Kommt „Kunst“ von „können“?

Wenigstens was die Wortherkunft angeht, stimmt das wohl. Aber wenn das auch für Kunst an sich (und nicht nur als Wort) gelten tät, wer täte dann bestimmen, was Kunst sein täte und was nicht?

Kunstkritiker? Bitte nicht.

Der allgemeine Volksgeschmack? Puh.

Ein Gremium? Ich geh mal pupsen.

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Ursprünglich entstand dieser Gedankengang bei mir zuhause während einer Diskussion mit dem Mann darüber, ob Pornographie Kunst sei. (Er meint: Nein.)

Meiner Meinung nach ist Kunst ungefähr alles, was keinen anderen Zweck erfüllt, als den Konsumenten emotional zu bewegen. Ob es einen erfreut oder schockiert oder anekelt, ist dabei zweitrangig. Es ist auch egal, ob ich persönlich etwas für künstlerisch wertvoll halte oder nicht. Manche Dinge, die ich in Museen gesehen habe, halte ich schon für eher banal (oder schlimmer: maniriert). Ich bin ja auch keine Kennerin. Ich kann sagen, was Dinge mit mir machen. Aber etwas, das ich für blöd/langweilig/überflüssig/… halte, ist trotzdem möglicherweise Kunst.

Der Mann sieht „Kunst“ gerne für hochgelobte und supertalentierte Menschen und deren Werke reserviert. Was all die anderen Leute mit Pinsel und Farbe, Videokamera, oder Knete machen, dafür hat er kein alternatives Wort vorgeschlagen. Vielleicht schwebt ihm „Geschmiere“ vor? (Ja, ich bin ein bisschen garstig.). Er meint, eine Vermischung würde den Kunstbegriff beliebig machen.

Beliebig?

Finde ich nicht. Beim Sport ist ja auch klar: Wenn ich mich ins Fitnessstudio begebe oder eine Runde durch den Wald jogge, mache ich dort Sport. Und das, obwohl meine Fähigkeiten meilenweit von denen der Olympioniken und Profifußballer entfernt sind.

In dem Sinne: Macht Kunst. Ob gut oder schlecht, ist mir dabei völlig egal – solange sie gut für eure Seele ist. Zeigt der Welt, dass man kein ultratalentiertes, langjährig erprobtes und trainiertes Genie sein muss, ehe man öffentlich einen Buntstift in die Hand nehmen oder ein Lied singen darf.

Macht schlechte Kunst.

Ein Gedanke zu “Kommt „Kunst“ von „können“?

  1. Jawoll! Fanfiction, ob in Bildern, Geschichten, gecoverter / geklauter / inspirierter Musik – alles Kunst, ganz egal wie handwerklich solide oder nicht. Oder umgekehrt: Jegliche Kunst war schon Fanfiction und Innovationen entstanden immer in Reaktion auf so genanntes ‚Epigonentum‘ (ein ganz schlimmes Wort).
    Kunst bewegt, ja, und Kunst spiegelt auch wieder, was wir als Gesellschaft glauben + denken, und beeinflusst das wiederum…usw. usw. *sülz*

Los, gebt es mir!

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