Kreativität braucht Geduld

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Vor allem die Geduld anderer Leute. Wenn ich mitten in einem Projekt oder einer Szene stecke, vergesse ich nämlich gerne alles um mich herum. Dann laufen Mann und Katzen hungrig maunzend durch die Wohnung, scharren an Türen, die Schnecken bereiten Petitionen vor und planen ihren Umzug und die Pflanzen – fangen wir von den Pflanzen lieber gar nicht erst an. Efeututen sind ziemlich widerstandsfähig, zum Glück.

Das Problem ist, dass ich für das Schreiben eine ganz andere mentale Einstellung brauche. Mein Alltag ist nicht so spannend (wer das anzweifelt, kann sich hier ja ein wenig durchs Blog scrollen) und besteht in erster Linie aus den üblichen Besorgungen: Haushalt, Büro, Sport. Würde ich über solche Dinge schreiben, müsste ich mich nicht immer erst aufwändig einfinden … aber wer will das schon? In meinen Geschichten verschwinden Leute, gehen wichtige Dinge kaputt, tauchen merkwürdige Kreaturen auf. Leute sind auf der Flucht oder versuchen verzweifelt, ein Dokument zu überbringen. All das muss ich beim Schreiben nachfühlen, um es zu erzählen. Das dauert. Und wenn ich einmal erfolgreich dabei bin, komme ich auch so schnell nicht freiwillig wieder.

Schreibt! Schreibt! Schreibt!

Neulich ging es im Nornennetz darum, welche Erfahrungen wir mit Schreibwettbewerben haben. Irgendwie habe ich komplett verpennt, mich an dem Fragefreitag zu beteiligen, dabei habe ich durchaus ein paar von diesen Wettbewerben auf dem Buckel.

Zunächst einmal muss man sie natürlich finden. Befreundete Autor*innen teilen oft, ansonsten muss man einfach in regelmäßigen Abständen das Internet durchforsten. Einige Seiten sammeln Ausschreibungen, aber auch dort muss man dann gründlich schauen – ist die noch aktuell? Ist die Ausschreibung seriös?

Dann gibt es die Vorgaben. Mindestlänge, Maximallänge, wohnst du im richtigen Bundesland? Vielleicht bist du auch zu alt, zu jung oder du hast das falsche Alter.

Und noch einmal schwieriger wird es, wenn man sich auf Ausschreibungen konzentrieren will, bei denen man die Chance auf einen nennenswerten Gegenwert hat – also alles, was mehr ist als: „Wir veröffentlichen die besten Geschichten.“ Solche Ausschreibungen gebe ich mir nur, wenn mich das Thema reizt oder potenzielle Gewinne für einen guten Zweck gespendet werden.

Trotzdem sind einige Dinge über die Jahre zusammengekommen. Mit „Der König und die Bäckerin“ habe ich einen dritten Preis in der Kategorie Märchen beim Federleicht-Schreibwettbewerb geholt und durfte an einer Gala in Berlin teilnehmen.

Ein- oder zweimal habe ich Buchpakete gewonnen.

Und am meisten überrascht hat mich, dass mir tatsächlich nicht nur einmal eine ausreichend kinderfreundliche Geschichte gelungen ist, die es in eine Anthologie geschafft hat. Normalerweise geht bei mir zu schnell zu viel zu schlimm schief, als dass man es einem Kind guten Gewissens vorlesen könnte. Aber da arbeite ich dran.

Leider habe ich nicht mehr so oft Zeit für Kurzgeschichten, wie ich mir das wünschen würde – früher hatte ich ein eigenes Kurzgeschichtenblog, könnt ihr euch das vorstellen?

Drei überraschende Ohrenschmankerl

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Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Im Moment spiele ich mit Aufnahmeequipment. Und da mir nichts peinlich ist, lasse ich euch heute mal an drei kleinen Übungshappen teilhaben. Natürlich gibt es noch eine Menge zu lernen – was das Vorlesen angeht genau so wie in Bezug auf die Technik-Technik. Ich freue mich über Feedback und verspreche, nicht zu weinen!

Die Kröte mit der Perle

 

Das Mädchen und die Zauberin

 

Im Brunnen

 

PS: Falls ihr im Hintergrund ein gleichmäßiges Summen wahrnehmt – nein, das ist kein ultracooler Rausch-Effekt, sondern der schnurrende Kater auf dem Sofa hinter mir. Ich hatte nicht das Herz, ihn aus dem Zimmer zu verbannen. Vielleicht wird das ja mein Markenzeichen. ^^

Schon wieder nur 24 Stunden???

Das könnte mein konstantes Mantra sein. Denn ich habe Pläne. Und Ideen. Und Ziele. Und Verpflichtungen. Und außerdem – ich prangere das an! – muss ich ja auch noch Geld verdienen. (Lieber Arbeitgeber, falls du das liest: Ich arbeite sehr gerne bei dir und mag das Gehalt. Bitte feuere mich nicht!)

In der verganenen Woche war ich zweimal zum Fitnessstudio verabredet. Das ist wichtig für meinen Rücken, denn der ist ein wenig schreibtischlädiert – gut, auch durch meine miserable Körperhaltung, ich geb’s zu.

Außerdem hatte ich vier Termine fürs Nornennetz, das ich sehr mag und die ich auch gerne wahrgenommen habe. So etwas gehört dazu, wenn man etwas erreichen will.

Und wir hatten einen Pärchenausflug geplant (nach Köln, die Fahrtdetails kennt ihr ja bereits).

Addiert dazu einen regulären Job, einen Haushalt und meine Vorliebe fürs Joggen, dann könnt ihr euch vorstellen, wie es hier zugeht. Der Haushalt ist nämlich das erste, was unter chronischem Zeitmissmanagement leidet. Erst danach wird das Schreiben kompromittiert.

Die Kompromittierung fällt mir übrigens im Moment leichter, weil es um die Überarbeitungsphase geht. Aber ich schlage mich tapfer, und bei näherer Betrachtung finde ich mein aktuelles Manuskript gar nicht mal ganz schrecklich. Da kann man was draus machen – wenn man sich die Zeit nimmt.

Hat einer von euch zufällig eine Zeitmaschine übrig? ^^

Liebes Tagebuch …

… habt ihr das auch schonmal geschrieben? Tja, ich schon. Wie ungefähr jedes verdrehtes Teenager-Mädchen (und bestimmt auch eine Reihe Jungs). Glücklicherweise war ich irgendwann so schlau, die gesammelten Werke zu verbrennen. Im Ernst, wer würde jemals so einen prätentiösen Quark lesen wollen? Und falls ich jemals berühmt werde, wird die Nachwelt über meine frühen Jahre eben rätseln müssen. Ist wahrscheinlich besser so. ^^

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Meine liebste Schwäche …

… ist meine Spontaneität. (Schreibt man das noch so?) Vor allem bei Schreibprojekten bin ich oft anstrengend sprunghaft. Wenn mir eine Idee kommt, möchte ich ihr am liebsten direkt ins Unterholz folgen, und ein verlockender Charakter könnte mich gerne an einem finsteren Abend in seinen Keller einladen, um mir seine Hundebabies zu zeigen. Mit anderen Worten: Am liebsten wäre ich komplett unorganisiert und verantwortungslos.

Da ich das weiß, halte ich mich meistens strikt an meine Pläne – die enthalten ein wenig Luft für alberne Zwischenprojekte und sind halbwegs flexibel, um auch den Alltag auszuhalten. Aus Zeitmangel sterben viele tolle Ideen leider trotzdem den kreativen Erstickungstod, aber das geht wahrscheinlich allen Autorinnen von Zeit zu Zeit so. Wäre ich doch nur organisierter!

Der schlechteste Schreibratschlag, den ich je bekommen habe

„Um Rechtschreibung und Zeichensetzung brauchst du dich nicht zu kümmern, dafür ist das Korrektorat da.“

Ja, so oder so ähnlich habe ich auch geguckt. Stellt euch vor, man würde einem angehenden Bäcker erklären, er brauche nichts von Mehlsorten oder Zusatzstoffen zu wissen, das würde heute eh alles automatisch gemischt!

Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind nun einmal das Handwerkszeug für Autorinnen. Wahrscheinlich ist man nicht perfekt, aber man sollte sich schon große Mühe geben, so gut zu sein wie eben möglich. Sicher wird trotz allem das Korrektorat noch einen Eimer voll Fehler zu Tage fördern, aber dennoch …

… oder stellt euch einmal vor, ihr wärt Verleger. Auf eurem Tisch landet ein Manuskript, das vielleicht genial ist -aber so genau weiß man das nicht, denn wegen der großen Anzahl an Fehlern ist das Ding einfach nicht deutlich lesbar. Würdet ihr euch die Mühe machen, in so etwas zu investieren?

Meine Rechtschreibung ist auch nicht immer tippitoppi – ich schludere beim Korrekturlesen, vertippe mich häufig und generell ist mein Wissen auf dem Stand der späten Neunziger, seitdem hat es gefühlt ein Dutzend Reformen gegeben. Im Großen und Ganzen, allerdings, hoffe ich schon, dass meine Texte lesbar und wenigstens fehlerarm sind. Und wenn ich ein Buch sehe, bei dem schon die ersten Seiten vor Fehlern nur so strotzen, lese ich, ehrlich gesagt, auch nicht weiter. Soviel Professionalität muss sein.

Schreibrituale

Eigentlich habe ich nicht viele Schreibrituale – aber ein paar Tricks, um schnell in die Materie zu kommen. Beispielsweise haben fast alle meine Bücher eine eigene Playlist. Wenn ich die einschalte, bin ich innerhalb weniger Takte wieder mitten in der Geschichte und kann direkt da weitermachen, wo ich aufgehört habe.

Wenn es schwer geht, nehme ich das Manuskript auch manchmal mit aufs Sofa und lasse im Hintergrund eine Serie laufen, die ich bereits kenne. Das lenkt die Innere Kritikerin genug ab, dass ich vor mich hin prödeln und einen schlechten ersten Entwurf schreiben kann – denn schlechtes Geschriebenes kann man zwar überarbeiten, aber brilliantes Ungeschriebenes bleibt leider ungelesen. Je nachdem, in welcher Sprach ich gerade arbeite, wähle ich als Tonspur eine andere, die ich verstehe, damit sich nicht Zitate aus der Serie in mein Manuskript mogeln.

Gegessen wird am Schreibtisch eher selten, aber eine Tasse Tee oder Kaffee habe ich gerne dabei, wenn ich länger sitzen bleiben kann. Und natürlich einen Kater, der mich alleine durch schnarchende Anwesenheit inspiriert.

Wieviel „ich“ ist in meinen Texten?

Puh, schwierige Frage … meine Charaktere sind eigenständige Figuren und oft nicht einer Meinung mit mir. Andererseits teilen wir schon viele der gleichen Werte und Ideen über das Leben. Ich bin nicht notwendigerweise mit meinen Charakteren befreundet, aber ich möchte keine Zeit mit Leuten verbringen, die ich im echten Leben aktiv verabscheuen müsste.

Viele meiner Figuren sind Frauen – weil ich diese Perspektive besser verstehe und weil ich, ehrlich gesagt, denke, dass es schwierig ist, beim Schreiben das Geschlecht überzeugend zu wechseln. Viele Autor*innen, die ich bewundere, schaffen das sehr gut, aber immer wieder sehe ich auch Beispiele, bei denen Charaktere zu Klischees oder Karikaturen verkommen.

Nachdem ich das gesagt habe, fällt mir natürlich ein, dass in meinem unfertigen Manuskript der Protagonist ein Mann ist – vielleicht geht es deswegen so schleppend voran? Nah, eher nicht. Ich prokrastiniere einfach zu gerne. Ob Harald überzeugend ist, müsst ihr dann später für mich entscheiden.

Auf den Mund gefallen war bislang auch noch keiner meiner Charaktere, das haben sie definitiv von mir.

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Ich – einfach unverbesserlich? Wohl eher nicht … ^^

Inspirationen aus dem „echten“ Leben

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Häufig fragen Leute, was in meinen Geschichten denn „echt“ ist. Ich meine, ich habe Monster und Magie und Tentakel und Götter und Zombies und … – da wird diese Frage doch wohl noch erlaubt sein! ^^

Aber wenn ihr mitgelesen habt, wisst ihr natürlich auch schon: Schauplätze beispielsweise nehme ich oft aus dem echten Leben. Sämtliche Plätze, die Helena und Falk in und um Bonn besuchen, gibt es so oder so ähnlich auch in echt. Und auf dem Foto mit dem dramatischen Licht da oben seht ihr das Venn aus „Lichterspuk“ – die Trockenheit macht sich bemerkbar, es gibt weniger Wasser als in anderen Jahren. Und Irrlichter haben wir am Wochenende auch nicht gesehen, allerdings waren wir auch tagsüber da. Stattdessen sind wir der winzigsten aller Kröten begegnet. Die wollte auch nicht mit uns reden – vielleicht hatte sie Angst, wir verwandeln sie in einen Menschen, und plötzlich muss sie Papiere beantragen oder so.

Einige Cafés und Kneipen, die ich mag, habe ich auch als Schauplätze verwendet. Im „Cartoon“ („Allerseelenkinder“) war ich als Studentin häufiger – und müsste dringend mal wieder hin. Die brasilianische Cocktailbar gibt es auch, einige von euch kennen sie vielleicht inzwischen sogar aus eigener Erfahrung.

Bei Personen bin ich vorsichtiger mit dem „Leihen“. Andrea bildet da die große Ausnahme, aber mit ihr war das auch abgesprochen. Sie findet es cool, ihren eigenen Roman zu haben. Manchmal bin ich versucht, lästige Leute in Leichen zu verwandeln, aber auch da übe ich mich meistens in Zurückhaltung. Und Haustiere … das wäre eigentlich noch eine Idee. Wenn es sich einmal anbietet, stelle ich euch vielleicht Max vor, der war toll. <3