Manche Leute springen auch über jedes Stöckchen

Erinnert ihr euch noch an den rassistischen VW-Werbespot? Offenbar haben einige Leute daraus gelernt. Zum Beispiel, dass man mit Empörung kostenlos jede Menge Aufmerksamkeit generieren und im Gespräch bleiben kann.

So zum Beispiel Audi mit diesem formschönen Bild, das jüngst bei Twitter gepostet wurde:

Screenshot offizieller Audi-Twitterkanal. Links Foto: Kind mit Jeansjacke, Sonnenbrille und Leoprint-Kleid isst, an einen roten Wagen gelehnt, eine Banane. Rechts oben: "Lets your heart beat faster - in every aspect. #AudiRS4" Darunter ein wenig Entschuldigungs-Bla, abgeschnitten.
Bewundert meine Screenshot-Fähigkeiten!!!

Natürlich war die Empörung groß. Zu Hunderten, wenn nicht gar zu Dutzenden fielen die User ein, um zu reden: Über die Zahl im Verkehr getöteter Kinder. Über den Wahnsinn, heutzutage ein Auto mit einem Verbrauch von mehr als 9 l/100 km zu bauen. Über die Geschmacklosigkeit von Leoprint. Über die Banane als Phallussymbol und Pädophilie-Ideen.

Wer das selbst nachlesen möchte (tut es nicht, seid nett zu euch selbst!), kann das gegenwärtig noch hier tun.

Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten:

Entweder Audi hat mit einem Werbebudget, von dem man eine mittlere Kleinstadt wahrscheinlich ein Jahr lang am Laufen halten könnte, eine komplett inkompetente Werbeagentur beauftragt, deren Mitarbeiter nie auch nur einen einzigen Tag im Internet verbracht haben.

Oooooder. Vielleicht freut sich ein zynischer Werbefritze gerade megahypersuperduperhart, weil sein Plan funktioniert. Die Empörten generieren Reichweite. Die Audifans und Berufs-Antiempörten verteidigen Audi. Vielleicht kauft sogar irgendwer genau diesen Wagen, nur um den anderen eins auszuwischen. Im Ernst, diese Art von Aufmerksamkeit kriegt man sonst nicht so günstig.

Da ich aber ja nicht immer nur meckern will, habe ich mich auch mal konstruktiv künstlerisch betätigt und eine eigene Werbeanzeige designt, mit der man garantiert keinen Ärger auf sich zieht.

Grauer Hintergrund, weiße Schrift: "Audi. Vielleicht sehr gut."
Guckt mal, keine einzige Lüge. ^^

Von frechen Früchten und ambitioniertem Gemüse

Weißer Hintergrund, darauf ein Pappschnipsel mit der Aufschrift CHEF-TOMATE.

Fragt ihr euch auch manchmal, was in den Köpfen von Werbemenschen und Verpackungsdesignern vorgeht? Fühlen die sich auch wohl manchmal missverstanden so wie Büromenschen, die eine völlig überflüssige E-Mail schreiben, bei der sie schon wissen, dass der Inhalt für dem Empfänger nicht hilfreich ist?

„Wir müssen diese Tomaten, die rot und völlig durchschnittlich sind, irgendwie von allen anderen roten und völlig durchschnittlichen Tomaten absetzen!“

Und dann hat man sie … die CHEF-TOMATE.

Wobei, wenn ich leichtfertig einen halben Tag in der Sonne verbringe, könnte ich mir das auch ans Revers heften. ^^

Deutschland sucht den Superbuchtitel

Vielleicht auch „Deutschland sucht den Superblogpost“ – aber was soll’s, jetzt seid ihr hier.

Schon seit einiger Zeit gibt es im Romantik-Genre diesen Trend, Essbares und Romantisches miteinander zu mischen: „Pralinenküsse“, „Lebkuchenumarmungen“, „Leichtes Buttercremepetting“. Und so sehr ich diese Art von Assoziationstricks mag (kommt schon, ich habe das schon bei „Allerseelenkinder“ gemacht und die ganze Reihe über gut durchgehalten), finde ich es inzwischen ausgelutscht. Die Titel – meistens mit hellen oder rosalastigen Covern mit etwas Essbarem drauf – werden austauschbar.

Gut, vielleicht bin ich ein wenig voreingenommen. Aber bei Thrillern ist es doch ganz ähnlich. Meterweise weiße Cover mit schwarzen und blutroten Elementen (das ist übrigens gar kein echtes Blutrot!), darauf unheilschwangere Substantive: „Der Kindersammler“. „Zehennagelroulette“. „Die Mopsflechterin“.

Und dann sind da noch diese langen satzartigen Titel: „Als der Onkel Paul letzten Dienstag Lightzigaretten kaufen ging“ oder „Von dem Tag, an dem letztendlich fast gar nichts passierte“ oder „Wie kann ich Ihnen erklären, wie langweilig dieser Buchtitel ist?“

Es ist immer das Gleiche. Ein Titel ist ein Erfolg. Womöglich ein Überraschungserfolg … wobei diese Überraschungen meistens von langer Hand vorbereitet sind. Tut sich gar eine neue Nische auf? Die Leser sind begeistert, sie hätten gerne „mehr“. Was sie wahrscheinlich meinen: Mehr Aufregendes, Neues, Originelles, das sie weiter begeistert. Was sie wahrscheinlich kriegen: Weitere ganz ähnliche Titel, die schnell auf den Markt geworfen kommen, um diesen Trend fix totzureiten.

Das gilt nicht nur für Titel. Das erste Cover mit Aquarell-Effekten und Scherenschnittmotiv fand ich grandios, eben weil es etwas ganz Neues war. Inzwischen kann ich es nicht mehr sehen, denn diese Art Cover (und folglich auch Bücher) ist für mich beliebig und austauschbar geworden. Und ich überlege – gab es so etwas Ähnliches vor einigen Jahren nicht auch schon mit Pseudo-Graffiti?

Menschen sind von Natur aus Nachahmungstäter, und das ist auch gar nicht schlimm. Außerdem sollen Leute schnell erkennen, worum es geht. Wie bei der halb abgewandten Frau vor der Landschaft auf den Historienromanen. Aber ich finde, wir könnten uns schon ein wenig mehr Spaß und Spiel beim Kopieren erlauben. Etwa so:

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Photo by Buenosia Carol on Pexels.com

Augapfelragout

Oder doch lieber so?

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Photo by Francesco Ungaro on Pexels.com

Augapfelragout

Einmal Liebesroman, einmal Thriller. Oder etwa nicht?

Wo bleibt das Soziale in den Sozialen Medien???

Das ist eines meiner Schlachtfelder für dieses Jahr.

Denn ich fühle mich von den SoMe verarscht.

Ständig sehe ich Seiten von Produkten, die ich mal geliked habe. Oder Werbung. Oder Werbung von Produkten, deren Seiten ich geliked habe. Was ich nicht oder nur seltinösestens sehe, sind Beiträge von Freunden. Und da ist es egal, ob es um Facebook, Twitter oder Instagram geht. Gut, auf Twitter ist die Werbung noch(?) eher selten, aber das ist auch so schnelllebig, dass einem fix Dinge entgehen.

Also habe ich mit einem Putz angefangen.

Auf FB entlike ich jede Menge Seiten und interagiere mehr mit meinem Freundeskreis – also denjenigen, die noch nicht abgewandert sind.

Auf Instagram interagiere ich mehr, bevorzugt mit echten Personen und nicht mit Produktpflegeseiten.

Auf Twitter – ach, ich und mein großes Mundwerk. Manchmal ist das echt lesenswert.

Wo man sonst überall noch sein müsste, weiß ich gar nicht – das ist wohl eine der Gnaden des Alters. Der Mann meinte neulich, er wolle sich einen TikTok-Account machen, aber mal im Ernst … ach nö. Natürlich gibt es immer mal wieder Plattformen, die von sich selbst behaupten, DAS nächste Ding zu sein, zum Beispiel dieses Dingens von dem saudischen Prinzen, von dem vor einem Jahr oder so mal drei Tage lang jeder geschwärmt hat, um es dann nie wieder zu erwähnen.

Übrigens mag ich Postkarten sehr gerne. Das ist ja auch so ein soziales Netzwerk – man schickt Wörter und Bilder in die Welt hinaus und weiß nie, wo es ankommt und ob die Leute es lesen und was dann damit passiert. Außerdem finde ich die Idee schön, dass mein Freundeskreis nicht nur Werbung in ihren Briefkästen findet … nicht so wie in den SoMe.

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Photo by Jose Francisco Fernandez Saura on Pexels.com

Ankündigung: Lesung im Wonnetörtchen!

Nicht ich, sondern Eleonore Laubenstein, eine Freundin aus dem Nornennetz liest am Donnerstag, 07.02.2019, ab 19:00 im Wonnetörtchen in Bonn aus ihrer „Enzyklopädie der Wächter„. Kommt zahlreich, es lohnt sich!20190102_170442_0011

Autorinnenbiographie: Die gebürtig aus Münster stammende Eleonore Laubenstein wollte eigentlich niemals Autorin werden. Bis zum Abitur konzentrierte sie sich lieber aufs Zeichnen und ihre Leidenschaft für Sprachen und entwickelte mit 15 ihre erste eigene Kunstsprache. Während ihres Linguistikstudiums an der Universität Leipzig begann sie sich erstmalig für das Plotten von Geschichten zu interessieren und veröffentliche 2017 schließlich den ersten Teil ihrer Fantasytrilogie „Die Enzyklopädie der Wächter“ im Selfpublishing, dessen zweiter Band im Januar 2019 erschienen ist. Neben Studium und Schreiben gibt sie Autorentipps zum Worldbuilding und Conlanging auf ihrem eigenen Blog und rief 2018 die „Buchstudent Awards“ ins Leben.

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Fan-Post

Nicht Post VON Fans, sondern Post FÜR Fans! Ist doch auch blöd, wenn man immer nur Rechnungen im Briefkasten hat …

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Habt ihr zufällig eines meiner Bücher als eBook (oder als schnödes unbekritzeltes Taschenbuch) gelesen und hättet trotz allem gerne eine Widmung? Ist es euch zu lästig, Bücher durch die Weltgeschichte zu schleppen für den Fall, dass ihr mal der Autorin begegnet?

Für genau dieses eine, mittelkleine Drama habe ich eine Lösung: Buchpostkarten! Ihr kontaktiert mich (zum Beispiel per E-Mail unter geschichtenquelle[at]gmail[punkt]com) und schickt mir eure Adresse, und ich schicke euch dafür die passende Buchpostkarte. Die oben abgebildeten Postkarten gibt es bereits, für die anderen müsst ihr euch noch einen Moment gedulden – aber schreibt mir ruhig trotzdem, und ich versuche, alles im Blick zu behalten.

Und das Beste: Dieser Service kostet euch nichts! Kein Geld, keine Nerven – und euer Erstgeborenes könnt ihr natürlich auch behalten. ^^

Ankündigung: BuchPassion

anschrift

Ich habe es schon einige Male erwähnt (und werde es noch öfter tun), aber am 03.11.2018 bin ich auf der BuchPassion in Köln – einem Signierevent mit Autoren, bei dem wir plauschen, Fotos machen, Dinge signieren können (ihr für mich und ich für euch) – und Bücher gibt es da auch, habe ich mir sagen lassen. Welche Genres dort vertreten sind, habe ich selbst noch nicht so ganz im Blick, aber ich schlage auf jeden Fall mit der kompletten „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe auf … und ich bringe natürlich Andrea und Bob mit. Gibt es sonst noch irgendwas, womit ich euch glücklich machen kann?

Der 03.11. ist übrigens so dicht an meinem Geburtstag, das zählt quasi als Feier. Ihr dürft mich gerne mit Konfetti und Kuchen überraschen. ^^

Tickets gibt es hier: www.buchpassion.de/tickets

Radio! Ein Erfahrungsbericht

Wäre hier fast untergegangen zwischen all den wilden, aufregenden Dingen, die ich so treibe … letzte Woche hat mich die liebe Sybille B. Lindt für Radio Köln porträtiert. Die Ausstrahlung war gestern Abend, und ich muss sagen – ich wusste gar nicht, dass ich so viel atme! Aber zum Anfang.

Nach diversen kurzfristigen Termindingsies ergab es sich, dass ich erst meinen Vater für eine Woche zu Besuch hatte, dann war ich beim Rieseneichhörnchen und direkt am nächsten Tag stand der Aufnahmetermin an. Ich hatte eine Adresse in Köln und die Gewissheit, dass Reisen mit dem Nahverkehr immer eine aufregende Sache sind. Also: Entsprechend Pufferzeit einplanen. Glücklicherweise hatte ich gerade neue Lektüre, in die ich so verliebt war, dass ich zweimal um ein Haar meine Haltestelle verpasst hätte. Auch für solche Dinge plane ich immer Puffer ein. Glücklicherweise hat mein Plan dann auch funktioniert, und ich war sogar etwas zu früh beim Freien Lokalrundfunk Köln, wo ich sehr freundlich empfangen und angemessen beruhigt und alle meine Fragen beantwortet wurden. Trotz einiger Schwierigkeiten mit der von mir mitgebrachten Musik ging die Aufnahme selbst dann auch schnell und ohne größere Holperer vonstatten, und jetzt bin ich eine Erfahrung reicher.

Auf dem Rückweg durfte ich im Zug dann noch diese bezaubernde Unterhaltung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter belauschen:

Kind: „Mama, machst du noch einen Reim mit mir?“

Mutter: „Wir haben doch schon so viel gereimt! Ich bin ein bisschen müde.“

Kind: „Nur noch einen einzigen Reim, bitte! Einen einzigen!“

Mutter: „Und dann bist du ruhig, bis wir aussteigen?“

Kind: (Denkt gründlich nach.) „Nö.“

In den kommenden Tagen gibt es für die Interessierten übrigens auch noch einen Download-Link, den ich dann auf der Startseite ablade. Als ewiges Andenken. ^^

Schicksalssplitter

Weil wir ja noch nicht ausgelastet genug sind, haben einige fleißige Menschen in den letzten Tagen und Wochen eine Sammlung mit Leseproben aus fantastischen Werken von genau so fantastischen (aber realen) Autorinnen zusammengestellt. Von mir sind auch zwei Textschnipsel dabei – die kennt ihr natürlich schon, aber all die anderen Leckerbissen solltet ihr euch keinesfalls entgehen lassen!

Bookrix

KLAPPENTEXT:

Auf in den Lesefrühling 2018: Darf es ein bisschen High Fantasy sein? Oder ein dramatischer Krimi? Oder doch lieber eine romantische Lovestory? Wählen Sie Ihren Lieblingstext aus 29 fantastischen Leseproben von Autorinnen, die Sie unbedingt kennen sollten!

Mit Beiträgen von Nora Bendzko, Elea Brandt, Stella Delaney, Jasmin Engel, Jana Jeworreck, Laura Kier, Anna Kleve, Nike Leonhard, Diandra Linnemann, Sienna Morean, Janna Ruth, Tiphaine Somer Elin, Michaela Stadelmann, Katherina Ushachov, Anne Zandt. Herausgegeben von Michaela Stadelmann.

Schicksalssplitter. Fantastische Leseproben, Kostenloses E-Book 
ISBN 978-3-7438-6074-2