Serientäter!

So ganz diffus habe ich den Eindruck, dass Filme an Relevanz verlieren. Stattdessen konsumieren die Leute, mit denen ich mich austausche, verstärkt Serien. Ist ja auch viel leichter heutzutage. Es gibt Streamingdienste, man muss nur noch selten wochenweise auf die nächste Folge warten – und wenn man alle Staffeln „Gilmore Girls“ an einem Tag gucken will, hindert einen niemand daran.

Deswegen wollte ich an dieser Stelle einen nicht-exklusiven Überblick darüber geben, was ich in den letzten Wochen und Monaten so geguckt habe und wie es mir gefällt. Vielleicht ist ja das eine oder andere für euch dabei?

  • GOOD OMENS. Natürlich. Eines meiner Lieblingsbücher von zweien meiner Lieblingsautoren mit einem grandiosen Cast. Natürlich hält die Serie nicht mit dem Buch mit, aber welche Serie tut das schon? Mein Highlight? David Tennant als Crowley. Aber eigentlich ist der komplette Cast toll. Eine unbedingte Empfehlung.
  • Nicht ganz so uneingeschränkt empfohlen: AMERICAN GODS. Ja, mein Lieblingsbuch. Da kann die Verfilmung eigentlich nur schiefgehen, oder? Nun ja, von der ersten Staffel war ich sehr angetan, obwohl sie schon vom Buch abweicht – die Entscheidungen sind nachvollziehbar, auch wenn ich sie wohl anders getroffen hätte. Staffel zwei war etwas schwächer (mein Highlight: Folge 6, Staffel 2) und hinter den Kulissen gab es wohl Vorwürfe wegen der (Nicht-)Besetzung verschiedener Rollen und der Nicht-Vertragsverlängerung für einzelne Schauspieler. Noch bin ich gespannt auf Staffel 3, aber ein wenig nervös bin ich auch.
  • Ihr könnt euch schon denken, was jetzt kommt: LUCIFER. Auch da – ein leicht durchwachsenes Vergnügen, die Charaktere wirken oft etwas nachlässig geklöppelt. Insgesamt aber eine tolle Prämisse und eine großartige Leistung. Mein Highlight: Dr. Linda.
  • Now for something completely different: SEX EDUCATION. War eine Empfehlung auf Twitter, die erste Staffel war grandios und extrem lustig. Ich zögere noch, die zweite Staffel anzufangen, weil ich da einiges weniger Schönes gehört habe. Aber sobald ich Zeit habe, werde ich mir ein eigenes Bild machen. Mein Highlight: Gillian Anderson als verschrobene Mutter und der Klempner.
  • ALTERED CARBON. Die erste Staffel war mehr als beeindruckend, danach habe ich mir die Bücher des Autors besorgt und sie verschlungen. Danach habe ich leider erfahren, dass der Autor ein Rad hat, das nicht ganz sauber läuft – das war es also für mich. Trotzdem habe ich die zweite Staffel der Serie begonnen, allerdings konnten die ersten Folgen mich nicht überzeugen. Ob ich sie zuende schaue, muss ich gucken. Mein Highlight: Poe.
  • THE MARVELOUS MRS. MAISEL. Erstens bin ich spät dran und zweitens ist das irgendwie eine Art „guilty pleasure“ – keine Ahnung warum. Man merkt, dass die Serie aus dem gleichen Haus kommt wie „Gilmore Girls“, und das ist eigentlich auch gar nicht schlimm. Leider komme ich nur sehr langsam vorwärts, weil ich nur selten das Wohnzimmer für mich habe, wenn Zeit für eine Serie wäre. Aber ich gebe nicht auf. Mein Highlight: Mrs. Maisels erster Bühnenauftritt.
  • ORPHAN BLACK. Schon eine Weile her, dass ich das gesehen habe, aber ich denke immer wieder gerne daran zurück. Eine spannende Geschichte (die leider zum Ende hin ein wenig arg abgedreht wird) und eine grandiose schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin. Mein Highlight: Die Familiendynamik zwischen Sarah, Siobhan und Felix.
  • DEATH IN PARADISE. Damit kam der Mann um die Ecke, und wir gucken es oft abends gemeinsam. Manchmal sind die Fälle ein wenig simpel gestrickt, aber die Figuren machen das wieder wett, und natürlich mein Highlight: Das Setting. (Wenn ich schon nicht auf einer exotischen Insel leben kann … )
  • Natürlich: DOCTOR WHO. Ich bin spät dran und werde mich weiter verzögern, weil ich im Moment den Mann mit liebevoller Strenge dazu bringe, die „neuen“ Staffeln von Anfang an mit mir zu gucken. (Er findet die Idee etwas anstrengend, ist bei jeder einzelnen Folge, zu der ich ihn überrede, dann aber mit Feuereifer dabei.) Mein Highlight: Amy Pond und Rory.

Meine Güte, wir gucken eine Menge Serien. Kein Wunder, dass ich mit keiner einzigen weiterkomme. ^^ Habt ihr noch Empfehlungen? Was muss ich unbedingt gucken und was lohnt auf keinen Fall?

Der größte Spaß, den man angezogen haben kann …

… findet gut angezogen statt: Mädelsabend in unserer liebsten Cocktailbar.

Ja, dafür mache ich mich zurecht. Nicht, um irgendwen aufzureißen (wär mir viel zu anstrengend, außerdem guckte da der Mann bestimmt ziemlich sparsam ^^ ), sondern für meine Freundinnen. Einige von denen legen nämlich großen Wert auf das Erscheinungsbild, und denen mache ich diese Freude auch ohne Hintergedanken sehr gerne.

(„Zurechtgemacht“ bedeutet in dem Fall, dass ich mein Haar gestylt und zehn Minuten auf meine Entschuldigung für Makeup verwendet habe. Keine Absätze. Ich muss noch Welten erobern, das geht in flachen Stiefeln besser.)

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An dem Abend war ich nicht mit den üblichen Verdächtigen unterwegs, deswegen gab es ein Selfie mit dem Besten Barkeeper(TM) als Gruß an die anderen.

Natürlich haben wir einige bevorzugt frequentierte Lokalitäten. Nicht im Moment, aber unter normaleren Umständen gehen wir gerne dorthin, wo man unsere Vorlieben kennt und die Kellner und Barkeeper den schrillen alternden Fregatten gegenüber nachsichtiger sind. Ich weiß nicht, ob es für den eigenen Ruf gut oder schlecht ist, wenn man vom Personal mit Vornamen und Umarmung begrüßt wird – aber letztendlich kommt es ja darauf an, wie viel Spaß man hat, oder?

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Ein Mädelsabend der etwas anderen Art, mit Steampunk und Lesung. Natürlich kann ich stylistisch nie mit den beiden Grazien Anja und Andrea mithalten.

Meistens sind wir übrigens ganz gesittet. In unserem Alter überlegt man sich jeden Akt der Rebellion ganz genau. Und ehe ihr glaubt, dass wir uns jedesmal unglaublich betrinken würden – nein, manchmal gehen wir auch essen. Gegen Mitternacht dann verwandeln wir uns zurück in Kürbisse sind wir für gewöhnlich schon wieder auf dem Heimweg. Man soll es mit den Vergnügungen ja nicht übertreiben.

(Auf der Suche nach Fotos ist mir übrigens aufgefallen, dass wir offenbar schon länger keinen schicken Mädelsabend mehr hatten. Wenn die Kontaktsperre und all das Zeug vernünftig gelockert werden können, müssen wir das unbedingt nachholen.)

Was mich zu meinem letzten Punkt bringt: Kommt ihr aus der Nähe von Bonn? Oder seid gelegentlich dort? Dann besorgt euch doch einen Gutschein fürs Voyager (Facebook-Link zum Shop), und wenn die wieder offen haben, verabreden wir uns dort und hauen die gemeinsam auf den Kopf. Ja, ich habe schon einen. Gibt Brettspiele, tolle Biersorten und ordentliches Fingerfood. Und natürlich die nettesten Leute, die ihr euch vorstellen könnt. Ich habe meinen Gutschein schon! :-)

Wenn die Welt mal wieder Kopf steht …

… verkrieche ich mich auf dem Sofa.

Draußen herrscht Karneval.

Wie immer ist das Wetter mies. Das ist wohl so eine rheinische Tradition. Heute servieren die Wettergötter Sturm und Regen. Zwischendrin gibt es dieses grelle Beinahe-Frühlingssonnenlicht, das einem in den Augen sticht.

Zum Glück habe ich die Vorhänge zugezogen. In der Küche gibt es einen großen Schongartopf voll Chili, die Regale sind voll mehr oder (vor allem) weniger gesunder Snacks … und auf dem Herd steht ein Topf mit Ingwertee, denn ausgerechnet jetzt bin ich erkältet.

Na ja, besser so als zur Buchmesse. Zum Auskurieren blättere ich mich durch das Horrorfilmangebot. Zombies sind mir inzwischen zu langweilig, die gibt es inzwischen an jeder Ecke – und meistens ohne aufregende neue Idee. Ich mag es nicht, wenn Filme nur eine Ausrede dafür sind, ein Schlachtfest zu inszenieren … unabhängig davon, ob jetzt Menschen oder Monster geschlachtet werden. Billige Schockeffekte reizen mich auch nicht besonders. Ich will mich gruseln! Von der Geschichte mitgerissen, mit den Charakteren mitfiebernd, atemlos nach einer Lösung suchend, wo es vielleicht keine gibt.

Der Mann teilt meine Liebe für alles, was einem Angst einjagt, nur begrenzt. Meistens sind ihm die Filme und Serien zu anstrengend. Kriminal-Dokumentationen schaut er hingegen gerne mit. Es trifft sich also gut, dass er heute arbeiten muss, so habe ich Sofa und Grusel für mich alleine.

Zu meinen gruseligen Favoriten in letzter Zeit gehörten übrigens „Bird Box“ und „Our House“ – vor allem wegen der Charaktere. Wenn die stimmen, habe ich jeden Film (und auch jedes Buch) zur Hälfte gekauft. „Apostle“ war auch interessant, bis auf diese eine unnötig blutrünstige Szene. Wenn ihr ihn gesehen habt, wisst ihr vielleicht, welche ich meine.

Wie steht es bei euch mit dem Grusel-Wusel? Yay oder nay? Und wenn ihr einen Tag lang eine bestimmte Sorte Film gucken müsstet/dürftet, welche wäre das?

Eine Geschichte ohne Worte

Häufig, wenn ich mit Bus oder Bahn unterwegs bin, höre ich im Moment Podcasts. Auf diese Weise komme ich leicht mit Themen in Kontakt, die sonst in meinem Leben keine besondere Rolle spielen, beispielsweise die US-amerikanische Eigenart, Leute in spezielle Gefängnisse zu stecken, weil sie etwa ihre Gerichts-Schulden (Strafzettel o.ä.) nicht zahlen können. Oder Möglichkeiten, über Google Earth und Internet bei der Identifikation von archäologisch interessanten Stätten zu helfen. Oder ich höre mir wilde Verschwörungstheorien über Jack the Ripper an.

Während ich also in der Bahn sitze, durch die Innenstadt gehe oder auf den Bus warte, immer mit halbem Ohr bei meiner Umgebung – Sicherheit geht vor! – spielt sich auf meinem Gesicht offenbar ein kompletter Film ab. Stirnrunzeln, Lachen, zusammengezogene Augenbrauen, Überraschung, Schock. Muss unglaublich interessant sein. Das sagte wenigstens eine Kollegin, die mich neulich im Vorbeifahren auf dem Gehsteig sah. Ein Pokerface besitze ich wohl wirklich nicht.