Noch ein Monat …

… und ich habe ganz schön Schiss.

Was in einem Monat ist?

Der Strongman Run am Fühlinger See in Köln. Für mich zwar nur über zehn Kilometer, aber trotzdem. Ich bin ein kleiner Angsthase. Und das Laufen bereitet mir gar nicht so arg Kopfzerbrechen, aber dafür die Hindernisse. Vor allem die, auf die man hinauf muss. Denn: Ich habe Höhenangst. Gut, so wirklich richtig hoch ist das alles nicht – ist mir auch klar. So theoretisch. Trotzdem verdränge ich die selbstauferlegte Plage, so gut es geht.

Jetzt könnte ich natürlich auch einfach nicht mehr davon reden. Die Startnummer verfallen lassen. Mich nicht mehr äußern. Mir einen wirklich guten Grund einfallen lassen, warum ich nicht mehr will. Das Startgeld ist sowieso futsch, und was habe ich schon davon, wenn ich mich da nass und schmutzig mache?

Andererseits … ich habe mir vorgenommen, mir jedes Jahr so lange neue Herausforderungen zu suchen, bis ich meine Grenzen erreicht habe. Ich gehe regelmäßig zum Krafttraining und laufe an den verbleibenden Tagen, wenn mein Plan es zulässt. Und den Muddy Angel Run letztes Jahr habe ich auch geschafft, nicht wahr? Rein theoretisch sollte das alles kein so großes Problem sein. Und ganz im Ernst, nicht an den Start zu gehen, ist keine Option. Kann sein, dass ich ganz grandios versage, aufgebe und ihr mich danach bedauern müsst. Aber versuchen will ich es auf jeden Fall.

Also: Stay tuned!

Das Rennschneckenphänomen

Ihr wisst ja, ich laufe. Also, für Sport. So richtig. Gut, eigentlich nicht richtig, aber schon regelmäßig, und auch seit mehreren Jahren.

Trotzdem lässt die Performance optisch wohl noch immer zu wünschen übrig. Elegant wie eine Gazelle? Eher nicht. Flink wie ein Reh? Würde ich nicht sagen.

Fakt ist allerdings, dass die regelmäßige Übung sich bemerkbar macht. Und besonders bemerkbar ist sie, wenn ich im Wald einen anderen Läufer überhole. Jetzt ist das vielleicht ein subjektiver Eindruck, aber dieses spezielle Problem habe ich in erster Linie mit Läufern, noch nie mit Läuferinnen. Ist vielleicht eine Testosteronfrage, oder …

Wovon ich rede?

Vom Läuferehrgeiz. Ich stelle mir das so vor: Der Mann federt durch den Wald, sportlich, kraftvoll, überschäumend vor Energie. Dann kommt von hinten so eine kleine, rundliche Frau mit zuppeliger Frisur und ausgelatschten Schuhen angescrollt. Und was macht die? Überholt den Mann einfach so! Sie atmet hörbar, Schweiß läuft ihr über das Gesicht und eigentlich sehen ihre Beine auch gar nicht aus, als würde sie gerade einen Hochleistungslauf hinlegen. Trotzdem ist sie, während der Mann das alles überlegt, schon einige Meter vorausgehüppelt.

Der Mann legt einen Zahn zu. Er hat sich heute Abend ein wenig gehen lassen. Liegt wahrscheinlich weit hinter seiner üblichen Geschwindigkeit. Er nähert sich dem Laufopfer, während ihm ein merkwürdiger Druck in den Kopf steigt.

Die kleine Frau hüppelt weiter. Obwohl sie sich garantiert anstrengen muss, um soviel schneller als normal zu laufen, wird sie weder lauter noch roter. Ihre Schuhe sehen ziemlich schlimm aus – voller Schlamm, mit rissigen Nähten und abgeknickter Ferse. Mehr kann der Mann nicht mehr erkennen, denn die Luft geht ihm aus, und er fällt zurück. Als er die Kontrolle über seinen Atem lockert, hört er ein Altmännerkeuchen. Irgendwas stimmt da doch nicht. Morgen geht er sicherheitshalber mal zum Arzt, sich gründlich durchchecken lassen.

Abenteuer voraus!

Hat der Mann mich wieder für fünf Minuten unbeaufsichtigt gelassen. Komplett unverantwortlich. Da habe ich schnell was angestellt – und mich für den Muddy-Angel-Run in Köln angemeldet. Das ist ein Fünf-Kilometer-Hindernislauf für Frauen, dessen Erlös der Brustkrebs-Hilfe gespendet wird. Das mit dem Laufen ist gar nicht das Problem, jetzt muss ich nur noch schnell ein wenig fit und stark werden für die Hindernisse. Schlamm, Schaum, Klettern – klingt doch nach einem rieigen Spaß, oder?

Wer will, kann mich ja anfeuern kommen. Oder alternativ für die Brustkrebshilfe spenden, die freuen sich auch. ^^