Meine beeindruckendste Erinnerung

Ich wünschte, dazu gäbe es ein Foto – leider ist das, wovon ich als nächstes erzähle, schon sehr, sehr lange her, und damals gab es noch keine Foto-Handys. Eigentlich war die Welt sogar noch in Schwarzweiß.

Wir schreiben das Jahr 1994 (glaube ich). Die Grundschule hatte ich schon hinter mir, aber viel klüger war ich noch nicht. Dafür war ich ein Glückskind, denn als unsere Familie nach Südafrika eingeladen wurde, wo ein Onkel Silberhochzeit feierte, konnten aus finanziellen Gründen nur zwei von uns fahren. Und das waren – keine Ahnung, wie das entschieden wurde – meine Mutter und ich. (Dass nicht zwei Kinder geschickt wurden, ist schon irgendwie klar, aber … ich habe schließlich Geschwister. Sogar ältere. Muss also Glück gewesen sein.)

Die zweieinhalb Wochen in der Nähe von Johannesburg waren insgesamt ziemlich beeindruckend. Es gab Heuschrecken, die länger waren als meine Hand. Hagelkörner in Goldballgröße. Grüne Minz-Luftschokolade und riesige Eimer voll Eis mit Kaugummigeschmack. Eine Strickmaschine im Handarbeitszimmer meiner Tante, bei der ich fest davon überzeugt war, sie (die Maschine) sei verhext.

Aber der allerallerallerbeeindruckendste Moment der ganzen Reise war eine Fahrt durch ödes, staubiges, menschen- und baumleeres Land. Wir hatten sogar die Wellblechhütten schon hinter uns gelassen und waren auf dem Weg zum Freizeit-Erlebnis Sun City.

Und mitten in dieser Landschaft, die mir sowieso schon so fremd war – und Linksverkehr! – gewitterte es. Der Himmel war tintenschwarz, die Wolken hatten schwefelfarbene Ränder und es schüttete aus Eimern. Vor uns ragten Berge auf, über denen Blitze niedergingen. Gewaltige Blitze! So etwas hatte ich noch nie gesehen, und im Ernst … gerade jetzt beim Schreiben bin ich wieder ein wenig so aufgeregt wie damals.

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Beispielbild. Gefunden auf Unsplash, fotografiert von Johannes Plenio.

(Auf dem Rückflug hat es auch gewittert, aber da hatte ich keine Angst, denn der ältere Japaner zwei Reihen vor uns schlief tief und fest – und der hätte doch bestimmt nicht geschlafen, wenn es gefährlich gewesen wäre! Kinderlogik halt.)

Der beste Schreibratschlag, den ich je bekommen habe???

Ich glaube, das war tatsächlich: HAU RAUS!

Schreib.

Auch wenn der erste Entwurf sch*** ist. Oder die ersten fünfzig.

Alles Schlechte, was auf Papier steht, kannst du nämlich überarbeiten und Leuten zeigen – die perfekten, grandiosen Geschichten in deinem Kopf bleiben für immer ein Geheimnis.

Und in diesem Sinne habe ich heute morgen noch fix eine Kurzgeschichte eingereicht, die (wie üblich) hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Aber ich scheitere jedes Mal besser. ^^

Meine Titelmelodie

Muss ich mich wirklich für eine Titelmelodie entscheiden? Ha, zum Glück nicht, denn das ist mein Blog. ^^

In meinem Kopf spielt oft der „Hamster Dance“ – wer erinnert sich noch? (Falls nicht – googlet auf eigene Gefahr!)

Die Titelmelodie der „Addams Family“ wäre auch überaus passend.

Oder, wenn es mal besinnlicher zugehen soll, „In my mind“ von Amanda Palmer.

Aber da ich mich gerade nicht entscheiden kann, verrate ich euch ein anderes Geheimnis: Wenn ich im Büro einen Kollegen am Telefon habe und eine Information rausuche, singe ich mitunter eine eigene Warteschleifenmelodie. Falls das also mit dem Schreiben nichts wird … ^^

Völlig unpassend: OH DU FRÖHLICHE!

Ein Blog Prompt fragt nach meinem liebsten Feiertagsrezept. Und ich muss ehrlich sagen, es fällt mir schwer, einen Liebling zu küren. Allerdings kann ich euch, ohne mit der Wimper zu zucken, verraten, was mein praktischstes Feiertagsrezept ist:

Knoblauch-Walnuss-Hähnchen

Das mache ich oft zu Weihnachten* – wenig Anstrengung, große Wirkung! Dazu sei zu sagen, dass wir die Feiertagsmahlzeiten zuhause für gewöhnlich zu zweit einnehmen Es ist also gar nicht nötig, große Mengen zu kochen.

Das Knoblauch-Walnuss-Hähnchen ist ein Brathähnchen aus dem Ofen, dem eine Zitrone in den Hintern geschoben wird. Außerdem kriegt es eine Mischung aus gehackten Walnüssen, Knoblauch, Butter und Petersilie unter die Brusthaut geschoben. Das macht das Fleisch schön aromatisch und saftig, während regelmäßiges Begießen mit einer Honig-Gemüsebrühe die Haut unglaublich knusprig macht.

Sagte die verrückte Autorin nicht etwas von „wenig Anstrengung“? Jaaaa, im ersten Moment klingt das lästig. Aber so ein durchschnittliches Huhn ernährt uns im Anschluss drei Tage, ohne langweilig zu werden.

Am ersten Tag gibt es Brathähnchen mit Kartoffeln und einer oder zwei Gemüsebeilagen.

Am zweiten Tag variieren wir – entweder Salat mit Hähnchenfleisch oder Hähnchen-Sandwiches, vielleicht auch eine Gemüsesuppe mit ehedem gefiederter Einlage.

Und was danach noch an Fleisch übrig ist, wird am dritten Tag in Frikassee gekocht und mit Reis serviert.

* Der eigentlichen Heiligabendtradition meiner Familie – Kartoffelsalat, Würstchen, Käsewürfel und Appelflappen – kann der Mann wenig abgewinnen. Ich weiß auch nicht, was er dagegen hat. ^^

Und jetzt zu euch – Feiertagstraditionsrezepte? Familienerinnerungen? Spannende Ideen, was man noch alles aus so einem armen Huhn machen könnte?

Was würde ich erfinden, wenn ich auf einer einsamen Insel festsäße?

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Eine weniger exotische Insel, fotografiert von Jakob Owens, gefunden auf Unsplash

Eine einsame Insel also? Tja, gute Frage … zunächst einmal muss ich natürlich mit dem Vorurteil aufräumen, dass nur exotische Südseeinseln so garstig sind, harmlose Schiffbrüchige zu fangen und vereinsamen zu lassen. Kuschelige, moosbewachsene Inseln im Atlantik könnten das bestimmt genau so gut. Oder solche im Eismeer. Wo würde ich also stranden? Keine Ahnung. Und was würde ich da erfinden? Ist ein wenig abhängig von der tatsächlichen Umgebung.

Auf jeden Fall braucht man immer Trinkwasser. Mittel und Wege, um Süßwasser zu sammeln oder Meerwasser zu entsalzen – und vor allem zu reinigen – wäre wahrscheinlich ganz oben auf meiner Liste.

Und irgendwas, um Feuer zu machen, denn Feuer ist toll: Zum Kochen (Wasser abkochen?), um sich zu wärmen, um Raubtiere fernzuhalten, für Signale, … – also, ich mag Feuer.

Tja, und wenn diese dringenden Fragen des Überlebens geklärt sind, was könnte ich dann erfinden? Eine Methode, Unmengen an Strom aus Kokosnüssen (oder ranzigem Moos, je nachdem, wo ich gelandet bin) zu gewinnen? Pflanzen, die als Blätter fertiges Papier haben, damit ich meine aufregenden Inselabenteuer niederschreiben kann (und Tinte aus dem Urin seltener Schmetterlinge natürlich)?

Wenn ich ein wenig Glück habe, werden wir das nie erfahren. ^^

Bucket List? Wer hat Zeit für eine Bucket List?

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Symbolbild, Fotograf: Joel Muniz, gefunden bei Unsplash

Die Bucket List geistert ja seit ein paar Jahren durch die sozialen Medien: Dinge, die man in seinem Leben unbedingt noch getan haben will. Ferne Länder bereisen, ein Wandgemälde fertigstellen, Blut aus dem Schädel seines Erzfeindes trinken. Was einen eben glücklich macht.

Ihr könnt euch schon denken: So etwas besitze ich nicht.

Ich besitze auch keine „Fuck it!“-List, obwohl dieses Konzept mir allein vom Namen her näher steht. (Ehe ihr jetzt kichert: Das ist KEINE Liste von Leuten, mit denen man fünf erotische Minuten verbringen möchte.) Bei der „Fuck it!“-Liste geht es um Dinge, die einem das restliche Leben über gestohlen bleiben können: Der Zwang, für die Schwiegermutter das eigene Haus auf Hochglanz zu bringen; internalisiertes Bodyshaming; gehässiger Tratsch.

Aber so ein paar langfristige Pläne habe ich schon. Weniger eine Bucket List, mehr eine Art Lebensentwurf-Zielscheibe. Was darauf zu sehen ist?

Ein Motorrad.

Eine Hütte im Grünen, mit eigenen Hühnern und Gemüse-/Kräutergarten.

Regale voll mit selbstgeschriebenen Büchern.

Das sind mehr so Langzeit-Projekte als Dinge, die man abhaken könnte. Und wenn ich auf dem Weg dorthin noch einige Abenteuer erleben kann – so mit Wandern und Zelten und Nassgeregnet-Werden – wäre das auch nicht schlecht. Irgendwann verziehe ich mich dann als verdrehte, glückliche Alte in den Wald und erschrecke spielende Kinder.

Und jetzt zu euch: Team „Bucket“ oder Team „Fuck it“? Oder kleine listenfreie Rebellen?

Du, ich und es – Erzählperspektiven

Für Erzählperspektiven gibt es mehr oder minder klare Regeln. Heutzutage schreibt man meistens in der dritten Person, und dann: Möglichst dicht dran. Ob man sich dabei auf eine Figur beschränkt oder zwischen den Perspektiven wechselt, ist eigentlich egal, solange der Leser nachvollziehen kann, was man macht.

Im Urban-Fantasy-Bereich erfreut sich auch die erste Person großer Beliebtheit, das gibt dem Leser direkten Einblick in den Kopf der Hauptfigur – allerdings schränkt es auch ein wenig ein, denn man kann natürlich nur schreiben, was die Hauptfigur weiß oder erlebt (hat).

Diese beiden Varianten habe ich durchaus schon verwendet, und beide haben ihren Reiz. Die schönste Herausforderung war allerdings, als ich vor ein paar Jahren für eine englischsprachige Anthologie eine Kurzgeschichte in der zweiten Person Singular schreiben durfte. Üblicherweise findet man diese Perspektive in Kurzgeschichten, welche die Form von Instruktionen oder vielleicht auch mal Briefen haben. Kein Wunder – wie soll der Autor sonst dem Leser erzählen, was er gerade weiß und erlebt, ohne ihn dabei zu langweilen? Die Perspektive ist, finde ich, tatsächlich schwierig so umzusetzen, dass es nicht absurd wird.

Der allwissende Erzähler erfreut sich inzwischen übrigens nicht mehr so großer Beliebtheit wie noch vor wenigen Jahren. Woran das liegt, kann ich nicht genau sagen. Und obwohl ich selbst NATÜRLICH allwissend bin, habe ich sie auch noch nicht so richtig erforscht. Aber das kommt vielleicht noch. ^^

Ich bin dankbar für …

  • … gute Freunde;
  • … die Katzen;
  • … meine Familie (psst, sagt es ihnen nicht weiter!);
  • … einen aufregenden Bürojob, in dem es nie langweilig wird;
  • … all die tollen Menschen, die Bücher machen;
  • … denjenigen bei Ben & Jerry’s, der für die veganen (also laktosefreien) Eissorten verantwortlich ist;
  • … und bestimmt noch sooo viel mehr, was mir gerade nicht einfällt!

Jammern gehört in Deutschland ja schon zum guten Ton (von wegen: „Ich kann nicht klagen!“ – schön wär’s!), aber eigentlich finde ich immer recht wenig, worüber ich motzen kann. Und wenn, dann ist es schon Lament auf hohem Niveau – Freizeitstress: Sauna, Vergnügungspark UND Cocktails in einer Woche! Nicht genügend Kleiderbügel für all die hübschen bunten Kleider! Zu viele Bücher, um sie alle auf einmal zu lesen!

Ach, ich bin schon ein kleines Glücksferkel … und um das Gefühl mit euch zu teilen, hier mein persönlicher Glückskater. Es bringt Extra-Punkte, wenn man ihm den Flauschebauch streichelt!

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So leistet Greebo mir beim Schreiben Gesellschaft.

Bitte essen Sie das – aber lassen Sie mir etwas übrig!

Neulich las ich irgendwo, der typische Erwachsene habe nur sieben Rezepte, die er einfach sein Erwachsenenleben lang immer wieder koche.

Echt?

Also, für mich trifft das nicht zu. Natürlich habe ich einige Rezepte, die ich immer wieder mache, weil ich sie so gerne esse, aber ansonsten probiere ich auch tonnenweise Neues aus und lasse mich gerne zu Kochbuchkäufen hinreißen.

Aber wenn es um Snacks geht, bin ich ziemlich „eintönig“: Ich esse bevorzugt alles, was man mit Erdnussbutter kombinieren kann:

  • Apfelschnitze mit Erdnussbutter
  • Selleriestangen mit Erdnussbutter und Rosinen („Ants on a log“)
  • Banane mit Erdnussbutter zermanscht (mit dem Löffel oder als Brotaufstrich)
  • Energiebällchen aus Erdnussbutter, Haferflocken und Kram
  • Erdnussbutter auf Brot: Pur, mit Nutella oder auch herzhaft mit Bacon oder Gouda
  • Und natürlich das Beste: MIT DEM LÖFFEL

Erdnussbutter ist auch eine beliebte Zutat in verschiedenen Saucen und Suppen, die ich regelmäßig zubereite, beispielsweise in unserer Karotten-Ingwer-Suppe. Richard amüsiert sich über dieses Snackverhalten und zieht mich gerne damit auf, wie schnell so ein Kilopott Erdnussbutter (aus gerösteten Erdnüssen, nur mit ein wenig Salz als zweiter Zutat) bei uns zu Hause doch verschwindet.

Wobei ich in diesem letzten Fall natürlich völlig unschuldig bin. Wir haben Erdnussbutter-Kobolde, ist doch klar!

Manchmal muss man eben tun, was man tun muss – aber ich will nicht!!!

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(c) Jonathan Francisca via Unsplash

Ist bestimmt noch nicht aufgefallen – Hausarbeit gehört zu den Dingen, die ich höchstens zur Selbstverteidigung erledige. Und auch dann nicht besonders gut. Heute morgen habe ich zum Beispiel etwas Lebendiges, Proteinhaltiges in meinem Instant-Hirsebrei gefunden. (Sorry für das Bild.)

Für mich reicht es tatsächlich, wenn alles so sauber ist, dass niemand stirbt. Keine Ahnung, wann ich zuletzt Fenster geputzt habe! Andererseits, wer will auch schon rausgucken? Draußen sind nur Leute, vor allem Nachbarn! Ich spüle und mache die Wäsche, wiel ich regelmäßig Kaffeetassen und saubere Socken brauche. Den Müll bringt – wenigstens in der Theorie – der Mann raus. Die Katzen werden versorgt. Alles, was danach kommt: Optional!

Gut, natürlich fühle ich mich in einer blitzsauberen Wohnung wohler als in einem chaotischen Saustall, aber der Tag hat nur etwa 24 Stunden, und schreiben will ich schließlich auch noch.

Und das Schlimmste?

BÜGELN.

Warum kommt der Knitterlook endlich wieder in Mode?