis wir aussteigen?“

Kind: (Denkt gründlich nach.) „Nö.“

In den kommenden Tagen gibt es für die Interessierten übrigens auch noch einen Download-Link, den ich dann auf der Startseite ablade. Als ewiges Andenken. ^^

Eine Geschichte ohne Worte

Häufig, wenn ich mit Bus oder Bahn unterwegs bin, höre ich im Moment Podcasts. Auf diese Weise komme ich leicht mit Themen in Kontakt, die sonst in meinem Leben keine besondere Rolle spielen, beispielsweise die US-amerikanische Eigenart, Leute in spezielle Gefängnisse zu stecken, weil sie etwa ihre Gerichts-Schulden (Strafzettel o.ä.) nicht zahlen können. Oder Möglichkeiten, über Google Earth und Internet bei der Identifikation von archäologisch interessanten Stätten zu helfen. Oder ich höre mir wilde Verschwörungstheorien über Jack the Ripper an.

Während ich also in der Bahn sitze, durch die Innenstadt gehe oder auf den Bus warte, immer mit halbem Ohr bei meiner Umgebung – Sicherheit geht vor! – spielt sich auf meinem Gesicht offenbar ein kompletter Film ab. Stirnrunzeln, Lachen, zusammengezogene Augenbrauen, Überraschung, Schock. Muss unglaublich interessant sein. Das sagte wenigstens eine Kollegin, die mich neulich im Vorbeifahren auf dem Gehsteig sah. Ein Pokerface besitze ich wohl wirklich nicht.