Mein geheimes Büro-Spiel

Tagsüber arbeite ich in einem eher konservativen Umfeld – nämlich in einer Golfstaaten-Botschaft. Mit ausschließlich muslimischen Klienten und etwa 85% muslimischen Kollegen. Das bedeutet natürlich, dass eine gewisse Kleiderordnung vorherrscht. Als ich eingestellt wurde, hieß das: Nicht schulterfrei, kein zu tiefer Ausschnitt, die Röcke nicht zu kurz und die Hosenbeine nicht zu schmal. Eigentlich wie in einer Bank. Kann ich mit leben. In Wahrheit steht mir dieser Stil sogar ziemlich gut.

Als vor zweieinhalb Jahren der Attaché wechselte, wurde diese Kleiderordnung auf einmal strikter. Es gab keine offizielle Anordnung, aber manchmal wurde man von der Chefsekretärin beiseite genommen, die dann in ganz verschämtem Ton so Dinge sagte wie: „Du, dem Chef gefällt dein Rock heute aber nicht. Der ist ein winziges bisschen zu kurz.“ Oder: „Kannst du morgen vielleicht etwas anziehen, was etwas längere Ärmel hat?“

Seitdem diese Unsitte sich eingebürgert hat, spiele ich heimlich ein Spiel: „Ärger den Chef, ohne die Kleiderordnung zu missachten.“ Die Rocklänge stimmt, aber der Stoff ist in einem wilden Blütenmuster gehalten. Das Kleid reicht bis zum Knöchel und ist nicht figurbetont, passt auch hervorragend zum Blazer, dafür erinnert es eher an Hippies als ans Büro. Oder das T-Shirt ist zwar hochgeschlossen, aber auf den Schulterblättern sind Katzenaugen.

Vielleicht ist das etwas kindisch, zugegeben. Aber mir persönlich macht das großen Spaß. Und solange er keine explizite Kleiderordnung vorlegt, breche ich ja auch keine Regeln. ^^

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