Allerseelenkinder

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Leserstimmen:

„Das Buch hat alles, was Lesevergnügen ausmacht (…)“

„Ein Buch, das ich nur deshalb nicht in einem Zug durchgelesen habe, weil ich zwischendurch auch mal ins Bett musste.“

„Ich war von Anfang an gefesselt.“

Helena ist eine Hexe. Ihr Spezialgebiet: MAGIC CONSULTANT AND SOLUTIONS. In einer Welt, in der menschliche und nicht-menschliche Wesen offen Seite an Seite leben, ist das ein einträglicher Beruf. Als das jüngste Mitglied eines angesehenen Hexenzirkels verschwindet, bittet der Bürgermeister der Stadt Bonn sie um ihre Hilfe. Und Helena hat keine Ahnung, worauf sie sich da eingelassen hat…

„Allerseelenkinder“ gibt es in den folgenden Formaten:

Als eBook für Kindle

… und als Taschenbuch.

Als kleines „Leckerli“ findet ihr hier übrigens einige Bilder von Schauplätzen, an denen Helena und Falk sich herumtreiben.

*** LESEPROBE ***

(…)

Stelters Schreibtisch war dazu gedacht, Besucher zu beeindrucken. Die Platte aus Nussbaumholz war bestimmt drei Meter breit. Beeindruckender wäre es natürlich, wenn auf diesem Schreibtisch echte Arbeit läge, aber das Holz glänzte frisch poliert und unberührt, und das einzige Papier, das zu sehen war, war eine Haftnotiz auf dem Tablet PC des Bürgermeisters. Der Anachronismus passte zu diesem seltsamen, charismatischen Mann. Ich schüttelte den Kopf.

Stelters lächelte herzlich und drückte auf den Knopf seiner Gegensprechanlage. „Bringen Sie bitte zwei Tassen Kaffee.“

„Kein Zucker“, fügte ich automatisch hinzu und ließ mich schwer in einen der bereitstehenden Ledersessel fallen. Die Polster machten ein unangemessenes Geräusch. In der Bürowärme merkte ich erst, wie müde ich tatsächlich war. Und bis ich endlich schlafen gehen könnte, wäre es bestimmt schon Mittag. Dann gab es noch Rechnungen zu schreiben und die lästige Post durchzusehen… und für den Abend hatte ich noch eine Sitzung vereinbart, die ich schlecht absagen konnte – einen Bannzauber. Hoffentlich war der Kaffee stark genug. Dass er gut war, wusste ich bereits. Nur das Beste für unseren Bürgermeister.

„Nun“, Stelters nahm mir gegenüber Platz, „was wissen Sie über den Fall?“

„Nur das, was man sich so erzählt.“ Ich sah an die Decke, um mich besser konzentrieren zu können. „Katharina Eichborn, Mitglied des Covens der dreizehn Monde hier in Bonn, gilt seit Kurzem als vermisst. Sie ist schwanger, Erzeuger unbekannt, wenn ich mich richtig erinnere, und ihre Eltern haben in Interviews die Behauptung aufgestellt, dass ihr Coven sie entführt habe, um irgendwelche finsteren Rituale durchzuführen.“

Der Oberbürgermeister nickte nachdenklich, und das Licht der Leuchtstoffröhren spiegelte sich auf seinem Kopf, auf dem die beginnende Glatze von ausdünnender Haarpracht eher dekoriert denn verdeckt wurde. „Soweit, so gut.“ Er hielt inne.

Die Tür öffnete sich, und die Sekretärin stellte ein Tablett mit zwei dampfenden Kaffeetassen auf den Tisch zwischen uns. Beethovens Bild zierte das Porzellan. Das berühmteste Kind der Stadt. Milchkännchen und Zuckerdose durften natürlich nicht fehlen. Wortlos zog sie sich wieder zurück.

„Nun ist es so“, nahm Stelters den Faden wieder auf, „dass eine gute Freundin von mir Mitglied des Covens der dreizehn Monde ist.“

„Und wie komme ich da ins Spiel?“

Stelters räusperte sich. „Also… meine Freundin behauptet, dass Katharina sich in zwielichtigen Kreisen herumgetrieben hat, ehe sie Mitglied des Covens wurde – was wohl noch gar nicht so lange her ist. Und dass diese Leute vielleicht mehr über ihr Verschwinden wissen.“

Ich nippte an meinem Kaffee. Herrlich – um Längen besser als die Brühe aus der Bäckerei. „Was für Kreise?“ Der ließ sich ja heute alles aus der Nase ziehen.

Sein Lächeln wurde breiter. „Nun… Drogendealer zum Beispiel. Diebe. Straßenschläger.“

Ich hob eine Augenbraue. Was hatte ich damit zu tun?

„Satanisten.“

Das war schon eher mein Fachgebiet.

„Wandler.“

Na prima. Wandler waren Leute gemischter Herkunft, also nur zu einem Teil mit menschlicher DNS. Viele bekannte Sippen waren auf internationale Verbrechen spezialisiert – Schmuggel, Drogen, Menschenhandel. Eine europaweite Plage – wie eine Art übernatürlicher Mafia. Ich riss mich zusammen und hörte Stelters weiteren Ausführungen zu. „Ich dachte, Sie könnten mir einen Gefallen tun und mit allen Beteiligten reden. Herausfinden, ob an der Geschichte irgendetwas – nun ja, Mysteriöses ist.“

Zwar wusste ich nicht, was an Hexerei so mysteriös sein sollte, und von Wandlern hatte ich gar keine Ahnung, aber… „Wer bekommt die Rechnung?“

Stelter grinste, und sein Gesicht wirkte plötzlich zehn Jahre jünger. „Ich wusste, dass ich auf Sie zählen kann. Schicken Sie sie an unsere PR-Abteilung. Ach, und da wäre noch was…“

„Ja?“ Natürlich, ein dickes Ende gab es ja immer.

„Wenn Sie sich mit Frau Eichborns ehemaligen besten Freunden unterhalten, sollten Sie vielleicht Verstärkung mitnehmen.“

„Sie meinen, Polizeischutz?“

„Ich glaube nicht, dass Ihnen Polizei da helfen würde. Nein, ich hab da etwas viel Besseres für Sie.“ Er reichte mir eine Visitenkarte, auf der nur eine Adresse stand. „Melden Sie sich morgen früh dort und sagen Sie, ich hätte Sie geschickt. Fragen Sie nach Falk.“

Seltsam. Ich kannte die Adresse, auch wenn ich noch nie dort gewesen war. Was, zum Henker, sollte ich im wandelnden Friedhof?

2 Gedanken zu “Allerseelenkinder

  1. Pingback: Alle Jahre wieder – Welttag des Buches | diandras geschichtenquelle

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