Strohwitwen-Dasein

Ab Montag ist es soweit. Für ein paar Wochen ist Richard bei einem neuen Projekt eingeteilt und so weit von zuhause entfernt unabkömmlich, dass es sich nicht lohnt, jeden Abend nach Hause zu kommen.

Das erzeugt gequirlte Gefühle.

Auf der einen Seite freue ich mich darauf, all die Dinge zu kochen, die er wirklich nicht mag. Brokkoli-Buttermilch-Suppe mit Tomatenstückchen. Linsensuppe galore. Tomaten-Quiche. Griespudding zum Abendbrot. Morgens wird meine Lieblingsmusik laufen, wenn ich auf dem Sofa frühstücke – bei weit geöffneter Balkontür. Und abends kann ich mich ganz entspannt mit meinem Arbeitsgerät im Wohnzimmer ausbreiten, ohne dass der Fernseher läuft. Aufstehen und schlafen, wann immer ich will. Gemüse grillen.

Andererseits gibt es eine Menge Sachen, die mir fehlen werden. Etwa abends gemeinsam auf dem Sofa liegen und eine hirnlose Crime-Serie nach der anderen gucken, während er mir den Rücken krault. Die politischen, kulturellen und manchmal sinnfreien Diskussionen beim Frühstückstisch. Neben meinem Lieblings-Mann schlafen. Abendliche Spaziergänge zu zweit, bei denen ich mich mehr oder weniger erfolgreich in Geduld übe, während Richard das drölfzigste Foto von der Kuhweide macht. Nach dem Arbeitstag Dampf ablassen und dabei zuschauen, wie er mit den Katzen spielt.

Glücklicherweise sind es erst einmal nur ein paar Wochen. Aber natürlich wissen wir nicht, bei welchem Projekt er anschließend landet. Vielleicht Köln, vielleicht aber auch München. Und auch wenn wir natürlich täglich skypen und uns an den Wochenenden sehen werden, ist das wohl irgendwie nicht das gleiche.

Heute und morgen finden die letzten Notfall-Einkäufe, Wäsche-wasch-Aktionen und Vorbereitungen statt. Mit ein paar Freunden geht es Samstag Abend zu „Rhein in Flammen“ und eingentlich steht auch noch ein Familienbesuch auf dem Programm. Und danach kann ich dann testen, ob mir das Stroh-Witwen-Dasein gefällt. Mögliche Aktionen:

  • Strohpuppen basteln
  • Strohblumen trocknen
  • Strohrum trinken

Und ihr so?

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2 Gedanken zu “Strohwitwen-Dasein

  1. Ach, das hört sich irgendwie gut an. Ich finde es auch oft lebendig, wenn man mal ein paar Tage/Wochen getrennt war. Dann freut man sich wieder auf einen stinknormalen Ehealltag.
    Dir viel Spaß
    Annette

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